Der nächste Wahnsinnige ist gesund.

Gerald Traufetter brachte einmal im Spiegel das zweite Breivik-Gutachten auf den Punkt: „Der Wahnsinnige soll gesund werden.“ Eine ähnliche Pose spielt sich aktuell in Deutschland ab: Der Fall Mollath. Natürlich erreicht der Fall nicht die Dimensionen von Breivik. Der Fall Mollath ist, wie die meisten aller Skandale in Deutschland, ein Scheinskandal. Viel Wind um nichts, aber lehrreich insofern, dass man Deutschland und seine Macken besser kennenlernt.

Der Fall Mollath begann damit, dass „Report Mainz“ im Herbst letzten Jahres den Fall skandalisierte und politisierte. Es liegt an der Struktur der deutschen Presselandschaft, die bekanntlich staatlich dominiert ist, dass die Medien in Deutschland – seit ich sie verfolge – noch nie einen relevanten Skandal aufgedeckt haben. Ich gehe nicht davon aus, dass es in Deutschland keine Skandale gibt. Man lebt in Deutschland offenbar nur gut damit, dass man die relevanten Themen außen vor lässt. Es ist ja auch praktisch: Man muss nicht wirklich recherchieren. Der Deutsche liebt, ähnlich wie der Amerikaner, politisierte Scheinskandal-Scheiße, die mit zwei Litern Bias übergossen und als Journalismus verkauft wird.

Es gibt zwei aufrichtige Artikel zum Fall Mollath, die den Namen Journalismus verdienen. Sie wurden von vier Journalistinnen geschrieben, die die deutsche Medienhetze interessanterweise nicht mitmachten. Es gehört aus meiner Sicht eine Menge Mut dazu, wenn man so gegen seine Kollegen anschreibt, die in der Mehrheit gänzlich andere Versionen der Geschichte erzählen und sich selbst beweihräuchern, was für tolle Aufklärer sie doch sind.

Der erste Artikel erschien im Dezember 2012 in der Zeit und wurde von Anita Blasberg, Kerstin Kohlenberg und Sabine Rückert geschrieben. Der zweite Artikel erschien in der Druckversion des Spiegels im Juli 2013 und stammt von Beate Lakotta. Zumindest den Spiegel-Artikel von Frau Lakotta sollte jeder Interessierte des Falles lesen. Er ist aktuell, bündig und beleuchtet beide Seiten. Selbst die größten GEZ-Gläubigen müssten doch zumindest diesen kurzen Text durchlesen können.


Der Fall Mollath ist kein Justizskandal. Er ist auch kein Psychiatrieskandal.
Der Fall Mollath ist ein Medienskandal.

Aus psychiatrischer Sicht ist Mollath erkrankt und für andere gefährlich. Deshalb saß er im Bezirkskrankenhaus Bayreuth ein. Sobald die behandelnden Ärzte dort festgestellt hätten, dass die Gefährlichkeit ausreichend abgenommen hat, hätten sie die Freilassung empfohlen. So weit, so rational.

Dann schalteten sich die Medien ein, zuerst das ZDF, und verlangten a) die Einmischung der Politik und b) ein anderes Urteil. Wie Herr Röhl von Achgut mit einem Beispiel belegt, wird natürlich keiner der Politiker und Journalisten die Verantwortung übernehmen, wenn die Freilassung schief geht. Spiegel Online brachte es vor einigen Tagen sogar fertig, erst einen „Mollath-Justizskandal“-Artikel zu veröffentlichen und dann direkt darunter einen Artikel über einen psychisch kranken Autobahn-Rasser. Tenor des Artikels über den Todesrasser: „Warum wurde der Mann nicht schon längst psychiatrisch eingewiesen?!“

Nach den Amokläufen von Newtown, Aurora und Tucson verweigern deutsche Medien zum Teil bis heute die psychiatrische Komponente. Von Breivik ganz zu schweigen. Aber sobald dann die psychiatrische Komponente politisch doch ins Konzept passt, geht es als Nächstes immer so weiter: „Raubtierkapitalistische Amerikaner eben. Diese Erkrankten hätte man lange vorher einweisen müssen. Aber so ist eben Amerika. Dort werden nicht einmal die psychisch Kranken behandelt!“ Die Medien sind immer fein raus.

Man kann den Fall Mollath natürlich auch philosophisch und relativ betrachten, ähnlich der Methode Lütz. Macht man es so, kommt man vielleicht zu diesem Schluss: Im Vergleich zu den komplett durchgeknallten, anti-aufklärischen, gemeingefährlichen Teilen der deutschen Medienlandschaft ist Mollath geistig gesund und ungefährlich.

42 Gedanken zu „Der nächste Wahnsinnige ist gesund.

  1. Wenn man so die Kommentarspalten bei Spon, WeltOnline und Focus liest scheinen die Medien wohl ganze Arbeit geleistet zu haben. Ich habe seltsamerweise nur bei Spon einige wenige vernünftige Kommentare gelesen. Der ganze Rest trieft nur so von Verschwörungstheorien.

    • Es tun sich in der Tat mal wieder tiefe Abgründe in einem so genannten „aufgeklärten“, westlichen Land.

      Aber immerhin die bayerische Justizministerin Merk scheint in dieser Sache vernünftig zu denken. Die Welt schreibt: „Merk stellte sich konsequent auf den Standpunkt, dass richterliche Entscheidungen weder zu kommentieren noch zu bewerten seien.“ Und gesagt hat sie wörtlich: „Das Ansehen der Justiz hat unter vielen Gesichtspunkten gelitten, unter anderem auch, weil Opposition und manche Medien das Thema Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung in keiner Weise beachtet haben.“
      – Baaaam! Volltreffer.

