Auch schwerkriminelle Asylbewerber bleiben Deutschland erhalten.

Man muss sich also keine Sorgen machen.

Es folgt eine kurze Zusammenfassung eines Artikels aus dem Handelsblatt:

„In Sachsen ist eine Debatte über den Umgang mit kriminellen Asylbewerbern entbrannt. Hintergrund ist ein Fall, bei dem zwei Asylbewerber in der sächsischen Universitätsstadt Freiberg in einem Netto-Markt eine Angestellte mit Pfefferspray und einer Machete bedroht haben. [Anmerkung: Andere Berichte gehen mehr in die bunten Details und erzählen wie die Facharbeiter damit drohten, die Dame zu köpfen].

Für Aufregung sorgt nun, dass der Vorgang keinen Einfluss auf das Asylverfahren der beteiligten Männer haben soll. ‚Die Bevölkerung – und dazu zähle auch ich mich – versteht und akzeptiert so etwas nicht‘, erklärte der SPD-Bürgermeister der sächsischen Kleinstadt Hainichen.

Nach der geltenden Rechtslage sind den Behörden jedoch die Hände gebunden. ‚Grundsätzlich haben Straftaten und Gerichtsverfahren keine Auswirkungen auf das laufende Asylverfahren‘, sagte der Sprecher des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Mehmet Ata, dem Handelsblatt.“

[Anmerkung: Mehmet Ata bitte nicht mit berühmten Namensvettern verwechseln].

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Bitte nicht mit Gas umbringen. (Update)

Malte Lehming schreibt in einem Artikel über Obamas nicht vorhandene Außenpolitik diesen Satz: „Afghanistan, Irak, Libyen: Das sind abschreckende Beispiele für westliche Interventionen.“

Ähnliche Sätze liest man in westlichen Medien immer wieder. Es ist Konsens, dass Eingriffe der unkultivierten Kaugummi kauenden Amerikaner aus Alabama und Texas die Welt ins Unglück stürzen. Ob Irak oder Afghanistan, Vietnam oder Chile. Alles abschreckende Beispiele. Jeder zugedröhnte Kiffer in jeder westlichen Kleinstadt dieser Erde kann einem beim Grillen im Garten diesen kollektiven Wissensstand vermitteln. Das Eingreifen in Korea war schon borderline, nur vor dem zweiten Weltkrieg schreckt die kollektive Gemeinschaft der Wissenden (noch) zurück.

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Papa Gaddafi kümmert sich gut um uns Frauen.

Deutschsprachigen MSM gelang es über Jahrzehnte Muammar al-Gaddafi als Frauenrechtler darzustellen. „Papa Gaddafi kümmert sich gut um uns Frauen„, schwärmte SZ-Edelfeder Karin El Minawi im Dezember 2010. Die Frauen seien am Steuerknüppel. Es tue sich etwas in Libyen. Nicht nur politisch, sondern auch gesellschaftlich.

Journalistinnen, die nicht für die Achse Heribert Prantl Franziska Augstein schreiben, sahen das ein bisschen anders. Zum Beispiel Annick Cojean und Antonia Rados. Sie recherchierten, welcher Knüppel wirklich gemeint war.

Der Spiegel sprach über Jahre gekonnt von „Gaddafis Nonnen der Revolution„. Gaddafi wolle als „Held der libyschen Frauenemanzipation in die Geschichte eingehen.“ Für seine Soldatinnen fände „der arabische Exzentriker“ Zeit ihre Schulhefte eigenhändig zu korrigieren. Seine schmucke weibliche Leibgarde habe er zum Schutz vor Attentaten. Frauen würden sich dafür besonders eignen, denn sie seien loyal und weniger an Macht interessiert. Die 16- bis 20jährigen Leibwächterinnen müssten nur deshalb enggeschnittene olivgrüne Uniformen tragen, damit Pistolen und Dolche keinen Platz haben.

