Zukunft im Fall Mollath.

Beate Lakotta hat nicht nur einen Artikel zum Fall geschrieben, sondern mehrere. Schon im Dezember 2012 war sie auf der richtigen Spur und musste im Spiegel-Blog einen Shitstorm nach dem anderen ertragen. Trotzdem hat sie sich nicht unterkriegen lassen. Respekt.

Böse Hexe gefunden.
Seine Frau hat ihren Mann Jahrzehnte mit Engelsgeduld ertragen und versorgt. Sie hat die Ehe getragen, das Geld reingebracht, den Haushalt geschmissen, hundertausende Euro in den nicht bis schlecht laufenden Restaurateur-Betrieb des Mannes gesteckt und sich dann auch noch von ihm verprügeln lassen. Über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Und jetzt ist die böse Hexe. Wo sind die ganzen Feministinnen, wenn man sie mal braucht? Typisch.

Wie geht es nun weiter?
Die Chance, dass Mollath in Freiheit bleibt, ist nun sehr hoch. Die interessante Frage ist für mich, was danach kommt. Werden ihn Talkshows einladen? Wird man dort seinen Wahn sehen? Und wenn man den Wahn sieht, werden die Medien ihn auch sehen? Oder wird es gar einen “Zwischenfall” im Sinne eines gewalttätigen Ausbruches geben?

Auf jeden Fall muss Mollath dauerhaft irgendwo unterkommen. Jetzt ist er gerade in seinem „Freundeskreis“ untergebracht. Ich bin gespannt wie das weitergeht. Ein Psychotiker ist extrem anstrengend, Laien können sich kaum vorstellen wie anstrengend. Seine Frau stand über Jahrzehnte zu ihrem Mann, wie lange versorgen ihn seine angeblichen „Freunde“?


Win-Win.
Aktuell haben wir ein Ergebnis, das eigentlich fast alle, zumindest für den Moment, zufriedenstellt. Die Regierung in Bayern wollte Mollath in Freiheit sehen, sein “Freundeskreis“ wollte ihn frei haben, seine Frau wollte nur los von Mollath kommen und Mollath selbst, will sich sowieso nicht behandeln lassen. Die behandelnden Psychiater selbst werden fast am zufriedensten sein. Psychiater sind auch nur Menschen, sie machen sich das Leben eigentlich ungern selbst schwer. Von daher ist es wirklich ein Wunder, dass sie so einen extremen Querulanten wie Mollath überhaupt so lange behalten haben. Normalerweise versucht man besonders schwierige Patienten so schnell es geht loszuwerden.

Die Welt feiert derweil Gerhard Strate, als „den Mann, der Gustl Mollath rausholte“. Dabei hat Strate keine Leistung erbracht, außer gutem Timing. Er übernahm den Fall erst, als alle Seiten die Freilassung Mollaths zum Ziel hatten. Mit am ärgsten drängte die Bayerische Regierung auf eine Freilassung. Die CSU wollte das Thema unbedingt noch vor den Wahlen abräumen. Schwer enttäuscht über die Freilassung waren letztendlich die Medien, die das Thema gerne bis zu den Wahlen behalten hätten. Es war ein politisches Urteil, wie die taz richtig erkannte.

Jackpot einsammeln.
Kritisch betrachtet, hat Mollath sich bisher nie selbst getragen. Erst versorgten ihn die Eltern, dann trug in jahrelang seine Frau, jetzt werden sich seine „Freunde“ ein paar Wochen versuchen und dann, wenn alles nach „Schadenersatz“-Plan läuft, darf bis zum Lebensende der deutsche Steuerzahler ran.

