Wie viele Strahlentote gab es in Fukushima, Frau Maischberger?

Gerade habe ich nach langer Zeit wieder einmal versucht deutsches Fernsehen zu konsumieren. Es handelt sich dabei im die ARD-Sendung Maischberger vom vergangenen Dienstag, den 13.12.2011. Diverse Blogs haben darauf aufmerksam gemacht. Schon die Gäste waren ein Knaller: Käßmann und Augstein in einer Sendung! Außerdem Scholl-Latour, ein angeblicher Börsenexperte namens Lehman(n) – nomen est omen – und ein selbst für deutsche Verhältnisse extrem unlustiger „Kabarettist“ namens Richling. Einziger echter Widerpart der Sendung war Weltwoche-Chef Roger Köppel. Man wusste also was einen erwartet.

Die Sendung trug den Titel „Panikjahr 2011: Kommt 2012 der Kollaps?“ und hatte den größenwahnsinnigen Anspruch alle hysterischen Panikattacken der Deutschen des Jahres 2011 durchzusprechen und anschließend gleich noch nächste Lieblingskatastrophe der Deutschen für die nächsten Jahre festzulegen. Titel à la “Das Leben ist endlich”, “Der Tod ist tödlich” oder “Hilfe! Wir werden alle sterben!”, hätten auch gut gepasst.


Der Einstieg in die Sendung war zäh, ich musste vorspulen. Geschlagene sieben Minuten durfte Richling am Anfang seine „Witze“ erzählen, was ihn nicht davon abhielt später auch noch die Diskussion mit seinen Rohrkrepierern zu beglücken. Dann kam endlich das erste Thema.

Die Eurokrise
Richtig, aber nicht neu, sind Köppels Ausführungen zur Schuldenkrise ab Minute 16. Augstein widerspricht, es sei keine Schulden- sondern eine Bankenkrise. Schuldenkrise sei ein ideologischer Begriff, die Staaten seien immer gut mit Geld umgegangen. Übermäßig verschuldet habe sich nur Griechenland, aber das könne Europa „auch noch wuppen“. Die EZB müsse endlich ein lender of last resort werden. Vorbild sei hier unsere Fed, wir Amerikaner lebten mit diesem System schließlich sehr, sehr gut.

Man sieht hier schön wie Augstein sich seine Argumente zurechtbiegt, wie heuchlerisch er ist. Vor ein paar Monaten hat Augstein noch herumgepöbelt wir Amerikaner gehörten nicht mehr zum Westen. Wir seien ein failed state. Bei uns regiere der politische Irrsinn. Die Ziele von Demokratie und Gerechtigkeit seien bei uns Vergangenheit. Amerika sei entdemokratisiert. Eine milliardenschwere Elite würde uns kontrollieren. Das sind keine Zitate aus Mein Kampf, das ist Jakob Augstein in seinem Spiegel im August 2011. Siehe auch mein Kommentar von damals.

Aber man sieht bei Augsteins Ausführungen noch mehr. Man sieht wie sich Mems verbreiten. Bis vor ein paar Tagen hat man den Fachbegriff „Lender of last resort“ im deutschsprachigen Euro-Raum nicht vernommen. Jetzt ist er plötzlich in aller Munde. Augstein kannte diesen Begriff bisher gar nicht, jetzt ist er für ihn „der einzige Weg“ aus der Eurokrise. Das ist das Problem in Deutschland allgemein. Jede Woche wird eine neue, angeblich alternativlose Sau durchs Dorf getrieben. Jede Woche lernt Augstein einen anderen Begriff und das ist dann die nächste “todsichere” Lösung.