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Stürzt Obama über Benghazi-Gate?

Benghazi-Gate wird etwas größer. Fox und Breitbart berichten darüber schon seit den Attacken. Aber bisher hat sich niemand aus dem Mainstream für sie interessiert. Anfang Oktober kamen dann auch englische Zeitungen hinzu. Hier die Daily Mail als Beispiel.

Und nun können es langsam auch die Mainstream-Medien nicht mehr vertuschen.
Die Washington Post schreibt aktuell auf der Titelseite:

A month after the assault on the U.S. mission in Benghazi, a fateful series of television appearances by Susan E. Rice, the American ambassador to the United Nations, is haunting the Obama administration in the face of allegations that it deliberately attempted to play down suspicions of terrorist involvement.

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Verschwörungstheorien zu Gaddafi

Welt Online druckt ein paar Theorien zu Assad und Gaddafi ab:

1. Assad sei den Aufständischen verhasst, weil er ein säkularer Herrscher sei und mit Gaddafi befreundet war.

2. Assad habe Gaddafis Satelliten-Telefonnummer an die Franzosen verraten. Dafür hätten die Franzosen den Druck von Assad genommen.

3. Gaddafi habe Sarkozy den Wahlkampf finanziert und gedroht die Daten darüber zu veröffentlichen. Sarkozy habe Gaddafi daraufhin in einen „Hinterhalt“ gelockt und sichergestellt, dass die Rebellen Gaddafi töten.

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Augstein: Wer hat Schuld und wer profitiert von den Botschaftsstürmen?

Jakob Augstein schreibt in seiner Kolumne:

Das Feuer brennt in Libyen, im Sudan, im Jemen, in Ländern, die zu den ärmsten der Welt gehören. Aber die Brandstifter sitzen anderswo. Die zornigen jungen Männer, die amerikanische – und neuerdings auch deutsche – Flaggen verbrennen, sind ebenso Opfer wie die Toten von Bengasi und Sanaa. Wem nützt solche Gewalt? Immer nur den Wahnsinnigen und den Skrupellosen. Und dieses Mal auch – wie nebenbei – den US-Republikanern und der israelischen Regierung.

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Obamas Politik des Disengagement

John McCain hat es bei CBS und Fox News auf den Punkt gebracht:

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Obama-Regierung sagt weiterhin: Das Video ist schuld, der Angriff war nicht geplant.

Susan Rice ist die von Obama gewählte amerikanische Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Sie erklärte vor wenigen Stunden bei ABC noch einmal die Haltung der Obama-Regierung bezüglich der Angriffe auf die amerikanische Botschaft in Bengasi:

1. Der Angriff in Libyen sei eine direkte Folge des abscheulichen, beleidigenden Videos mit dem ihre Regierung nichts zu tun habe. Im Gegenteil sie hätten immer wieder klar gemacht, das Video sei verwerflich und abscheulich.

2. Der Angriff in Bengasi sei nicht geplant gewesen, sondern war eine spontane Reaktion auf die Proteste in Kairo. „Transpiration“ ist das Stichwort. Das sei die aktuelle bestmögliche Einschätzung der Regierung basierend auf den momentanen Informationen.

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Die Titanic kann auch lustig sein.

Satire ist dann lustig, wenn sie wahr ist. Die Titanic schreibt:

Aufruhr in der arabischen Welt: Muslimische Mobs demonstrieren und randalieren vor und in amerikanischen Botschaften. Grund: In einem bis dato unbeachteten Film wird dem Propheten Mohammed und seinen Anhängern vorgeworfen, sie wären gewalttätig und dumm.

