Die Meinungsfreiheit, die sie meinen.

Im Persilscheine ausstellen, sind viele Deutsche Experten. Auch Jakob Augstein stand bekanntlich das gesamte deutsche Feuilleton bei, als es darum ging ihn vom Vorwurf des Antisemitismus freizusprechen.

Das Absurde an der deutschen „Meinungsfreiheit“ ist, dass Menschen wie Augstein, Elsässer und Jebsen ihren Unsinn verbreiten dürfen (was ja okay ist), aber Menschen, die diese Herrschaften mit ähnlich drastischen Worten kritisieren, werden mit Gefängnis und 250.000 Euro Strafe bedroht.

Es ist typisch für Heuchler wie Elsässer und Jebsen, dass sie behaupten, sie würden für „echte Meinungsfreiheit“ eintreten. In Wirklichkeit überziehen sie ihre Kritiker regelmäßig mit Verleumdungsklagen oder drohen zumindest damit.

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Zahlt sich Ausländerwahlkampf aus?

Am Sonntag veröffentlichte SpOn einen Kommentar zur „NSA-Affäre“. Tenor: „Seit Wochen versuchen die Sozialdemokraten, Teflon-Kanzlerin Angela Merkel anzukratzen. Bislang hat die Anti-Merkel-Strategie wenig gebracht.“

Der Kommentar war interessant, schob der Spiegel doch damit die Schuld am bisher fehlschlagenden Ausländerwahlkampf allein der SPD in die Schuhe. Dabei war es der Spiegel, der diese Strategie am hartnäckigsten verfolgte, ganz so als sei man selbst eine politische Partei. Jakob Augstein zum Beispiel schreibt seit sechs Kolumnen am Stück über nichts anderes mehr.

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Erdogan, der Neoliberale.

Es gibt nicht wenige, die dem Bundesrat Efgani Dönmez zustimmen, der 5000 One-Way-Tickets für Erdogan-Anhänger forderte. Das Problem: Auch Menschen wie Dönmez kommen nicht ohne V-Theorien aus. Was Erdogan betreibe, sei nämlich “Neoliberalismus”.

Erdowahn ist für diese Leute nicht „nur“ ein Faschist, sondern – was noch schlimmer ist – ein “Neoliberaler”. Das Weltbild von Menschen wie Dömnez kennt drei aufeinanderfolgende Steigerungen des Bösen: Faschist, Neonazi, Neoliberaler.

Claudia Roth wird ebenfalls für ihren Einsatz gelobt. Zugegebenermaßen war auch ich zu Beginn von Roths Einsatz positiv überrascht. Dieser positive Eindruck verfliegt, wenn man ein bisschen recherchiert. Roth hat nämlich weniger etwas gegen Islamismus, vielmehr steht für sie ebenfalls der angebliche “Neoliberalismus” Erdogans im Vordergrund.

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Emotionalisierte Feindbildkampagnen.

Die Gefahr liegt in der Verrohung der politischen Kultur, wenn sachliche Auseinandersetzung durch emotionalisierte Feindbildkampagnen ersetzt wird.

Dieser ARD-Experte spricht hier nicht über etablierte deutsche Parteien wie die Grünen (19.000 Tote durch Fukushima) oder über seinen eigenen Sender, der generell jede oppositionelle Meinung als „Lobbyismus“ geiselt und Antisemitismus regelmäßig als Israelkritik darstellt.

Nein, der meinungsmachende und kunden-unabhängige deutsche Staatssender spricht lieber über Parteien, die es noch gar nicht gibt, die keinerlei Macht haben und von denen man noch gar nichts weiß. Nur die ARD-Experten wissen schon, dass es eine neue Nazi-Partei sein muss. Das ist dann eine sachliche Auseinandersetzung und keine emotionalisierte Feindbildkampagne.

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Eine Islamisierung findet nicht statt.

Frohe Weihnachten an alle Leser.

