Augstein am Abgrund

Günter Grass hat doch noch einen prominenten Unterstützer gefunden. Es ist, wen wundert es, Jakob Augstein. Die Pamphlete von Grass und Augstein ähneln sich sehr, deshalb kann man sie gemeinsam besprechen.

Der fällige Tabubruch
Eines vorneweg: Man liest häufiger Grass habe gar keinen Tabubruch begangen. Aber natürlich hat Grass gewaltige Tabus gebrochen. Eine so offen antisemitische „Israelkritik“, von einem Mann in seiner Position, ist mir aus Deutschland nicht erinnerlich. Weltbekannter Literaturnobelpreisträger. SPD-Urgestein. Linkes, moralische Gewissen der Nation. Und dann solche Äußerungen. Wenn das kein Tabubruch ist, dann frage ich mich ganz ehrlich, was ein Tabubruch sein soll.

Natürlich wurden fast alle Tabubrüche dieser Welt schon einmal begangen oder stehen irgendwo in einem Buch. Es kommt aber immer darauf an, wer etwas sagt und wie die Medien es aufgreifen. Man lese nur mal Felicia Langer und Co. Aber wenn es kaum jemand liest und bemerkt, ist es auch kein Tabubruch. Der Bruch eines Tabus muss als solcher wahrgenommen werden. Tabubrüche werden auch häufig wieder vergessen. Schneller als man vielleicht denkt. Dann kann man das Tabu aufs Neue brechen.

Menschen wie Augstein und Grass sagen, was sie wirklich denken. Das ist nicht schlecht. Es ist wichtig, dass dieses Denken endlich einmal wahrgenommen wird, denn es ist offensichtlich weit verbreitet. Bisher hat man den Antiamerikanismus, Antikapitalismus, Antisemitismus und den naiv-heuchlerischen Pazifismus vieler Westler wahlweise totgeschwiegen oder pathetisch unterstützt. Man denke nur an die Hetzschrift „Empört Euch!“ von Stéphane Hessel, die Augstein natürlich auch schon in höchsten Tönen gelobt hat. Wer ist hier wirklich niederträchtig?

Seit ein paar Tagen werden wichtige, bisher tabuisierte Teilaspekte mit halbwegs offenem Visier vor einem breiten Publikum diskutiert. Zumindest für 14 Tage. Spätestens dann wird der Medienzirkus weiterziehen (und alles wird wieder sein wie bisher).


 
 
Der Weltfrieden ist bedroht!
Kleiner geht es bei diesen Leuten nicht. Es ist immer gleich der Weltfrieden bedroht. Genau die gleichen Sprüche darf man sich aus diesem Lager vor jedem Krieg anhören. Gehen Sie ins Archiv. Vor Afghanistan und Irak war es nicht anders. Es war im Golfkrieg nicht anders. In Vietnam, in Korea und so weiter. Die Welt steht bei diesen Leuten immer gleich am Abgrund.

Damit allerdings der Weltfrieden bedroht sein kann, muss es erst einmal so etwas wie Weltfrieden geben. Der Weltfrieden ist bekanntlich eine Utopie. Es gibt zurzeit absolut keinen Weltfrieden, es gab ihn nie und es wird ihn auch kaum jemals geben. Wer an den Weltfrieden glaubt, hat offensichtlich zu viel Star Trek, Marx und Avatar konsumiert. Momentan gibt es ca. 46 andauernde Kriege auf dieser Welt. Von Weltfrieden kann keine Rede sein. Was Grass und Augstein mit „Weltfrieden“ meinen ist der lange Frieden, den es seit 1945 zwischen den westlichen Demokratien gibt.

Dieser paradiesische Zustand kommt den Ignoranten Augstein und Grass vielleicht vor wie ein „Weltfrieden“. In Wirklichkeit ist aber nur ihr behütetes Villenviertel friedlich, während andere Menschen jeden Tag Terror und Krieg ausgesetzt sind.

Ermöglicht wird dieses selbstgefällige Leben unter der Käseglocke übrigens genau durch die Atom- und Rüstungspolitik, die diese angeblich so Friedensbewegten immer aufs Schärfste verdammen.

Israel bedroht den Weltfrieden!
Mal abgesehen davon, dass das ein typisches antisemitisches Klischee ist: Wie genau soll ein Krieg zwischen Israel und dem Iran den Weltfrieden bedrohen? Grass und Augstein klären uns darüber praktisch nicht auf. Man hört von diesen Leuten und dem gesamten Medienzirkus immer nur Argumente in die Richtung: „Die Folgen wären unabsehbar, unkalkulierbar. Der ganze Nahe Osten würde brennen und ins totale Chaos stürzen. Am Ende würden Saudi-Arabien mitmachen und Kuwait und Katar. Der Iran würde quasi wie ein Berserker alle Nachbarstaaten mit in den Konflikt ziehen.“ Und das alles, weil Israel ein paar Bunker in die Luft sprengen könnte?! Kein sehr realistisches Szenario.

Grass und Augstein sind typische Weltuntergangspropheten. Ihre falschen Prophezeiungen sind ihnen niemals peinlich, ganz egal wie oft sie falsch liegen. Wie gesagt: Diese Wettervorhersagen gibt es im Nahen Osten immer. Vor Afghanistan. Vor dem Irakkrieg. Über Saddam Hussein und Gaddafi wurde genau das gleiche gesagt. Diese Männer seien absolut unberechenbar, wahnsinnig und so weiter. Das ist gut möglich. Aber islamische Diktatoren sind rein außenpolitisch betrachtet vor allem auch immer eines: Unfassbare Großmäuler.

Der alles vernichtende „Heilige Krieg gegen den Westen“ ist regelmäßig ausgefallen. Am Ende musste man die Großmäuler vielmehr in schöner Regelmäßigkeit aus einem Erdloch ausgraben oder aus einem Abwasserkanal fischen.

Das soll jetzt nicht heißen, dass die außenpolitischen Großmäuler harmlos wären. Der fortwährende Bomben- und Raketenterror der Hamas und der iranischen Hizbollah sind real, aber den wollen Augstein und Grass nicht sehen. Aber dann müssten sie doch wenigstens erkennen, dass es spätestens der alltägliche innenpolitische Terror ist, der auch das größte außenpolitische Großmaul zu einem ganz realen Schlächter macht.

Israel darf sich die Drohgebärdensprache von komplett autistischen Tyrannen nun schon seit 1948 anhören. Wir werden kommen. Wir werden euch fertig machen. Wir werden!
Bla, bla. Bla, bla. Bla plub, plub, plub.

Die Israelis wissen mittlerweile ziemlich genau wie sie diese ewigen Drohungen zu interpretieren haben. Wie man sie filtern muss. Wie sie reagieren müssen, wenn es ernst wird. Man lässt sich ungern noch einmal so überraschen wie im Jom-Kippur-Krieg. Diese wichtigen Analysen machen die Israelis selbst. Besserwisserische „Nahostkonflikt-Löser“ wie Augstein und Grass überschätzen ihren Einfluss massiv. Was in Deutschland zu diesem Thema diskutiert wird, interessiert in Israel nicht.

Antisemitismus als Freundschaftsdienst
Deutschland sei neben Amerika das einzige Land auf dass sich die Israelis voll verlassen, meint Augstein ganz im Ernst. Warum das so sei? Weil Angela Merkel in Israel vor ein paar Jahren eine vollmundige Rede gehalten hat. Ein weiterer Beleg für Augsteins Heuchelei. Seit wann nimmt Augstein die Worte von Angela Merkel ernst? Augstein weiß nur zu gut, wie wenig die Merkel’schen Worthülsen wert sind. Die Israelis wissen das erst Recht. Deutsche „Israelkritiker“ betonen nur deshalb immer gerne eine angeblich „tiefe Freundschaft“ zwischen Israel und Deutschland, damit sie eine Rechtfertigung haben für ihre extrem einseitige Kritik an Israel. Man verkauft seinen Antisemitismus als Freundschaftsdienst. Ein Dienst, der „unter guten Freunden“ erlaubt sein müsse.

Auch Angela Merkel springt immer wieder auf den Zug auf. In den letzten Jahren gab es mehrere Telefonate zwischen Merkel und Netanjahu. Immer gab es einen Leak zu Medien wie Spiegel und Haaretz. Immer wurde verbreitet Merkel sei hochgradig erbost und habe Netanjahu einen heftigen Anschiss verpasst. Das gefällt natürlich Medien wie Haaretz, die dadurch Netanjahu alt aussehen lassen. Es erfreut aber auch Merkel. Die Veröffentlichung in deutschen Medien hat vor allem einen Zweck: Wähler umwerben. Alles andere macht keinen Sinn. Der angebliche Anschiss an Netanjahu könnte auch privat bleiben. Die Veröffentlichung in Deutschland zielt nur auf die Deutschen. Die Kommentare in den MSM lassen erahnen wie groß das anti-israelische Wählerpotential in Deutschland ist. Bio-Deutsche und muslimische Migranten sind seelig vereint. Das ist also die berühmte Integration. Die Wählerschar will sehen wie Israel „endlich, endlich“ einmal „eines auf den Deckel“ bekommt. Merkel räumt diese Wähler nur zu gerne ab.

Es muss nicht betont werden, dass ähnliche Anrufe von Frau Merkel an die Hamas, an Abbas, an die Hizbollah oder an den Iran nicht bekannt sind. Das könnte Merkel aber durchaus. Immerhin überweist die EU jedes Jahr Milliardensummen an Hamas und Fatah.

Als Begründung für legitime oder illegitime Kritik muss also immer die „tiefe Freundschaft“ zwischen Israel herhalten. Das Problem ist nur: Es gibt gar keine „tiefe Freundschaft“ zwischen den Israelis und den Deutschen. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn die Israelis jemandem besonders misstrauen, dann den Deutschen. Woran das wohl liegen mag? Mal ganz abgesehen vom Holocaust. Die Deutschen haben immer wieder bewiesen, wie wenig man ihnen trauen kann. Die Olympiade in München war so amateurhaft organisiert, dass Terroristen leichtes Spiel hatten. Angeblich wurde den Israelis damals ein eigener Personenschutz nicht genehmigt. Das Olympische Dorf sei sicher. Die israelische Regierung bot angeblich sofort nach der Geiselnahme ein SEK an, Genscher und Brandt sollen aber abgelehnt haben. Ein jüdischer Einsatz auf deutschem Boden?! Das wäre ja noch schöner. Es existierte angeblich auch ein geheimes SEK des BND bei Pullach. Auch das kam nie zum Einsatz. Auch der Einsatz von professionellen Scharfschützen der Bundeswehr wurde abgelehnt. Der letzte Punkt ist sicher erwiesen. Lieber opfert der anankastische Deutsche das Leben unschuldiger Menschen, bevor man auch nur einen Millimeter vom Gesetz abweicht. Vorschrift ist Vorschrift, Buchstabe ist Buchstabe und Zeitgeist ist Zeitgeist. Das wusste schon die SS und Adolf Eichmann. So wurden einfache Streifenbeamte zu einem Himmelfahrtskommando umfunktioniert. Unglaublich.

Warum sollten die Israelis Deutschland jemals wieder trauen? Das wäre geradezu töricht. Würden die Deutschen etwa Truppen schicken, wenn Israel demnächst mal wieder überfallen wird? Die Israelis wären dem Tod geweiht. Die Israelis verlassen sich nur auf sich. Mit einigem Abstand folgt Amerika und dann kommt niemand mehr. Schon gar nicht Deutschland.

Merkel weiß ja nicht einmal, ob sie sich im UN-Sicherheitsrat lieber enthält oder ob sie gleich mit Russland und China stimmen soll. Es fällt auch sehr auf, dass sich Merkel nicht zum Thema äußert. Sie ließ nur verlauten, dass ihr Meinungs- und Kunstfreiheit absolut wichtig seien und dass sie nicht jedes Werk bewerten müsse. Da hat sie Recht. Im Falle Sarrazin konnte sie allerdings sogleich das ganze Buch verdammen. Ohne es je gelesen zu haben wohlgemerkt. Jetzt ist sie plötzlich nicht einmal mehr in der Lage ein paar Zeilen zu begutachten. Komisch, komisch. Es ist schlichtweg so: Merkel sagt deshalb nichts, weil sie es sich nicht mit Millionen deutschen Wählern verscherzen will. Dieser Punkt wäre ein Ansatz für den ewigen Merkel-Kritiker Augstein gewesen. Aber Augstein ist so geil auf die Zeilen von Grass, dass er gar nichts anderes mehr wahrnimmt.

Maulheldentum oder Terror für die ganze Welt?
Augstein und Grass widersprechen sich in diesem Punkt ganz erheblich. Dieser Widerspruch ist typisch für viele „Israelkritiker“. Auf der anderen Seite sei Achmadinedschad nur ein Maulheld, dem man mit ganz einfachen Mitteln den Schnuller wegnehmen könnte. Auf der anderen Seite sei ein Krieg gegen den harmlosen Maulhelden unberechenbar und bedrohe die ganze Welt. Ja, was denn nun?