      Der GEZ-Funk in DL gibt die Politik vor. Politiker und Justiz setzen nur noch die Vorgaben um. Jeder konservative und liberale Politiker in DL müsste eigentlich auf die sofortige Zerschlagung und Privatisierung dieser tonangebenden, zutiefst parteiischen Medienmacht drängen.

  2. Tut mir Leid, aber ich habe nicht den Eindruck als ob Sie sich eingehend mit dem Fall beschäftigt haben. Ich halte insofern gar nichts von Ihrem Urteil, auch wenn vollkommen zurecht darauf hingewiesen wird, dass die Medien bei psychisch Kranken Rosinenpicken vornehmen und insofern mit Vorsicht zu genießen sind. Aber im Fall Mollath handelt sich in der Tat um einen immensen Justizskandal. Im übrigen glauben Sie doch nicht wirklich das Herr Strade den Fall einfach so kostenlos übernimmt, oder? Das ist absurd.

    Im ersten von Ihnen zitierten Artikel steht u.a.: ## »Warum ging man seinen Anschuldigungen nicht nach?«, wird gefragt. »Nur aufgrund von Pauschalbeschuldigungen kann eine Staatsanwaltschaft nicht ermitteln«, erwidert Merk. ## Man hat die Dokumente einer Reihe von hochrangigen Steuerfahndern vorlegt und die haben gesagt, dass man sofort anhand der Details weiß, dass es sich um Insiderwissen handelt und auf jeden Fall derart ein Anfangsverdacht vorhanden ist, dass man ermitteln muss. Wenn dann allerdings der Richter Brixner bei den Ermittlern vorbei kommt – ein sehr guter Freund vom neuen Lebensgefährten von Frau Mollath – und Einfluss auf die Ermittlungen nimmt ist alles okay, oder?

    Oder: ## Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er seine Frau Petra am 12. August 2001 ohne Anlass mit beiden Fäusten heftig traktiert, kräftig in den Arm gebissen und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt hatte. Auf die am Boden Liegende habe er mit Füßen eingetreten. Petra Mollath hatte zwei Tage später eine Ärztin aufgesucht […] Die Ärztin wurde in der Hauptverhandlung allerdings nie als Zeugin gehört. ## Beschäftigen Sie sich doch einmal wirklich mit dem Fall, ebenso die Autorin… das ist ja absurd. Das besagt Attest wurde ein dreiviertel Jahr (!!!!) später ausgestellt und das auch nicht von ihr selbst, sondern von ihrem Sohn.

    Ich könnte ewig so weiter machen über diesen nicht sehr objektiven Artikel, auch wenn er sich in diesem Kleid präsentiert. Und das jemand nur noch Verschwörungen wittert, wenn er derartig von den Mühlen der Justiz von Psychatrie gedreht wird finde ich auch alles andere als besonders. Wie würde uns es denn gehen in solch einem Fall? Und das er sich in der Psychatrie nicht der Behandlung unterworfen hat, wenn er nicht krank ist, sollte ja klar sein. Das ist mit Sicherheit ein extremer Prinzipienmensch und deswegen dann auch die massive Verweigerungshaltung in der Psychatrie. Wobei er dann bestimmt auch in einer Ausnahmesituation zusätzlich war … zumindest würde es mir so gehen, wenn ich unschuldig im „Knast“ wäre und Mördern / Vergewaltigern. Schauen Sie doch einmal in der ARD Mediathek unter Mollath. Es gab da eine ca. 40min lange Reportage, die eigentlich alle groben Fakten präsentiert. Wenn Sie dann immer noch nicht überzeugt sind, dann sollten Sie u.a. die Anträge zur Wiederaufnahme lesen.

    So ist der Artikel hier leider nichts … bis auf die Diagnose, dass die Medien gerne „Kirschen-lesen“ betreiben. Aber ich glaube nicht, dass das jmd. hier groß auf dem Blogg überrascht.

    • So ist der Artikel hier leider nichts … bis auf die Diagnose, dass die Medien gerne “Kirschen-lesen” betreiben. Aber ich glaube nicht, dass das jmd. hier groß auf dem Blogg überrascht.

      Kirschenlesen ist nicht meine Diagnose, sondern deine Verharmlosung. Meine Diagnose ist, dass die GEZ-Medien ein unantastbarer Staat im Staate sind. Sie sind nicht unabhängig, sie machen Politik, sie fahren Kampagnen, die Qualität ist miserabel, sie lügen. Das sind meine Diagnosen und noch einige mehr.

      Schauen Sie doch einmal in der ARD Mediathek unter Mollath. Es gab da eine ca. 40min lange Reportage, die eigentlich alle groben Fakten präsentiert. Wenn Sie dann immer noch nicht überzeugt sind, dann sollten Sie u.a. die Anträge zur Wiederaufnahme lesen.

      Das ist der Witz des Jahrhunderts, dass ich mir jetzt auch noch GEZ-Sendungen angucken soll, um an die „Fakten“ zu gelangen. Und du willst etwas von meinem Blog gelernt haben? Was denn?! Dass man bei der GEZ an „Fakten, Fakten, Fakten“ kommt?! Da kann ich beim besten Willen nicht mehr helfen. Da ist alles zu spät.

      Ganz allgemein muss ich mal loswerden, dass lange Kommentare nur sehr selten sinnvoll sind. In deinem Fall sind sie zudem wirr, und wenn Argumente enthalten sein sollten, findet man sie nur schwer. Es fehlt total an Struktur.

      Man sollte aus meiner Sicht nur 1-2 Argumente in einem Kommentar unterbringen. Kurz, prägnant, nachvollziehbar. 4-5 Sätze maximal.

      Es ist auch verdammt unfair gegenüber anderen Kommentatoren, wenn Kommentare hier so viel Platz wegnehmen. Der Kommentarbereich wird damit unlesbar. Außerdem ist es eine Art Blog im Blog, was nicht geht. Wenn du so viel loswerden willst, eröffne einen eigenen Blog. Kommentare sollten Kommentare bleiben und strukturiert sein.