Entschuldigt bitte, dass ich seit einigen Wochen so wenige schreibe. Es hat diverse Gründe. Der wichtigste Grund ist, dass ich seit zwei Monaten extrem mit Arbeit eingedeckt bin. Daran wird sich auch nicht viel ändern. Folglich wird es auch in den nächsten Monaten nicht gerade massenweise Artikel geben. Ein Artikel pro Woche wäre schon eine Leistung. Zumal ich an meinem neuen Wohnort immer noch kein Internet habe.

Dieses nicht-amerikanische Land hat nicht nur ein extrem anhängliches Staatsfernsehen, es hat auch noch schlechte Internetanschlüsse. Zu meinem eigentlichen Thema:

Ich habe bei Aron Sperber von Leuten gelesen, die nicht an die Islamisierung Europas glauben. Das hat mich an einen guten Text von Mark Steyn erinnert, den ich vor einigen Wochen gelesen habe. Steyn analysiert darin das erwartete, aber dadurch nicht unbedingt weniger bittere Ergebnis der amerikanischen Präsidentschaftswahlen.

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Frau Reiche über die Zukunft der Familie

Aron Sperber kritisiert wiederholt einen Kommentar von Jürgen Elsässer. Elsässer verteidigt darin Aussagen einer deutschen Politikerin namens Katherina Reiche. Warum Aron genau diesen Artikel von Elsässer so kritisiert, ist mir weiterhin nicht klar.

So wie ich Aron nach einer kurzen Diskussion verstanden habe, ist seine Kritik letztendlich, dass Elsässer „einen harmlosen Facebook-Shitstorm mit den Repressionen des Nazi-Regimes“ gleichsetze. Das sei „jenseitig“. Ein andere Kritikpunkt: Jürgen Elsässer stilisiert sich gerne zum Opfer der Nazi-Keule.

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Beitrag zur Beschneidungsdebatte

Eigentlich wollte ich zur Beschneidungsdebatte keinen Artikel schreiben. Arprin und Aron Sperber haben eigentlich schon alle wesentlichen Punkte genannt.

Nun schreibe ich allerdings doch auch ein paar Sätze auf diesen Blog. Erstens gibt es ein paar neue Entwicklungen und zweitens ist der ärztliche Hintergrund vielleicht doch ganz interessant. Als Laie macht man sich darüber vielleicht keine großen Gedanken, aber jeder „Eingriff“ am Patienten ohne Eigenwilligung ist formal eine Körperverletzung. Das gilt nicht nur für Ärzte, das gilt zum Beispiel auch für Barbiere. Der Kunde geht zum Friseur, willigt ein, dass seine Haare geschnitten werden und nur deshalb darf sie der Friseur auch schneiden.

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Beckers Bekennerschreiben-Unfall

Aron Sperber hat mal wieder Mitleid mit Verena Becker. Ich teile dieses Verständnis. Wer klebt nicht hobbymäßig Bekennerschreiben von Mordanschlägen zu? Ohne zu wissen worum es geht, versteht sich.

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Paradies gefunden

Mal wieder ein kleines Rätsel:

Gibt es ein Land, in dem die 30 Stunden-Woche mit sechs Stunden an fünf Tagen eingeführt ist? Gibt es ein Land, in dem jeder Mensch, ob Mann oder Frau, ob Baby oder Greis, ein bedingungsloses Grundeinkommen erhält? Gibt es ein Land, in dem auch die Tätigkeit der Frau in der Familie als vollwertige Arbeit honoriert wird? Gibt es ein Land, in dem das Prinzip der Vergebung einen hohen Rang hat, in dem betroffene Angehörige eine Tat – selbst Mord – vergeben können, um damit die Haft- oder Todesstrafe in eine Geldstrafe umzuwandeln? Gibt es ein Land, in dem die höchstgestellten Politiker Atomwaffen verurteilen?
[…]
Jeder und Jede ist aufgerufen, das in diesem und in den kommenden Artikeln Dargestellte nachzuprüfen – am besten durch einen Besuch des Landes. Reisende aus Deutschland genießen große Sympathie.