Augstein gibt dann doch noch eine Antwort, warum ein Krieg mit dem Iran, den Weltfrieden bedrohen könnte: Ölpreis und Terror. Der Ölpreis würde wohl steigen, gefährdet aber sicherlich nicht den Weltfrieden. Die Linken wollen doch immer einen noch höheren Ölpreis. Erst die Wunschliste abgeben und dann Entsetzen vortäuschen, wenn der Wunsch in Erfüllung geht. Heuchelei pur.

Am Terror mag etwas dran sein, niemand weiß wie der Iran reagiert. Terroranschläge im Westen sind denkbar, das muss man ehrlich sagen. Wenn es für Augstein nützlich ist, macht er die harmlosen Maulhelden also plötzlich doch noch zu fanatischen Terroristen. Und wer hat bei Augstein Schuld, dass die Mullahs die Welt mit Terror überziehen könnten? Natürlich Israel! Wenn Augstein kein Antisemit ist, was ist er dann?

Der Terror ist schon bittere Realität
Man muss nicht Augsteins Apokalypse vom Terror im Westen folgen um einzusehen, dass der Terror schon längst alltäglich ist. Nicht im bequemen Wolkenkuckucksheim des Jakob Augstein natürlich, aber im Iran. Im Iran herrscht jeden Tag Terror. Staatsterror. Seit spätestens 1979. Seit die linke Intelligenzija es für ausgesprochen klug hielt einen jungen achso sympathischen Mann namens Ruhollah Chomeini erst in Paris zu verwöhnen und dann in den Iran zu schicken. Linke Moralapostel legen sich gerne mit diesen Gestalten ins Bett, Hauptsache man kann weiter seinem Hass auf den Westen und seinem Selbsthass frönen.

Selbsthass scheint auch ein wichtiges Motiv bei Augstein zu sein. Auf der einen Seite will Augstein natürlich keine Sekunde auf seinen Reichtum und seine Macht verzichten. Auf der anderen Seite plagt ihn dann doch ein schlechtes Gewissen. Gerne spricht Augstein von den reichsten ein Prozent. Den Bösewichten der Welt. Dabei ist Augstein selbst ein Teil dieser erlesenen Gruppe. Ein Prozent der Deutschen, das sind ca. 800.000 Menschen. Das ist auch ziemlich exakt die Zahl der Millionäre in Deutschland. Augstein ist laut Broder Multi-Millionär, was sehr wahrscheinlich ist bei seiner Erbschaft und dem 24%-Familienanteil am Spiegel. Augstein ist also nicht nur in den Top 1%, er ist sogar noch weiter vorne. Geld ist auch nicht alles. Macht sollte man nicht vergessen. Medienmacht zum Beispiel. Augstein gehört locker zu den hundert einflussreichsten Menschen in der deutschen Medienbranche.

Reichtum und Medienmacht bedeutet immer auch Verantwortung. Augstein ist seinem Erbe und der damit verbundenen Verantwortung offensichtlich nicht einmal annähernd gewachsen.

Herr Broder hatte für den Selbsthass von Augstein kürzlich die einzig realistische Lösung. Augstein muss sich konsequenterweise selbst enteignen. Alles andere ist Heuchelei. Ist Augstein etwa ein Heuchler?

Augsteins und Hessels Stockholm-Syndrom
Augstein und Grass verlangen, dass man Iran und Israel gleich behandelt. Die Atomanlagen und möglichen Atomwaffen beider Länder müssten kontrolliert werden. Diese Forderung ist geradezu grotesk. Israel ist eine Demokratie, der Iran ist eine Diktatur. Man behandelt Demokratien nicht wie Diktaturen. Punkt. Warum das so ist? Weil man davon ausgeht, dass Demokratien mit Atomwaffen umgehen können. Die Mullahs des Madi-Regimes werden vom Volk nicht kontrolliert. Man hat außerdem den Verdacht, dass die Mullahs nicht mehr alle Tassen im Schrank haben. Nicht ganz zu Unrecht, oder?

Will Augstein eigentlich auch bei uns, in Frankreich und in Großbritannien einfallen und dort Atombomben zählen?! Wieso nicht? Warum diese Fixierung auf Israel? Ganz abgesehen davon hat Israel nie den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben, der Iran aber schon. Das iranische Regime könnte ohne Weiteres den Vertrag kündigen. Das machen sie aber wohlweislich nicht, denn dann wüsste die ganze Welt, dass sie an der Bombe bauen.

Von der Demokratie Israel geht keine Gefahr aus. Die Bedrohung geht vom Iran aus. Augstein wischt das läppisch beiseite und behauptet ernsthaft Israel könne gar nicht ohne den Iran. Das ist eine typische Projektion. Hessel und Augstein sollten nicht von sich auf andere schließen.

Beide Länder würden sich gegenseitig helfen und hätten „die ganze Welt als Geisel“ genommen! Geht es noch perverser? Israel könnte sehr gut auch ohne die Drohungen des Iran leben. Demokratien hassen den Krieg. Es ist die iranische Diktatur, die das Feindbild Israel unbedingt braucht, um von Misswirtschaft, Korruption und Terror abzulenken. Demokratien dagegen haben noch nie einen Krieg gegeneinander geführt. Es findet sich schlichtweg keine Mehrheit dafür. Demokratien finden untereinander andere Lösungen. In der iranischen Diktatur dagegen hängt die Frage von Krieg und Frieden davon ab, ob Chomeinis gelähmter rechter Arm gerade seine Laune verdirbt oder nicht. Ein Krieg wird nicht dadurch verhindert, dass man israelische Atombomben zählt, sondern dadurch dass man den Iran in Richtung Demokratie pusht. Nicht die Regierung von Quds, sondern das Regime von Quom muss von den Seiten der Geschichte verschwinden. (Ich hoffe diese Aussage ist intransitiv genug für Katajun Amirpur.)

Sanktionen und Rüstung sind bei Augstein immer sinnlos
Gegen beide Maßnahmen führt man gerne das Argument an, dieses Vorgehen stärke nur die „Falken“ im Land. Diese Kakaphonie durfte man sich auch wieder vor den letzten Wahlen im Iran anhören. Noch absurder wird dieses Argument, wenn man bedenkt, dass man selbst in den westlichen Medien lesen konnte, dass zur Wahl nur Falken zugelassen waren! Die westliche Presse bastelte sich genüsslich eine win-win-Situation zusammen. Im Falle eines Sieges der Falken um Achmadindeschad konnte man die Prognose als bestätigt abhaken und im Falle eines Sieges der Falken um Chamenei ebenso. Egal wie die Wahl ausgehen sollte, das Ergebnis stand schon fest. Im Iran und im Westen. Dumm nur, dass man bei Zettel nachlesen konnte, dass keines der beiden Lager gewonnen hatte, sondern die Unabhängigen.

Mal abgesehen davon. Es geht im Falle von Sanktions- und Rüstungspolitik nie darum, dass man bei diktatorischen Wahlen „gut“ abschneidet. Es geht darum, dass man dem diktatorischen Regime das Wasser abgräbt. Die Hoffnung besteht darin, dass die Iraner mehrheitlich bemerken, dass es nicht der böse Teufel Usrael ist, der für ihr Leiden und ihre Armut verantwortlich ist, sondern die iranischen Mullahs. Irgendwann werden sich viele Iraner fragen, warum sie sich von einem korrupten Regime bestehlen lassen, während es Ihnen am Nötigsten fehlt. Diese Reagan-Strategie hat bekanntlich im Falle von UdSSR und DDR ganz gut funktioniert.

Die Strategie der Linken dagegen lautet in der Regel „Wandel durch Annährung“. Ich will diese Strategie nicht gänzlich verwerfen. Die DDR-Bürger mussten erst einmal die Unterschiede zwischen West und Ost realisieren, bevor sie auf die Straße gehen konnten. Ein Dauer-Rezept ist Wandel durch Annährung aber nicht. Im Gegenteil. Die heimlichen Milliardenzahlungen der BRD haben die DDR unnötig lange gestützt. Wandel durch Annäherung ist wie ein Trojanisches Pferd. Das Pferd muss in die Stadt, danach muss dann aber auch der Angriff folgen. Man kann nicht einfach im Pferd bleiben und Däumchen drehen. Die Iraner schauen zum Beispiel gerne unsere Fernsehserien. So entsteht ein Bewusstsein, dass ein anderes Leben möglich ist. Diese „Annäherung“ funktioniert relativ erfolgreich. In Teheran und Mashhad sicher besser als auf dem Land. Und sie hat den immensen Vorteil, dass man nicht mit dem iranischen Regime paktieren muss. Jetzt muss der zweite Schritt kommen. Sanktionen und Rüstung. Oder man überspringt Schritt zwei und kommt gleich zum alternativen dritten Schritt. Direkter Regimesturz durch Krieg. Die Iraner sind im Vergleich zu anderen islamischen Staaten gebildet. Wenn eine Demokratie im Islam funktionieren kann, dann dort. Wenn selbst die Deutschen heute in einer Demokratie leben, warum sollten die Chancen im Iran so extrem schlecht stehen? Sind die linken Zweifler etwa islamophobe Rassisten?

Krieg ist bei Augstein immer sinnlos
Im September 2011 schrieb Augstein eine Kolumne mit dem Titel „Kampf der Bösen“. Gemeint sind in dieser und anderen Kolumnen offensichtlich Osama bin Laden und George Bush. Augstein schafft regelmäßig künstliche Gleichgewichte, wo gar keine bestehen. Natürlich sei Bin Laden für 9-11 verantwortlich, aber Bush eben für Abu Ghuraib. Für Augstein ist es dasselbe. Ein „Kampf der Bösen“ eben, mit ihm als Guten. Die für Augstein typische Kernaussage in dieser Kolumne lautet: „Demokratie lässt sich nicht von außen herbeibomben.“ Das trifft das Weltbild von Augstein ziemlich genau. Grass sei kein Geschichtszombie, meint Augstein. Aber das stimmt nicht. Grass und Augstein sind Geschichtszombies allererster Güte. Sicherlich, Augstein kann in den letzten Jahrzehnten genug Beispiele finden, die ihm scheinbar recht geben: Afghanistan, Irak, Vietnam. Das sind alles Länder in denen sich Demokratie bisher nicht besonders erfolgreich von außen herbeibomben lies. Aber man hat es immerhin versucht, anstatt aus der Hamburger Luxuswohnung heraus altkluge Ratschläge zu geben. Die Frage ist auch: Woran lag es? Nur an uns oder doch eher an den ideologisch sattelfesten Afghanen, Irakern und Vietnamesen? Vietnam hat sich mittlerweile im Übrigen immerhin Richtung Kapitalismus orientiert, ähnlich wie China. Ex-Präsident Bush war während seiner Amtszeit in Vietnam. Die Beziehungen sind heute wieder gut gestimmt und in die Zukunft gerichtet.

Es gibt außerdem auch noch eine Geschichte vor Vietnam. Gewisse Gruppierungen am links- und rechtextremen Rand verdrängen das gerne. Korea ist das nächste prominente Beispiel. Der Krieg dort hat sich gelohnt. Man beachte was aus dem demokratischen Süden wurde und was aus dem Norden. Und dann kommen die Beispiele, die die GraSS-Männer noch lieber unter den Tisch kehren: Japan, Deutschland, Österreich und Italien. Hat man in diesen Fällen die Demokratie von außen herbeigebombt oder nicht? Es ist schon eine ganz besondere Chuzpe, wenn sich Deutsche wie Augstein hinstellen und in ihrem typischen Antiamerikanismus ganz ernsthaft behaupten Demokratie lasse sich nicht von außen herbeibomben.

Der freie Fall des Jakob Augstein
Im ganzen entlarvenden Pamphlet Augsteins war für mich der folgende Halbsatz ein besonderer Tiefpunkt:

Mit der ganzen Rückendeckung aus den USA, wo ein Präsident sich vor den Wahlen immer noch die Unterstützung der jüdischen Lobbygruppen sichern muss,…

Es ist ein uraltes, weitverbreitetes antisemitisches Klischee, dass man bei uns nur Präsident werden kann, wenn man „die jüdischen Lobbygruppen“ hinter sich hat. Es gibt hunderte, ja tausende Lobbygruppen in Washington. Davon arabische, türkische, kanadische, indianische und ja natürlich auch so einige jüdische. Diese jüdischen Lobbygruppen sind aber kein Komplex, sie verfolgen kein gemeinsames Ziel und der US-Präsident muss sich erst Recht nicht bei Ihnen die Unterstützung sichern. Er kann natürlich, aber er muss nicht. Was soll das heißen „vor Wahlen“ und „immer noch“? Das soll Augstein mal erklären. Augstein baut dieses typisch antisemitische Klischee extrem umständlich in seinen Text ein. Dabei hat es gar nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun. Das spricht schon für sich. Ein User namens TangoGolf reagierte im Spiegel-Forum gleich auf der ersten Seite treffend:

Dieser Beitrag ist selbst ein Skandal – und setzt mit dem antisemitischen Reflex, “jüdische Lobbygruppen” hätten entscheidenden Einfluss auf die US-Politik und den Weltfrieden, einen fast naziterminologischen Tiefstpunkt! Herr Augstein – sie beschmutzen Ihren guten Nachnamen.