Drei Fälle aus Regensburg.
Die Welt hat aktuell einen Artikel zum Fall im Aufmacher: „Mollath und der Todesfahrer – Irrsinn in Regensburg.“ Im Artikel werden drei Regensburger Fälle mit psychisch kranken Menschen besprochen: Der Fall eines Todesfahres, der Fall Eisenberg und der Fall Mollath. Ich kenne alle drei Fälle. Ein ambulanter psychiatrischer Patient fuhr vor wenigen Tagen ein kleines Mädchen tot. Im Fall Eisenberg wurde ein psychotischer Student namens Eisenberg, der seinen Mitbewohner und zwei Polizisten mit einem Messer attackierte, von der Polizei erschossen.

Alle drei Fälle sind für die Medien ein Skandal, was für mich belegt, dass man es Medien und den dadurch aufgetzten Menschen nie recht machen kann und nie recht machen wird. Bei Eisenberg hieß es: Warum habt ihr ihn erschossen? Bei Mollath heißt es: Warum habt ihr ihn eingesperrt? Beim Todesfahrer heißt es nun natürlich: Warum war der nicht eingesperrt?

Grobe Fehler gab es in allen drei Fällen nicht. Der Todesfahrer war bisher nicht mit Fremdgefährdung aufgefallen, da war nach meinem Recherchen nicht viel zu machen. Psychiater können nicht Hellsehen, sie können nur Vergangenheit und Gegenwart zur Kenntnis nehmen und daraus Risikoprofile für die Zukunft erstellen. Aber: Voraussagen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.

Die Welt fragt nach Kriterien für Fremdgefährdung, da nenne ich gerne ein Beispiel: Wenn ein Psychotiker jahrelang seine Frau immer wieder verprügelt und über hundert Reifen zersticht. Das wäre ein Beispiel für Fremdgefährdung.

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45 Gedanken zu „Zukunft im Fall Mollath.

  1. Etwas passt aber nicht so ganz in deine Erklärung. Die Frau hat eine großartige Karriere, die es ihr erlaubt das Geschäft von Mollath mit 200k € über Wasser zu halten. Dieses eher selbstbewusste Verhalten passt nicht zu der beschriebenen, mutmaßlichen Opferhaltung.

    Ein sehr interessanter Fall. Momentan weiß ich nicht wem ich glauben soll. Ich werde mir mal eine Mindmap und ein Zeitablaufdiagramm erstellen.

    • Die Frau hat ihren Mann Jahrzehnte lang geliebt, irgendwann ist die Kraft für die Ehe zu Ende bzw. der Mut für einen Schnitt ist groß genug, was gibt es daran nicht zu verstehen. Was bei Frau M. vielleicht noch dazu kommt: Sie ist ja mittlerweile „Geistheilerin“, was jetzt nicht gerade für Rationalität spricht. Vielleicht ist es einfach so: Um jemanden wie Mollath über Jahrzehnte zu ertragen, ist es von Vorteil, wenn man selbst nicht ganz rational ist.

  2. Danke für die Hinweise zu dem Fall Mollath. Da war ich schlecht informiert. Ein Querulant mit Verfolgungswahn. Mir rätselhaft, wie man nach ausführlichen Artikeln in Zeit und Spiegel daran zweifeln kann.
    Shaze: ist Liebe als Erklärung zu wenig naheliegend?

  3. Nunja, in Geldwäsche verwickelt zu sein macht sie öffentlich wohl sehr unsympathisch. Zumal eben mittlerweile eh alle gebiast sind. Mann deckt Straftat einer Bank auf und kommt dafür in Psychatrie, das passt zum Zeitgeist. Der Steuerzahler muss ja sowieso ran, ob nun in Psychatrie oder Freiheit, oder?

    • Nunja, in Geldwäsche verwickelt zu sein macht sie öffentlich wohl sehr unsympathisch.

