Wahl-O-Mat 2013 und Gedanken vor der Wahl. Ignorance is bliss.

Hier noch mein Wahl-O-Mat-Ergebnis für die deutschen Bundestagswahlen 2013:

Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2013


Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2013 - Neben

Die Wahlempfehlung für die Alternative für Deutschland bleibt natürlich bestehen.

Pluralität ist nicht erwünscht.
Nach dem Gewinn der absoluten Mehrheit erzählte Seehofer in jedem Interview immer und immer wieder, wie ihn besonders die hohe Wahlbeteiligung gefreut habe, denn darum gehe es schließlich in einer Demokratie. Diese verlogenen Phrasen hört man selbstverständlich nur, wenn die eigene Partei Erfolg hat.

Kein etablierter Politiker dankt zum Beispiel der AfD, dass sie Hundertausende von Nichtwählern nach Jahren der Abstinenz wieder an die Wahlurnen mobilisieren konnte.
Im Gegenteil, die AfD wird verteufelt und als „Rattenfänger“ beschimpft. Damit werden AfD-Wähler zu Ratten gemacht und gegen Ratten ist bekanntlich alles erlaubt.

Kein Dank auch von den angeschlossenen Medien, dass die AfD so vielen Wählern wieder eine Stimme gibt und eine politische Heimat. Deutsche Medien beklagen sich gerne über Langeweile und Angepasstheit in der deutschen Politik – in Wirklichkeit unternehmen sie alles, dass neben den etablierten Linksparteien, nie andere Meinungen nach oben kommen. Alle müssen das gleiche denken, wer anders denkt, wird sofort kaltgestellt. Gucken Sie sich diese verlogene Show ruhig heute Abend im deutschen ÖRF an, aber stellen Sie am besten einen leeren Eimer neben sich.

Billige Ökonomen-Schelte.
Selbst angeblich rechte Journalisten wie Jan Fleischhauer schrieben: „Ich hege keine besonderen Sympathien für die AfD. Wenn es eine Lehre aus der Finanzkrise zu ziehen gibt, dann doch wohl die, dass man nicht zu viel auf die Prognosefähigkeit von Ökonomen geben sollte.“

Ökonomen-Schelte ist beliebt, hat im Falle des Euros aber wenig mit der Realität zu tun. Der Euro war von Anfang ein politisches Projekt. Viele Ökonomen haben gewarnt, europäische Politiker haben die Warnungen in den Wind geschlagen. Der politische Wille sollte ökonomische Gesetze außer Kraft setzen können, ähnlich „erfolgreich“ wie im Kommunismus.

Ein geschlossener Kreis aus Ja-Sagern.
Die Ökonomen hinter der AfD (Lucke, Starbatty, Hankel) sind Anti-Euro-Kämpfer der ersten Stunde. Der deutsche Politik- und Medienzirkus hat wie oben erwähnt einen Säuberungswahn, der sämtlichen Pluralismus aus dem politischen Berlin verbannt. Jeder, der nicht im Mainstream schwimmt, wird abgesägt. Frau Merkel umgibt sich nur mit Ja-Sagern. Für die Säuberungsaktionen selbst sind dann Parteien wie SPD und Grüne mitverantwortlich. Im wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums sitzen aktuell zwei Professoren, die der AfD nahe stehen: Charles B. Blankart und Roland Vaubel.

Das sind 2 Mitglieder von 41. Die anderen 39 stehen sicherlich in großer Zahl anderen, etablierten Parteien nahe. Aber das ist erlaubt. Was in den Augen von SPD und Grünen nicht geht, sind Kritiker, die bezüglich Themen wie Euro, Klimawandel, Einwanderung und so weiter eine andere Meinung vertreten. Dann ist die „Unabhängigkeit“ gefährdet. Das verstehen diese Politiker unter „Unabhängigkeit“. Wenn alle das gleiche Parteibuch besitzen und die gleiche, politisch korrekte Meinung vertreten. Diese Art der Machtausübung ist totalitär.

Auch in Amerika gab es mehr als genug Gegenstimmen.
Im amerikanischen Raum waren die Warnungen der Ökonomen vor dem Euro mindestens so groß wie in Europa. Ökonomen ganz links (Paul Krugman) und ganz rechts (Milton Friedman) haben schon zu Beginn der 90er Jahre vor den katastrophalen Folgen des Euros gewarnt. Der Euro ist eines der wenigen Themen überhaupt, wo Krugman und Friedman eine ähnliche Meinung vertraten. Zu deutschen Journalisten wie Herr Fleischhauer kann man nur sagen: Ignorance is bliss.