Welches großartige Land könnte wohl gemeint sein?

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Occupy Wall Street und die Religion der 99%

Lange habe ich überlegt, ob, wie und was ich zur Occupy-Bewegung schreiben soll. Letztendlich hat mich mal wieder Aron Sperber und sein Hinweis auf die 99%-Ideologie animiert etwas zu schreiben. Es ist so typisch für Linke, dass sie meinen die ganze Welt stünde hinter ihnen.

Was soll eigentlich so toll daran sein, wenn man zu den 99% gehört? Wo bleibt das Unrechtsbewusstsein, das Herz für die Minderheit, das die Linken angeblich so auszeichnet? Was ist toll daran, wenn sich 99% auf 1% der Bevölkerung stürzen? Was ist toll daran zu einer Gruppe zu gehören, die angeblich aus 99% der Bevölkerung besteht? Nichts ist für mich schlimmer als Konformität und der Verlust von Individualität. Wer auf wahnhafte 99%-Bewegungen steht, sollte zum Islam übertreten und in ein beliebiges islamisches Land einwandern. Kommt daher die Liebe der Linken für den Islam?

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Wenn sich der Schlachthof über Ausschlachtungen beklagt

Im Vergleich zum Fall Breivik erfolgte im Falle der Gewalt in London durch die deutschsprachigen Medien sofort der Switch auf Verständnis.

Aron Sperber spricht noch einen weiteren Punkt an, der auch immer praktiziert wird: Die Doppelmoral im Umgang mit Ängsten und Ereignissen.

Jede Reaktion der missliebigen politischen Seite wird als „Ausschlachtung der Ereignisse“ gebrandmarkt, man selber missbrauche diesselben Ereignisse natürlich nicht für eigene Zwecke.
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Ein Notfallteam für Herr Galtung

Wir brauchen dringend eine Art Notfallteam, das sich um Menschen wie Breivik kümmert. Menschen, die ihre wahnsinnigen Ansichten im Internet ausbreiten und dort entwickeln. Breivik lebte und arbeitete in Norwegen, aber seine Seele breitete er im Internet aus. Da müssen wir ansetzen. Wir brauchen stärkere Internetkontrollen. Und wir müssen verstehen, wie Leute wie Breivik denken. Die norwegische Polizei, die Sicherheitsdienste haben versagt: Sie haben die Gefahr nicht ernst genommen.
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Störfall in Bienenbüttel

Die Hinweise verdichten sich, dass biologisch angebaute Sprossen aus Deutschland für die europaweite EHEC-Seuche mit bislang ca. 1500 Erkrankten und ca. 21 Todesfällen verantwortlich sind.

Dazu ein paar Anmerkungen:

1. Dieser Blogeintrag dient nicht dazu den betroffenen Biohof schlecht zu reden oder ihm eine Schuld zu geben. Ich bin sicher der Betrieb hat seine Arbeit gründlich und gewissenhaft gemacht. Auch der zuständige Minister meint dazu:
„Wir können nicht erkennen, dass der Betriebsinhaber ein Verschulden an der Entwicklung trägt oder fahrlässig gehandelt hat.“

2. Die deutschen Medien berichten in aller Regel nicht hysterisch, sondern ruhig, sachlich und informativ über das Thema.
Hier zum Beispiel der deutsche Tagesspiegel.

3. Die deutsche Bevölkerung bleibt gelassen.

4. Was passiert, wenn man nun doch noch der Agrarindustrie, der Gentechnik oder einem konventionellen Betrieb die Schuld geben kann?