      Geldwäsche ist eine Straftat, mit so Vorwürfen wäre ich vorsichtig. Aber die Themenkomplexe Banken und Politik sind in der Tat die beiden Motive, warum kaum einer auf der Seite von Frau M. steht. Aron Sperber hat es gut erklärt. Die Medien würden sich kein bisschen für den Fall Mollath interessieren, wenn die Banken- und Politikseite nicht wäre. Mollath wird von den Medien nur benutzt. Jetzt sind die meisten Medien tief enttäuscht, dass er vor den Wahlen frei gekommen ist. So viel liegt den Medien an Mollaths Freiheit.

      Zumal eben mittlerweile eh alle gebiast sind.

      Klar, aber der Bias liegt auf deiner Seite.

      • Meines Wissens nach wurde ihr immerhin aus diesen Gründen gekündigt. Muss natürlich kein endgültiger Beweis sein, den wird man in solchen Fällen aber wohl sehr selten erhalten können. Ich hab mich da auch einfach unglücklich ausgedrückt. Das sollte nicht meine Meinung widerspiegeln
        Unabhängig davon, ob Herr Mollath jetzt psychisch gestört ist oder nicht, sind die ganzen Beweise gegen ihn bzw. für seine Straftaten schon äußerst dubios zustande gekommen. Das alles sind die Gründe, warum die öffentliche Darstellung ist, wie sie ist.
        Neutrale Berichterstattung zu finden ist sehr schwierig

      • Ich hab mich da auch einfach unglücklich ausgedrückt.

        Das Entgegenkommen freut mich. Dann komme ich dir auch entgegen und stimme dir zu, dass die Beweisaufnahme im Fall Mollath nicht ideal war. Aber es waren immerhin klare Personen- und Sachbeweise in Form von Zeugenaussagen, Gutachten und Urkunden. Das sind nicht mal Indizien gewesen, das waren handfeste Beweise wie in der deutschen Strafprozessordnung vorgesehen, während Herr Mollath nichts zu seiner Entlastung beitragen konnte und/oder wollte. Er benahm sich in den Prozessen zudem so grotesk (siehe Lakotta-Artikel), dass die Richter seine geistige Gesundheit anzweifeln mussten. Vor diesem Hintergrund haben die Richter entschieden, da kann man ihnen kaum einen Vorwurf machen.

      • Liebe(r) Lauchie,
        soweit ich das mitbekommen habe wurde Geldwäsche nicht nachgewiesen.

        Frau M. hat eigene Bankkunden an andere Banken vermittelt und dafür wohl Provision erhalten. Anscheinend ist das nicht justiziabel. War aber der Grund für die Bank das Arbeitsrechtsverhältnis zu kündigen. Anscheinend waren die Beweislage oder der Grund doch nicht so stabil. Frau M. hat gegen die Kündigung geklagt. In einem außergerichtlichen Vergleich hat sie eine Entschädigung von 20 000 € erhalten und auf die Fortsetzung des Arbeitsrechtsverhältnisses verzichtet.

        Herzlich, Paul

      • Lieber Paul,

        Geldwäsche wurde nachgewiesen, grundsätzlich Verstöße gegen Gesetze, nur direkt Schwarzgeld nicht…weil die Bank keinen Zugriff auf Steuerunterlagen hat.

        Petra M. hat ab 1.2.03 bei einer Tochterbank in Berlin gearbeitet…und gegen die Kündigung der HVB geklagt…weil sie ja da schon bei der Tochterbank gearbeitet hat.
        Den Vergleich gabs…weil die Bank Petra M. unbedingt loswerden wollte.

        Üblicherweise gibt’s da 1/2 Bruttolohn pro Jahr Beschäftigungsjahr…Petra M. hat die Hälfte bekommen.
        Herzlichst
        Helga

      • Geldwäsche wurde nachgewiesen, grundsätzlich Verstöße gegen Gesetze

        Natürlich. Deshalb gab es auch so so viele Strafverfahren gegen Frau M., in denen Straftaten nachgewiesen und entsprechend bestraft wurden. Ach nein, ich vergass es gab diese Strafverfahren nicht, weil es sich im Fall Mollath um eine Verschwörung der bayerischen Justiz handelt. Die stecken alle unter einer Decke!