      Du kannst auch einen eigenen Artikel zum Fall Mollath schreiben und hier als Artikel veröffentlichen. Titel: „Der Fall Mollath – Wie es wirklich war!“ Dann würdest du auch einmal sehen wie extrem viel Arbeit es macht einen strukturierten, recherchierten Artikel zu schreiben.

      • Da hast du verdammt nochmal recht! Es ist eine Zumutung wenn man auf der Suche nach guten Kommentaren oft seitenlange Kommentare ohne klare Argumente, Standpunkte und Struktur lesen muss.
        Recherchierte Artikel und dazu sprachlich-gute ( am besten noch Pointen-reiche ) Artikel machen sehr viel Arbeit. Auch ein Grund warum ich eigentlich nur Kommentare, die wenig Recherche benötigen ( in meinem Blog ), schreibe und ansonsten nur Beiträge von anderen Blogs kommentiere.

  3. Nun gut, als Gutachter, der auch in den Klapsmühlen von Rheinland-Pfalz, aber nicht nur dort, seine Arbeit macht, möchte ich kurz meine Erfahrungen kundtun:
    Die Psychiatrie ist der am besten durchliberalisierte Bereich des Gesundheitswesens. Der Ausbau tausender offener Heime und Therapieplätze ist zurückzuführen auf den Umstand, dass in Deutschland nach Möglichkeit niemand mehr längere Zeit in einer geschlossenen Abteilung leben sollte. Die Stationen in den Kliniken sind zwar überwiegend verschlossen, 95 Prozent der Insassen aber freiwillig dort, und dies im Durchschnitt nur für einige Wochen. Wer mittels PsychKG zwangseingewiesen wird, ist nach ein paar Tagen meist wieder draußen. Außerdem ist es ganz schön schwierig, überhaupt mal so weit zu kommen, jemanden einzuliefern.
    Was Psychiater aber gar nicht leiden können, ist mangelnde Kooperation des Patienten. Dies wird in aller Regel als Krankheitszeichen ausgelegt, wer sich verweigert, bestätigt damit sein Krankheitsbild. Behandelt werden Wahnstörungen zuerst mit psychoaktiven Medikamenten. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Herr Mollath keine Pillen schlucken will, weil diese Pillen (oder Tropfen) sedieren und das Denken langsam und schwerfällig machen, manchmal auch die Unterscheidung zwischen Realität und Wahn verschwimmen lassen (wenn man gesund ist. Ich habe als Student mal Haldol getestet, das war vielleicht ein Horror-Trip!).
    Mich wundert allerdings, das ihm diese Verweigerung gestattet wurde. Man befindet sich in einer Klinik, um behandelt zu werden, ich kenne Krankenkassen, die verweigern die Zahlung bei erwiesener Nicht-Behandlung, und Stationsärzte, die mit 3 Pflegern ins Zimmer des Delinquenten einrücken, um ihm zwangsweise die notwendigen Medis zu verabreichen, um die sogenannte Compliance herzustellen.
    Das dies unterblieb sowie die geringen Vergehen, um die es geht, irritieren mich etwas. Eine einmalige und zum Zeitpunkt der Verurteilung schon lange zurückliegende Tätlichkeit sowie das Stechen von Reifen… das reicht aus? Habe ich noch nie erlebt. Die Typen, die mir langfristig einsitzend begegnet sind, waren von anderem Kaliber, Schläger, Vergewaltiger, generell Leute mit Triebsteuerungsstörung, die als tickende Zeitbombe gelten. Das alles sehe ich hier nicht.
    Andererseits scheint der Mann tatsächlich nicht so hundertprozentig rund zu laufen. Vermutlich handelt es sich bei ihm um einen beruflich wie privat gescheiterten Menschen, den es damals gerade schwer umgehauen hat. Das hat ihn nicht sehr umgänglich gemacht vor Gericht.
    Ich sehe das Grundproblem darin, dass eine zeitlich begrenzte Ausnahmesituation vorlag, die dann als dauerhafte, chronische Störung umgedeutet wurde. Gutachter sind nämlich manchmal etwas faul, sie schreiben gerne voneinander ab (ganz ähnlich wie die Medienleute), weil es für das gleiche Geld schneller geht, und machen sich nicht immer die Mühe, dem Patienten aus seiner Ebene zu begegnen. Die Verweigerungshaltung spielt da wieder das Leitmotiv, wenn sich die nicht ändert, dann hat sich auch die Krankheit nicht geändert. Übrigens kommen in besagte offene Einrichtungen nur Leute, die brav ihre Pillen nehmen.
    Insofern wäre das Mann, solange er sich der Behandlung verweigert, nie rausgekommen, bis er durch den schieren Aufenthalt in der Klapse irre geworden wäre (das geht durchaus). Und vielleicht wird er gerade wegen des vermeintlichen oder tatsächlichen Unrechts, das ihm in den sieben Jahren widerfahren ist, jetzt losziehen und seine Ex umlegen. Wenn nicht, wäre dies schon ein Beweis für seine Ungefährlichkeit.
    Wie auch immer, die Medien machen jetzt ein vorsätzliches Justiz-Opfer aus dem Mann, Im Grunde stellt dies für sich ebenfalls eine gemeingefährliche Verschwörungstheorie dar.
    In Wirklichkeit geschehen solche Dinge aus Faulheit, Arroganz, typisch deutschem Unfehlbarkeits-Denken und Verachtung für psychiatrisch Kranke, aber extrem selten aus purer Bosheit.
    Meine Prognose: Er wird wieder verknackt, die Gefährlichkeit wird man aber reduzieren. Was auch richtig ist, sonst bräuchte man zwanzig neue Psychiatrien für all die Leute, die immer wieder die gleichen strafbaren Handlungen begehen. Hätte ich auch nichts gegen, eine quasi volkseigene Verschwörungstheorie besagt nämlich, dass immer die Falschen in der Klapsmühle sitzen.