54 Gedanken zu „Wahl-O-Mat 2013 und Gedanken vor der Wahl. Ignorance is bliss.

  1. Man kann auf politischer Ebene ebensowenig gegen ökonomische Prinzipien ausrichten wie man gegen die Physik ankommt.
    Physik steht über der Biologie steht über Ökonomie steht über menschgemachten Regeln.
    google: Adrian Bowyers: Four Levels.

    • Danke für deinen Kommentar. Diese Art von Gedanken habe ich mir schon oft gemacht. Wenn man diese vier Ebenen nimmt, dann würde ich sie wohl ähnlich anordnen. Erst die Ebene des Physikalischen, dann des Biologischen und dann erst die Regeln, Gesetze und Wunschvorstellungen der Menschen. Ob die Ökonomie in diese Ebenvorstellung hineinpasst, müsste ich noch einmal überlegen, aber die Ökonomie steht auf jeden Fall über den menschlichen Gesetzen, Regeln und Wünschen. Vielen Dank für den Link. Deshalb betreibe ich diesen Blog. Damit andere und meine Gedanken angeregt werden.

      Hier der Link für Mitleser:
      http://adrianbowyer.blogspot.de/2011/07/fourlevels.html

      Hier ein anderer Text von Bowyer mit ein paar genialen Sätzen.
      Zum Beispiel dem:

      Democracies are intrinsically inefficient compared to, say, dictatorships in the same way that a mob is less efficient than a disciplined army, and for the same reasons.

      Oder dem:

      There are no right people to be in government because no human being – you, me, Barack Obama, Wen Jiabao; none of the seven billion of us – has the faintest idea how to run a country.

      Oder dem:

      The reason that democracy works is because it has a solid mechanism for removing people from power.

      • Danke. Ich habe den Blog auch in meiner Blogroll, komme aber nur selten dazu ihn zu lesen. Dafür lese ich die öknomischen Blogs in meiner Blogroll regelmäßig. Auch wenn das 1-2 Level unter Physik und Biologie liegt.😉

      • Es gibt sicherlich gewisse Gesetze in der Ökonomie – wie bspw. Buchungssätze. Aber (!) man sollte dies nicht überschätzen.
        Denn 1) ist es nicht gesagt, dass wir diese Gesetzmäßigkeiten erkennen können.
        2) Das selbst wenn wir manche Gesetze erkennen, sind diese evt. nicht konkret genug, um Prognosen abzuleiten. Beispiel: Preis eines Normalgutes steigt – Butter kostet nun 5€ statt 1€ => Nachfrage wird sinken. Wenn es um komplexe Zusammenhänge geht, ist eine kausale Zuordnung i.d.R. nicht möglich und Ökonomen bei weitem mehr versprechen als sie wirklich einhalten (siehe „1“ oben). Beispiel: Finanzkrisen & ihre Prognosen von der Mainstream-Ökonomie? Man hat nicht einmal die größte ökonomische Misere seit ~80Jahren auch nur erahnt! Stattdessen haben haben alle das Gegenteil behauptet (Blanchard: „the State of Macro is good“ => Lehman paar Tage später pleite => trotzdem IWF-Chef geworden).
        3) Ökonomische Mechanismen können gesteuert werden durch die Rahmenordnung. Beispiel: Vorschriften für Gebrauchtwagenhändlern, dass sie über Mängel berichten müssen oder bspw. eine halbjährige Garantie vergeben müssen schützt uns vor Missbrauch. Anderes Beispiel.: man verpflichtet Firmen zu Informationspflichten (Bilanzen) nach bestimmten Regeln. Sind diese Regeln schlecht, kann man kriminelle Machenschaften begünstigen (vgl. Enron, Geldwäsche, Steuerhinterziehung).
        Das macht Ökonomie in der Politik so schwer im öffentlichen Diskurs!! Man sollte einen ausgewogenen Weg suchen und das muss man auch in den Einzelfällen erklären können – was oft wenig Abnehmer findet & auch missbraucht werden kann (Energiewende). Extreme Meinungen: „alles verstaatlichen“ / „nur Markt“ entkommen der Begründungspflicht.

  2. Das Friedman und Krugman gegen den Euro waren/sind, ist verständlich, aus amerikanischer Sicht. Damals bestand noch die „No-Bail-Out“ Klausel. Ein solcher Euro war immer ein direkter Konkurrent zum Dollar.
    Jetzt im nachhinein betrachtet war der Euro eine gute Idee, hätte man sich an die Regeln gehalten. Aber leider hat man das nicht, und daher wird der Euro scheitern.
    Interessant für mich mit Blick auf die Börse – ein Kurs von 1,35 zum Dollar – verunsichert mich wieder. Das beide Währungen zusammenbrechen, das glaube ich dann doch nicht.