Der Kommentar von TangoGolf wurde mittlerweile gelöscht. Typisch Augstein-Presse. Lautstark verkünden was alles einmal gesagt werden müsse und dann alle Kommentare weglöschen, die dem großen Zampano nicht gebührend huldigen.

44 Gedanken zu „Augstein am Abgrund

  1. man braucht in diesem Fall nicht einmal die Demokratie zu bemühen:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/04/07/nobelpreistrager-scheiert-an-addition/

    der Iran hat angekündigt, Israel vernichten zu wollen, und versucht gerade das Potenzial dafür zu erlangen.

    Israel hat nie angekündigt, irgendwen vernichten zu wollen, muss jedoch dafür sorgen das Potenzial zu haben, nicht von seinen zahlreichen Feinden vernichtet zu werden.

    • Das stimmt. Aber dann bräuchten Staaten wie Russland, Frankreich, UK, China und wir alle keine Atomwaffen. Warum will Augstein eigentlich nicht auch gleich Russland und China kontrollieren? Oder Pakistan, der instabilste Atomwaffenstaat überhaupt. Fragen über Fragen.

      Man muss auch ehrlich sein. Natürlich hat Israel den Iran nie existentiell bedroht. Aber alle demokratischen Staaten sind eine Gefahr für die Diktaturen der Welt. Ich kann da die Nervosität und die Paranoia des iranischen Regimes schon nachvollziehen. Israel ist der Leuchtturm des Rechtstaates im Nahen Osten. Der Stachel im Fleisch der Unfreiheit. Das können die Diktaturen außen herum nicht tolerieren. Das Regime von Quom fühlt sich dadurch seit den 70ern am meisten provoziert. Davor waren es eher Staaten wie Ägypten, Syrien und Jordanien. Wenn Israel überlebt, sind die Tage der Mullah-Herrschaft gezählt.

      • Na ja, der Begriff „Paranoia“ trifft es nicht richtig. Ich glaube eher nicht, dass die iranische Führung Israel als Bedrohung ansieht, sich also in eine Art Wahnvorstellung von einer angeblichen israelischen Gefahr hineingesteigert hat und das iranische Atomprogramm nur darauf die Antwort wäre. Vielmehr denke ich, dass die iranische Führung eine hegemoniale Stellung in der islamischen Welt anstrebt und dabei zum einen vor allem die reichen sunnitischen Ölstaaten einschüchtern möchte und zum anderen sich durch den Bau einer eigenen Atombombe gegen potenzielle militärische.Interventionen anderer Nuklearmächte (USA, Russland) absichern will. Das Regime kann dann frecher und ungehemter auftreten. Nebenbei kann Teheran dann auch noch das Bedrohungspotenzial auf Israel kräftig erhöhen. Die Feindschaft Israel gegenüber hat dabei im wesentlichen eine religiöse – islamistische – Ursache. Judenfeindschaft ist nicht nur fester ideologischer Bestandteil bei sunnitischen sondern auch schiitischen Islamisten.

      • Danke für ihre Kommentare.

        Nebenbei kann Teheran dann auch noch das Bedrohungspotenzial auf Israel kräftig erhöhen. Die Feindschaft Israel gegenüber hat dabei im wesentlichen eine religiöse – islamistische – Ursache. Judenfeindschaft ist nicht nur fester ideologischer Bestandteil bei sunnitischen sondern auch schiitischen Islamisten.

        Das stimmt alles was sie sagen. Ich wollte mal eine neue Variante bringen. Vielleicht hassen die islamischen Diktaturen die israelischen Juden nicht nur wegen ihrer Religion, sondern ganz einfach auch deshalb, weil sie wirtschaftlich erfolgreich sind und über westliche Werte verfügen. Wie ich sagte: Auch das kann der Islam nicht tolerieren. Es heißt oft, die islamischen Terroristen hassen uns wegen unserer Freiheit. Das hört sich vielleicht strange an, aber es scheint tatsächlich etwas Wahres daran zu sein.

      • […]Israel ist der Leuchtturm des Rechtstaates im Nahen Osten. Der Stachel im Fleisch der Unfreiheit.[…]

        Ich bezweifle sehr, dass die Palästinenser in den besetzten Gebieten das auch so sehen, wenn sie mal wieder an einem Kontrollpunkt von israelischen Soldaten schikaniert werden.

      • Zweifeln Sie ruhig. Aber wie viele Palästinenser kennen Sie denn wirklich? Ich kenne genug, die lieber von Israel regiert werden wollen als von Hamas und Fatah. Ich sage ja nicht, dass Israel perfekt ist. Welcher Staat ist das schon, aber im Vergleich zum weiten Umfeld ist Israel ein gewaltiger Leuchtturm. Die Palästinenser und Westler, die Checkpoints kritisieren und gleichzeitig Regime wie Hamas und Fatah unterstützen, sollten besser keine Freiheitsvergleiche anstellen. Das ist Heuchelei pur.

      • Zugegeben, ich habe keine Palästinenser in meinem Bekanntenkreis. Aber waren denn Sie persönlich schon vor Ort in Gaza oder den Westbanks?
        Jedoch wenn Persönlickeiten wie Jimmy Carter, der den Nahostkonflikt aus erster Hand kennt oder Desmond Tutu, der als schwarzer Südafrikaner weiß wovon er spricht, die Politik Israels als Apartheit bezeichnen, dann ist das schon eine Aussage. Und es deckt sich auch mit dem Eindruck, den man hier aus der Ferne gewinnt.

        Ich unterstütze mit Sicherheit keine Terrororganisationen wie Hamas! Aber Hamas ist nicht gleichzusetzen mit dem palästinensischen Volk. Und ich bezweifle auch sehr, dass dieses in seiner Mehrheit lieber unter israelischer Regierung als in einem eigenen, unabhängigen Staat leben würde.

        Mag sein, dass die Metapher mit dem Leuchtturm bezogen auf das eigene geografische Umfeld stimmt. Im Vergleich zu den Demokratien Westeuropas erscheint Israel in dieser Hinsicht aber eher wie ein Teelicht.

      • Ich war schon in Israel und an diesen Checkpoints. Nach Gaza kommt man als Westler praktisch nicht. Auch die Einreise ins Westjordanland ist schwer. Schreien sie da auch Apartheid, wenn Hamas und Fatah sie nicht einreisen lassen? Schreien sie auch Apartheid, wenn man in islamische Staaten nicht einreisen darf, nur weil man einen israelischen Stempel in seinem Reisepass hat? Wo sind da die Apartheid-Schreier Carter, Tutu und Gabriel?

        Mag sein, dass die Metapher mit dem Leuchtturm bezogen auf das eigene geografische Umfeld stimmt. Im Vergleich zu den Demokratien Westeuropas erscheint Israel in dieser Hinsicht aber eher wie ein Teelicht.

        Europa ist auch nicht umringt von Staaten, die es vom ersten Tag an ausrotten wollen. Europa lebt unter einer amerikanischen Käseglocke und meint aus diesem Wolkenkuckucksheim permanent andere belehren zu müssen. Es ist noch gar nicht so lange her, da war ganz Festlandeuropa noch Nazi-Land. Und es waren nicht die tollen Westeuropäer, die Europa befreit haben, sondern Engländer, Amerikaner und Russen.

        die Politik Israels als Apartheid bezeichnen

        Solche Vergleiche halte ich für antisemitisch. Man legt Maßstäbe an Juden an, die man an die umliegenden Länder nicht anlegt. Schauen sie sich die islamischen Staaten an wie die mit ihren Minder- und Mehrheiten umgehen und dann schauen sie sich Israel an. Das ist einfach Heuchelei pur.

        Und ganz speziell auf die Juden bezogen: Die islamischen Staaten haben ihre jüdische Bevölkerung von Marokko bis Iran nahezu komplett nach Israel vertrieben. Es ist also klar, dass es in diesen Staaten kaum noch Apartheid gegen Juden gibt. Es gibt dort schlichtweg keine Juden mehr, die man diskriminieren könnte.

        Dazu gibt es eine Anekdote. Sagt der Antisemit zum Gutmenschen: „Wir haben die Juden ausgerottet.“ Antwortet der Gutmensch: „Toll, damit gibt es auch kein unethisches Verhalten mehr gegenüber Juden.“ So ist es in Deutschland, wo alle sagen, es gäbe keinen Antisemitismus, egal was Antisemiten wie GraSS auch sagen.

        So ist es auch in Gaza und im Westjordanland, wo sich kein Jude blicken lassen kann. Der letzte Jude, der dort war, hieß Gilad Schalit. Und den Israelis wirft man „Apartheid“ vor?! Zu den Desmond Tutus und Jimmy Carters dieser Welt kann ich nur sagen: Fuck you! Fuck you doppelt und dreifach.

      • […]Schreien sie da auch Apartheid, wenn Hamas und Fatah sie nicht einreisen lassen? Schreien sie auch Apartheid, wenn man in islamische Staaten nicht einreisen darf, nur weil man einen israelischen Stempel in seinem Reisepass hat? Wo sind da die Apartheid-Schreier Carter, Tutu und Gabriel?[…]

        Hierzu muss man zunächst definieren, was unter dem Begriff Apartheid zu verstehen ist. Frei aus dem Stegreif würde ich es so formulieren: „Die systematische Abtrennung und Unterdrückung einer Bevölkerungsgruppe innerhalb des eigenen Machtbereichs“. Über eine bessere Definition können wir gerne diskutieren.
        Die Verhängung eines Einreiseverbots allein hat mit Apartheid nichts zu tun. Das ist das Recht jedes souveränen Staates und wird auch von demokratischen westlichen Staaten gelegentlich ausgeübt.

        […]Europa ist auch nicht umringt von Staaten, die es vom ersten Tag an ausrotten wollen.[…]

        Welche umliegenden Staaten wollen denn heutzutage Israel ausrotten? Seit den 70er Jahren bestehen mit diesen doch Friedensverträge und selbst wenn sie so etwas beabsichtigen würden, bei der militärische Überlegenheit Israels hätte ein solches Vorhaben sowieso keine Aussicht auf Erfolg. Und einzelne radikale Gruppierungen wie Hamas oder Hisbollah können Israel erst recht nicht existenziell gefährden.

        Daher sehe ich hier auch keinen Zusammenhang mit der Behandlung des Palästinenser. Was würde denn passieren, wenn Israel den Palästinensern die Bildung eines eigenen, zusammenhängenden Staates gewähren würde? Ein Staat, in dem das palästinensische Volk in souveräner Selbstbestimmung leben könnte. Glauben Sie wirklich, dieser Staat hätte nichts besseres zu tun, als Krieg gegen Israel zu führen? Von mir aus könnte sich Israel auch zunächst mit einer Grenzmauer gegen Terroristen absichern. Ich denke aber, dass Hamas und Co. mit der Zeit sowieso kaum noch Zulauf hätten, vielleicht sogar bedeutungslos würden. Aber mit seiner bisherigen Politik der Unterdrückung sorgt Israel doch nur dafür, dass die Radikalen keine Nachwuchsprobeme haben.

        Die Voraussetzung für oben genannte Vision wäre jedoch die Aufgabe der israelischen Siedlungen im Westjordanland und dazu ist man in Israel eben nicht bereit. Selbst die Bemühungen um einen Siedlungsstopp sind samt und sonders an der Weigerung Israels gescheitert, das den Siedlungsbau stattdessen stetig und konsequent vorantreibt und zwar egal, welche Partei gerade in der Knesset regiert.

        […]Europa lebt unter einer amerikanischen Käseglocke und meint aus diesem Wolkenkuckucksheim permanent andere belehren zu müssen.[…]

        Wir erlauben es uns, Unrecht als solches zu bezeichnen.
        Das nennt man Recht auf freie Meinungsäußerung.
        Natürlich ist es dabei wichtig, seine Behauptungen auch sachlich zu begründen.

        […]Es ist noch gar nicht so lange her, da war ganz Festlandeuropa noch Nazi-Land. Und es waren nicht die tollen Westeuropäer, die Europa befreit haben, sondern Engländer, Amerikaner und Russen.[…]

        Na ob die Sowjets Europa mehr Freiheit gebracht haben, darf man bezweifeln. Und hätte Hitler keinen Weltkrieg vom Zaun gebrochen, wäre es den Engländern und Amerikanern vermutlich auch ziemlich egal gewesen, dass die Deutschen unter einer Diktatur leben mussten. So aber haben sie den Krieg gewonnen und bei der Gelegenheit auch gleich (West-)Deutschland befreit.