    • Ich habe als Student mal Haldol getestet, das war vielleicht ein Horror-Trip!

      Ich sage immer jedes Medikament, dass man seinen Patienten verschreibt, sollte man wenigstens ein Mal selbst getestet haben. Das ist mein frommer Wunsch, denn ich natürlich bei weitem nicht erreiche. Chemotherapien und gewisse Herzmedikamente kann man schlecht an sich selbst testen. Bei vielen Antipsychotika ist es aber witzigerweise so, dass sie keinen Einfluss auf das Gehirn von Gesunden haben sollen. Olanzapin und Clozapin zum Beispiel. Aber da traue ich dem Braten ehrlich gesagt nicht.

      Was Psychiater aber gar nicht leiden können, ist mangelnde Kooperation des Patienten.

      Ich sehe das Grundproblem darin, dass eine zeitlich begrenzte Ausnahmesituation vorlag, die dann als dauerhafte, chronische Störung umgedeutet wurde. Gutachter sind nämlich manchmal etwas faul, sie schreiben gerne voneinander ab (ganz ähnlich wie die Medienleute), weil es für das gleiche Geld schneller geht, und machen sich nicht immer die Mühe, dem Patienten aus seiner Ebene zu begegnen. Die Verweigerungshaltung spielt da wieder das Leitmotiv, wenn sich die nicht ändert, dann hat sich auch die Krankheit nicht geändert.

      Das mag alles zum Teil oder komplett stimmen, aber die Ärzte sehen den Patienten jeden Tag. Deutsche Psychiater sind nicht gerade weltbekannt dafür, dass sie psychisch Erkrankte ewig festhalten. Von daher bezweifle ich diese Theorie stark. Die naheliegende Theorie ist, dass Mollath weiter als gefährlich eingestuft wird, rein wie er sich verhält. Und da sollte man natürlich werten, dass er sich scheinbar nicht wesentlich verändert hat und offenbar keine Krankheitseinsicht hat.

      An der komplett fehlenden Krankeneinsicht sieht man schon, dass er zumindest psychiatrisch erkrankt ist. Ein geistig Gesunder hätte innerhalb weniger Tage verstanden, dass man flott wieder frei kommt, wenn man ein bisschen mitmacht, indem man zum Beispiel Krankheitseinsicht heuchelt. Man muss nur Dinge sagen: „Ich sehe jetzt die Warnzeichen, sie machen mir mittlerweile selbst Angst, ich vertraue mich bei den ersten Zeichen eines neuen Schubes sofort wieder einem Arzt an.“ Da ist total einfach, aber es gibt Menschen, die sind so in ihrem Wahn drin, die kommen nicht einmal an diesen simplen Punkt.

      • Ok, das kann ich nicht ausschließen. Bin daher sehr gespannt, was der neue Gutachter sagen wird. Denn ohne Gutachter wird sich kein Richter in dieser Sache ein Urteil zutrauen.

      • Solche „Zweitgutachten“ sind immer ein Problem. Es besteht jetzt ein unglaublicher öffentlicher Druck hin auf ein gewünschtes Ergebnis. Die Öffentlichkeit, Politik und Justiz erwarten nun, dass das Gutachten die Ungefährlichkeit Mollaths bescheinigt. Was hat so ein Gutachten für einen Wert? Es ist wie im Artikel erwähnt ähnlich wie im Fall Breivik.

        Die Chance, dass Mollath in Freiheit bleibt, ist sehr hoch. Die interessante Frage ist für mich, was danach kommt. Werden ihn Talkshows einladen? Wird man dort seinen Wahn sehen? Und wenn man den Wahn sieht, werden die Medien ihn auch sehen? Oder wird es gar einen „Zwischenfall“ im Sinne eines Gewaltausbruches geben?

        Auf jeden Fall muss Mollath irgendwo unterkommen. Jetzt ist er gerade in seinem „Freundeskreis“ untergebracht. Da bin ich gespannt wie das auf Dauer weitergeht. So ein Psychotiker ist nämlich furchtbar anstrengend. Laien können sich kaum vorstellen wie anstrengend.

        Seine Frau hingegen hat den Patienten Jahrzehnte mit Engelsgeduld ertragen und versorgt. Eine unglaubliche Leistung. Wie lange versorgen ihn seine „Freunde“? Das ist aktuell ein super Zustand: Die Psychiatrie hat ihn los und seine „Freunde“ haben ihn an der Backe. Das kann noch sehr, sehr lustig werden.😀

      • An der komplett fehlenden Krankeneinsicht sieht man schon, dass er zumindest psychiatrisch erkrankt ist. Ein geistig Gesunder hätte innerhalb weniger Tage verstanden, dass man flott wieder frei kommt, wenn man ein bisschen mitmacht, indem man zum Beispiel Krankheitseinsicht heuchelt. Man muss nur Dinge sagen: “Ich sehe jetzt die Warnzeichen, sie machen mir mittlerweile selbst Angst, ich vertraue mich bei den ersten Zeichen eines neuen Schubes sofort wieder einem Arzt an.” Da ist total einfach, aber es gibt Menschen, die sind so in ihrem Wahn drin, die kommen nicht einmal an diesen simplen Punkt.