    • Das Friedman und Krugman gegen den Euro waren/sind, ist verständlich, aus amerikanischer Sicht. […] Ein solcher Euro war immer ein direkter Konkurrent zum Dollar.

      Was soll das heißen? Dass amerikanische Ökonomen wie Krugman und Friedman nationalistische Motive haben? Das glauben viele Europäer, geht aber komplett an der Sache vorbei. Solche V-Theorien halten den Euro am Leben. Dann soll es eben so sein.

      Jetzt im nachhinein betrachtet war der Euro eine gute Idee, hätte man sich an die Regeln gehalten.

      Das ist auch ein typischer Mythos. Warum glauben so viele Europäer diesen Unsinn? Die Kräfte des Euros können nicht einfach durch politische Regeln aufgehoben werden.

      Eine gemeinsame Währung braucht gewisse Voraussetzungen, um gut zu funktionieren. Ein wichtiger Punkt, der in Europa nahezu komplett fehlt, ist zum Beispiel die Mobilität der Arbeitslosen. Spanier und Griechen gehen nicht einfach nach Deutschland, wenn sie arbeitslos sind. Aus diversen Gründen machen bzw. können sie das nicht. Es bestehen Hindernisse, die nicht einmal im Ansatz beseitigt wurden und auch in Zukunft nicht beseitigt werden, weil sie zu großen Teilen gar nicht beseitigt werden können (z.B. Sprachbarrieren, verschiedene Mentalitäten usw.).

      Wenn die Spanier und Griechen nicht nach DL kommen, kommt das Geld eben zu ihnen. Andere Möglichkeiten gibt es innerhalb einer gemeinsamen Währung nicht. So lange der große Teil der Deutschen (einschließlich Mutter Merkel) diese grundlegenden ökonomischen Kräfte ignoriert und nicht versteht, wird DL eben weiter sehr viel Geld in diese Länder geben müssen. Selbst schuld, mein Mitleid geht gegen Null.

  3. Ich persönlich gebe nichts auf die Wahlbeteiligung, denn die sagt ja nichts über die Wahlqualität aus.

    Mal eine Frage wie viele Plätze hätte der Bundestag, wenn eine Partei, die 3 % der Stimmen bekommt, aber alle Direktmandate gewinnt?

    Bei 600 normal-Sitzen müssten, das doch 10.000 Sitze sein. Da wäre selbst der Parteitag in Peking neidisch.

    • Mal eine Frage wie viele Plätze hätte der Bundestag, wenn eine Partei, die 3 % der Stimmen bekommt, aber alle Direktmandate gewinnt?

      Das wäre in der Tat lustig, ist aber nur eine reine theoretische Überlegung. Aber dieser und die nächsten Bundestage werden Dank der verschlimmbesserten Wahlrechtsänderung in der Tat wohl alle deutlich größer. So ca. 50-100 Sitze mehr könnten es werden.

  4. Mein Wahl-O-Mat-Ergebnis sieht fast identisch aus. Dennoch ist die AfD – zusammen mit der Linken – die einzige Partei, die ich derzeit auf gar keinen Fall wählen würde.

    • Es ist nicht der Fehler der AfD-Wähler, dass die Unionswähler nicht erkannt haben, dass sie besser wieder FDP hätten wählen sollen. Unionswähler haben dieses Mal offenbar auf ihre Mutter Frau Merkel gehört und brav beide Stimmen der Union gegeben. Jetzt fallen Dank der Ignoranz von Frau Merkel und der rechtsliberalen Unionswähler die Stimmen unter den Tisch (4,0-4,9 Prozent), die die Union für ihre Wunschkoalition gebraucht hätten. Selbst schuld.

      • Die Bilanz ist stark negativ, über 2 Millionen Wähler sind von der FDP netto zur Union gewechselt. Vor der Wahl hat niemand auf die absolute Mehrheit spekuliert, das war erstens utopisch und zweitens extrem riskant. Nur 0.5-1.0% mehr für die FDP und Schwarz-Gelb hätte eine stabile Mehrheit gehabt. So verschenkt das bürgerliche Lager wie gesagt 4.0-4.9%, das sind über 2 Millionen Stimmen.

  5. Falls es jemanden interessiert, ich habe für die FDP gestimmt, da ich im wesentlichen Liberal eingestellt bin aber von konservativen bzw. nationalen Ansichten aller Rep. kein bisschen angesprochen fühle.

    Was mich an diesem Wahlergebnis am meisten stört ist, dass es nur noch vier Parteien im Bundestag geben wird, 7 (also Union, SPD, FDP, Grüne, Linke, AfD und noch eine von den „Anderen“) währen mir lieber gewesen.