        […]Solche Vergleiche halte ich für antisemitisch. Man legt Maßstäbe an Juden an, die man an die umliegenden Länder nicht anlegt. Schauen sie sich die islamischen Staaten an wie die mit ihren Minder- und Mehrheiten umgehen und dann schauen sie sich Israel an. Das ist einfach Heuchelei pur.[…]

        Sie unterstellen mir, dass ich die Unterdrückung von Minderheiten in anderen Staaten tolerieren würde. Ich versichere Ihnen, dass dies nicht der Fall ist. Aber unser Thema hier ist ja auch Palästina. Außerdem, wenn Israel so sehr auf seine Demokratie und Rechtsstaatlichkeit pocht, dann muss es sich auch an diesem Maßstab messen lassen. Das hat mit Antisemitismus nichts zu tun.

        […]So ist es auch in Gaza und im Westjordanland, wo sich kein Jude blicken lassen kann.[…]

        Sind die ca. 500.000 Siedler im Westjordanland keine Juden?

      • Glauben Sie wirklich, dieser Staat hätte nichts Besseres zu tun, als Krieg gegen Israel zu führen?

        Genau das glaube ich. Das muss man auch nicht glauben, das ist seit 70 Jahren Fakt. Das letzte Mal 2005 als der Gazastreifen geräumt wurde. Als „Dank“ hat die dortige Regierung den Krieg gegen Israel intensiviert wie nie zuvor.

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        Und einzelne radikale Gruppierungen wie Hamas oder Hisbollah können Israel erst recht nicht existenziell gefährden.

        Sie trennen zwischen den Regierungen mit denen Friedenverträge bestehen und der Hamas. Die Hamas ist allerdings die Regierung im Gaza-Streifen. Die Fatah im Westjordanland ist auch nicht wirklich besser. Einer dieser beiden Gottparteien wird regieren, wenn Großpalästina einmal steht.

        Sind die ca. 500.000 Siedler im Westjordanland keine Juden?

        Stimmt. Das sind alles Juden. Und jeder Einzelne von ihnen muss Tag und Nacht massiv beschützt werden. Vor wem muss man Sie schützen? Vor dem Weihnachtsmann? Gleichzeitig leben ca. 1,6 Millionen Palästinenser in Israel. Die muss niemand beschützen, denn niemand tut ihnen etwas. Wenn dagegen ein Jude ohne Schutz durch palästinensisches Gebiet läuft, sollte er vorher sein Testament machen. Das gleiche gilt für Palästinenser, die an Juden ihr Haus oder Land verkaufen. Da steht die achso moderate, anti-Apartheits-Fatah auf die Todesstrafe. Aber das alles interessiert die „Israelkritiker“ und Antisemiten unter den Westlern keine Sekunde. Das ist mir schon klar.

        Ich habe schon lange genug von dieser Diskussion. Sie langweilt mich.

      • Antwort an
        @fengping61
        sagte am April 17, 2012 um 00:26 :

        (Zitat)Hierzu muss man zunächst definieren, was unter dem Begriff Apartheid zu verstehen ist. Frei aus dem Stegreif würde ich es so formulieren: “Die systematische Abtrennung und Unterdrückung einer Bevölkerungsgruppe innerhalb des eigenen Machtbereichs”. Über eine bessere Definition können wir gerne diskutieren.(…Zitat Ende)
        Das ist meines Erachtens Meilenweit am Problem vorbei, denn die Diskussion um eine Begriffserklärung lenkt vom eigentlichen Hauptproblem ab, weil sich der Fokus vom Problem selber löst, eine wie ich finde typisch krümmelkackerische (nicht hilfreiche) Diskussion.
        Sie können es auch anders nennen und trotzdem hat hier AV recht, denn das Problem besteht. Man könnte ihm auch den Namen Hurtz geben, wenn Aphartheid es für Sie scheinbar nicht trifft =)
        _________
        (Zitat)Welche umliegenden Staaten wollen denn heutzutage Israel ausrotten? Seit den 70er Jahren bestehen mit diesen doch Friedensverträge und selbst wenn sie so etwas beabsichtigen würden, bei der militärische Überlegenheit Israels hätte ein solches Vorhaben sowieso keine Aussicht auf Erfolg. Und einzelne radikale Gruppierungen wie Hamas oder Hisbollah können Israel erst recht nicht existenziell gefährden. (…Zitat Ende)
        Der ist echt gut, irgendwie müssen die Ereignisse der letzten Jahre an Ihnen vorbeigerannt sein, ohne Sie zu berühren. Das finde ich etwas Weltfremd, daher trifft auch wieder AVs Spruch vom europ. Elfenbeinturm zu, obwohl ich selber aus Dt. komme, aber das ist leider eine all zu wahre Tatsache.
        Wer garantiert Ihnen (und mir und Israel etc.), dass nicht doch eines schönen Tages atomares Waffenmaterial jegl Art. in die Hände der genannten Terroristengruppen fällt und hier nicht doch die Dinge eskalieren? Bitte bedenken Sie immer Israels Größe gegenüber der der umliegenden Länder – wem würde ein richtiger Militärschlag unter Umständen mehr Schaden zufügen? Israel kann es auf nichts ankommen lassen, das ist mal offensichtlich.
        _______
        (Zitat)Daher sehe ich hier auch keinen Zusammenhang mit der Behandlung des Palästinenser. Was würde denn passieren, wenn Israel den Palästinensern die Bildung eines eigenen, zusammenhängenden Staates gewähren würde? Ein Staat, in dem das palästinensische Volk in souveräner Selbstbestimmung leben könnte. Glauben Sie wirklich, dieser Staat hätte nichts besseres zu tun, als Krieg gegen Israel zu führen? Von mir aus könnte sich Israel auch zunächst mit einer Grenzmauer gegen Terroristen absichern. Ich denke aber, dass Hamas und Co. mit der Zeit sowieso kaum noch Zulauf hätten, vielleicht sogar bedeutungslos würden. Aber mit seiner bisherigen Politik der Unterdrückung sorgt Israel doch nur dafür, dass die Radikalen keine Nachwuchsprobeme haben. (Zitat Ende)
        Folgendes würde passieren:
        Der Staat Palästina wäre in vollem Umfang für jegliche Terrorangriffe auf Israel „haftbar“, was einen Krieg u.U. unvermeidlich machen würde. Dann gibts nämlich keine Ausreden mehr für irgendwas. Das die Terrorgruppen keinen Zulauf mehr bekommen, bezweifle ich noch mehr. Kennen Sie die Geburtenraten von arab + pal. Frauen? Wissen Sie, wohin die Jugendlichen ausweichen können? In umliegenden arab. Ländern sehen die Zukunftsperspektiven nicht rosig aus. Was passiert mit solchen Jugendlichen? Darüber sollten Sie mal ernsthaft nachdenken. It´s a serious problem. Wie sehen Sie denn deren Zukunftschancen, ernsthaft?
        _________
        (Zitat)Die Voraussetzung für oben genannte Vision wäre jedoch die Aufgabe der israelischen Siedlungen im Westjordanland und dazu ist man in Israel eben nicht bereit. Selbst die Bemühungen um einen Siedlungsstopp sind samt und sonders an der Weigerung Israels gescheitert, das den Siedlungsbau stattdessen stetig und konsequent vorantreibt und zwar egal, welche Partei gerade in der Knesset regiert.(Zitat Ende)
        Glauben Sie mir, dass das ganz gewiss NICHT das Hauptproblem/Voraussetzung ist, um Frieden zu schaffen, sondern die Latte, die immer wieder höher gehoben wird, damit Israel drüber springen soll. Wie oft wurden Gebiete von Israel zurückgegeben, und nichts (Positives) ist im Gegenzug passiert, also ich würde mich da sehr vera…t fühlen und entsprechende Schlußfolgerungen/Maßnahmen daraus ziehen (auch hier wieder -> europ. Elfenbeinturm/erhobener Zeigefinger versus Realität in und um Israel)
        ________
        (Zitat) Wir erlauben es uns, Unrecht als solches zu bezeichnen.
Das nennt man Recht auf freie Meinungsäußerung.
Natürlich ist es dabei wichtig, seine Behauptungen auch sachlich zu begründen. (Zitat Ende)
        Wie bereits oben angemerkt – AV hat leider zu recht in dieser Hinsicht, traurige Tatsache.
        ________
        (…Zitat) Außerdem, wenn Israel so sehr auf seine Demokratie und Rechtsstaatlichkeit pocht, dann muss es sich auch an diesem Maßstab messen lassen. Das hat mit Antisemitismus nichts zu tun.(Zitat Ende)
        Das darf aber nicht zur Bloßstellung eines Staates führen, wie häufig Europäer fordern, das ist blanker Selbstmord. Sie (ich weniger) werden wohl den Realitäten ins Auge blicken müssen, um nicht jedesmal aufs neue „enttäuscht“ zu werden, bringt nämlich nix ausser eigenem Unverständniss beim Analysieren.
        _______
        (Zitat)Sind die ca. 500.000 Siedler im Westjordanland keine Juden? (Zitat Ende)
        The winner takes it all – und Israel hält sich in diesem Punkt unüblich „vornehm“ zurück.
        Bitte verzeihen Sie mir meinen vielleicht etwas zu polemischen Ton, ich will Ihnen nicht zu nahe treten. Es gibt nur leider viele Punkte zu diesem und anderen Themen, wo sich Europa schwer mit einigermaßen realistischer Betrachtungsweise tut.

      • […] Sind die ca. 500.000 Siedler im Westjordanland keine Juden?

        Stimmt. Das sind alles Juden. Und jeder Einzelne von ihnen muss Tag und Nacht massiv beschützt werden. Vor wem muss man Sie schützen? Vor dem Weihnachtsmann?[…]

        Nein, vor Menschen auf deren Heimat Siedlungen entstehen, die Ihnen die lebensnotwendigen Ressourcen entziehen. Gewalt erzeugt Gegengewalt. Ist Ihnen das neu?

        […]Ich habe schon lange genug von dieser Diskussion. Sie langweilt mich.[…]

        Einverstanden.
        Da Sie leider nur für die israelische Seite Verständnis zeigen und gegenüber den Lebensumständen der Palästinenser völlig gleichgültig ist, kann eine sachliche Diskussion ohnehin kaum zustande kommen.

      • Nein, vor Menschen auf deren Heimat Siedlungen entstehen, die Ihnen die lebensnotwendigen Ressourcen entziehen. Gewalt erzeugt Gegengewalt. Ist Ihnen das neu?

        Logisch, dass Sie nicht darauf eingehen wie Palästinenser bestraft werden, wenn sie an Juden Land oder Häuser verkaufen. Ein paar Häuser entziehen lebensnotwendige Ressourcen?! So, so. Mir reicht’s jetzt. Führen Sie ihr Blut-und-Boden-Geschwätz in einem anderen Blog weiter. Nicht hier.

      • Das mit den Stempeln im Reisepass hab ich selbst erlebt, ich war 2 mal in Israel, davon ein mal in der Westbank, beim ersten Israelbesuch lief alles sehr gut ab, beim zweiten musste hatte ich den schon mittlerweile dritten Reisepass, der Grund war ein Urlaub in Ägypten, die ließen mich mit israelischem Stempel nicht rein, und anders rum die Israeliten mich nicht mit dem ägyptischen, dieser Ärger kostete viel Zeit und noch mehr Geld.
        Israel hält Vergleichen mit einem westlichen Rechtsstaat sehr wohl stand, eine weitere Parallele ist die unendliche Dekadenz dieser Staaten, da wird anderen nicht die Hand gereicht, da wird abgesperrt und dicht gemacht, das emotionale Feedback derer die dann diese Form von Rechtsstaat zu spüren bekommen, nicht weiter betrachtet.
        Die westlichen Staaten sind für mich ein Schaubild der win-win Situationssuche, den Menschen in der DDR oder im besiegten Nazideutschland half man mit Care Paketen, da dies im Falle von Palästinensern oder Iranern rein kapitalistisch unprofitabel wäre, führt man lieber Krieg, weil der Geld in die richtigen Kassen spühlt, von Umoral wollen wir hier gar nicht reden, nicht mal von Scheinheiligkeit, derer würden sich alle Liberalen die wie der Volkstribun für den kontrollierten und natürlich rein präventiven Krieg gegen den Iran sprechen, schuldig machen.
        Fakt ist ja schließlich und endlich auch, das diese vielen Kriege die regional vor allem in Afrika toben, nicht unmittelbar auch Konsequenzen der Politik des Westens sind, vor allem aber auch ihrer Ökonomien, das alte Lied vom bösen Kapitalismus welcher Schwarzafrika unterjocht ist halt doch nicht soo aus der Welt, auch wenn diese Betrachtungsweise es sich einfach macht, hat sie doch den gewissen Reiz der Wahrheit.
        Jetzt mal eine Frage, was gibt es für edlere Ziele als sich für Weltfrieden auszusprechen ?
        Ich denke sehr wohl das die Herren Augstein und Grass wissen das es diesen so nicht gibt, und das es nicht in geringem Maße den USA zu verdanken ist, dass das so ist.
        Nur wollten die ihre, wenn auch etwas maßlose Kritik, vielleicht nicht gleich über
        den ganzen Westen ziehen, sondern ihn auf das wesentliche beschränkt lassen.