  4. Der Fall Mollath scheint in der Tat auch ein Medienskandal zu sein. Es gibt zu Viele, die zu wenig Zeit haben sich zu informieren, und die dennoch darüber schreiben. Meist nur, um die eigene, vorgefaßte Meinung zu bestätigen. So auch hier.
    Vielleicht haben Sie einfach noch keinen Blick für Spin in Veröffentlichungen. Sonst hätten Sie so durchsichtige Artikel wie die von Lakotta und Rückert nicht so gelobt.
    Wenn man sich durch Ihre Textwüsten gekämpft bleibt als einziger Gewinn die Stellungnahme von klaus, August 7, 2013 um 12:10, im vorherigen Beitrag. Anders als Sie weiß er worüber er redet.

    • Vielleicht haben Sie einfach noch keinen Blick für Spin in Veröffentlichungen. Sonst hätten Sie so durchsichtige Artikel wie die von Lakotta und Rückert nicht so gelobt.

      Die zwei Journalisten, die die Punkte nennen, die von den anderen 98% der Journalisten bewusst verschwiegen wurden, sollte man dringend den „wahren Spin“ vorwerfen. Das sehe ich auch so.

      Was bei den Zeit- und Spiegel-Artikeln erschwerend hinzu kommt ist, dass beide Seiten beleuchtet wurden. Das geht gar nicht, auch das sehe ich ein. Rückert hätte sich bei “Report Mainz” erkundigen sollen wie „Journalismus“ ohne Spin aussieht: Alle Punkte, die für eine Sache sprechen aneinander ketten und alles andere verschweigen. Dann ist der deutsche Michel happy und zahlt gerne seine 20€ (?) GEZ-Gebühr im Monat.

  5. Lieber Paul,
    interne Berichte der Hypovereinsbank bestätigen die Vorwürfe gegen Frau Mollath. Auch das ist kein endgültiger Beweis, verdichtet aber das Bild

      • Sorry, Lauchie, aber da ist jetzt genau gar kein Fleisch am Knochen. Kein Hauch von Geldwäsche, null Delikte (Es ist nicht strafbar, Geld in die Schweiz zu überweisen, auch Kurierfahrten sind nicht verboten), zusammengefasst: gar nix. Zumindest nichts, was wenigstens eine fristlose Kündigung von Frau Mollath gerechtfertigt hätte, wie der Vergleich ja zeigt.
        Im Uebrigen wird von „Unterstützern“ immer so getan, als wären dies die einzigen Vorwürfe von Herrn Mollath gewesen, die dann zu einer Verschwörung (mit welcher Absicht eigentlich?) gegen den unschuldigen Streiter für Recht und Ordnung geführt hätten. Diese waren im Gegenteil ein Bruchteil der Anwürfe, die dieser Herr produziert hatte.
        Ich bin kein Psychiater, ich kann nicht beurteilen, ob es gerechtfertigt war, Herrn Mollath einzuweisen. Die von „Unterstützern“ aber noch so gerne vorgebrachte Version der Verschwörung der „Mächtigen“ gegen den unbescholtenen Bürger Mollath ist aber schlicht dermassen infantil, dass man unweigerlich darüber nachdenken muss, woher die Beachtung dieses Falles denn eigentlich kommt. Schliesslich bekommt nicht jeder leicht angeschupfte Querulant eine solche Bühne. Allerdings passt auch nicht jedes Geschichtchen so gut zur Medienhatz gegen die grössten Verbrecher seit Attila dem Hunnen: dem Steuerhinterzieher.

      • Es ist nicht strafbar, Geld in die Schweiz zu überweisen.

        Ein wichtiger Punkt. Für viele Deutsche ist eine Geldanlage in der Schweiz offenbar schon eine Straftat. Zumindest wenn man in DL lebt und arbeitet. Deshalb werden auch deutsche Steuerzahler wie Hoeneß gehängt und Menschen wie Schuhmacher, Vettel und Beckenbauer sind in DL Helden. Das wirkt auf mich alles sehr surreal, ja wahnsinnig.