    MfG Positron

    • Mir sind klare und stabile Verhältnisse lieber. Ich plädiere immer wieder für ein Mehrheitswahlrecht.

      So kann man diese Wahl auslegen: Die Deutschen wollen klare Verhältnisse. Klientelvereinigungen wie Grüne, FDP und Linke haben in DL aufgrund des Wahlrechtes immer schon einen viel zu großen Einfluss.

      Die Politik der großen Parteien hat sich in den letzten 20-30 Jahren nur an Grünen und Linkspartei orientiert. Eine kleine Minderheit bestimmte den Kurs. Das ist kein gutes System.

  6. Mein Wahl-O-Mat-Ergebnis sah ähnlich aus, nur ohne diese „Rechten“ wie Republikaner, Pro Deutschland und Co.: Platz 1 PDV, Platz 2 AfD und Platz 3 FDP.
    Die PDV war aber für mich nicht wählbar, weil sie definitiv keine Chance hat. Ich weiß nicht wie, aber irgendwie gelang es der AfD hingegen das berühmte Schweigekartell der Medien zu durchbrechen. Das ist nämlich das A und O für eine Partei und einen Politiker in einer Demokratie im Allgemeinen. Sie müssen ins Rampenlicht der Medien und dürfen sich nicht zu Tode schweigen lassen. Die FDP hat sich m.E. aus eigener Kraft verdient überflüssig gemacht. Ihr Fehlen dürfte man kaum spüren.

    • Ich weiß nicht wie, aber irgendwie gelang es der AfD hingegen das berühmte Schweigekartell der Medien zu durchbrechen. Das ist nämlich das A und O für eine Partei und einen Politiker in einer Demokratie im Allgemeinen.

      Herr Lucke hat das wirklich sehr gut gemacht. Ich hoffe jetzt, dass er nicht enttäuscht ist, sondern – nach einer verdienten Erholungspause – mit voller Kraft weiter macht. Im Grunde ist es nicht so wichtig ob es nun 4,5 oder 5,0% werden. Wichtig ist, dass man weiter im Gespräch bleibt. Ein großes Problem war aus meiner Sicht, dass viele Wähler die Partei noch nicht kannten. Diese Problem wurde heute am Wahltag angegangen. Durch das gute Ergebnis müssen die Medien die AfD nun zum ersten Mal auf den Titelseiten und in der Hauptsendezeit thematisieren. Diesen Schub sollte die AfD nutzen, sonst verschwindet man wieder in der Versenkung.

      Die FDP hat sich m.E. aus eigener Kraft verdient überflüssig gemacht. Ihr Fehlen dürfte man kaum spüren.

      So sehe ich das auch.

      • Ob die AfD politisch bis zur nächsten Bundestagwahl überlegt? Sie müssen es schaffen in ein paar Landtage zu kommen um nicht in die Vergessenheit zu geraten.Ich werde sie bei der kommenden Europawahl auch wählen.Eigentlich wollte ich nicht zur EU-Wahl gehen aber ich probiers noch mal mit denen

      • Ob die AfD politisch bis zur nächsten Bundestagwahl überlebt?

        Das hängt nur zum Teil von der AfD ab. Bedeutender ist die Entwicklung Europas in den nächsten Jahren. Wenn die AfD Recht hat, wird die Eurokrise nicht kleiner, sondern größer. Wenn die AfD Recht behält, sind ihre Chancen auf Wachstum gut.

        Am liebsten wäre es AfD-Anhängern wie mir natürlich, wir würden alle falsch liegen und der Euro wird ein großer Erfolg. Dann wäre die AfD überflüssig und könnte sich beruhigt wieder auflösen. Es geht nicht darum, dass wir Recht haben, es geht darum, dass es alternative politische Konzepte gibt, wenn unsere Befürchtungen eintreten.

  7. Gestern habe ich im ZDF das Geschehen verfolgt. Was bin ich froh das ich zu Hause keinen Fernseher habe und sowas nicht jeden Tag sehen muss. Ich bins echt nicht gewohnt. Die Choreographie des Grauens. Die Korrelation von Berichterstattung vor der Wahl, den Prognosen, den Hochrechnungen und den eingespielten Redebeiträgen der Parteiniks zwischen den Hochrechnungen einschliesslich der Moderation gefallen mir ganz und gar nicht. Und Schäuble kündigte bereits ein Nachkarten bis über die nächsten Wahlen hinaus an.
    Man wird sehen, man munkelte ja bereits dies wäre die letzte Chance gewesen.

    • Man wird sehen, man munkelte ja bereits dies wäre die letzte Chance gewesen.