Was Augstein aktuell fordert, ist die Politik des billigen Geldes. Das sage ich jetzt ganz ohne Wertung. Diese Politik und Keynesianismus allgemein zu erklären, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Dazu würde ich auch gerne einmal die Heuchlei von Leuten wie Krugman ansprechen. Nur soviel: Chef der FED und Kopf dieser Politik, die Augstein plötzlich so anpreist, war über Jahrzehnte Alan Greenspan. Der Godfather des Neoliberalismus. Allein schon daran merkt man, dass Augstein nicht weiß, wovon er eigentlich spricht. Man kann nicht eine Greenspan-FED fordern und gleichzeitig bei jeder Gelegenheit die angebliche Weltherrschaft des Neoliberalismus beklagen. Das ist selbst für Augstein’sche Verhältnisse ein bisschen arg schizophren.

Ab Minute 23:30 darf dann Käßmann zugeben, dass sie von Wirtschaft keine Ahnung hat. Für Käßmann ist das allerdings kein Grund besser zu schweigen, sondern erst Recht Motivation ihre Ansichten mit der Menschheit zu teilen. Denn wie ihr ginge es ja vielen und überhaupt sei ja der Begriff „Ökonomie“ griechisch für Haus, man müsse also den Blick für das Ganze bewahren. Weil dieser Griff in die Floskelkiste noch nicht tief genug ist, packt sie auch noch den Götzen Mammon aus. Die Bibel habe ja gezeigt wozu Spekulation führe. Scholl-Latour pflichtet ihr bei: „Das Goldene Kalb, das Goldene Kalb!“ Maischberger nuschelt etwas von: „Das sei ja leider in Vergessenheit geraten.“ Meine Zitate-Sammlung sagt mir, dass das eben nicht in Vergessenheit geraten ist. Da stehen sowohl das Goldene Kalb, als auch der Götze Mammon drin. So typisch wie eh und je:

In eben dem Maße, in dem die Wirtschaft zur bestimmenden Herrin des Staates aufstieg, wurde das Geld der Gott, dem alles zu dienen und vor dem sich jeder zu beugen hatte. Immer mehr wurden die himmlischen Götter als veraltet und überlebt in die Ecke gestellt und statt ihnen der Weihrauch dem Götzen Mammon dargebracht.

Ist das ein Zitat von Käßmann? Oder von Luther? Oder doch von jemand anderem? Weil wir vorher schon beim Thema waren, hier die Quellenangabe. Entschuldigung, aber ich reagiere sehr allergisch auf dummes Götze-Mammon-Geschwafel.

Die Zusammenfassung der Sendung durch den Spiegel ist relativ fair und nicht unbedingt auf ihren Chef Augstein zugeschnitten. Der Autor Arno Frank fasst die beiden Grundpositonen gut zusammen: Augstein sehe den angeblich „längst widerlegten Neoliberalismus an der Macht“, Köppel „den totalen Triumph sozialdemokratischer Ideen“. Jetzt springe ich zu Minute 50.

Stuttgart 21
Kabarettist Richling ist wie jeder deutsche Mainstream-Kabarettist natürlich strikt gegen S21. Er redet viel über S21, reiht Halbsatz an Halbsatz und man ahnt, er muss so kompliziert sprechen, um seinen Mangel an Substanz auszugleichen. Was er eigentlich sagen will, wird nicht wirklich klar. Bei mir hängen bleibt nur, dass die Bürger „über das Internet“ gut über „die Lügen“ bei S21 informiert seien und sie deshalb auch durch eine Volksbefragung nicht einfach befriedet werden könnten. Außerdem seien die „sogenannten Sieger“ arrogant. Richtig interessant, wird es dann ab Minute 55.

Atomkraft
Scholl-Latour führt richtigerweise an, dass der zivile Teil der Kernenergie nicht verzichtbar ist. Sein militärisches Element werde außerdem von den Deutschen verschwiegen. Auch das ist richtig, wenn man sich vor Augen führt, wie gerade die Linken dem Iran in den Arsch kriechen. Bei diesem Thema ist jeder Satz von Scholl-Latour ein Volltreffer. Man kann Scholl-Latour kritisieren wie man will, aber der Mann hatte mit die klarsten Ansichten in der Runde, war nicht selten sogar besser als Köppel und das mit 87 Jahren! Scholl-Latour fährt fort und versenkt das Schiff:

„Auch der militärische Teil wird uns erhalten bleiben, diejenigen, die von Verzicht reden, sind verrückt. Wir wären jedem Affenstaat und jedem Verbrecher ausgeliefert. Gott sei Dank sind die Amerikaner im Moment noch die stärkste Atommacht.“

Käßmann redet ihm dazwischen und meint Obama habe wenigstens versucht die Atomwaffen abzuschaffen. Was tatsächlich stimmt. Obamas Ziel ist eine „atomwaffenfreie Welt“. Ein weltfremdes, irres Ziel, dass er aber mit vielen MSM und Guido Westerwelle gemeinsam hat. So hat jeder seine Wünsche. Ich warte ja immer noch darauf, dass Käßmann mit den Taliban betet.

Ab Minute 56 kritisiert Köppel dann zu Recht den deutschen Atomausstieg. Die Entscheidung sei im Zustand totaler emotionaler Aufregung getroffen worden. Sie sei falsch und es sei die populistischste politische Aktion seit langer, langer Zeit gewesen. Recht hat der Mann.

Und dann sagt Köppel ab Minute 56:30 einen Schlüsselsatz explizit zu Fukushima:
„Es ist keine Person gestorben oder lebensgefährlich verletzt worden durch diese Strahlung.“

Das darf man natürlich in Hysterie-Deutschland nicht sagen. Der Sturm der Entrüstung, der auf solche Aussagen regelmäßig losbricht, erinnert mich stark an die “He said Jehova“-Szene aus Life of Brian. Da GEZ-Sendungen (aufgrund deutscher Gesetze?) nach einiger Zeit verschwinden, an dieser Stelle einfach mal Ausschnitte der Diskussion. Man könnte auch gut ein Theaterstück daraus fabrizieren:

— Theaterstück Anfang —

Köppel:
Es ist keine Person gestorben oder lebensgefährlich verletzt worden durch diese Strahlung.

Käßmann nuschelt empört etwas dazwischen.

Augstein: Das stimmt nicht!

Lehmann: Also keine Legendenbildung, bitte!

Köppel: Nein, es ist so, es ist so.

Käßmann: (entrüstet)
Man kann ja nicht einfach etwas behaupten, ohne, ohne…

Köppel: (ruhig)
Es ist so, wir können das auch gerne nach der Sendung besprechen.

Lehmann: (wird laut)
Das wird in der Sendung geklärt, das wird in der Sendung geklärt!

Köppel: (bleibt weiter ruhig)
Es ist so. Sie haben die Fakten doch gar nicht.

Maischberger: Haben sie andere Informationen Herr Augstein oder Herr Lehmann?

Augstein: (scheinheilig, sich dumm stellend)
Es sind doch, es sind doch, da sind doch Arbeiter ums Leben gekommen.

Lehmann: Natürlich, natürlich.

Köppel:
Es sind keine Arbeiter wegen Strahlung ums Leben gekommen.

Maischberger: (erleuchtet, hebt Zeigefinger)
Achso nicht wegen Strahlung.

Während die anderen beiden sprechen, zeigt die Kamera auf Augstein, der sich abwendet, die Augen verdreht und bewusst provozierend seinen Scheitel glättet. Das Anschauungsunterricht wie man die Glaubwürdigkeit seines Gegners allein durch Mimik und Gestik zerstören kann. Motto: Achja der Köppel, der erzählt doch nur Unsinn. Maischberger bemerkt Augsteins fehlende Kinderstube.

Maischberger: Herr Augstein wollen sie widersprechen?

Augstein: (rhetorisch meisterhaft das Thema Strahlentote umschiffend)
Nein, nein, ich will nur eine Sache sagen. Man kann natürlich sagen, dass Köppel Recht hat, wenn man bedenkt, dass das der größte Unfall war, den man sich vorstellen kann und wenn man dann sagt wie vergleichsweise wenig passiert ist. Also wenn man sehr zynisch ist.

Köppel: Das ist nicht zynisch.