      • Danke Lauchie für den Hinweis.
        Habe mich durchgearbeitet. Ist für einen Nichtfachmann nicht ganz einfach. Geldwäsche und andere strafbare Handlungen habe ich nicht gefunden. Sicherlich gibt es keine, weil ich keine Hinweise für die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens gegen Frau M. gefunden habe.
        Sicherlich bewegen sich manche der Geschäfte in einer Grauzone, die wohl nicht justiziabel ist.
        Allenfalls erkenne ich Hinweise auf Verstöße der Frau M. gegen interne Festlegungen ihres Arbeitgebers. Die sind anscheinend aber nicht ausreichend für die Begründung einer Entlassung. Jedenfalls deute ich den Vergleich in diese Richtung.

        Das Verhalten des Herrn Mollath ist sehr merkwürdig. Nachdem er den „Stein in’s rollen gebracht hat“, verweigert er die Kooperation mit der Bank. Das verstehe wer kann? Ich verstehe es nicht.

        Lieber Max,
        danke für deine Unterstützung. Es ist immer gut, zu wissen, dass man mit seiner Auffassung nicht alleine da steht. Ganz besonders wenn sie gegen die „Herrschende Meinung“ steht.

        Lieber Viewer,
        so sehe ich das auch. Ist es nicht gut, dass wir auch mal einer Meinung sind? 🙂

        Euch allen herzliche Grüße, Paul

      • @Paul

        Lieber Viewer,
        so sehe ich das auch. Ist es nicht gut, dass wir auch mal einer Meinung sind? 🙂

        Das war mein Lebensziel, jetzt kann ich in Frieden sterben. 😉

  6. Ich fand den Gedanken, dass unser Staat, der sich nicht zu schade dafür ist, auf kriminelle Art und Weise an die Daten von Steuervermeidern (siehe Schweizer Steuer-CDs) zu kommen und der auch solche Prominenten wie Herrn Hoeneß nicht verschont, auf einmal ein gigantisches Vertuschungsmanöver inszeniert, immer schon abstrus.

      • Die Nehmerländer verpfeffern dann gern mal alles auf den letzten Drücker (obwohl’s meist vorher schon weg ist), um dann mehr zu bekommen. Und keiner sägt sich den eigenen Ast ab. Bin gespannt wie lange das noch so weitergeht

      • Warum brauchen sie dann Hoeneß‘ Steuern, wenn sie sowieso in Bremen und Berlin landen?

      • Im Fall Hoeneß geht es doch nicht um die Geldsumme an sich, sondern um Politik. Die Story verkauft sich gut, deshalb hängen sich die Medien rein. Linke Medien wie die SZ können damit gleich Politik machen, umso besser. Und Seehofer hängt sich rein, weil Wahlkampf ist. Es sind im Prinzip genau die gleichen Beweggründe wie im Fall Mollath auch.

  7. @max
    Sie hat beschissen, das steht da drin.
    Wiegesagt, es gibt noch einen neueren Revisionsbericht, den ich derzeit nicht auftreiben kann (falls er überhaupt öffentlich ist 😉 ).

    • Lieber Lauchie, sie hat (gemäss diesem Gutachten) gegen geschäftsinterne Regelungen verstossen, allerdings nicht in dem Masse, dass eine fristlose Kündigung gerechtfertigt gewesen wäre (siehe Vergleich). Das macht sie aber weder zur Geldwäscherin, noch zu irgend etwas anderem. Genau das steht in dem Schriftstück. Von kriminellen Machenschaften keine Spur. Die hätten unzweifelhaft eine gerechtfertigte fristlose Kündigung inklusive Strafanzeige zur Folge gehabt.