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Ein Film war mal wieder schuld

Mohammed-Film sorgt für gewaltsame Proteste in Kairo und Bengasi.
(Spiegel)

Ein im Internet kursierender Film aus den USA hat zu brutalen Angriffen auf US-Einrichtungen in Libyen und Ägypten geführt.
(Welt)

The Innocence of Muslims drew almost no one to the cinema in California. In Benghazi it provoked deadly fury.
(Guardian)

Protesters angry over an amateurish American-made video denouncing Islam attacked the United States Consulate in Benghazi, Libya, on Tuesday.
(New York Times)

The Embassy of the United States in Cairo condemns the continuing efforts by misguided individuals to hurt the religious feelings of Muslims.
(US-Embassy in Ägypten kurz vor der Erstürmung)

Das ist die ewige Lebenslüge der westlichen Medien und der ihr angeschlossenen Politik:
Hätte es diesen Film nicht gegeben, dann wären die Botschaften auch nicht angegriffen worden. Die gleichen Märchen durfte man sich auch bei den Mohammed-Karikaturen anhören. Hätte Westergaard damals keine Karikaturen gezeichnet, wären die UN-Lager und die Botschaften nicht angegriffen worden. Aktion und Reaktion, Sie verstehen. Welcher Film und welche Karikatur sind eigentlich für 9-11 verantwortlich?

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Claudia Roth lost in Tripolis

Wegen Unruhen auf dem Flughafen von Tripolis sitzt Grünen-Chefin Claudia Roth auf unbestimmte Zeit in Libyen fest.

Jetzt da sie festsitzt, kombiniert Roth laut dapd messerscharf: „Die Gaddafi-Unterstützer sind nicht von einem Tag auf den anderen verschwunden.“ Die Lage sei immer noch sehr fragil. Es sei „gefährlich falsch“, dass Libyen kein Thema mehr sei. Außerdem beklagt sie sich wortreich über das „Krisen-Hopping“ von Politik und Medien. Es könne nicht sein, dass die Aufmerksamkeit immer gleich auf die nächste Konfliktregion gerichtet werde.

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Atommacht Israel bedroht Weltfrieden

Es ist kein Zufall, dass sich Spiegel-Eigentümer Jakob Augstein auf die Seite von Günter Grass stellte. Moderner Antisemitismus hat beim Spiegel eine lange Tradition.

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Gaddafi, die Frauen und seine Helfer

Die österreichische Journalistin Antonia Rados hat eine Reportage über Gaddafis mutmaßlichen Frauenmissbrauch gedreht. Die Dokumentation läuft am Montag um 22.15 auf RTL. Im Kurier berichtet Frau Rados persönlich aus ihrem Film.

Arno Frank hat die Reportage wohl schon vorab gesehen und bespricht den Film auf SpOn. Sein Kommentar ist eine Mischung aus Häme, Kritik, Spott und einem besonders dreisten „Das wussten wir doch alles schon vorher“.

Die Methoden von Antonia Rados seien falsch, die Machtart „boulevardesk“. Und überhaupt verfalle das ganze in „gefährlichen Voyeurismus“ mit melodramatischem Klaviergeklimper und bedrohlicher Musik wie aus einem Horrorfilm. Das mag alles sein, aber eine Frage stellt sich dann doch: Spricht Frank gerade über Rados oder über Spiegel Online, Spiegel TV und die taz? Die Akteure unterscheiden sich nur insofern, dass die genannten Medien noch viel schlimmere Methoden benutzen als Frau Rados. Das Wesentliche ist außerdem, dass Frau Rados überhaupt über die Aussagen der Frauen berichtet. Damit ist sie Spiegel und Co um Lichtjahre voraus.

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Hat Assad auch eine Mätresse?

Der Guardian und der Mirror spekulieren Assad könnte eine Geliebte im Ausland haben. Nicht dass es wichtig ist, aber die Medien (und ich) müssen doch dieses Foto irgendwie unterbringen. Die SZ würde jetzt sicherlich wieder über ein Faible für Frauen schreiben samt „Niemand hat je von Mätressen gehört“. Dafür würde man die Vorliebe für Folter und Massenmord verschweigen, so viel Balance muss sein. Oder noch ein herrlich peinlicher Propaganda-Artikel über Steuerknüppel und Feminismus. Na SZ, wie wär’s?