      • Die westlichen Staaten sind für mich ein Schaubild der win-win Situationssuche, den Menschen in der DDR oder im besiegten Nazideutschland half man mit Care Paketen, da dies im Falle von Palästinensern oder Iranern rein kapitalistisch unprofitabel wäre, führt man lieber Krieg, weil der Geld in die richtigen Kassen spült

        In welchen „richtigen“ Kassen sollen diese Kriege denn Geld spülen? Der Westen bricht unter den immensen Kriegskosten gerade zusammen, falls Sie es noch nicht bemerkt haben.

        Die Palästinenser bekommen viel mehr Hilfe als nur läppische Care Pakete. Sie bekommen echtes Geld. Allein von der EU Milliardensummen im zweistelligen Bereich. Jedes Jahr! In Palästina stehen sich die „Hilfsorganisationen“ gegenseitig auf den Füßen. Das ist eine regelrechte Hilfsindustrie. Auch an Afrika fließen gewaltige Summen jedes Jahr. Diese „Hilfen“ helfen aber nicht, sondern sie bewirken wie so viele Ideen der Sozialpolitik das genaue Gegenteil. Immer mehr Menschen werden von diesen „Hilfen“ abhängig. So löst man keine Probleme, so schafft man sich nur immer mehr Abhängige. Bis uns irgendwann das System komplett um die Ohren fliegt.

        Dass man dem Mullah-Regime keine Milliarden schickt, versteht sich von selbst. Es ist schon ein gewaltiger Fehler, dass man Hamas und Fatah mit Milliardensummen unterstützt.

    • „In welchen „richtigen“ Kassen sollen diese Kriege denn Geld spülen? Der Westen bricht unter den immensen Kriegskosten gerade zusammen, falls Sie es noch nicht bemerkt haben. “

      Ich will ja nicht sagen das die Kriege in Afgahnistan oder im Irak der breiten Maße der Menschen in den Nato-Staaten helfen, am aller wenigsten helfen sie den Amerikanern, die haben ja die größte finanzielle Bürde.
      Andererseits geht es ja in dieser Welt auch nie um den Menschen, überlege ich mir nur welche reichen Finanziers die US-Demokratie lenken, es fängt ja schon beim Wahlkampf an, dann wird das Bild der Staatsüberschuldung doch etwas schlüssiger.
      Obama ist für einen US-Präsidenten mal ein possitiveres Beispiel, er bekam seinen Wahlkampf von einem sehr humanistischen, philantrophischen Menschen gesponsert, Gerge Sorros.
      Daraus erklärt sich auch sein bisheriges nicht beginnen eines Krieges im Iran.
      Bei seinem Vorgänger sah dies jedoch etwas anders aus, er bekam seinen Wahlkampf von den Finanzkartellen der Wall Street gesponsert, die einzelnen Mitglieder sind sehr wohl bekannt.
      Dass dieser Spieler der Hochfinanz weniger am Wohl der amerikanischen Zivillgesellschaft als mehr an ihren possitiven vor Gewinnen strotzenden Bilanzen interessiert sind, erklärt sich von selbst, das sehe ich an der Immobilienkrise ebenso wie an den kriegerischen Absichten der Bush-Administration.
      Hinter diesen Banken und Konzernen sind eine große Anzahl Indviduen die nicht alleine aus den USA kommen und Geld in unvorstellbarem Maße an den kriegerischen Handlungen der Regierung verdient haben.
      Ein persönlicher Verwandter von mir arbeitet an der Wall Street, er meinte zu mir einmal das er dort nie so viele glückliche Gesichter wie am Tag des Kriegsbeginns gegen den Irak, aus gestressten Workaholics wurden Menschen die sich an dem Geld was sie verdienten ergötzten.

      „Die Palästinenser bekommen viel mehr Hilfe als nur läppische Care Pakete. Sie bekommen echtes Geld. Allein von der EU Milliardensummen im zweistelligen Bereich. Jedes Jahr! In Palästina stehen sich die „Hilfsorganisationen“ gegenseitig auf den Füßen. Das ist eine regelrechte Hilfsindustrie. Auch an Afrika fließen gewaltige Summen jedes Jahr. Diese „Hilfen“ helfen aber nicht, sondern sie bewirken wie so viele Ideen der Sozialpolitik das genaue Gegenteil. Immer mehr Menschen werden von diesen „Hilfen“ abhängig.“

      Das ist unbestritten wahr, Palästina hat eine Menge an Mitteln erhalten die auch ein beachtliches,Wachstum erzeugten.
      Anders ist dies jedoch im Falle Afrikas, da ist die von ihnen als „Sozialpolitik“ verpöhnte Maßnahme weniger Sozialpolitik im Sinne der Afrikaner als viel mehr marktprotektionistische Maßnahme im Sinne vieler amerikanischer Schlüsselindustrien, auch eine vorm von „Sozialismus“, nur das kein Mensch in der Mitte steht, sondern eine nach Gewinn strebende Rechtsform.
      Die genauen Details dessen zu erklären bin ich jedoch überdrüssig, der Wagenhöfers Film „Lets make money“ ist da etwas aufschlussreicher, besonders das Kapitel Burkina Faso.
      Ein Beipiel gibt es jedoch, die landwirtschaftliche Industrie Gahnas hatte es fast erreicht durch Zölle der Regierung auf Nahrungsmittelimporte ihr Fortbestehen zu sichern, der IWF machte die Regierung Gahnas jedoch ganz unaufdringlich darauf aufmerksam dass es unter diesen Umständen schlecht aussehen könnte, mit weiteren Krediten.
      Daran erkennt man das diese „Abhängigkeitsverhältnisse“ nichts ungewolltes sind, sie sind eines der Mittel die Menschheit zu beherrschen und das genaue Gegenteil der amerikanischen Verfassung, die Freiheit postuliert.

      „So löst man keine Probleme, so schafft man sich nur immer mehr Abhängige. Bis uns irgendwann das System komplett um die Ohren fliegt.“

      Sie missverstehen ganz eindeutig das diese von ihnen erkannten Probleme für die Leute die die Macht haben sie zu beseitigen, keine sind, da diese Probleme ein nettes Mittel sind Macht auf Menschen auszuüben, ihre Arbeitskraft zu (miss)brauchen oder zu gebrauchen den Reichtum ihrer Staaten in Form von essentiellen Ressourcen auszubeuten.

  2. Israel als Gefahr für den Weltfrieden zu bezeichnen, ist schlicht absurd. Dass Grass das getan hat und Augstein ihm beipflichtet, wundert mich indessen nicht. Grass hat nur offen ausgesprochen, was auf der politischen Linken in Deutschland seit langem, spätestens seit 1968 gedacht wird. Die politische Linke in Deutschland ist seit Jahrzehnten stark „antizionistisch“ (gewissermaßen ein „politisch korrekter“ Antisemitismus) orientiert. Je stärker sich die Protagonisten selbst als Linke und/oder Marxisten verstehen, desto antizionistischer sind sie in der Regel. Die Gruppe der sogenannten „Antideutschen“ ist dabei als Minderheitsfraktion im linksradikalen Spektrum nur die Ausnahme von der Regel. „Palästinensersolidarität“, „Israelkritik“ und Islamistenverharmlosung beschränken sich dabei nicht auf Linksaußengruppierungen sondern reichen weit ins sozialdemokratische und grün-alternative Milieu hinein, wobei man hier dran erinnern muss, dass viele Führungskader der Grünen zuvor revolutrionär-marxistischen Politsekten (KBW, KB, KPD/ML) angehört hatten, und es bei der SPD immer einen Flügel gegeben hat, der eine Art politischen Phantomschmerz über die „Spaltung der Arbeiterbewegung“ (in Sozialdemokraten und Kommunisten) empfunden hat.

    Ich teile auch weitgehend Ihre Ausführungen zu Angela Merkel, möchte dazu aber präzisieren, dass eine „israelkritische“ Einstellung in der deutschen politischen Klasse und den Mainstreammedien noch ein deutliches Stück stärker verbreitet ist, als in der indigenen Bevölkerung. Merkel hat durch ihren Linkskurs und die weitgehende Herausdrängung der Konservativen aus der CDU das Israel-freundliche Lager zusätzlich geschwächt.

    Was den Hochstapler Stéphane Hessel betrifft, hat Gudrun Eussner in ihrem Blog alles Nötige dazu gesagt. .

    • Danke für die historischen Hintergründe.

      Was den Hochstapler Stéphane Hessel betrifft, hat Gudrun Eussner in ihrem Blog alles Nötige dazu gesagt.

      Teile davon habe ich für meine Recherchen zum Artikel auch gelesen. Hessel ist wohl kein Jude und mit der UN-Menschenrechtsdeklaration hat er auch nichts zu tun. Habe ich das ungefähr richtig in Erinnerung?

  3. einer der besten Artikel, die ich seit langem zum Thema gelesen habe. Respekt! Aber kann es sein, dass wir gerade ein wenig sauer sind?

    • Danke!

      Sauer? In wiefern? Ich bin immer politisch interessiert. Das ja. Aber verletzen können mich Augstein und Grass sicherlich nicht. Sie können mich noch nicht einmal wütend machen. Höchstens amüsieren.

      • Nun, manchmal glaubt man beim lesen regelrecht zu hören wie die Hand auf den Tisch klatscht. Mich können Leute wie Augstein und Grass allerdings wütend machen. Wegen ihrer Hinterhältigkeit, ihrer bornierten Arroganz und erbärmlichen Verlogenheit. Und sie können sich noch nicht mal mit Dummheit entschuldigen. Das macht es schon manchmal etwas mühsam.

  4. Ein sehr guter Beitrag, dem eigentlich nichts hinzuzufügen ist, außer ein kleiner Rant:

    Dass Grass in den Online-Foren so viel Zustimmung findet, wundert mich nicht. Er mag ein mäßiger Dichter sein, aber er kennt seine Landsleute und spielt deshalb virtuos auf deren
    Gefühlsklaviatur.
    Ich glaube zwar nicht an die Existenz eines Nationalcharakters, doch gibt es vermutlich schon so etwas wie historisch entstandene Mentalitäten. Bei den Deutschen wäre diese Grundbefindlichkeit ein mit Selbstentmächtigung einhergehender Untertanengeist, der immer wieder ein Ventil braucht.
    Gehen wir in der Geschichte ein bisschen zurück: Während der napoleonischen Kriege versprachen viele deutsche Fürsten ihren Landeskindern eine Verfassung mit liberalen Freiheitsrechten als Belohnung für den Kampf gegen die Franzosen. Und was geschah, als Napoleon nach St. Helena verbannt worden war? Kaum ein Fürst hat sein Versprechen eingelöst. Und wie haben die deutschen Untertanen reagiert? Haben sie eine Revolution gestartet und die Fürsten der Reihe nach aufs Schafott geführt? Haben sie dem landesfürstlichen Steuereintreiber einen Tritt in den Hintern gegeben und ihm gesagt, dass sie erst zahlen würden, wenn die neue Verfassung in Kraft getreten sei? Nein, unsere deutschen Untertanen zogen sich in ihre biedermeierliche Häuslichkeit zurück und ließen die Restauration über sich ergehen.

    Das Druckventil für diese Selbstentmächtigung ist die deutsche Lamentiersucht, diese selbstmitleidige Weinerlichkeit, die mich bei meinen Mitbürgern eminent ankotzt. Es ist diese masochistische Prahlerei mit dem habituellen Verkürztsein, die Grass in seinem Text in bester Stammtisch-Diktion zum Ausdruck gebracht hat: Als Deutscher dürfe man wegen Hitler dieses und jenes nicht sagen, insbesondere nichts gegen die Juden. Seltsam, dass dieser Satz immer dann fällt, wenn gerade etwas, was nicht gesagt werden darf, lang und breit ausgeführt wird/worden ist.
    Und geradezu grotesk ist es, wenn die Volksgemeinschaft 2.0 einen Mann als Befreier ihrer Zungen feiert, der den Deutschen seit Jahrzehnten vorschreiben möchte, was sie denken und sagen dürfen. Aber wie gesagt: Grass kennt seine Landsleute und er weiß, womit er bei ihnen durchkommt.

    • Danke für ihren Kommentar! Immer wieder gerne.