5. Was wäre gar bei einem Störfall in einer chemischen Fabrik oder in einem Atomkraftwerk passiert?

Die Antworten auf die Fragen 4 und 5 sind einfach:

Organisationen wie Greenpeace und die Grünen würden ihr bekanntes Spielchen abziehen: Angst, Angst, Angst und nochmals Angst schüren, wo es nur geht. Der deutsche Michel würde wie immer ganz hysterisch werden, die Spendenkassen von Greenpeace würden klingeln, die Grünen würden neue Rekordergebnisse einfahren, Merkel würde eine neue Ethikkommission einberufen, Seehofer würde Bayern auf 100% „erneuerbare“ Landwirtschaft umstellen und Baby Rösler würde die Planwirtschaft im Agrarsektor munter durchwinken.

Deutschland soll froh sein, dass ein Biohof betroffen ist.
So fällt die Reaktion glücklicherweise halbwegs rational aus.

DSK vs. Bunga Bunga

Gehen wir mal davon aus, man könnte sich nur über deutschsprachige Medien zum Fall Strauss-Kahn informieren. Was würde man dann lernen?
Ein Überblick:

Unschuldsvermutung in Handschellen
(SZ)

Hoffnungsträger in Handschellen
(SZ)

Strauss-Kahn: Abgeurteilt von einer moralisch flexiblen Gesellschaft
(Focus)

Bitter ist das Ganze
(FR)

Irrungen und Wirrungen des Strauss-Kahn.
Eines ist sicher, wird Strauss-Kahn verurteilt, dann drakonisch.
(FTD)

Schwerste Anschuldigungen und harte Strafen
(SZ)

Kein Pardon. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen mit unerbittlicher Härte gegen den Franzosen vor.
(Spiegel)

IWF-Chef hat Einzelzelle in „Neu-Alcatraz“
(Spiegel)

Strauss-Kahn soll über Komplott spekuliert haben.
(Spiegel)

Profiteur der Strauss-Kahn-Krise. Sarkozy sonnt sich im Glück.
(Spiegel)

Also doch nur eine perfide eingefädelte Rufmordkampagne, um den Hoffnungsträger der Sozialisten zu diskreditieren?
(Spiegel)

Aber ist Dominique Strauss-Kahn tatsächlich so triebgesteuert und machtversessen, dass er sich von seinen Hormonen die Karriere vermasseln lässt? Oder verbirgt sich dahinter ein Krimi, wie ihn sich nur Geheimdienstler oder die in Frankreich reichlich vertretenen Verschwörungstheoretiker ausdenken könnten?
Wenn man sich die alte Juristenfrage „cui bono?“ – „wem nützt das?“ – stellt, kommt man schnell auf Nicolas Sarkozy.
(SZ)

Die Affäre aus New York verlangt nicht nach der Schwanz-ab!-Rhetorik eines gealterten Feminismus oder neoidealistischen Amazonen-Utopien. Sie zeigt ganz einfach, dass nicht nur die Insignien der Macht, sondern sogar unsere Imaginationen von ihr männlich besetzt sind. Eine etablierte und erkennbare Form weiblicher Macht gibt es nicht.
(Welt)

Ich denke der Fall ist klar. Wir haben hier ein Justizopfer. Ein Verschwörungsopfer. Ein Opfer seiner „Liebe zu den Frauen“. Ein Mann mit „Irrungen und Wirrungen“. Der nächste Familienvater, der nun der unerbitterlichen Weltmacht USA zum Opfer fällt.

Hier ist noch so ein Fall:

Roman Polanski soll freikommen. Wegen der absurden Fehler der Justiz in den USA und der Schweiz kann der Fall nicht mehr zu einem zufriedenstellenden Ende gebracht werden.
(SZ)

Die Schweiz hat einen Gast in eine böse Falle laufen lassen. Wir sollten uns schämen.
(Blick)

Gerechtigkeit für Polanski
(Berner Zeitung)

Besonders die Grünen im Schweizer Parlament sowie Künstlerkreise kritisieren das Vorgehen der Schweizer Behörden.
(Tagesspiegel)

Man kennt die Bedingungen, unter denen das passiert ist. Und genauso, wie es ein großzügiges Amerika gibt, das wir lieben, gibt es auch ein gewisses Amerika, das Angst macht. Und dieses Amerika hat uns heute sein Gesicht gezeigt.
(Francois Mitterand)