      Daran glaube ich nicht. Es gibt immer die Chance auf eine Umkehr und/oder einen Neuanfang. Wenn die heutige Situation hoffnungslos sein soll, was müssen dann die Menschen in DL und Japan in der Stunde Null gedacht haben? Seid mal bitte nicht so pessimistisch. Für mich zum Beispiel ist klar, dass Merkel in den nächsten Wahlen nur verlieren kann. Das ist fast schon eine feste Regeln für Wahlen und für Regierungen allgemein: Erst ist man scheinbar ganz oben, dann stürzt man ins Bodenlose ab. Aktuelles Beispiel: Die deutsche FDP.

      Vielleicht ist diese Gefühlslage auch typisch deutsch: „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ – diese geflügelten Worte werden im Amerikanischen erst gar nicht übersetzt, sondern gerne als Fremdworte übernommen!😉

      • Schäuble will nachkarten? Ich lach mich schlapp. Womit denn? Mit dem nächsten Bankenrettungspaket für Griechenland?

        @Viewer

        Ich habe in diversen Foren weiterhin unverhohlenden Otpimismus der AfDler feststellen können. Auch die Wahlparty machte bei denen einen gelösten, entspannten Eindruck. Sie konnten nur gewinnen. Diese Lockerheit macht sie nach außen nur sympathischer als mäkelige Verbissenheit, Dafür haben wir Roth, Künast und Trittin. deren Gesichter haben gestern für vieles entschädigt.

      • Auch die Wahlparty machte bei denen einen gelösten, entspannten Eindruck. Sie konnten nur gewinnen.

        So sehe ich das auch. Die AfD kann auch in Zukunft fast nur gewinnen. Entweder sie behalten Recht, dann stehen sie mit Alternativen bereit. Oder sie haben Unrecht, dann lösen sie sich auch gerne wieder auf. Die AfD-Mitglieder, die ich kennengelernt habe, stehen voll im Beruf. Die sind froh, wenn sie ihre Freizeit nicht mehr mit politischer Arbeit verbringen müssen.

      • Das mit der letzten Cance bitte ich in etwa so zu verstehen:

        Die Demokratie ist nicht gerade in einem erfreulichen Zustand, Tendenz EUdSSR. Einmal verlorene demokratische Grundrechte mussten in der Geschichte oft durch kriegerische Auseinandersetzungen zurück geholt werden. Siehe deutsche Geschichte, von vorn his hinten (heute).
        Je länger der derzeitige Kurs so gefahren wird um so weiter ist der Weg zurück. Undundund.

        “Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt”

        Für psychische Störungen kann man ja die lateinischen Begriffe nehmen.😉

  8. ich verstehe es auch nicht ganz, warum so viele FDP-Wähler zu Merkel gewechselt sind.

    wenn einem der FDP-Kurs nicht gepasst hat, wäre es eigentlich logischer gewesen, ganz wen anderen und nicht ausgerechnet den Regierungspartner zu wählen.

    • Die (Rück)Wechsler zur CDU waren bei der letzten Wahl zwar FDP-Wähler, aber CDU-Anhänger. Taktische Wähler, die sich nun verspekuliert haben, weil sie auf Mutti gehört haben („Dieses Mal alle Stimmen für Mutti!“). Die eigentlichen FDP-Anhänger sind dagegen bei dieser Wahl zu anderen Parteien wie der AfD gegangen. So sehe ich das. (Natürlich ist das nur eine schematische Vereinfachung, die nichts über Einzelfälle aussagt).

      • Genau, diese seltsame Zweitstimme ist ja quasi eine Koalitionsschablone, diese FDP-Wähler waren eigentlich CDU-Wähler. Jetzt haben sie auf Mutti gehört und den Gollum lachen lassen.

      • diese FDP-Wähler waren eigentlich CDU-Wähler.

        Das ist ein Widerspruch in sich, den deutsche Medien gerne verbreiten. Wer FDP-Wähler ist, kann kein CDU-Wähler sein. Die CDU hat weder Stimmen noch Menschen gepachtet. Man kann CDU-Anhänger sein und taktischer FDP-Wähler. Das geht, das stimmt, das hatte ich geschrieben.

  9. @AV
    Ich meine, dass die Parteien sich dann wirklich in eine rechte und eine linke Partei aufteilen und sich der Medianwähler vielleicht langfristig auch nach rechts verschiebt. Kurz gesagt, würde ich mir wünschen, dass die CDU nach rechts rückt, vielleicht so auf AfD-Niveau. Der Bundestag besteht jetzt aus 4 linken Parteien, wovon 2 eigentlich nur aus Unzufriedenheit mit der SPD (zu rechts..) bestehen.
    Allerdings ist das schwierig vorherzusagen, da die Wechselwirkung aus Wahlsystem und politischer Meinung nicht so einfach zu erforschen ist.