Was sind Tyranneien und was sind Menschenrechte?

Ich schätze Ayn Rand sehr und stimme ihr und dem Feuerbringer gerne zu,
aber in diesem Fall absolut nicht.

Wer sagt uns denn was ein „Rechtsstaat“ ist und was „Menschenrechte“ sind? Wer sagt uns außerdem welche Staaten diese Kriterien erfüllen und welche nicht? Wen befragen wir als höchste Instanz? Ayn Rand? Unseren Präsidenten? Den Papst? Den UN-Menschenrechtsrat mit den illustren Mitgliedern Pakistan, China, Russland, Kuba und Saudi-Arabien?!

Jeder dieser Staaten behauptet von sich er wäre ein „Rechtsstaat“ und achte die „Menschenrechte“. Die DDR nannte sich meines Wissens frei und demokratisch. Die Kommunisten des Kalten Krieges träumten davon die ganze Welt nach ihrem vorbildlichen „Rechtsstaat“ umzuwandeln. Ich finde es schade, wenn wir ähnliche Fehler wiederholen.

Ich mag unser westliches System und ich halte das amerikanische System für am besten und allen anderen etablierten Systemen überlegen. Trotzdem, nein gerade (!) aus Verpflichtung zu den amerikanischen Werten will ich sie niemanden aufzwingen. Die Menschen müssen revolutionäre Ideen immer noch zuerst selbst artikulieren.

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Die Alternative zum Libyen-Krieg

Es gibt einige politisch relativ unverdächtige Amerikaner und Europäer, die schon seit der ersten Stunde gegen den Libyen-Krieg argumentieren. Teils mit interessanten Anmerkungen. Mehr aber auch nicht.

Gaddafi ist für Lockerbie und La Belle verantwortlich.
Diese Taten alleine reichen völlig aus, um ihn zu jagen bis ans Ende der Welt.
Auch andere Terrorakte in Europa stehen weiter unter Verdacht.
Von seinem inländischen Terror ganz zu schweigen.

Seine sonstigen ausländischen „Aktionen“ muten im Vergleich dazu „harmlos“ an,
sie sind es aber nicht:

Schweizer Bürger und bulgarische Krankenschwestern wurden von Gaddafi entführt und wochenlang mit dem Tode bedroht. Der Schweiz hat er den heiligen Krieg erklärt.
Bei jeder Gelegenheit droht Gaddafi damit Millionen Flüchtlinge übers Mittelmeer zu schicken und ein Bündnis mit Al Quaida einzugehen.

Als Reaktion ging Europa jahrzehntelang auf seine Erpressungen ein. Absurd.
Wie konnte man diesen Mann nur so lange davon kommen lassen?!
Eine Antwort lautet wohl: Korruption. Das trifft nicht nur auf Italien zu.
Von Blair bis Sarkozy waren alle ganz geil auf Gaddafi.

Es gab von Anfang nur eine wirklich „bessere“ Alternative zum Libyen-Krieg:
Gaddafi direkt ausschalten. Meinetwegen auch festnehmen.

Möglichkeiten dazu gab es mehr als genug.
Die verlogenen Sarkozys, Berlusconis, Schröders, Fischers, Camerons und Blairs dieser Welt hatten und haben daran aber offensichtlich kein Interesse.

Reagan wollte Gaddafi schon vor über zwei Dekaden ausschalten, wurde aber von zahlreichen Europäern gleich mehrfach schändlich verraten. AP hat das schon 2008 aufgedeckt und im Jahr 2011 erwähnt es auch der deutsche Spiegel noch einmal:

Da die Europäer keine Überfluggenehmigung für den umstrittenen Einsatz erteilt hatten, mussten die US-Maschinen einen gewaltigen Umweg über die offene See um Frankreich, Spanien und Portugal herum durch die Straße von Gibraltar in Kauf nehmen und in der Luft aufgetankt werden: ungünstige Voraussetzungen, die dazu führten, dass die Piloten nach dem 5200 Kilometer langen Non-Stop-Flug bereits vor der Attacke erschöpft am Ziel eintrafen.