      • Wiegesagt, sie hat beschissen 😉 Und wiegesagt, es gibt einen neueren Bericht. Das die Hypovereinsbank nicht die Schlagzeile „Hypovereinsbank betreibt Geldwäsche!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!111einself“ lesen möchte, ist auch nachvollziehbar

      • Dann wären wir ja schon einmal so weit, dass es in diesem Bericht nicht den Hauch von den behaupteten Delikten gibt. Immerhin.
        Was die Bank gerne lesen möchte, spielt eigentlich eine untergeordnete Rolle, schliesslich handelt es sich bei Geldwäscherei um ein Offizialdelikt (auch wenn Deutschland entsprechende Abkommen eigenartigerweise immer noch nicht ratifiziert hat; darüber sollte man in Deutschland einmal nachdenken, bevor man wieder einmal mit dem Finger auf die Schweiz zeigt) und da muss die Staatsanwaltschaft von sich aus tätig werden. Abgesehen davon bin ich mir nicht sicher, ob die Bank lieber die Schlagzeile „Bank deckt Geldwäscherin“ oder „Bank vertuscht Geldwäscherei“ lesen würde.

      • Noch etwas: unterhalte Dich doch mal mit einem Bankenprofi. Frag ihn, ob es besonders geschickt wäre, in der Schweiz Geld zu waschen. Du wirst über die Antwort überrascht sein, und noch überraschter, wenn Du erfährst, wo überall es um Welten einfacher ist, Geld zu waschen.

  8. Tatsache ist, dass die ganze Finanz-Branche bis zum Crash 2008 im Rausch war.

    zur Verantwortung gezogen wurden hauptsächlich neue private Vermögensberater wie der AWD, aber staatsnahe alte Banken und Versicherungen waren mindestens genauso beteiligt (nach eigener Erfahrung noch schlimmer).

    und wir alle (inkl. der brave Staat, der nicht einmal mit der eigenen Kohle zockte) waren alle gern bereit zu glauben, dass es immer weiter nach oben gehen würde.

    Frau Mollath war wohl Teil dieses Systems, ihr Mann hatte bis zur Scheidung auch kein Problem gehabt, Geld von diesem System zu beziehen.

    alles was an Mollaths Vorwürfen zutrifft, sind Vorwürfe, die wohl auf jeden Finanzberater jener Epoche zutreffen würden.

    mein Versicherungsmakler der höchst biederen „Wiener Städtischen“ hatte mir eine Lebenversicherung aufgeschwatzt mit völlig unwahren Zusicherungen (aus 7.000,- garantiert 14.000,- in 20 Jahren)

    seine Nachfolgerin rückte (nach der Finanzkrise und seiner Pension) mit der Wahrheit heraus: Garantie 7.000,- in 20 Jahren (vorausgesetzt die Erste Bank, welche für die Einlage haftet, existiert dann noch).

    dass Vorwürfe gegen seine Frau (wie auf 90 % aller Vermögensberater) zutreffen, ändert jedoch nicht daran, dass Mollath ein gemeingefährlicher Mensch sein dürfte.

    • Es stimmt im Finanzsystem liegt vieles im Argen. Umso tragikkomischer ist, dass viele Deutschen einen Psychotiker als Kronzeugen gegen das System benennen. Es scheint gerade so, als seien diese Wählern rationalen Argumenten erst gar nicht zugänglich.