        Mit Verlaub verehrter Viewer, diese Art der Argumentation verstört mich nun doch etwas. Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie fühle ich mich hier an die folgende Szene gemahnt: http://books.google.de/books?id=lkgRlvsV2T4C&pg=PT147&lpg=PT147&dq=1984+finger&source=bl&ots=spSDglUKUT&sig=d0vr-3bN8m2bZ6o_-9CJ4ZLfXzw&hl=de&sa=X&ei=ogEEUtT0L8mctQbFtoFI&ved=0CFQQ6AEwBA#v=onepage&q&f=false

      • @Dr Hesselius: Jetzt mal im Ernst, was würden Sie denn machen, wenn einer sagt: „Ihr habt unrecht, ich bin in Wahrheit völlig gesund, verweigere mich aber aus Trotz und Prinzip dem Beweisverfahren dafür!“?

    • So mag ich Kritik. Prägnant die eigene Meinung ausformulieren, das ist vollkommen okay. Ein zweiter Satz mit einem Argument, warum der Artikel nicht gut ist, wäre natürlich hilfreich. Aber gut man kann nicht alles haben.

  4. Es wurde doch schon vor Jahren bewiesen dass die Anschuldigungen von Mollath zum großen Teil stimmen. Und dass der Richter ein Freund des Lebensgefährten seiner Frau war: Klarer Fall von Befangenheit!

    • Es wurde doch schon vor Jahren bewiesen dass die Anschuldigungen von Mollath zum großen Teil stimmen.

      Wahn hat oft einen wahren Kern, das ist für Ärzte nichts Neues. Das haben selbst die Richter schon 2006 im ersten Urteil mitbekommen. Dort steht von Anfang an geschrieben: „Mag sein, dass es die Schwarzgeldverschiebungen von verschiedenen Banken in die Schweiz gegeben hat, bzw. noch gibt, wahnhaft ist, dass der Angeklagte fast alle Personen, die mit ihm zu tun haben, völlig undifferenziert mit diesem Skandal in Verbindung bringt und alle erdenklichen Beschuldigungen gegen diese Personen äußert.“

      Ich glaube ein Problem bei dieser Art von Fällen ist, dass viele Menschen sich gar nicht zum Thema einlesen. Man liest die entsprechenden Texte gar nicht. Oder man versteht sie nicht. (Hat eigentlich einer der Kritiker hier die verlinkten Artikel gelesen? In 100 Jahren nicht.) Aber man hat eine felsenfeste Meinung zum Thema.

      Und dann kommen „neutrale Reportagen“ aus der ARD oben drauf, die wirklich nur in eine Richtung gehen, ganz stupide, wie ein Vorschlaghammer: Bam, bam, bam. Ohne jegliche Zwischentöne, kein Pro und Contra, das ist ganz billig gemacht. Und diesen einseitigen Unsinn fressen dann interessanterweise die Leute. Es muss ja stimmen, es kommt ja sogar im Fernsehen.

      Man könnte es auch so formulieren: „Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß. Aus diesen Tatsachen heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwenden, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag. Sowie man diesen Grundsatz opfert und vielseitig werden will, wird man die Wirkung zum Zerflattern bringen, da die Menge den gebotenen Stoff weder zu verdauen noch zu behalten vermag.“ – Die ARD hat diesen Ratschlag eines „Deutschen mit Migrationshintergrund“ eindrucksvoll berücksichtigt.😉

      • Könnte es nicht auch sein, daß Sie sich nicht genügend eingelesen haben? Denn es hat sich inzwischen herausgestellt, daß Mollath eben gerade nicht völlig undifferenziert Leute beschuldigt hat, daß sie in einer Beziehung zum Schwarzgeldsystem stehen, sondern dafür jeweils gute (und konkrete) Gründe hatte. So hat sogar einer der von Mollath abgelehnten Gutachter selbst eingesehen, daß die Besorgnis der Befangenheit von seiten Mollaths berechtigt war, aber der Richter Brixner wollte sich das alles nicht anhören, sondern ist bei seiner Diagnose „Wahn“ geblieben.

        Überhaupt hat der Richter keinen guten Eindruck hinterlassen. Vor dem Untersuchungsausschuß des bayerischen Landtages mußte er eingestehen, nicht einmal die Verteidigungsschrift gelesen zu haben, und einer der damaligen Schöffen wußte zu berichten, daß der Richter (und gerade nicht Mollath!) in der Verhandlung damals den Angeklagten dauernd angebrüllt hat. Sieht das nach einem fairen Verfahren aus?

        Ich möchte Ihnen deshalb raten, sich einmal die online einsehbare Dokumentation der Verfahrensakten oder zumindest die Wiederaufnahmeanträge anzusehen. Dann können Sie vielleicht besser verstehen, warum hier viele der Meinung sind, daß ein Justizskandal vorliegt. (Einige Strafrechtsprofessoren haben sich sogar dahingehend geäußert, daß sie Scham empfinden für den Ablauf des Verfahrens.) Wenn Sie sich dagegen nur auf zwei Zeitungsartikel beziehen, die an der eigentlichen Frage vorbeiargumentieren, kann man hier nicht diskutieren, schlicht weil man sich nur über Bewertungen streiten kann, nicht aber über festgestellte Tatsachen.

      • Ich verlasse mich bei der Recherche auf Frau Lakotta, die, allein schon berufsbedingt, mehr und besser recherchieren kann als ich. Und mit Verlaub: Ich glaube Frau Lakotta hat auch weit mehr zu dem Fall gesichtet als Sie und andere Gerechtigskeitsfighter des Internets.

        Überhaupt hat der Richter keinen guten Eindruck hinterlassen. Vor dem Untersuchungsausschuß des bayerischen Landtages mußte er eingestehen, nicht einmal die Verteidigungsschrift gelesen zu haben, und einer der damaligen Schöffen wußte zu berichten, daß der Richter (und gerade nicht Mollath!) in der Verhandlung damals den Angeklagten dauernd angebrüllt hat.