      Ich glaube zwar nicht an die Existenz eines Nationalcharakters…

      Sie müssen mal die Nationalcharakter-Kommentare von Linken wie Augstein oder Linksliberalen wie Hannes Stein lesen. Die dürfen mitunter seitenlang und vollmundig über reale oder angebliche Nationalcharakter schreiben. Wenn unsereiner das machen würde, wäre man gleich ein Nazi.

      Das Druckventil für diese Selbstentmächtigung ist die deutsche Lamentiersucht, diese selbstmitleidige Weinerlichkeit, die mich bei meinen Mitbürgern eminent ankotzt. Es ist diese masochistische Prahlerei mit dem habituellen Verkürztsein, die Grass in seinem Text in bester Stammtisch-Diktion zum Ausdruck gebracht hat: Als Deutscher dürfe man wegen Hitler dieses und jenes nicht sagen, insbesondere nichts gegen die Juden. Seltsam, dass dieser Satz immer dann fällt, wenn gerade etwas, was nicht gesagt werden darf, lang und breit ausgeführt wird/worden ist.

      Sie dürfen gerne mal einen Gastbeitrag zu einem beliebigen Thema bei mir schreiben. Ihr sprachlicher Stil gefällt mir.

    • Sie haben absolut Recht. Dieses Untertanengehabe ist grausam. Vielleicht sind gerade die Deutschen wegen dieser Mentalität besonders offen für jede Heilslehre, z.B. CO2-Wahnsinn, Antiatomlobby, Waldsterben.

      Dieses Selbstdarstellung als Opfer der Geschichte gehört aber zu jeder Rechten. Deswegen würde ich dies nich als deutsches Spezifikum ansehen. Dieses Lamentieren hängt auch damit zusammen, dass Politiker, die offensichtliche antisemitische Äußerung betätigen, schnell entsorgt werden.
      Man würde also gerne die NPD wählen, die Kreuzflagge schwenken und den Stürmer wiederkaufen, darf aber leider nicht mehr.
      Mal am Rande: Vor Tagen hat ein Bekannter, der paar Sätze von Broder „Vergesst Ausschwitz“ aufgeschnappt hat, auf einmal gesagt, dass man endlich einen Schlußstrich bei den Gedenken an den Holocaust ziehen muss.
      Dieser Bekannte hat natürlich noch nie eine Schweigeminute für die ermordeten Juden abgehalten.

      • Dieses Untertanengehabe. Dieses Streben nach Heilslehren. Dieses permanente Lamentieren. Diese groteske Mischung aus Panik vor und Hoffnung auf die Apokalypse. Diese German Angst. Ich glaube, da kann man vieles historisch ableiten.

        Pest, Dreißigjähriger Krieg, WWI, WWII. Das hat sich tief in die Psyche der Deutschen eingebrannt. Das kann man durchaus mit der Evolutionstheorie erklären, genauer epigenetisch. Lamarck kam in den letzten Jahren beeindruckend zurück. Er ersetzt Darwin natürlich nicht, aber er ist eine interessante Ergänzung.

      • @ American Viewer, Shaze

        Die deutschen Untugenden hängen weniger mit einem äußerst fragilen und wissenschaftlich nicht zu begründenden „Katastrophengedächtnis“ zusammen, als viel mehr mit der ökonomischen Realität die einen gewissen „Kollektivgeist“ emittiert, Hitler hat ein Wachstum erzeugt und dadurch Menschen in einem Maße glücklich gemacht, vor dessen Angesicht selbst die Wirtschaftswunder Zeit der BRD neidisch rot geworden wäre.
        Wie schon ganz richtig festgestellt führen Demokratien so gut wie nie Krieg
        gegeneinander, und das ist auch ihr Fehler, denn immer dann wenn ein nach den gängigen Bankprinzipien wertschöpfendes Land die Geldpresse zu Gunsten von Krieg anschmeißt, jubeln die Märkte, in einem Land wie dem 3. Reich, in der menschliche Arbeitskraft noch eine breite und massive Säule der Produktion war, anders als heutige Hightech Fabriken in den USA, hat sich dass natürlich positiv auf die Gemüter der Menschen niedergeschlagen, dadurch waren sie doch erst offen für solch kollektivistischen Ideen wie Judenhass und das empor heben der eigenen Rasse zugänglich, die waren von ihrem Wohlstand und ihren Scheckbüchern so geblendet dass die denen nach der Weltwirtschaftskrise ’29 alles abkauften, die hingen an der Goebbelsschnauze und dachten, ja ein großes Land, ein großes Volk, ihr eigener Wohlstand hat sie zu solcher Annahme verleitet, und das kenn ich von heute auch all zu gut.
        Man muss nur noch den Zeitzeugen von damals lauschen, die HJ war denen nach ’ne ganz tolle Sache, genau wie Hitlers Blut und Bodenpolitik im eigenen Land ’ne noch feinere Sache war, weil der bäuerliche Hofe nicht mehr geteilt wurde, fragst du die alten werden sie dich an all die guten Sachen von damals erinnern, jedoch genau wie von denen sich keiner mehr an ’45 erinnern will, immer dann wenns in der BRD wirtschaftlich mies lief, kam diese alte Lethargie wieder.

      • denn immer dann wenn ein nach den gängigen Bankprinzipien wertschöpfendes Land die Geldpresse zu Gunsten von Krieg anschmeißt, jubeln die Märkte, in einem Land wie dem 3. Reich, in der menschliche Arbeitskraft noch eine breite und massive Säule der Produktion war, anders als heutige Hightech Fabriken in den USA

        Das ist lustig, dass Sie die Wirtschaftspolitik des dritten Reiches und die aktuelle Wirtschaftspolitik vieler westlicher Länder quasi als Gegensatzpaar aufstellen. Dort der „friedliche“ Hitler, da der „kriegstreibende“ Westen. Dabei beruhen beide auf sehr ähnlichen Prinzipien: Dem Keynesianismus.

        Der Keynesianismus funktioniert auf kurze Sicht wirklich sehr gut. Das Wirtschaftswunder von Hitler haben Sie ja eindrücklich beschrieben. Der Nachteil ist nur, dass einem Inflation und Schulden um die Ohren fliegen können. Die Österreicher unter den Ökonomen behaupten sogar es müsse so kommen.

        Schulden und Inflation sind dann Gründe alles in die Rüstung zu pumpen, andere Länder zu überfallen und 1% seiner Bevölkerung auszurauben. Irgendwie musste Hitler ja sein Wunder finanzieren, das übersehen sie.

        Hitler beließ es bekanntlich nicht „nur“ beim Ausrauben, er ermordete die Ausgeraubten gleich mit. Sozialisten ohne National- vorne dran belassen es eher beim Ausrauben. Oder sie kaschieren die Morde geschickter. Das war Hitlers Fehler. Hätte er „nur“ ausgeraubt und weniger gemordet, stünde er heute bei so einigen „Intellektuellen“ als „großer Revolutionär“ zwischen Marx und Che Guevara im Bücherregal.

    • „Das ist lustig, dass Sie die Wirtschaftspolitik des dritten Reiches und die aktuelle Wirtschaftspolitik vieler westlicher Länder quasi als Gegensatzpaar aufstellen. Dort der „friedliche“ Hitler, da der „kriegstreibende“ Westen. Dabei beruhen beide auf sehr ähnlichen Prinzipien: Dem Keynesianismus.“

      Ja, Keynes, der ist es doch immer.
      Ich verkenne Hitler keinesfalls als etwas gutes, genau wie seiner Politik meinerseits nie irgentetwas gutes hinzuzufügen ist, es ist eine infame Unterstellung,
      das einzige was meiner Meinung nach an Hitler in irgendeiner Weise revoulutionär ist, ist sein kaschieren der Schulden bis ’39, er hat seine Rüstung so geschickt durch gelpolitische Mittel verschleiert, das es einer grandiosen Inszenierung gleich kam, ein Wirtschaftsprofessor meinte dazu das es mit diesem Überziehen der Märkte schon ’37 hätte zu einem Kollaps des Systems kommen müssen, die Appeasement-Politik hat es erst ermöglicht das die Wehrmacht noch bis 1940 zur stärksten Armee der Welt anschwellen konnte, das Bündnisssystem der Tschechoslowakei inklusive ihrer eigenen Armee hätte die Wehrmacht ’38 keinesfalls besiegen können, da diese Ränkespieler in London und Paris jedoch unbedingt den Kommunismus sterben sehen wollten gab man die Menschen der Tschechei dem Imperialismus Deutschlands preis.
      Und einem Marxisten unterstellen zu wollen das er alles was sozial populär wäre genau sein Bier wäre, halte ich für sehr gewagt, der Marxismus stellte sich ja als allererstes gegen Krieg.
      Nichtsdestotrotz ist ihre Feststellung des Raubens und Mordens korrekt, nur würden kommunistisches Klientel dies meiner Auffassung nie für sich erklären.

      Übrigens sind die Parallelen der Ökonomien der USA und der des 3. Reiches in Hinsicht auf Krieg schon bestechend, der deutsche Landser stand vor dem französischem Fabrikanten und zwang ihn mit Waffengewalt seine Produkte für Reichsmark zu verkaufen.
      Der US-Marine steht vor dem irakischen Ölministerium und zwingt damit das von ihm eroberte Land seine Ressourcen nicht mehr in Euro, Yen oder Remimbi zu handeln.
      Wäre ja noch schöner wenn dieser „bösartige“ Hussein die Ressourcen seines Landes noch zum Vorteil des selbigen handelt, nein, er hat es gefälligst in Dollar zu handeln, es heisst ja nicht umsons Petro-Dollar-System.

      Übrigens sollte man in die Reihe bedeutender Ökonomen wie Hayek, Keynes, Marx auch noch Hjalmar Schacht hinzufügen, er hat es geschafft aus einem durch die Wetlwirtschaftskriese vollkommen ruinierten Land eine wahre Monstrosität zu machen, dabei walteten weniger die von Marx viel beworbenen Produktivkräfte als am Ende die Destruktivkräfte der Periode ’39-’45

      „Die Österreicher unter den Ökonomen behaupten sogar es müsse so kommen.“

      Was Hayek, Miese und sogar Schumpeter dazu schon sagten ist eine eindrückliche Analyse des Zinseszinssystems welches immer wieder Krieg, Not und das alles bis hin zur Sklaverei mit sich bringen wird.
      Dem exponentiellen Wachstum welches das Zinseszinssystem birgt stehen zu viele Hürden der Realwirtschaft entgegen, die Sättigung der Märkte, der Staat selbst und nicht zuletzt vor allem die Sparvermögen, aus diesem Grund war der revoulutionärste aller Ökonomen für mich Silvio Gesell, sein umlaufgesichtertes Geld ist ein Ideal für mich, auch die liberalen Ansätze der Chicagoer Schule sind wichtige Erkenntnisse, aber ein alleiniges Trimmen der Realwirtschaft nach diesen Prinzipien bringt noch lange keinen Wohlstand für die die in ihr arbeiten, das Gegenteil ist sogar meistens der Fall, wenn andere gesellschaftliche Bereichte nicht ebenso liberalisiert werden.

      • Eine Ergänzung zu den Kommunisten, sie rauben ja auch, sie nennen’s dann nur Revoulution.

  5. Ich weiß nicht, ob Stephane Hessel sich selbst als jüdisch sieht. Sein Vater Franz Hessel war es jedenfalls:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Hessel
    http://fr.wikipedia.org/wiki/St%C3%A9phane_Hessel

    Aber als Schriftsteller liegen Welten zwischen beiden: Hessel sen. war einer der charmantesten Bücherschreiber (jedes andere Wort wäre zu grob), die auf Deutsch in den letzten 100 Jahren geschrieben haben. Vielleicht liegt da beim Sohn auch eine späte Revolte vor: angesichts seiner Biographie wäre das verständlich.

    • Schauen Sie bei wikipedia würde ich immer auch die englische Version lesen. Die ist in diesem Fall viel kürzer, aber auch ungleich präziser. Auch Franz Hessel war wohl kein Jude. Er wurde nur von den Nazis in ihrem Rassenwahn so eingeordnet. Seine beiden Eltern wurden jüdisch geboren, sind dann aber lutherisch konvertiert. Es ist nicht anzunehmen, dass Franz Hessel dann wieder zum Judentum konvertierte.

  6. Pingback: Atommacht Israel bedroht Weltfrieden | Jihad Watch Deutschland

  7. Sent to the German Federal Chancellor’s email contact address, and also independently published on Richard Landes’s blog „The Augean Stables“ as well as on my own:

    http://www.theaugeanstables.com/2013/01/30/palestinian-projections-and-the-workings-of-jew-hatred/#comment-619877
    http://www.theaugeanstables.com/2013/02/08/scarfe-ward-lethal-frames-and-the-unbearable-lightness-of-simon-kellner/#comment-623447
    http://kko-fvd-mjm.blogspot.be/2013/02/vorschlag-die-deutsche-bundeskanzlerin.html

    Brüssel, den 20.2.2013

    Frau Bundeskanzlerin, Liebe Angela Merkel,

    Ich möchte Ihnen einen Vorschlag machen, im Namen meiner nicht mehr lebenden deutschen Grosseltern, Michael Gustav Bergmann und Klara Schneider: um endlich die deutsche Schuld am jüdischen Holocaust in einer für anständige Deutsche annehmbaren Weise zumindest teilweise zu entgelten, indem Sie die deutsche Aussenpolitik unzweideutig auf das Recht des jüdischen Staates Israel in Frieden zu leben abstimmen, und im selben Zug das Verbrechen des ungerechten Krieges der gegen Israel seit seiner Gründung in 1947-48 von muslimischen Arabischen Führern geführt wird genauso unzweideutig als ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit benennen.