Längst geht es nicht mehr um Recht und Gerechtigkeit, sondern um den Versuch aller Beteiligter, das Gesicht zu wahren. Es ist auch die Kraftprobe zweier Rechtsordnungen: Das amerikanische System, das vor allem auf Vergeltung und Abschreckung setzt, trifft auf das mitteleuropäische Rechtsverständnis, das viel stärker die – häufig unpopuläre – Resozialisierung des Täters betont.
(Spiegel)

Eigentlich ist alles viel zu kompliziert, um in der ersten Empörung mal eben eine Petition zu unterschreiben oder Polanski vorschnell ins Gefängnis zu wünschen. Die juristischen Vorgänge sind verwirrend genug, erst recht das bizarr-tragische Leben eines Holocaust-Überlebenden, dessen hochschwangere Ehefrau Sharon Tate 1969 umgebracht wurde von den Anhängern des Sektenführers Charles Manson, der ein Hakenkreuz-Tattoo auf der Stirn trägt.

Es geht auch um die ganz großen Dinge, um Moral und Recht, Sühne und Gerechtigkeit, und vor allem darum, wie viel Schuld Polanski auf sich geladen hat und ob sich dies entschuldigen lässt.
(Spiegel)

Man kann diese Beispiele natürlich auch wohlwollender betrachten:
Die europäischen Medien beleuchten alle Blickwinkel ganz genau.
Differenzierung, Differenzierung, Differenzierung ist das Zauberwort.
Sie sind kritisch gegenüber allen Seiten, besonders gegenüber der Justiz. Vorverurteilungen finden nicht statt. Man steht der Seite des Beschuldigten, betont Unschuldsvermutung und Rechtsstaat!

So wie in diesem Fall:

Italiens Ministerpräsident Berlusconi hat schon einige Prozesse überstanden. Das aktuelle Verfahren um Prostitution Minderjähriger und Sexpartys stellt aber alle in den Schatten.
Die Staatsanwaltschaft Mailand rekonstruierte auf Grund von Abhörprotokollen eine etwas andere Version dieser Abende. Berlusconi soll mehrfach – und gegen Bezahlung – Sex mit Ruby gehabt haben. Das wäre die Begünstigung der Prostitution Minderjähriger, was in Italien mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden kann. Noch schwerer wiegt der Vorwurf des Amtsmissbrauchs.
(ARD)

Warum ist in Italien der skandalumwitterte Ministerpräsident Silvio Berlusconi, dem all das vorgeworfen wird und gegen den die ihm so verhasste Mailänder Staatsanwaltschaft ein Schnellverfahren beantragt hat, noch nicht zurückgetreten und am Ende?
(Welt)

Er und seine Anwälte haben mit sämtlichen politischen und juristischen Winkelzügen den Prozess zu verhindern versucht und tun es weiter. Sie bestreiten nicht nur die Vorwürfe, sondern auch die Zuständigkeit des Gerichts.

Im Fall Ruby gibt sich die Staatsanwaltschaft ihrer Beweise sehr gewiss. Sie hat Unmengen Abhörprotokolle und wohl auch Nachweise über Zahlungen.
(SZ)

Aus abgehörten Telefongesprächen etwa ginge eindeutig hervor, dass sich Ruby im Frühling 2010 ganze acht Nächte in Arcore aufgehalten habe und nicht nur drei Abende, wie bisher behauptet.
(Welt)

Einige Auszüge aus den öffentlich zugänglichen Ermittlungsakten, die auch Protokolle abgehörter Telefongespräche enthalten.
(Zeit)

Die Staatsanwälte hätten zufällig Telefongespräche Berlusconis mit Minzolini und Innocenzi abgehört, während sie in einen anderen Fall ermittelten, berichtete «Il Fatto».
(Basler Zeitung)

Zufällig Telefongespräche des Ministerpräsidenten abgehört.
Ist das nicht mal ausgewogene Berichterstattung. Wozu sollte man kritisieren, dass hier offenbar das ganze Umfeld eines Ministerpräsidenten abgehört wird? Was sind das für Gesetze, die es scheinbar erlauben Politiker beschnüffeln zu lassen? Zufällig Telefongespräche abgehört? Natürlich! Das passiert den besten Staatsanwälten. Kein Grund zur Kritik!