      Man sieht ähnliches Verhalten auch im Umgang mit der AfD, die erst gar nicht angehört und am besten gleich verprügelt wird.

      mein Versicherungsmakler der höchst biederen “Wiener Städtischen” hatte mir eine Lebenversicherung aufgeschwatzt mit völlig unwahren Zusicherungen (aus 7.000,- garantiert 14.000,- in 20 Jahren)

      Versicherungsmakler und Finanzberater lügen einem nahezu immer ins Gesicht. Man darf Ihnen kein Wort glauben. Ich habe Versicherungen nur bei Firmen, bei denen schon meine (Schwieger)Eltern bzw. Großeltern Kunden waren. Wenn man über Jahrzehnte sieht, dass Versprechen und Verträge eingehalten werden, entsteht langsam Vertrauen. Aber auch den Vertretern dieser Versicherungen glaube ich kein Wort. Diese Menschen leben von Provisionen. Da muss man sehr hart bleiben und die Vertreter vor die Türe setzen. Ich habe 2-3 Versicherungen, bei denen mich der Staat zwingt, dass ich sie habe, den Rest lehne ich ab. Meine Versicherung akzeptiert das auch. Ich habe denen einfach gesagt, dass ich keine Vertreter sehen und hören will, sonst erfolge die Kündigung. Seither habe ich meine Ruhe.


      • Eine leider sehr zutreffende Realsatire über den Umgang der Medien mit der AfD. Wobei Lucke in ein paar Talkshows ganz gut davonkam.

      • Friedman. Mehr muss man dazu nicht sagen. Ich habe schon oft gesagt, dass ich es bedauerlich finde, wie Paolo Pinkel, den Nachnamen von Milton Friedman in den Schmutz zieht. Der Mann ist generell eine Katastrophe für die israelische Sache in DL. Es wurde auch schon die Vermutung geäußert, dass Antisemiten diese Kunstfigur bewusst immer wieder ins Rampenlicht ziehen, um unserer Sache zu schaden. Andere Erklärungen sind schwer auszumachen, jeder andere, wäre nach diesen Skandalen schon längst nicht mehr am Drücker. Aber Friedman darf immer noch „moderieren“ und wird immer noch eingeladen als moralische Instanz.

      • Die Diskussion, Deutschland raus aus der Eurozone finde ich generell nutzlos. Gehen wir diesen Verlauf mal im Kopf durch, angenommen Deutschland geht zurück zur D-Mark, hat wieder Zoll und bleibt bei einer starken und soliden Wirtschaftsleistung (was angesichts des Zolls schon eher schwierig wird). Nun geht die Wirtschaft ihren gewohnten Lauf und produziert fleissig weiter. Würden Deutschland dann nicht das gleiche Schicksal erleiden wie die Schweiz? Nämlich das die D-Mark so stark wird, das sich kein Ausländer die Waren leisten kann?

      • Gehen wir diesen Verlauf mal im Kopf durch

        Das habe ich auf diesem Blog schon viele dutzende Male gemacht. Folgen Sie einfach Tags wie „Euro“, „Eurokrise“ etc. Gerade am Beispiel der Schweiz habe ich das Thema ausführlich besprochen.

        hat wieder Zoll

        Zoll. Ein interessantes Thema, das aber nichts mit dem Euro zu tun hat.

        Würde Deutschland dann nicht das gleiche Schicksal erleiden wie die Schweiz?

        Wahrscheinlich ja. DL würde wie die Schweiz eines der reichsten Länder der Erde werden mit entsprechender Lebensqualität. Ein wirkliches hartes Schicksal.

        Nämlich das die D-Mark so stark wird, das sich kein Ausländer die Waren leisten kann?

        Vorbild ist in der Tat die Schweiz. Die Schweiz dominiert ihren eigenen Wechselkurs. Die Notenbank bestimmt den Wert des Frankens quasi selbst. China ist ein anderes Vorbild. Ich finde es schade, dass gerade Sie als Schweizerin nicht wissen, was ihr Land seit einigen Jahren bezüglich des Wechselkurses unternimmt.

  9. @max
    Ich bin der Meinung, dass die Indizien für eine Verwicklung in illegale Geschäfte sprechen.
    Ich zeige nicht mit dem Finger auf die Schweiz und habe keine Ahnung wie geschickt es ist, wo Geld zu waschen. Ich wusste bis vor wenigen Tagen nicht einmal was Geldwäsche genau ist

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