        Der Fall hat mehrere Richter beschäftigt, nicht nur einen. Man kann bei jedem Verfahren selektiv Ereignisse herauspicken, die Beteiligte angeblich „ganz schlecht“ aussehen lassen. Auf diese Art und Weise ging die ganze Geschichte erst los. Eine GEZ-Sendung namens „Report Mainz“ hat ihre übliche Methode durchgezogen: Alle „Fakten“, die für Mollath sprechen aneinander ketten und alles andere verschweigen. Was hat diese Einseitigkeit noch mit Journalismus zu tun? Das ist meine Kernfrage. Das finde ich das wirklich Faszinierende an dem Fall, dass so viele Menschen diese Art der „Berichterstattung“ mögen und glauben. Das ist super interessant.

      • Der Richter Brixner ist aber nicht irgendein Richter, sondern der, der das Urteil in der einzigen Tatsacheninstanz gesprochen hat. Er spielt dadurch eine entscheidende Rolle, weil die nachfolgenden Instanzen seine Irrtümer erst einmal nicht mehr korrigieren konnten. Und wenn heute sogar einer der damaligen Schöffen sagt, er habe ein solches Verhalten eines Richters weder vorher noch nachher jemals erlebt, sagt das ja auch einiges.

        Ich gebe Ihnen zwar insofern recht, als ich die Arbeit der Presse ebenfalls sehr häufig für zweifelhaft halte. Nur glaube ich, daß Sie in diesem konkreten Fall auf die falschen Artikel vertrauen. Zur ARD-Dokumentation kann ich nichts sagen, die habe ich mangels Fernseher nicht zur Kenntnis genommen. Aber wenn Frau Lakotta so viel recherchiert hat, warum fallen ihr dann (im aktuellen gedruckten Spiegel, Zusammenfassung hier: https://www.focus.de/panorama/welt/drohanrufe-und-beschimpfungen-gustl-mollaths-ex-frau-fuer-die-leute-ist-er-der-held-und-ich-bin-die-boese_aid_1068631.html) solche Widersprüche in der Darstellung der befragten Person nicht auf, wie sie hier herausgearbeitet sind: http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Erklaerung%20der%20Verteidigung-2013-08-12.pdf

        Und nein, daß Mollath versucht hat, seine persönlichen Sachen von seiner Ex-Frau in einem Gerichtsverfahren zurückzuerhalten, ist nicht erst seit gestern bekannt. Finden Sie nicht auch, daß das ein ziemlich eindeutiger Hinweis entweder auf schlechte Recherche oder unverhohlene Parteinahme bei Frau Lakotta ist?

      • Der Artikel von Frau Lakotta ist parteiisch, das ist richtig. Die Artikel sind eine Reaktion. Eine Reaktion auf die unglaublichen ÖRF-Sendungen und SZ-Artikel, die völlig ohne Zwischentöne berichteten und berichten. Es ist legitim, dass man eine Seite beleuchtet, die bisher in einem Fall noch gar nicht dargestellt wurde. Lakotta ergänzt, was der angeblich so seriöse ÖRF bewusst verschweigt. Es wäre eigentlich Aufgabe des ÖRF gewesen, den Fall seriös darzustellen. Das wurde nie gemacht. Es gab auch keine Korrekturen von außerhalb, im Gegenteil 98% der deutschen Journalisten sprangen auf den Zug auf. Das ist vielen Lesern aber immer noch nicht recht, am liebsten wäre es den meisten offenbar, wenn alle Journalisten die Dinge so darstellen wie der deutsche ÖRF.

      • Ich gestehe Ihnen gerne zu, daß man in einem solchen Fall nicht nur eine Seite betrachten soll, und insofern finde ich den Ansatzpunkt auch durchaus richtig, als Journalist zu versuchen, auch mit den jetzt schlecht Dastehenden ins Gespräch zu kommen. (Zumindest die SZ hat das übrigens auch häufiger versucht, konnte dann aber zumeist nur schreiben, daß sich Brixner, Frau M. oder die Gutachter nicht zu den Rechercheergebnissen äußern wollten. Die Fernsehbeiträge kenne ich, wie gesagt, nicht.) Nur muß man dann – sowohl als Journalist als auch als Leser – auch bereit sein, die vorgebrachten Äußerungen zu prüfen. Und da sieht Frau M. nun einmal nicht gut aus: Unter den Äußerungen, die sich mit öffentlich zugänglichen Quellen überprüfen lassen, finden sich einige offensichtliche Unwahrheiten. (Und das muß man eben auch Frau Lakotta vorwerfen: Wenn sie so eindeutig Partei ergreift, muß sie die Tatsachen prüfen, das muß man von einem Journalisten erwarten können.) Mollath selbst ist dagegen in einer ziemlich guten Position, weil es für die vielen Verfahrensfehler, die es gab, Dokumente und Zeugen gibt. Hier sprechen die Tatsachen, die auch durch Recherchen und den Untersuchungsausschuß bekannt geworden sind, gewissermaßen für sich. Das heißt: Man kann meinetwegen bestimmte Seiten der Berichterstattung bisher gerne kritisieren (was glauben Sie, warum ich meinen Fernseher abgeschafft habe? U. a. weil ich diesen ‚Journalismus‘ nicht mehr ertragen habe), sollte das aber nicht auf Mollath selbst zurückfallen lassen.

        Ansonsten glaube ich, daß die nächsten Tage hier auch einigen Aufschluß bringen werden. Offenbar hat Mollath vor, einige Interviews sowohl in Zeitschriften als auch im Fernsehen zu geben. Dabei sollte sich ein guter Eindruck gewinnen lassen, ob er sich genauso ungeschickt äußert wie seine Ex-Frau, meinen Sie nicht auch?

        (Und nur kurz zur Aufklärung wegen Ihrer Nachfrage weiter unten: Es gibt nun einmal mehrere verschiedene Richter, weil der Fall so lange verhandelt wurde. Eberl hat das Verfahren ins Rollen gebracht, Brixner aber die Verhandlung geführt und das Urteil in erster Instanz gesprochen.)