Augstein: Natürlich! Wenn man sehr, sehr zynisch ist, kann man sagen, da sind jetzt nur 30 Quadratkilometer verstrahlt und so. Und so viel Zeug ins Wasser und so. Und die Wolke ist ja auch nicht nach Tokio gekommen, hätte ja auch passieren können, ist aber nicht passiert. Also wenn man sehr hartleibig ist, kann man das so sagen. Ich glaube aber, dass – in dem Fall zumindest – die Mehrheit der deutschen Bevölkerung da hinter der Kanzlerin steht, die gesagt hat, dieses Risiko, dass die Wolke dann wegen einer Winddrehung eben doch über Tokio fliegt, das wollen wir glaube ich so nicht mittragen!

Wildes Durcheinander.

Maischberger: (versucht wieder Ordnung reinzubringen)
Beide Standpunkte sind glaub’ ich jetzt ausgetauscht worden.

Lehmann: (leise)
Ne, ist nicht ganz ausgetauscht worden.
(energischer)
Neeeiinn, es ist nicht ganz ausgetauscht worden!

Lehmann darf fortfahren.

Lehmann: Ausstieg aus der Atomenergie? D’accord.
(wechselt plötzlich das Thema und nimmt volle Fahrt auf)
Alle Experten sehen 2020 den Höhepunkt der Ölförderung kommen!
Ich sehe nach der Finanz- und Schuldenkrise eine noch viel größere Krise:
Die Energiekrise!

Maischberger: (irritiert)
Spricht das jetzt für oder gegen den Atomausstieg?

Lehmann: Sowohl als auch!

Maischberger: Aha.

Lehmann: Jaaa! Wir müssen die Energiewende haben!

Käßmann: (schält sich wieder in die Diskussion ein)
Aber ich finde nur wir können die Verstrahlung (weinerlich-schrille Betonung) nicht so klein reden.

Lehmann: (begeistert, mit ausgestrecktem Zeigefinger)
Das wollte ich ja gerade sagen!

Käßmann:
(mit ausgebreiteten Armen wie bei einer Predigt)
Das kann so nicht stehen bleiben. Aus Tschernobyl – das ist jetzt 26 Jahre her – werden Kinder noch jedes Jahr hierhergeschickt, um sich zu erholen, weil Kinder nach der Geschichte geboren wurden und mit, mit Schädigungen geboren wurden, sind.

(wild mit den Händen gestikulierend)
Sie können doch nicht so sagen: „Da sind ein paar Leute verstrahlt worden, so schlimm war es nicht,…

Köppel: (unterbricht leise)
Doch.

Käßmann:
…jetzt explodiert halt mal ein Atomkraftwerk, das ist doch nicht so schlimm.“
(Empörtes Zischen, Kopfschütteln, Griff zum Glas)

Köppel: (ruhig)
Ich habe nicht über Tschernobyl gesprochen, sondern über Fukushima.

Maischberger unterbricht Köppel.

Köppel: Nur ein Satz!

Maischberger:
Nein! Zu diesem Thema werden wir uns noch einmal in 20 Jahren unterhalten!

— Theaterstück Ende —

Kleine Besprechung

1. Augstein will das Risiko, dass eine atomare Wolke über Tokio fliegt, nicht tragen. Deshalb der deutsche Atomausstieg. Das ist in sich logisch. Die Japaner werden es Augstein danken.

2. Käßmann erzählt, dass aus Tschernobyl noch jedes Jahr Kinder nach Deutschland geschickt würden, um sich zu erholen, weil sie eben nach der Geschichte geboren wurden, also mit Schädigungen und so. Davon glaube ich kein Wort. Nach meiner Erinnerung gibt es in der Ukraine keine wissenschaftlich beweisbaren Schädigungen von Kindern durch Tschernobyl. Das einzige was man beweisen konnte, sind Krebserkrankungen der Schilddrüse. Das ist aber keine angeborene Fehlbildung. Und außerdem ist es zu über 98% heilbar. Allerdings müsste ich das noch einmal genau nachlesen im WHO-Report. Dazu habe ich im Moment weder Lust noch Zeit.