    • Es würde eine linke und rechte Partei geben, eine Tendenz zur Mitte, aber trotzdem Platz für radikale Flügel. Natürlich liegen „links“, „rechts“ und „Mitte“ in jedem Land verschieden, im Vergleich zu Amerika zum Beispiel ist DL stark nach links verschoben.

      Ein Zweiparteiensystem allein würde an der Linksverschiebung wahrscheinlich erst einmal nicht viel ändern. Aber die interessen von kleinen Klientelgruppen hätten nicht mehr diesen Einfluss. Das ist der Vorteil. Und man könnte alle Bundestagskandidaten direkt wählen.

      Jede Wahl belehren einen in DL weltfremde, furchtbar überhebliche Politiker wie Norbert Lammert über Demokratie. Der Mann wurde in den 20, 30 Jahren seiner politischen „Karriere“ noch nie direkt in den Bundestag gewählt, aber jedes Mal hat er trotzdem schon vor der Wahl seinen Platz sicher. Was hat das noch mit Demokratie zu tun? Das ist komplett verrückt.

  10. Die AfD muß ihr Profil stärken wenn sie überleben will.Nur gegen den € reicht nicht aus.Ich habe mal die AfD gefragt was sie von Bundeswehreinsätzen im Ausland halten.Das war die Antwort

    Sie wollten gerne wissen, wie die AfD zur der Bundeswehr und Wehrpflicht und zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr steht!

    Da ich selbst Soldat bin, habe ich naturgemäß eine sehr enge Verbindung zur Bundeswehr. Als solcher wurde ich auch auf dem Landesparteitag zum Bundestagskandidaten für die Landesliste NRW aus Platz 5 gewählt. Daraus kann man meiner Meinung nach ableiten, dass die Akzeptanz innerhalb der Partei recht hoch ist, da zum damaligen Zeitpunkt sich noch niemand kannte und die Leute anhand ihrer Reden eingeschätzt und gewählt wurden.

    Die Aussetzung der Wehrpflicht war ein großer Fehler. Der Bundeswehr fehlt der Nachwuchs und als quasi Berufsarmee ist sie auch ein Stück aus der Gesellschaft gerückt. Nicht aktiv, sondern aufgrund des fehlenden, regelmäßigen Kontaktes zur Bevölkerung durch die Grundwehrdienstleistenden.
    Unabhängig davon sind auch die anderen Bereiche, die durch die Wehrpflicht mit dann Freiwilligen versorgt wurden, wie z.B. Freiwillige Feuerwehr, THW usw. von der Aussetzung und dem damit einher gehenden Verlust von Nachwuchs betroffen.

    Eine generelle Aussage zu Auslandseinsätzen ist nicht möglich, da man sich jeden Einsatz genau ansehen muss.
    Deshalb nur soviel: in Afghanistan haben wir nichts zu suchen und sollten schnellstmöglich abziehen.
    In der Türkei sind die deutschen Soldaten nicht mal erwünscht und es liegt nach meiner Einschätzung auch kein Grund für den Einsatz vor, ergo Abzug.
    Am Horn von Afrika sichern wir deutsche Wirtschaftsinteressen, demnach ist der Einsatz vertretbar.
    Über Mali kann man streiten. Ich bin der Meinung, die Franzosen sollten sich selbst um ihre ehemalige Kolonie kümmern.

    Ich hoffe, die Aussagen helfen Ihnen weiter.

    Mit freundlichen Grüßen

    Hendrik Rottmann
    Stellvertretender Sprecher der
    Alternative für Deutschland Stadtverband Köln
    http://www.koeln-alternativefuer.de

      • Das war unsauber, sorry.
        Es ist natürlich ein Kommentar zur ersten offiziellen Version, der Teile dieser enthält.

    • Die AfD muß ihr Profil stärken, wenn sie überleben will.

      Oder die Eurokrise explodiert. Das ist viel entscheidender. Die AfD sollte sich von den Medien und ihren wirren vorschlägen nicht hetzen lassen. Ein detailiertes Programm ist immer auch ein Risiko. Damit vergrault man oft nur Wähler. Oft ist es besser man lässt dem Wähler Raum für Fantasien. Die AfD sollte aus meiner Sicht bei ihren Leisten bleiben und sich hauptsächlich zum Euro äußern. Nur wenn der Euro sie nicht mehr weiterbringt, kann sie einen Versuch in die Breite machen, in dem sie zum Beispiel die rechtsliberale Partei verkörpert, die die FDP nie war.