    Um Ihnen deutlich zu machen wie ich dazu komme, füge ich meinen offenen Brief an Jakob Augstein bei. Er trägt den Titel: „Im Zweifel zweimal nachdenken, oder schweigen: Herr Augstein, Sie haben nicht mehr alle Tassen im Schrank“ und wurde von mir am 5.2.2013 elektronisch an die Redaktion von Spiegel Online verschickt. Eine Antwort vom Spiegel habe ich nicht bekommen, und es ist diese Unverschämtheit die mich dazu bewegt an Sie zu schreiben. Das geht nämlich einfach nicht, um anständige Deutsche, lebende und tote, so als wäre es selbstverständlich, in diese jetzt 65 Jahre dauernde unausgesprochene Leugnung eines nicht anerkannten Verbrechens gegen die Menschlichkeit miteinzubeziehen! Mein Grossvater war nie damit einverstanden. Und meine Grossmutter schon ganz und gar nicht! Nie! Als sie noch lebten nicht. Und heute wären sie es auch nicht, das müssen Sie mir halt einfach glauben.

    Der Begriff des anständigen Deutschen ist kein unanständiger Begriff. Er lässt sich sogar sehr genau bestimmen, wenn man sich an den deutschen Politikwissenschaftler Erich Vögelin (Eric Voegelin) hält. Das sollte ersichtlich werden aus dem folgenden Abschnitt, den ich in einem anderen Zusammenhang an Richard Landes und Martin Kramer geschrieben habe (auf englisch, ich lege auch den ganzen Artikel bei, sowie einen zweiten der auch mit der Sache zu tun hat):

    „About the decent part of Germans being much greater than commonly recognised: my reasoning on this hunch is that this decent part of the Germans is never ever going to protest against their being unjustly shamed by implication with Germany as a whole. It is never from them that you will hear talk about „putting the Holocaust guilt behind us“ and the like. For a very simple reason: they will always put the victims first, before themselves. Which is exactly why they are decent Germans. Only people in possession of their human soul, i.e. decent people, can really see the victims as what they were, their fellow men. And they will therefore never forget. Without needing any rule or memorial for that.“

    Meinen offenen Brief an Jakob Augstein habe ich mit dem Absatz beendet: „Nun überlegen Sie mal, Herr Augstein: hat Günter Grass wirklich Recht, wenn er behauptet, dass Israel den Weltfrieden gefährde? Wo kämen wir denn da hin, wenn wir auf solch eine Umkehrung der Verantwortung und der Schuld eingehen würden?“

    Wo kämen wir denn dahin? Genau das würde meine Grossmutter Sie auch fragen, wenn sie es noch könnte.

    Frau Bundeskanzlerin, ich möchte Sie allen Ernstes bitten meinen Brief nicht einfach unbeachtet zu lassen, wie der Trottel Jakob Augstein es getan hat.

    Mit freundlichen Grüssen,

    Martin Joachim Malliet.

    PS: Klara Schneider war die Schwester des Industriellen Ernst Schneider aus Heldenbergen, der seinem jüdischen Partner Siegfried Arndt geholfen hat, seine Geschäfte über die Nazi-Zeit zu retten. Es hat sie immer gegeben, die anständigen Deutschen. Nur haben sie eben nie damit angeben wollen. Und wollen es auch heute nicht, was hätten Sie denn gedacht! Deshalb muss die deutsche Bundesregierung sie repräsentieren. Nicht indem sie angibt, sondern indem sie das Rechte tut. Wie es sich eben gehört!

    Offener Brief an Jakob Augstein:

    Herr Augstein, Sie haben nicht mehr alle Tassen im Schrank. Der Satz von Günter Grass, den Sie für richtig halten, ist falsch. Und dass Sie nicht nur zu so einem Fehlurteil imstande sind, sondern es auch noch als Journalist bekannt machen müssen, um dann weiterhin daran festzuhalten, obgleich Sie alle Gelegenheit gehabt haben zu besseren Einsichten zu kommen, das alles macht Sie tatsächlich zum Antisemiten. Oder zum Anti-Israel-Journalisten, wenn Ihnen das lieber ist.

    Es geht nämlich in dieser Angelegenheit (wie überhaupt in allen Angelegenheiten) nicht nur um politische Interessen und Werte, d.h. Motive. Es geht an erster Stelle um Recht und Unrecht. Und um darüber urteilen zu können, muss man genau und vollständig über die Tatsachen verfügen, d.h. über das was die eine und die andere Seite in dem Konflikt getan hat.

    Der Vorwurf des Antisemitismus der Sie trifft, ist der Vorwurf einseitig und ungenau mit den Tatsachen umzugehen, in einer Weise die Israels Politik in ein unrechtes Licht stellt.

    Dass Sie alles so kurzerhand auf Motive reduzieren (politische Interessen und Werte), sagt schon sehr viel über wie Sie mit dem Problem umgehen. Nämlich in einer Weise die eben alles auf parteiische Motive reduziert. Sodass Ihnen (und Ihren Lesern) nichts anderes übrigbleibt, als im Zweifel einen parteiischen Standpunkt einzunehmen. In Ihrem Fall ist der links, darin zumindest sind Sie ehrlich. Aber nicht unvoreingenommen. Die Voreingenommenheit drückt sich auch in Ihrem insinuierenden Sprachgebrauch aus („vorgebliche Freunde Israels“) und in Ihrer leichtfertigen Unterstellung von Handlungsmotiven („sind bereit einen hohen Preis in Kauf zu nehmen …“). Solcher Sprachgebrauch und solche Unterstellungen sind für einen Journalisten, der um die gewissenhafte Beurteilung der Tatsachen bemüht ist, unzulässig. Daran jedenfalls braucht niemand zu zweifeln.

    Der parteiische Umgang mit den Tatsachen, an dem leider nicht nur Sie sich schuldig machen, wird von Vorurteilen geleitet. Und zwar nicht sosehr von explizit für wahr gehaltenen, falschen Vorurteilen über die Juden, wie das beim alten Antisemitismus der Fall war. Sondern viel mehr von normalerweise vorauszusetzenden Annahmen, wie zum Beispiel die Vermutung der Unschuld, die erstaunlicherweise unterschlagen werden. Die Vermutung der Unschuld habe ich schon genannt. Weiterhin geht es um die Vermutung der Verantwortlichkeit der Palästinenser, die auch sehr oft, in dem Bild des Kampfes zwischen David und Goliath, so nicht ganz, dann doch sehr weitgehend heruntergespielt wird. Und dann wäre da auch noch die Vermutung der Sympathie für die Juden von Israel, die nicht nur sehr oft, sondern eigentlich fast immer fehlt, da ja alle Sympathie schon ganz verausgabt ist an den schwachen David.

    Der ganz grosse Trick jedoch der antisemitischen oder anti-israelischen Propaganda betrifft den Ursprung des Konflikts. Der bleibt nämlich auch unausgesprochen. Dabei wird entweder angenommen, dass er ja schon hinreichend bekannt sei. Oder, dass er einfach nicht mehr auszumachen sei in der ganzen unentwirrbaren Geschichte des Konflikts. Das sind schon sonderbare Annahmen für Journalisten, die um eine gewissenhafte Beurteilung der Tatsachen bemüht sind.

    Die damit unausgesprochen bleibende Wahrheit aber ist, sowohl heute als zur Zeit der Gründung Israels, dass nur eine in gutem Glauben vereinbarte Regelung der gegenseitigen Ansprüche zu einer rechtmässigen Lösung des potentiellen Konfliktes führen konnte. Die Repräsentanten der jüdischen Zionisten waren zu solchen Verhandlungen bereit. Die Führer der muslimischen Araber waren es nicht (und sind es bis heute nicht – lesen Sie bitte zurück, da steht „in gutem Glauben“, und darauf kommt es doch an). Nur dadurch wurde der potentielle Konflikt zu einem wirklichen Konflikt. Und weil die Araber obendrein auch noch ihr unbewiesenes Recht auf Verweigerung jeglicher Verhandlungen mit Gewalt und Krieg verteidigten (und weiterhin verteidigen), sogar zu einem blutigen Konflikt.

    Die Verteidigung mit Gewalt und Krieg eines unbewiesenen Rechts ist ein Verbrechen. Ein Verbrechen gegen das Völkerrecht und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Und wie alle Verbrechen hat es Folgen, bis heute, nicht nur für Israel, sondern ganz besonders auch für die palästinensische Bevölkerung. Und damit hört es noch lange nicht auf.

    Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit das einfach unausgesprochen bleibt, so weit geht er in der Tat, der Antisemitismus in der Weltpolitik. Und all diejenigen die zu dieser unausgesprochenen Leugnung des Verbrechens beitragen sind folglich Mittäter. Da gibt’s nichts dran zu rütteln.

    Nun überlegen Sie mal, Herr Augstein: hat Günter Grass wirklich Recht, wenn er behauptet, dass Israel den Weltfrieden gefährde? Wo kämen wir denn da hin, wenn wir auf solch eine Umkehrung der Verantwortung und der Schuld eingehen würden?

    Martin J. Malliet

    Jakob Augstein Zitate:

    „Es ist dieser eine Satz, hinter den wir künftig nicht mehr zurückkommen: ‚Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden.‘ Dieser Satz hat einen Aufschrei ausgelöst. Weil er richtig ist. Und weil ein Deutscher ihn sagt, ein Schriftsteller, ein Nobelpreisträger, weil Günter Grass ihn sagt.“

    „Jeder Kritiker Israels muss damit rechnen, als Antisemit beschimpft zu werden. Das ist ein gefährlicher Missbrauch des Begriffs. Im Schatten solch falscher Debatten blüht der echte Antisemitismus.“

    „Das ist das Problem: Es geht bei diesen Auseinandersetzungen in Wahrheit um politische Interessen und Werte. Aber die vorgeblichen Freunde Israels sind bereit, für ihre politischen Interessen einen hohen Preis in Kauf zu nehmen: die Ernsthaftigkeit der Antisemitismus-Debatte.“

    PS: Nun setzen Sie das bitte auf „S.P.O.N. – Im Zweifel zweimal nachdenken, oder schweigen: Herr Augstein, Sie haben nicht mehr alle Tassen im Schrank.“

    Und zeigen Sie damit, dass Sie noch lernfähig sind.

    PS: Ich kann leider die beiden anderen Artikel nicht mehr hinzufügen.

    • Die beiden anderen Artikel, die ich nicht mehr hinzufügen konnte, weil der Text des Berichts an Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht mehr länger werden konnte, sind auf englisch:

      The positivist destruction of the mind: an application of the paradox of incompetence

      Justin Kruger and David Dunning, Unskilled and Unaware of It: How Difficulties in Recognizing One’s Own Incompetence Lead to Inflated Self-Assessments, Journal of Personality and Social Psychology, 1999, Vol. 77, No. 6, 1121-1134

      Dialogue is at:

      http://www.theaugeanstables.com/2013/02/08/scarfe-ward-lethal-frames-and-the-unbearable-lightness-of-simon-kellner/#comment-622683

      (H): normal or humanist mind (me);
      (P): positivist or reductionist mind (he).

      (H->): I’m sending a message to P; that message may be a bit long, but it is not longer than what I think is necessary to explain what I have to say.

      (->P): On receiving my message, P cannot make any sense of it; it’s not that he understands most but not all of it, and thinks himself ready to make a reply; no, he just cannot connect to the words and understand anything. He therefore has two (and no more) normal, lawful choices (lawful meaning with respect for my rights and taking me seriously and in good faith).

      (<-P1): He can respond that he is sorry, but cannot make any sense of what I'm saying; but that he is not interested enough to continue the dialogue, because he has better things to do; he is perfectly in his right to do that, he doesn't owe me anything.

      (<-P2): He can respond that he is sorry, but cannot make any sense of what I'm saying; but that he is interested enough to continue the dialogue, because he might learn something; however, he must ask me to explain my first message better, because in the current state it doesn't make any sense to him; eventually, not just because he wants to be friendly, but because he is interested in continuing the dialogue, he may give me some hints on what is not clear to him in order to help me to explain better what I have in mind.

      However, P hasn't chosen any of these two lawful replies. He has done something altogether different.