3. Augstein, Käßmann und Lehmann empören sich natürlich heftig über Köppels These es habe in Fukushima keine Strahlentoten gegeben, aber als sie dann konkret werden müssten, lenken sie nur ab.

4. Die Strahlentoten kann man auf der englischen und deutschen Wikipedia nachlesen. Sie liegen wie Köppel richtig sagt momentan bei null.

5. Zu Strahlendosen und Risikoeinschätzung werde ich bei Gelegenheit einen Artikel schreiben. Aber es ist mir jetzt einfach zu dumm. Die Deutschen sind in dieser Hinsicht sowieso unbelehrbar. Das ist meine Erfahrung. Von daher ist das alles Zeitverschwendung. Einem Affen Quantenphysik beizubringen, scheint mir erfolgversprechender zu sein, als einen Deutschen vom Katastrophismus abzubringen. Die Deutschen lieben ihre Apokalypsen. Die Maischberger-Sendung ist der beste Beweis.

21 Gedanken zu “Wie viele Strahlentote gab es in Fukushima, Frau Maischberger?

  1. Damit die Deutschen eine Katastrophe aber richtig dauerhaft liebhaben können, muß sie weit entfernt und unwiderlegbar sein. Das Waldsterben ist als allzu sichtbarer Fehlschuß ausser Mode gekommen, Krebs im Hirn durch Mobiltelefone ebenso, das Ozonloch ist auch nicht mehr das, was es einmal war, Seveso ist auch nicht mehr überall, und das Ende des Golfs von Mexiko hat nie stattgefunden. Die Veranwortlichen müssen allmählich aufpassen, daß ihnen die brauchbaren Apokalypsen nicht ausgehen: dritte Bedingung ist nämlich, daß sich die Sache als calvinistsches Moralstück erzählen läßt: Ihr Seid Schuld. Deswegen sind, wie ersichtlich, ja auch Moralclowns wie BischöfInnen und Witzeerzähler für die Kapuzinerpredigten zuständig, nicht etwa Experten. Herr Köppel war da völlig fehl am Platz; zu vermuten ist, daß er nur eingeladen wurde, um ihn als Vertreter des “Schweinesystems” (oder vornehmer mit Adorno, “des falschen Bewußtseins”) vorzuführen.

    • Keine Sorge die Katastrophen werden den Deutschen nicht ausgehen. Da scheint mir die Kreativität unbegrenzt. Die Katastrophen müssen auch nicht weit weg sein. Wer es fertigbringt zu glauben die Juden würden einen aussaugen, der bekommt es auch hin jedes andere Märchen zu glauben. Die Angst ist schon lange ein Meister aus Deutschland.

  2. Ich habe schon viele Leute darauf hingewiesen, dass es durch den Kraftwerksunfall in Fukushima keine Strahlentote geben hat. Meistens wurde dies mit ungläubigen Staunen quittiert.

    Ich habe einige Bilder von Hiroshima nach dem Atombombenabwurf und aus diesem Jahr. Danach ist es eine Mär, das Gebiet um Fukushima sei auf Jahrhunderte unbewohnbar, denn Hiroshima war weit stärker verstrahlt als die Umgebung von Fukushima.

    • Ich habe schon viele Leute darauf hingewiesen, dass es durch den Kraftwerksunfall in Fukushima keine Strahlentote geben hat. Meistens wurde dies mit ungläubigen Staunen quittiert.

      Das ist in Deutschland leider so. Der deutsche Mainstream spricht immer von Bildung, Bildung, Bildung in Wirklichkeit verbreitet man beim Thema Atomkraft (als ein Beispiel von vielen) aber nur Lügen, Lügen, Lügen. So viel Arroganz und Besserwissen ist mir selten untergekommen wie in diesem Land, dass sage ich ihnen ganz ehrlich. Es ist kein Zufall, dass eine Gefühlspartei, eine Irratio-Partei, eine Angstmacher-Partei wie zum Beispiel die Grünen in Deutschland so stark sind. Im Grunde sind wahrscheinlich die meisten Politiker Angstmacher, aber keine beherrscht das so meisterhaft wie die deutschen Grünen.