      • Dabei sollte sich ein guter Eindruck gewinnen lassen, ob er sich genauso ungeschickt äußert wie seine Ex-Frau, meinen Sie nicht auch?

        Frau M. hat der Welt erzählt wie es war: Sie hat dem ÖRF und der SZ Interviews gegeben und alles, was nicht ins Konzept passte, wurde herausgeschnitten, der Rest wurde geschickt zusammengeschnitten. Wie schon gesagt, so kann man es in diesen Fällen immer machen. Aber mit Journalismus hat das Ganze dann nichts mehr zu tun.

        Mollath hat übrigens nie bestritten, dass er seine Frau geschlagen hat. Mollath sieht die Schläge aber als gerechtfertigt an! Das ist nur ein Beispiel, wie sich Mollath extrem dumm verhalten hat und eben nicht seine Frau. So dumm, dass die Richter letztendlich an eine psychiatrische Erkrankung denken mussten. Aber heute Abend kommt ja der „unparteiische“ Beckmann. Die Sendung sollten sie genießen, die wird Ihnen sicher gefallen.

      • P. S.: Und noch eine Sache: Ich halte die ganzen Verschwörungstheorien ebenfalls für abstrus. Ich glaube allerdings, daß hier sichtbar wird, wie unsauber die Justiz hierzulande oft arbeitet, und daß es dringend geboten wäre, ihr öfter auf die Finger zu sehen. (Die Richterverbände selbst sehen ja jede öffentliche Kritik als Beleidigung an, das sagt auch schon einiges.) Dies nur als Erläuterung, damit Sie mich nicht mißverstehen.

  5. Ich habe die verlinkten Artikel gelesen. Vielen Dank für das Aufgreifen des Themas! Die Artikel haben meine Sichtweise auf den Fall Mollath geändert. Ich bin nämlich zunächst auch der Ansicht gewesen, dass Mollath zu Unrecht in der Psychatrie sitzt. Gut, ein bißchen seltsam ist er mir schon vorgekommen, ein Verschwörungstheoretiker, ein links angehauchter Gutmensch und jemand, der mit dem Kopf partout durch die Wand muss. Aber ist damit schon die Schwelle zum Krankhaften überschritten? Wieviele von dieser Sorte Mensch findet man bei Greenpeace, der Friedensbewegung und anderen linken Organisationen? Und hätte es vielleicht jedem von uns so ergehen können? War die Justiz vielleicht schlampig oder voreingenommen? Waren die Reifenstechereien überhaupt erwiesen? Das psychatrische Gutachten stützte sich doch auf die Schwarzgeldgeschichte und an der war doch was dran, also war das Gutachten jetzt nicht hinfällig? Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf. Es klang ja auch durchaus plausibel, was z.B. die Süddeutsche Zeitung ausführlich dazu berichtet hat (das soll jetzt nicht heißen, dass die Süddeutsche meine Leib- und Magenblatt wäre – im Gegenteil. Ich hätte daher gewarnt sein sollen). Die verlinkten Artikel haben mir die Augen geöffnet, da dort einiges genannt wird, was die übrigen Medienberichte verschwiegen haben. So stellt sich die Sache nämlich ein bißchen anders dar. Leider ist die Mainstream-Berichterstattung zum Fall Mollath kein Einzelfall. Nur bin ich diesmal drauf hereingefallen.

    • Danke für das Feedback. Das freut mich sehr, dass meine Artikel doch etwas bewirken. Ich finde den Spiegel-Artikel von Frau Lakotta sollte jeder Interessierte des Falles lesen. Er ist aktuell, bündig und beleuchtet beide Seiten. Wenn man einen Augenöffner im Fall Mollath benötigt, dann hilft dieser Artikel sicherlich weiter.

  6. Lieber Americanviewer

    Das ist nicht das erste mal das solche Wahnsinnige Leute freigelassen werden.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Jack_Unterweger

    Die Frage stellt sich oft bei mir ob die Presse haftbar werden sollte.

    P.S. Danke für den Artikel sehr informativ und vor allem mit hintergrundwissen gespickt. Also echter Journalismus, das es sowas noch gibt in Europa^^.

    • Mollath ist kein Serienmörder und Wahnsinn allein ist kein Grund jemanden einzusperren. Wäre das der Fall müsste man die Redaktionsstuben der großen deutschen Medien fast komplett einweisen.😉

  7. Pingback: Politik und Medien im Mollath-Galopp | Aron Sperber

  8. Das Verhalten der Ehefrau (und der Bank) ist sehr suspekt, das „Attest“ nicht minder.
    Ist das „Reifenstechen“ überhaupt zweifelsfrei erwiesen oder gestanden worden? Hätte die Ehefrau nicht besser eine Klinik aufgesucht, die Polizei verständigt und die Würgemale(etc.) photographieren sollen?

    Und wo ist der Beweis einer Gefahr für sich oder andere im Verlauf der 7 Jahre, die ja ohne Medikation verliefen?

    Ich bin Neo-Con, ich hasse als Jude und Israeli die Süddeutsche, aber ich bin auch Internist in Deutschland und kenne eine Menge „beamteter“ Juristen mitsamt derer kriminellen Energie.

    Die ärztliche Seite: Dass ein 9(?) Monate nach angeblicher Gewalteinwirkung erstelltes (Gefälligkeits-)Attest zu einer derartigen Konsequenz von Freiheitsberaubung führt ist so grotesk wie pervertiert „deutsch“!
    Fast jede Krankschreibung eines („relevanten“) Angeklagten zum Termin, wird von nassforsch nachfragenden Richtern_innen beim austellenden Arzt telefonisch „überprüft“ – kein Wunder, dass die Kollegin keine Lust hatte selbst zu unterschreiben…
    Es betrübt mich,, dass der Name dieses Blogs (american thinker) mit diesem Hirnriss eine große nation wie die USA beleidigt!