Kann es sein, dass die werten Magistrati aus politischen Motiven Berlusconi nachspionieren? Hat Berlusconi Recht, wenn er sagt, das sei ein politischer Prozess? Warum wird diesen offensichtlichen Fragen nicht nachgegangen?

Keine Gewaltenteilung, keine Immunität für die Exekutive.
Stichwort Immunität. Bei DSK schafft es der Spiegel den Sachverhalt sofort (!) anschaulich zu klären. Bei Berlusconi wird dieses Thema bis heute einfach ignoriert. Berlusconi macht böse Gesetze, die in vor der Justiz schützen sollen. Das ist die einzige Story, die nördlich der Alpen aufgetischt wird. Als könnte man einfach Merkel abhören und sie vor Gericht zerren. Man müsste viel tiefer einsteigen in die Materie. Warum gibt es keine ausreichende politische Immunität in Italien? Warum macht Berlusconi immer neue Gesetze? Die Geschichte beginnt bei Tangentopoli und nicht bei Berlusconi.

Wo ist die Differenzierung geblieben, die bei Polanski und DSK so locker von der Hand geht? Fakt ist: Die deutschsprachigen Medien wollen im Fall Berlusconi nicht differenzieren. Sie sind parteiisch.

Ruby ist eine Aussätzige.
Selbst Ruby wird von Schickeria und Medien behandelt wie eine Aussätzige. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat den Opernball boykottiert, weil Ruby eingeladen wurde. Der Standard brachte Ruby mit Gülle in Verbindung.

Welcher deutschsprachige Meinungsmacher steht auf der Seite von Berlusconi und Ruby? Wer berichtet wenigstens fair? Es gibt niemand. It’s as simple as that.

Mehr dazu bei Aron Sperber:

Ciao Berlusconi – Ciao Verfassung

Bussi-Bussi empört sich über Bunga-Bunga

Quod licet Mohammed, non licet Berlusconi

Anmerkung
Amerikanische Linke wie Jon Stewart verzichten in dieser Hinsicht auf Heuchlei und nehmen weitere Verharmlosungen unter die Lupe.

Auch der Deutsche Jan Fleischhauer trifft in seiner Kolumne mit einer beeindruckenden Zielsicherheit Woche für Woche den Nagel auf den Kopf.

Landsleute wie Obama und Stewart werden bei uns und in Europa als links eingeordnet, Menschen wie Fleischhauer gelten in Europa dagegen als rechts.

Diese kulturell und historisch bedingte Einteilung sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Leute moralisch und politisch sehr eng beeinander liegen, ja zumeist sogar identische Ansichten vertreten. Obama und seine Demokraten sind in vielen entscheidenden Punkten weitaus rechter als zum Beispiel die deutsche CDU. Von der deutschen FDP ganz zu Schweigen.

Der Standard und Herr Galtung

Aron Sperber berichtet wie der österreichische Standard Johan Galtung in seiner Printausgabe erheblichen Platz einräumt. Bei Linken geht irgendwie immer alles. Es gibt ja laut der europäischen Medienkultur nur Rechte und Rechtspopulisten, die erstens gefährlich sind und zweitens immer falsch liegen.
Deshalb bin ich auch nicht wirklich überrascht welchen Einfluss traditionelle Marxisten wie Chomsky, Ziegler, Felicia Langer und Galtung immer noch auf europäische Meinungsmacher und Politiker haben. In den USA gibt es dieses Phänomen zwar auch, aber in Europa erscheint es mir deutlich stärker. Diese Journalisten würden auch die Weisen von Zion abdrucken, wenn es nur von einem ihrer Lieblinge kommt. Im Prinzip machen sie genau das. Es sind alte Worte in neuem Gewand.