      Ich habe einige Bilder von Hiroshima nach dem Atombombenabwurf und aus diesem Jahr. Danach ist es eine Mär, das Gebiet um Fukushima sei auf Jahrhunderte unbewohnbar, denn Hiroshima war weit stärker verstrahlt als die Umgebung von Fukushima.

      Das ist ein guter Punkt, dem ich auch schon seit Jahren nachgehe. Alleine unsere Atombombe Fat Man auf Nagasaki enthielt über 6kg Plutonium. Nach den Lügen einer ganzen Angst-Industrie dürften in Hiroshima und Nagasaki für die nächsten Millionen Jahre keine Menschenseele mehr leben. Vielleicht sollte das mal jemand den Japanern sagen. Die Gegenden um Tschernobyl sind mittlerweile ein Naturparadies. Es gibt Menschen dort, die sind nie umgezogen und gehen jetzt stramm auf über 90 Jahre zu. Deren Krebsrate ist auch nicht höher als anderswo.

      Ich will Radioaktivität nicht verharmlosen, ich bin Arzt. Was ein aufgeklärter Mensch können muss, ist mit Angst und Risiken vernünftig umgehen. Diese Fähigkeit haben die Deutschen verloren. Da fehlt jedes Maß und Ziel. Aber nicht erst seit gestern.

  3. Pingback: „Großes Theater“ « Aron Sperber

  4. Geniale Zusammenfassung. Beim Thema Atomkraft, und leider nicht nur bei diesem Thema, setzt in Deutschland die Fähigkeit zur rationalen und faktenorientierten Betrachtung komplett aus.

  5. …. wobei das Angstmachen allerdings kein Selbstzweck ist, denn ähnlich wie die Eltern der grünen Angstmacher ihre nationalsozialistische “arische” Identität aus dem selbst konstruierten Feindbild des Juden ableiteten, so dienen Fukushima, Heuschrecken mit “jüdischen” Nasen, nebst der angeblichen Atomlobby und der halluzionierte Neoliberalen doch nur der Begründung des deutschen grünsozialistischen Neo-Herrenmenschen, der die Restwelt mit seiner dümmlichen Moral beeindrucken will und dessen “konkrete Utopie” aus Wasser, Wind und Scheisse gebaut ist, der von einer ausgewiesenen FDJ Agitprop Aktivistin geführt, Putin für einen lupenreinen Demokraten hält, den Dialog mit den Taliban sucht und schlussendlich an der Seite von Diktatoren, verarmten Ländern und den eliminatorisch-antisemitischen “palästinensischen” Aggressoren enden wird.

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  9. Bitte, bitte sag nicht alle Deutschen. Richtig ist, die Mehrheit scherrt sich einen Dreck um das Thema Energie (absolute Passivität), und findet lediglich den Hype um die unbekannte und ach so gefährliche Macht des Atoms interessant, aber eine durchaus bemerkbare Menge – insbesondere auch Mitglieder der CDU kotzt die bekannte Vorgehensweise schlichtweg an, da Sie die bösen Folgen erahnen. Nein Frau Merkel, ich wollte DIESE Energiewende SO nicht – dafür haben wir Sie nicht gewählt. Was ich mir mein ganzes Leben nicht erklären konnte – wie es dazu kommen konnte, dass an einem eigentlich so freundlichen und intellektuell geprägtem Ort dieser Welt Millionen Menschen vergast und getöt wurden, und der Nachbar ins KZ zu geschickt wurde: nach Fukushima ist für mich alles anderst: ich bin sicher nun zu wissen wie das tatsächlich passieren konnte. Aber psssst, über so etwas darf man ja hier nicht reden, für soetwas haben wir ja ausreichedn Gedenkstätten aufgestellt…. Und die Übel sind wie oben erwähnt im Grunde nicht beseitigt – ja, stetige Existenzangst, Obrigkeitsgehorsam und ein ausgeprägter Anpasungswille prägen immer noch Viele – nun befriedigt durch den Grün-Extremismus. Das neue Ende von Deutschland hat mit der Auflösung der Bonner Republik angefangen, Berlin ist niemals ein guter Ort für alle Deutschen gewesen – denn wir sind nicht alle Preussen. Es gibt hier wirklich Viele ( aber eben nicht Alle), die aufrichtig glauben das die Welt Deutschland für die Initiative des Ausstiegs dankbar sein wird und Deutschland vorbildlich agiert. Wollt ihr den totalen Ausstieg? Danke American Viewer für diesen Text. Noch 12 Jahre, dann Kanada.