      Danke für den Link. Eine gute Antwort. Das Personal der AfD ist nicht schlecht.

      • https://www.alternativefuer.de/partei/wahlprogramm/

        Damit wir wissen worüber wir hier reden. Es sind wichtige Punkte genannt, einiges ist widersprüchlich und anderes finde ich falsch. Aber der Rahmen, oder anders gesagt die Grundrichtung gefällt mir ausgezeichnet.

        Unter „Profil stärken“ verstehe ich, und das werde ich innerparteilich auch so anregen, die wichtigsten Punkte hervor zu heben (es ist eben nicht der Euro allein) und wenn nötig bzw möglich zu präzisieren.

        „Oft ist es besser man lässt dem Wähler Raum für Fantasien.“

        Das kann man über Formulierungen regeln, da muss man nicht gleich ganze Themen ausklammern.
        Intern werden mehr und mehr auch Ansätze für eine Belebung der demokratischen Kultur angesprochen, Stichwort schweizer Vorbild.
        So kann man („Raum für Fantasien“) anstelle des Wortes „rechtsliberal“ eher das Wort basisdemokratisch verwenden. Die AfDler die ich kenne verstehen sich als eine Art Graswurzelbewegung, die mit der AfD die Chance sehen die Demokratie insgesamt wieder zu stärken.

        „Ein detailiertes Programm ist immer auch ein Risiko.“

        Es reicht mE die üblichen Modethemen, an welchen sich viele Geister scheiden und in sinnlosen Diskussionen verlieren, entschieden zu meiden.
        So sollte man klar zu erkennen geben zZ wichtigere Dinge als Homoehen und Adoptionsrecht für Homosexuelle zu diskutieren. Später kann man das gerne noch einmal aufgreifen, wenn es tatsächlich noch jemanden interessiert. Oder die diversen Quoten-Diskussionen, fleischlose Tage oder sonstiger Zeitvertreib.
        Und ausserdem, was das Risiko angeht, haben wir wohl bewiesen mit Risiken umgehen zu können. So lange ist der Wahlkampf ja nun auch nicht vorbei das wir ihn schon vergessen hätten.

  11. Teile der Wirtschaftswissenschaften sind meiner, zugegeben voreingenommenen, Ansicht nach sogar „über“ die Biologie zu stellen weil die Biologie ihren Regeln folgt, ja folgen muss. Das wird allerdings davon überlagert dass die Wirtschaftswissenschaften Querschnittswissenschaften sind (daher auch der Plural) und einige von ihnen Anleihen bei den Sozialwissenschaften nehmen.

    • So ähnlich sehe ich es auch. Vielleicht nicht „über“ die Biologie, aber es gibt einen wechselseitigen Einfluss, der es in der Tat schwierig macht von „oben“ und „unten“ zu sprechen. Deshalb haben Sie auch die Anführungszeichen benutzt. Ähnliches kann man im Grunde über alle vier Ebenen sagen.

      Adrian Bowyer ging es in seinem Artikel bekanntlich um Macht. Die größte Macht hätten Menschen, die Entwicklungen in den „höheren“ Ebenen Biologie und Physik vorantrieben. Auf der einen Seite ist das eine interessante Idee, für die sich Beispiele finden lassen. Auf der anderen Seite ist es furchtbar naiv, denn Ideologien und politische Ideen können die Welt natürlich mindestens genauso verändern wie physikalische und biologische Entwicklungen. Bowyer kommt mir in diesem Punkt vor wie der Archetyp eines naiven Wissenschaftlers, der den Einfluss von Ideologien und Politik massiv unterschätzt.

      Man möchte Bowyer am liebsten zurufen: Christentum, Islam, Faschismus, Kommunismus? Schon mal gehört?!

      Politische Macht ist auch viel direkter. Das Internet ist ein Angebot. Tim Berners-Lee übt nicht das aus, was man gemeinhin unter „Macht“ versteht. Es ist eine ganz andere Art von Macht: Eine indirekte, eine friedliche Macht. Diese Art der Macht, die erfolgreiche Wissenschaftler haben, lässt sich nur schwer mit der direkten Macht eines Politikers, eines Mafia-Bosses oder eines Gurus vergleichen.

      Oft ist der Ablauf bekanntlich so, dass der naive Wissenschaftler etwas erfindet und Politiker/Ideologen nutzen die Erfindung dann aus. Die Macht geht in diesem Fall vom Wissenschaftler auf den Politiker/Bürokraten über. Das ist nicht einmal die Ausnahme, das ist fast schon die Regel.