Wie 2008 öffentlich wurde, soll Italiens damaliger Regierungschef, der Sozialist Bettino Craxi, dem libyschen Despoten die geheimen Angriffspläne der Amerikaner verraten haben. Sie waren in Rom bekannt – schließlich hatten die Amerikaner Italien vergeblich um Überflugrechte für die USA-Bomber gebeten. Auch der maltesische Premier Karmenu Mifsud Bonnici soll geplappert haben: Mitten in der Nacht, als die amerikanischen Kampfjets ohne Erlaubnis durch Maltas Luftraum donnerten, soll er den Oberst telefonisch vorgewarnt haben.

Im Grunde hätten wir Amerikaner im Libyen-Krieg keinen Finger rühren dürfen. Gaddafi ist heute ein rein europäisches Problem, das sich die Europäer selber geschaffen haben.

Was jetzt passiert ist ein Stellvertreterkrieg bei dem viele Unschuldige leiden, anstatt dass man das Übel direkt an der Wurzel packt. Ein Krieg ohne Plan und Ziel.

Moderner Krieg ist eben kein traditionelles Schachspiel bei dem man zuerst die Bauern opfern muss. Man kann die Bauern einfach überfliegen und von Anfang an den König fokussieren. Genial, was?

Obama unternimmt nichts in diese Richtung.
Bei Osama hingegen war dies von Anfang an das Ziel.
Wo ist der Unterschied? Dass Gaddafi ca. 300 Amerikaner und Europäer ermordet hat, während es bei Bin Laden ca. 3000 waren? Das wäre reichlich skurril.

Es ist wohl ein anderer Grund:
Die Menschen haben Lockerbie und La Belle schlicht vergessen oder nie gekannt und man kann deshalb mit dem Sturz Gaddafis keinen Wahlkampf machen. It’s all about approval ratings. Egal ob sie nun Obama, Sarkozy oder Merkel heißen.

Mißglückte Überfahrt, geglückte Propaganda (via Aron Sperber)

Wie der Guardian berichtet, sollen Einsatzkräfte der Nato im März und April ein steuerloses Boot mit 72 Flüchtlingen auf offener See ihrem Schicksal überlassen haben… Read More

via Aron Sperber

Best of Osama Groupies IV

Zur selben Zeit – da hatte der Krieg gegen den Terror noch gar nicht richtig begonnen – schrieb Botho Strauß, jetzt breche der „Kampf der Bösen gegen die Bösen“ an. Das waren schwer erträgliche Worte so kurz nach den Angriffen auf New York und Washington, als die Leichen noch unter den Trümmern lagen. Aber es war die Wahrheit.
(Augstein auf SpOn – Teil 1)

Der Westen hat sich die Logik der Rache aufzwingen lassen und hat dem viel zu wenig entgegengesetzt. Angela Merkel sprach dem amerikanischen Präsidenten „Respekt für die gelungene Kommandoaktion“ aus. Respekt dafür, dass ein unbewaffneter alter Mann, der von Frauen und Kindern umgeben war, von 79 Elitesoldaten überfallen und erschossen wird. Dieser alte Mann war ein Massenmörder und seine Resozialisierungschancen standen nach unseren Maßstäben schlecht. Aber es ist bemerkenswert, dass selbst die Bundeskanzlerin so wenig Wert auf unsere Maßstäbe legt.
(Augstein auf SpOn – Teil 2)

Noch ein Rechtschaffender:

Diese Äußerung – für die Tochter eines christlichen Geistlichen verwunderlich und abseits aller Werte wie Menschenwürde, Barmherzigkeit und Rechtsstaat – begründet den Anfangsverdacht einer Straftat nach Paragraf 140 des Strafgesetzbuches
(deutscher Richter zur Mopo)

Die esoterische Sicht:

Freude ist auch ein Gefühl. Ist sie echt, so ist sie in diesem Fall fehl am Platz. Ist sie nicht echt, handelt es sich um den getarnten Ausdruck einer strategisch-politischen Anpassungsleistung an die Erwartungen eines Verbündeten, den man zuvor mit befremdlichem Abstimmungsverhalten im UN-Sicherheitsrat verprellt hat.
(Miriam Meckel auf SpOn)

– der ganze Artikel ist parapsychologischer Boulevard vom Feinsten.
Bemerkenswert auch: Bei Osamas Tod müsse man laut Autorin Gefühle zeigen (außer Freude natürlich), innehalten, nachdenken und zweifeln. Beim Libyenkrieg hingegen, wo fast ausschließlich kleine Rädchen im Getriebe und völlig unschuldige Zivilisten getötet werden, ist eine Ablehnung „befremdlich“. Ein gezielter Angriff auf Gaddafi allerdings wäre dann wieder höchst bedenklich und kein Grund zur Freude. Man ist das ekelhaft.

Und jetzt zum Anankasmus:

Sicher, es gibt eine Menge strategische Gründe, die aus Sicht Barack Obamas gegen eine Gefangennahme bin Ladens gesprochen haben: Ein Prozess hätte den Präsidentschaftswahlkampf 2012 überlagert, allein der Ort des Verfahrens – Den Haag, Guantánamo, USA? – wäre zum Politikum geworden. Racheakte, Anschläge, Geiselnahmen, Befreiungsversuche, all das, was Deutschland in der RAF-Zeit erlebt hat, hätte Amerika bevorgestanden.
Man hätte es um des Rechtsstaates willen in Kauf nehmen müssen.
(Zeit)

Der Sinn spielt keine Rolle mehr, es geht nur noch um den Verwaltungsakt an sich. Typisch deutsch?

Best of Osama Groupies III

Als Christin kann ich nur sagen, dass es kein Grund zum Feiern ist, wenn jemand gezielt getötet wird.
(Katrin Göring-Eckardt zur BZ)

Die dpa hat noch mehr Moralisten gesammelt:

Die Erklärung Merkels ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar sowie politisch und moralisch untragbar.
(Hans-Christan Ströbele)

Der Tod eines Menschen ist für einen Christen niemals Grund zu Freude.
(Vatikan-Sprecher Federico Lombardi)

Man kann sich als Mensch und erst recht nicht als Christ über den Tod eines Menschen freuen.
(Militärbischof Franz-Josef Overbeck)

Noch mehr Overbeck: Atomkraft und Schwule.

Der Vorsitzende des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages weiß auch noch was:

Das sind Rachegedanken, die man nicht hegen sollte.
Das ist Mittelalter.

Eine willkürliche Tötung ist nach dem internationalen Pakt über bürgerliche und politische Freiheiten nicht erlaubt. Es besteht eine außerordentlich schwierige rechtliche Gemengelage, die differenziert aufgearbeitet werden muss. Das Prinzip, der Zweck heiligt die Mittel, ist keine juristische Grundlage. Wir brauchen genaue rechtliche Regeln. Hier sind die Vereinten Nationen gefordert, endlich verbindliche Regeln zu schaffen.
Es muss glasklar sein, was geht und was geht nicht.
(Siegfried Kauder zur Passauer Neuen Presse)

Die investigativen Übersetzungsexperten der SZ sind auch wieder am Werk.
Zum Beispiel Olivier Das Gupta. Ja der Mann heißt, wie er übersetzt:

„After a firefight, they killed Osama bin Laden“ – so hat es Obama selbst in seiner Rede an die Nation ausgedrückt:
„Nach einem Feuergefecht töteten sie Osama bin Laden.“
Nach dem Gefecht also, nicht im Gefecht.
(gesehen bei suedwatch)