Auch ein Vergleich der deutschen und englischen Wikipedia lohnt sich in diesen Fällen immer. Der deutschsprachige Eintrag zu Galtung zum Beispiel ist eine regelrechte Lobpreisung, die mit einer Nostradamus-Prognose endet:

1980 hatte er die Vorhersage gewagt, dass vor 1990 die Mauer zusammenbrechen würde und danach das sowjetische Imperium.
Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks sagte er, dass entweder die Grünen oder der Islam das neue Feindbild des Westens würden.
Im Jahr 2000 datierte er den Zusammenbruch des US-Imperiums in den Zeitraum von 2020 bis 2025. Aufgrund der beschleunigenden Wirkung der Präsidentschaft von George Bush jr. kürzte er später diese Frist um fünf Jahre ab und prognostizierte das Ende des US-Imperiums auf vor 2020.

Der Trick bei diesen Vorhersagen ist offensichtlich. Man erwähnt immer eine angebliche Prognose aus der Vergangenheit, die natürlich haargenau so eingetreten ist. Ich dachte das gäbe es sonst nur auf dem Jahrmarkt. Als „Beleg“ dient den deutschen Wikipedianern dann ein Interview der marxistischen jungen Welt mit Galtung – natürlich Jahre nach dem Mauerfall. Galtung belegt Galtung. Wie nennt man das auf Deutsch? Kreislaufwirtschaft? Recycling? Päpstliche Unfehlbarkeit? Das DDR-Gans-Prinzip?

Das war dann jedenfalls schon von der deutschen Seite. Für weitere Informationen muss man den englischsprachigen Eintrag lesen. Nach dem amerikanischen City Journal hat er zum Beispiel schon 1953 vorausgesagt, dass Stalin die westliche Wirtschaft überholen würde. Ein glatter Volltreffer. Und so geht es weiter. Jahr für Jahr. Marxisten können gar nicht anders. Ein Auszug:

Though Galtung has opined that the annihilation of Washington, D.C., would be a fair punishment for America’s arrogant view of itself as “a model for everyone else,” he’s long held up certain countries as worthy of emulation—among them Stalin’s USSR, whose economy, he predicted in 1953, would soon overtake the West’s. He’s also a fan of Castro’s Cuba, which he praised in 1972 for “break[ing] free of imperialism’s iron grip.” At least you can’t accuse Galtung of hiding his prejudices. In 1973, explaining world politics in a children’s newspaper, he described the U.S. and Western Europe as “rich, Western, Christian countries” that make war to secure materials and markets: “Such an economic system is called capitalism, and when it’s spread in this way to other countries it’s called imperialism.” In 1974, he sneered at the West’s fixation on “persecuted elite personages” such as Solzhenitsyn and Sakharov. Thirty years later, he compared the U.S. to Nazi Germany for bombing Kosovo and invading Afghanistan and Iraq. For Galtung, a war that liberates is no better than one that enslaves.
His all-time favorite nation? China during the Cultural Revolution.

Mao Zedong Cultural Revolution

Die nukleare Bedrohung, die uns kalt lässt (via Aron Sperber)

Die nukleare Bedrohung, die uns kalt lässt Den Tschechen wollen wir die Nutzung von Kernenergie verbieten, obwohl wir fleißig ihren Atomstrom konsumieren. Den Iranern wollen wir hingegen nicht misstrauen, weil sie ja versprochen haben, die Atomenergie nur "friedlich" nutzen zu wollen. Der Iran ist aufgrund seiner Erdgas- und Erdölreserven auf Atomstrom absolut nicht angewiesen. Trotzdem interpretieren wir die Ankündigung der Atom-Mullahs, Israel von der Landkarte löschen zu wollen, als ha … Read More

via Aron Sperber