      • Da liegen wir auf einer Linie, nicht wer eine Veränderung initiert, sondern wer ihren Zeitpunkt, ihre Richtung und ihre Intensität beeinflussen kann hat Macht. Bei Tim Berners Lee, ohne seine Leistung schmälern zu wollen, kann allenfalls argumentiert werden dass er auf den Zeitpunkt der „Internetrevolution“ Einfluss hatte, doch m.A.n. war noch nicht einmal das der Fall. In der Entwicklung des Internets hatte und hat Mark Zuckerberg mehr „Macht“ als Tim Berners Lee je hatte, gleiches gilt für viele andere.

        Die einfllussreichsten Personen in der Geschichte allerdings waren in der Tat die charismatischen Gründer von Ideologien und/oder Religionen. Aber selbst sie hatten nur am Anfang peönliche Macht, wenn überhaupt. Während ihr Einfluss, die Welt noch heute formt geschah und geschieht dies über ihre „Nachfolger“ welche die Interpretationshoheit über das ideologisch/religiöse „Erbe“ erlangt und verteidigt haben. Oft haben diese „Nachfolger“ mehr Macht als die „Gründer“ je hatten.

      • Der Einfluss, den Ideologien auf Menschen haben (Du & ich, Grüne, Gläubige, Jihadisten z.b.), findet letzten Endes im Gehirn statt. Ist Hirnchemie, Biologie.
        dazu: http://www.samharris.org/blog/item/islam-and-the-misuses-of-ecstasy
        Weiters rechtfertigt und verspricht der Koran ausdrücklich den Anspruch auf Kriegsbeute und beschreibt kaum etwas genauer als die korrekte Aufteilung derselben. Ökonomische Ebene.
        Aber am mächtigsten sind Ideologien über die Gefühle, die sie verursachen (ökologistische Hoffnungen, religiöse Verzückung, Euphorie, Hass, Empörung…). Zweitoberste Ebene! Ohne dass Bowyers irgendeine Ahnung von Islam oder Politik haben muss.
        Es ist ein klassischer Fehler, zu meinen, dass man mit Fakten und Argumenten gegen Gefühle ankommen könnte, das geht bei ganz wenigen Menschen, die gelernt haben, die Emotionen beiseite zu legen. Das hat seine Gründe im Aufbau und der Entstehungsgeschichte des Gehirns. Weiters hat sich die menschliche Fähigkeit zur argumentativen Diskussion vermutlich entwickelt, um zu gewinnen, nicht um zur Wahrheit vorzudringen.

  12. Unter “Profil stärken” verstehe ich, und das werde ich innerparteilich auch so anregen, die wichtigsten Punkte hervor zu heben (es ist eben nicht der Euro allein) und wenn nötig bzw möglich zu präzisieren.
    Sind Sie in der AfD,Herr Krokodil?

      • Welche Diktatur meinen Sie? EU?
        PS:Ossi oder Wessi das sollte nach fast 25 Jahren Einheit langsam vorbei sein

      • Wir haben die Diktatur der „DDR“ nicht nur im Fernsehen kennen gelernt. Den fauligen Atem einer Diktatur erkenne ich meilenweit. Und heute zieht er durch die Gassen der EU.
        Solange unsere „Eliten“ einen zentralistischen EU-Staat aus reinem Machtkalkül anstreben und jedem Kritiker dieses Vorgehens die Nationalismuskeule um die Ohren hauen wollen, solange riecht der Laden nach Diktatur. Zu unserem Glück werden die sich hoffentlich nicht zu schnell einig wer der Kaiser der EU sein wird. Gibt es diesen erst wird es nämlich noch schwerer wegen der dann weiter fortschreitenden Lähmung der Demokratie diese Verhältnisse wieder gerade zu rücken.

        Die Begriffe Ossi und Wessi benutze ich völlig entspannt und mit einem Zwinkern. Und ich möchte Sie zum Du ermuntern.

      • @Krokodil
        Ich will ja keinen Stunk machen, aber für einen wie Sie, der sich so lange im Club der Antideutschen wohlgefühlt hat, und nur durch die unwichtige Homo-Frage aus diesem zu vertreiben war, mutet ihre Parteiwahl recht seltsam an.
        Entweder Sie haben sich um 180 Grad gedreht oder Sie sind in der falschen Partei.

      • @ Olaf
        Das habe ich anders in Erinnerung.
        Auch schliesse ich aus Ihrer Wortwahl nicht auf die Absicht zu einem vernünftigen Gespräch.

        „Club der Antideutschen“ und der ominöse 180° Vorwurf ohne Bezug auf irgend einen Fakt lassen Ihren Einleitungssatz in einem besonderen Licht erscheinen.

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