Und weiter:

Dass aber der Friedensnobelpreisträger Barack Obama in seiner Erklärung die Tötung Bin Ladens mit den Worten ‚der Gerechtigkeit ist Genüge getan‘ zelebriert und die deutsche Bundeskanzlerin ihm mit dem Ausdruck ihrer Freude über den Tod Bin Ladens sekundiert, sind beschämende Entgleisungen. Sie heißen einen Akt gut, der das zwischenstaatliche Gewaltverbot und das humanitäre Völkerrecht verletzt.
(Handelsblatt)

Angela Merkel ist eine Pfarrerstochter und die Vorsitzende einer Partei, die sich christlich nennt. Man sollte also meinen, dass die zehn Gebote ihr als Richtschnur dienen. Zum Beispiel das fünfte: Du sollst nicht töten. Wie aber passt das zur Aussage der Kanzlerin: ‚Ich freue mich, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten.‘? Sie freut sich über den gewaltsamen Tod eines Terroristen, aber immerhin doch auch eines Menschen. War sie gerade Kreide holen, als im Pfarrhaus das fünfte Gebot durchgenommen wurde?
(FR)

Mehr SZ und ihre Probleme:

Eine Seebestattung entspricht nicht den Gepflogenheiten und der Begräbniskultur des Islam. Kommt Osama bin Laden trotzdem ins Paradies, weil er als Märtyrer gestorben ist?
(SZ)

Noch mehr Rechtschaffende:

Ob sich Osama bin Laden wirklich gewaltsam einer beabsichtigten Festnahme widersetzte oder ob er nicht Opfer einer gezielten extralegalen Tötung wurde, bleibt zu klären. So oder so – die Neue Richtervereinigung verurteilt auf jeden Fall die beschämende, ausdrücklich und öffentlich ausgesprochene Freude über seinen gewaltsamen Tod seitens der Bundeskanzlerin, des Bundespräsidenten und des Bundesinnenministers.
Osama bin Laden war einer der gewalttätigsten Verbrecher nach den Weltkriegen. Die Erklärung eines schmutzigen Krieges durch Terrororganisationen vermag es aber nicht zu legitimieren, auf derselben Ebene zu agieren. Wie jeder Verbrecher hätte er vor Gericht gestellt werden müssen. Dies ist ein Eckstein der Zivilisation. Bin Laden in einem rechtsstaatlichen Verfahren zur Verantwortung für seine Taten zu ziehen, hätte daher eine große Stunde für die Rechtsstaatlichkeit werden können. Sollten die USA sich für den barbarischen Weg einer gezielten extralegalen Tötung entschieden haben, wäre dies eine große Niederlage für die Zivilisation.
Die international zu ächtende Todesstrafe hätte im Rahmen der Werteordnung des Grundgesetzes gegen ihn weder verhängt, noch vollstreckt werden dürfen.
(Neue Richtervereinigung)

Die Zusammenfassung:

Terroristen töten Osama bin Laden.
(junge Welt)

Ich habe mich köstlich amüsiert, für alle die aber noch nicht laut lachen konnten, schafft der Humor von Herr Böss jetzt vielleicht Abhilfe:

Es war im April des Jahres 1945, als ein Deutscher mit Migrationshintergrund, zermürbt durch eine beispiellose Hasskampagne der internationalen Presse, keinen anderen Ausweg mehr sah, als durch Selbstmord aus der Welt zu treten. Dieser Tod erscheint umso tragischer, da der Migrant erst kurz zuvor geheiratet hatte. Das Brautpaar war voller Hoffnung, voller Träume. Doch Russen, Briten und Amerikaner, die seit Jahren einen brutalen Krieg gegen die deutsche Zivilbevölkerung führten, zerstörten dieses junge Glück.