    • Jude, Israeli und Internist? Was denn bitte noch? Trage doch einfach deine Argumente/Fragen vor, die ja nicht schlecht sind, und lass dafür das dicke Auftragen sein. Dadurch werden Argumente auch nicht glaubwürdiger oder besser, sondern im Gegenteil. Mein Blog heißt übrigens American Viewer, aber American Thinker ist auch lesenswert.

  9. normalerweise wäre die Frau ganz klar das Opfer und der weiße ältere Mann der Täter.

    da es sich bei der Frau jedoch um eine skrupellose Bankerin handelte, die womöglich etwas mit bösem Schwarzgeld zu tun hatte, steht Mollath in der Opfer-Hierarchie auf einmal ober ihr.

    das Kapital herrscht über die Justiz und räumt seine Gegner gnadenlos aus dem Weg – wie man z.B. in jeder “Bulle von Tölz”-Folge erfährt.

    also traut man der Frau zu, die gegen sie gerichtete Männergewalt und die 129 perforierten Reifen mit Unterstützung des Justiz und des Medizinapparates inszeniert zu haben, um das Oper einer großen Bankenverschwörung mundtot zu machen.

    • Die Unterbringungsgesetze sind in Deutschland Ländersache. Bayern hat hier einfach die besseren Gesetze, die ermöglichen, dass man Fremdgefährder auch wirklich einweisen kann. Man sieht an diesem Punkt mal wieder die Schizophrenie vieler Deutschen: Die Regelungen in Berlin sind nicht genehm, die Regelungen in Bayern aber auch nicht. Wenn man die Bayerischen Gesetze nun abmildern würde, hätte man Berliner Zustände, und das Geschrei ginge von vorne los.

      • Hallo, ich lese hier gern mit, kommentiere aber nie.
        Ich mag diesen Blog sehr.

        Hier möchte ich aber mal einhaken.

        Wieso benutzt Du als Arzt die umgangssprachliche Variante von „Schizophrenie“?
        “ Man sieht an diesem Punkt mal wieder die Schizophrenie vieler Deutschen“

        Ich dachte, das macht man nicht, wenn man weiß, dass multiple Persönlichkeit und Schizophrenie verschiedene Sachen sind.

        Bitte verstehe das als ernstgemeinte Frage und nicht nur als Besserwisserei.

      • Wieso benutzt Du als Arzt die umgangssprachliche Variante von “Schizophrenie”?

        Eben aus dem Grund: Weil es Umgangssprache ist. Aber ich habe durchaus schon in anderen Blogeinträgen erzählt, dass diese Redewendung nicht korrekt ist. Aber das ist bei allen fast allen Redewendungen so, die Fachsprache umgangsprachlich benutzen. Da müsste ich auf viele Redewendungen verzichten, was ich nicht will. Mfg.

  10. Also ich kenne nur wirklich das PsychKG NRW, aber das Berliner scheint mir da nicht viel anders:
    㤠8 Voraussetzungen der Unterbringung

    (1) 1Psychisch Kranke können nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe a gegen oder ohne ihren Willen nur untergebracht werden, wenn und solange sie durch ihr krankheitsbedingtes Verhalten ihr Leben, ernsthaft ihre Gesundheit oder besonders bedeutende Rechtsgüter anderer in erheblichem Maße gefährden und diese Gefahr nicht anders abgewendet werden kann. 2Die fehlende Bereitschaft, sich behandeln zu lassen, rechtfertigt für sich allein keine Unterbringung. “

    Das dürfte wohl auf den Fall zutreffen…
    Aber auch die PsychKGs sind teiweise problematisch, wie in NRW, wenn es um die sofortige Unterbringung geht.

    „§ 14.1 2 Zeugnisse nach Satz 1 sind grundsätzlich von Ärztinnen oder Ärzten auszustellen, die im Gebiet der Psychiatrie und Psychotherapie weitergebildet oder auf dem Gebiet der Psychiatrie erfahren sind.“

    Das wird in der Praxis jedenfalls ganz regelmäßig anders gehandhabt.

    • Das wird in der Praxis jedenfalls ganz regelmäßig anders gehandhabt.

      Ich kenne es so, dass jeder Arzt/Polizist einen Menschen akut in der Psychiatrie vorstellen kann. Aber letzendlich entscheiden werden es nur Ärzte, die in der Psychiatrie arbeiten. Das liegt in der Natur der Sache.

      Mit reinen Gesetzestexten bin ich auch immer vorsichtig. Als juristischer Laie kann ich damit nicht viel anfangen. Was heißt das in der Praxis? Was ist der Usus in der Region? In Bayern ist die Handhabung dem Augenschein nach anders als in Berlin. Ob das nun am Gesetz selbst liegt, an verschiedenen Mentalitäten oder im Grunde gar kein Unterschied besteht – ich weiß es nicht.

      Was vielleicht noch dazu kommt: Auch Psychiater behalten ungern Patienten die außergewöhnlich anstrengend sind. So ein Fall wird der Intensivtäter aus Berlin sein. Psychiater sind auch nur Menschen. Die machen sich nicht selbst das Leben schwerer als nötig. Von daher ist es ein Wunder, dass sie einen extremen Querulanten wie Mollath in Bayern so lange behalten haben. Normalerweise versucht man als Arzt außergewöhnlich schwierige Patienten so schnell es geht loszuwerden. Jedenfalls mache ich das so.

  11. Lieber american viewer,

    wie beurteilen Sie denn das Verhalten von Ri Eberl im Einzelnen?

    Wie bewerten Sie die Bearbeitung der Beschwerden durch Ri Schwarz?

    Mit freundlichen Grüßen

  12. Pingback: Anonymous

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