    • Danke für ihren Kommentar.

      Noch 12 Jahre, dann Kanada.

      Sie sind auch bei uns willkommen. Allerdings ist bei uns die Einwanderung schwieriger. Wir sind da ein bisschen wählerischer als die Kanadier. Zumindest was die legale Einwanderung angeht. ;-)

  10. Sehr geehrter American Viewer,
    einmal danke für diesen wunderbaren Artikel. Natürlich haben Sie recht, dass hier in Deutschland in Bezug auf Kernenergie nach Fukushima eine unangemessene Massenhysterie ausbrach. Aber sie beschrieben das, als sei es eine rein deutsche Eigenschaft unseres “Nationalcharakters” (sofern vorhanden). Dem muss ich widersprechen.

    Auch Amerikaner und andere Völker neigen zur Massenhysterie, nur halt in anderen Themenfeldern. Die Massenhysterie über Kernenergie wurde – und wird noch – von den deutschen Mittelstrommedien mit voller Absicht geschürrt. Die Mehrheit der deutschen Journalisten sind linksgerichtet, wie unser lieber Jakob Augstein, und sind Symphatisanten der Grünen. Entsprechend gestalten sie die deutsche Berichterstattung in ihrem Sinne. Hier der Beweis: http://www.focus.de/politik/deutschland/debatte-in-treue-fest_aid_629716.html

    In Amerika handeln die Mittelstrommedien aber sich nicht anders. Die Scharfmacherei vor dem Beginn des Irak-Krieges gehört u.a. dazu. Die Amerikaner glaubten am Ende tatsächlich, dass der Irak Massenvernichtungswaffen hätte, so wie heute fast alle Deutschen glauben, in Japan sei ein zweites Tschernobyl entstanden. In hoffe und bete, dass unser Volk und unsere Mittelstrommedien noch zur Einsicht kommen, bevor es zu spät ist.

    Mit freundlichen Grüßen

    Superbeowulf

    • Vielen Dank für ihren Kommentar. Massenhysterien gibt es sicher in jedem Land, das stimmt. In Sachen Umweltschutzhysterie ist Deutschland aber sicherlich führend. Bei Atomen und Genen sowieso.

      Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass sich viele Deutsche im Allgemeinen und Grüne im Besonderen für intelligent und ausgesprochen gut informiert halten. Gerne auch im Vergleich zum achso dummen Durchschnittsamerikaner. Das ist ein politisch korrektes, rassistisches Klischee, das die grünophile deutsche Medienmacht gerne pflegt.

      Vielen Dank auch für den Link zum Artikel. Ich kenne eine Vielzahl dieser Studien und Umfragen, die alle dieses erschreckende (aber auch nicht wirklich überraschende) Resultat ergeben. Herr Professor Kepplinger kannte ich bis dahin allerdings noch nicht. Ein Professor für Empirische Kommunikationsforschung der eventuell nicht links ist? Das wäre eine Rarität.

  11. AmercanViewer

    Ich freue mich, daß es Sie gibt. Und bitte bleiben Sie in Amerika. Hier in Deutschland wären Sie bestimmt schon “grünverseucht”. Und so kann ich immer wieder eine andere Perspektive lesen. Dankeschön!

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