      (<-P3): He has reponded that my message did not only make no sense to him, he has immediately maintained that it did not make any sense at all! How can he know that? That question he simply does not ask himself, and it is that omission that is at the heart of the paradox of incompetence. He simply disrespects my right to maintain that my own message makes sense to me, myself! No, he knows better than me! And he can even explain to me why my own message makes sense to me without making any sense at all: it is because I'm backward, I'm trapped in a scholastic bubble, and I haven't made the necessary progress to learn how my nonsensical thoughts are nonsensical. This idea of linear progress in learning and in history is a very characteristic component of the positivist mind, which is an unidmensional mind and therefore cannot see it any other way.

      The two main characteristics of what I would call the reductionist-imperialist mindset of the positivist therefore are:

      (1) Loss of reality and paradox of incompetence: we all have limits in our minds, and these limits have the peculiarity not only to confine, but to define our spiritual world; we cannot look beyond them, we cannot know what is beyond them. ("Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt." – Ludwig Wittgenstein.) Strictly speaking we cannot even know whether there is anything beyond them, but as we all have made learning experiences in our lives, we also know that we can never simply exclude that possibility. It is therefore a clear sign of incompetence to be unaware of that possibility or even to deny it. And it is that unawareness of the limits and of the possibility of the beyond that explains the paradox of incompetence: the fact that incompetent people tend to believe themselves much more competent than they really are. The unawareness of the reductionist approach to reality (a reduced field of view taken for the whole) is what Eric Voegelin calls the 'loss of reality', the loss of something without the accompanying awareness of the loss. And his distinction between transcendentalists and immanentists is also related.

      (2) Imperialist or dominant denial of rights to 'inferiors': starting from his own incompetence, the positivist has no qualms at all to judge those in disagreement with him to be his inferiors for no other reason than that he cannot understand them. There's no presumption of innocence at all. He can convince himself without the least of problems that his partner in dialogue is simply inferior to him and therefore guilty of ignorance. And he shows this by calling him names. He is like a proud Muslim dealing with a dhimmi or an infidel. No awareness at all that he is committing an injustice in condemning an innocent. Just behead the fucker, he's not worth the dust on my shoes! And let's turn to some more serious business, like doing hard science. Because science is hard and nothing for incompetent scholastics. So a positivist, apart from being incompetent, has also a tendency towards rigorous unlawfulness, and that can become quite dangerous. These people are the material of the narrow-minded self-righteous and heartless judges we have seen at nazi-trials.

      I saw it all coming from the beginning, in fact his first question "care to explain …" already told me he was one of those narrow-minded superior intellects, displaying that typical stern severity that is linked to some considerable reservoir of resentment. The resentment I cannot really explain, but here we get into some deep psychology I'm not so familiar with. Let's just say that those stern intellects are never much fun, and it is quite possible that it is the lack of fun that explains the severity and the positivist narrow-mindedness, and not the other way around. Or they just have the same root in some insufficient education, education in the broad sense of course, not simply education of the intellect. At any rate, what Plato called the bios theoretikos is a condition for experiencing joy in life, because you need an intact soul for that, not just an intellect.

      This dialogue was a demonstration of the positivist destruction of the human mind or spirit for Richard Landes. And it is not just an unfortunate incident. It is widespread. Once you've learned to recognise it, you'll see it almost everywhere, the banality, the foolishness, and the rudeness! And that's also how the remaining decent and civilised Germans were treated under the nazis, by the overpowering rabble and their narrow-minded self-righteous heartless helpers taking their revenge, taking out their resentment on the decent and civilised people, who felt humiliated, powerless, seeing their society ruined, the crimes, the numerous unfortunate victims, the destruction of the war, for twelve long years! Twelve long years!

      And you must always take into consideration that politics is just not something people can really comprehend with their natural social intelligence. The natural law of a civil society, yes, that is what they can naturally understand with their natural social intelligence. But not the artificial game of politics. People like my German grand-parents knew that it was bad. But they could never understand why it happened. I've seen my grand-father searching for a solution in theology till the end of his life. He may have found some consolation there, but he couldn't find a political theory where he was looking. And I'm not sure he would have understood Voegelin's 1964 lectures on "Hitler and the Germans", if he had known about them. I would of course be very interested to know what you think after having read them: are they accessible for someone with no more than a basic education but not a spiritually deficient mind? My opinion for now is that it is too difficult even for many higher educated people.

      It would of course be highly interesting to find out how the empirical proportions were in the German population. But by the very nature of the thing (nobody had even a theory before Voegelin) this has never been attempted. My speculation would be that the decent part is much greater than commonly recognised, and that you simply cannot make abstraction from the effects of a police state to somehow maintain the fiction that the actions are always the actions of men and therefore representative of the men. It would be grossly underestimating the dangers of the combined effect of pneumopathology, ideology (second reality) and politics to assume that you need a lot of spiritually deficient people before it can get out of hand. But I admit, this is pure theoretical speculation of mine.

      Your idea of the Germans coming to grips with what they did is probably too much to ask for. For the simple reason that it is just too complex a phenomenon to be summarised symbolically. At least I don't see how. Although I admit that it is an interesting challenge to find a summarising formula for Germany's guilt that also does justice to the decent part of Germany. I've always sensed that the inevitable collectivist symbolisaton of the problem had two bad effects: it somehow protected the criminals and the seriously deficient part of the Germans, while shaming too much the other part by implication. It's just too difficult to identify and separate them, and that has also to do with politics: politics cannot function without that collectivist fiction that 'collective choice' is somehow the choice of the people. But it is fiction, not reality. (Impossibility theorem of Kenneth Arrow.)

      About the decent part of Germans being much greater than commonly recognised: my reasoning on this hunch is that this decent part of the Germans is never ever going to protest against their being unjustly shamed by implication with Germany as a whole. It is never from them that you will hear talk about "putting the Holocaust guilt behind us" and the like. For a very simple reason: they will always put the victims first, before themselves. Which is exactly why they are decent Germans. Only people in possession of their human soul, i.e. decent people, can really see the victims as what they were, their fellow men. And they will therefore never forget. Without needing any rule or memorial for that.

      At any rate, I would not think that it is necessarily a condition for what is the really valuable goal today: to turn around German foreign policy in the question of the Israel-Islamist conflict and make them clearly choose sides: for Western Israel and its right to exist in peace, against Islamic unjust war-wagers. Would that not be some decent and honorable act of restitution for Germany's Holocaust guilt? I would say: don't ask for more, but don't ask for less either. But do ask for it, with insistence. The Israeli government has such a good case, why hesitate to make it?

      Linkage, Western Just War Tradition, and Israel Victim of an Unjust War

      Martin Kramer is known for having argued convincingly against 'linkage', i.e. the thesis that all problems of foreign policy in the Middle East are 'linked' to the Israel-Palestinian conflict (which for some time now he thinks should be called the Israel-Islamist conflict).

      https://blogs.law.harvard.edu/mesh/2008/06/the_myth_of_linkage/

      I'm not going to say more about it, because it is not my intention to criticise his argument. I actually think he is argueing convincingly. But I also think that one can explain the idea of 'linkage' in another way without those two explanations being incompatible.

      (Following Wittgenstein, who after his famous conclusion "what we cannot speak about we must pass over in silence" at the end of his analytical-positivistic phase, then remained silent for a long time before coming out with the more pragmatic conclusion, which I would summarise as follows: "if people say something, and keep saying it, there must be some sense to it, or they wouldn't keep saying it." Especially as the conclusion does not imply that the suspected sense of what people are saying is necessarily clear even to themselves.)

      It's from reading Irfan Khawaja that I came to Richard Landes and his blog 'The Augean Stables'. I find Khawaja quite an interesting philosopher. He still has trouble with Israel, though, but that's a very common phenomenon with outsiders to the conflict: the assumption that in creating a Jewish state in Israel "where it hadn't existed before" (as Ahmadinejad would say) the Jews took the land from somebody else, and by implication, from the Arabs.

      It's when reading the material on Richard Landes's blog that I really started to put two and two together, reaching the conclusion that you cannot reason on the question in 'positives' (e.g. the Jewish 'right' to Israel or the Arab 'right' to the whole of Palestine), but only in 'negatives'. Because these 'rights' aren't rights, they are claims, and behind these claims there are only motives and interests, which can be more or less understandable, but do not therefore constitute 'rights' that can be proven (or unproven). References to UN resolutions, the international community, the UN partition plan are also somehow beside the point, and not the true foundation for a justification of the State of Israel.

      The 'negatives' on the other hand are very clear when you start thinking about them: when the Jews have no claim proven beyond any doubt to Israel, the Arabs have no claim proven beyond any doubt to the whole of Palestine either, and by implication, no right proven beyond any doubt to reject the State of Israel. It follows that only by negotiated agreement could the question of the conflicting claims be solved.

      And here the real (as opposed to theoretical) conflict originated: the representatives of the Jewish Zionists were willing to negotiate in good faith, the rulers of the Muslim Arabs refused to negotiate altogether. And more importantly still, the Arabs waged war against Israel in defense of their unproven right to refuse negotations. That's the choice between 'life' and 'death' to which Richard Landes sometimes refers. And the lawful choice between 'life' and 'death' is a self-evident choice. The self-evidence of that choice cannot be reasonably denied. It can only be denied by godforsaken madmen such as Ahmadinejad.

      Therefore I didn't hesitate anymore to call the choice of death a crime against humanity.

      If I was indeed intimidated by my own conclusion, it was only because nobody else was saying it. Not because I could find fault with my own reasoning. Nobody at least with some visibility. And certainly nobody who could speak for the world community. But why should the world community not be wrong? Especially as this is a negative: there must be many other truths the world community has never said. At least that cannot be positively excluded.

      I then came upon the following, which I believe confirms my thinking. It is an interesting article on the 'Just War tradition' versus the contemporary 'Pacem in Terris doctrine', of which the 50th anniversary commemoration is coming up soon (2013-04-11).

      David Corey, "Pacem in Terris and the Just War Tradition" (2011)

      http://www.lsu.edu/artsci/groups/voegelin/society/2011%20Papers/David%20Corey.pdf

      David Corey is critical of this 50 year old 'Pacem in Terris doctrine', and thinks that there are good reasons to abandon it again and to go back to the more sensible and older 'Just War tradition'. I think he is right, but I also think that his argument is somewhat sketchy and can easily be misunderstood, or perhaps more exactly, that his thesis is in truth better founded than he makes it appear in his argument. That's why I want to recommend as a companion reader Frank Van Dun's article on the underlying question of human rights versus natural rights. Because that is indeed what David Corey is argueing, that the 'Pacem in Terris doctrine' was an untenable departure from the older 'Just War tradition' in the same spirit as the Universal Declaration of Human Rights was an untenable departure from the older Declarations of the Rights of Man (or Bills of Rights).

      Frank Van Dun, "Human Dignity: Reason or Desire? Natural Rights versus Human Rights", Journal of Libertarian Studies 15 (2001) 4, p. 1-28

      http://mises.org/journals/jls/15_4/15_4_1.pdf

      In summary: war is lawful when it is a violent defense against injustice, i.e. against the violation of a proven right. If what is claimed to be an injustice is no more than a claim and not the violation of a proven right, violent defense is unlawful.

      This is simply a statement taken from the natural law tradition applied not to human persons, but to collective or representative actors as if they were human persons (which, to be sure, is always a tricky thing to do).

      Why hesitate to affirm that the Jewish State of Israel is the victim of a crime against humanity (of an unjust war waged against it) by all those who simply rejected to enter into negotiations for an agreed settlement of the mutual claims, when the adversary waging the war is basing his claim, that the mere existence of the Jewish State of Israel constitutes itself an outright injustice, on nothing more than the quran and the prophet? For the adversary that may be sufficient proof, but why should it be for us?

      Martin Kramer's argument against 'linkage' is founded on the fact that the adversaries (plural) of the Jewish State of Israel are pursueing other goals than the sole rejection of the Jewish State of Israel. And he has enough evidence to prove that fact. Or perhaps more importantly, to show that these other goals are not related in any necessary way to the rejection of Israel, and are therefore not 'linked'.

      But it is also true that as long as these same adversaries continue to pursue their war against Israel, it is they themselves that form a 'link' with all our other Western foreign policy objectives in the Middle East. And it is in that sense that Chuck Hagel and others who insist on 'linkage' cannot be said to be altogether wrong when they keep talking about 'linkage'.

      At the bottom of this 'linkage', however, lies the conflict between Western just war jurisprudence, which includes respect for everybody's rights, and Islamic jurisprudence, which denies the rights of infidels altogether.

      So that one should ask of Chuck Hagel, who wants to take 'linkage' into account when formulating his foreign policy, how he is going to address this very central conflict that is normally qualified as 'very sensitive'. Or whether it is his intention to avoid addressing the sensitive problem by simply putting still more pressure on Israel for making concessions to the adversary in an unjust war (in Western just war jurisprudence), of which it clearly is the victim, and not the aggressor?

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