Faule wieder faul nennen

Henryk M. Broder beschrieb vor kurzem in seiner gekonnt bissig-ironischen Art, dass es offenbar noch deutsche Arbeitsämter gibt, die der Meinung sind, dass ein 35 Jahre alter Mann im Vollbesitz seiner (körperlichen) Kräfte selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen sollte.

Diese Aussagen erinnern mich an Victor Davis Hanson,
der die Occupy-Bewegung für die Welt so sehr treffend beschrieb:

Ich sah bei den Demonstrationen der Occupy-Bewegung eine Frau mit einem Schild, auf dem stand: „Ich bin Absolventin der Brown University, und ich habe keinen Cent.“ Sie wollte damit sagen: Ich kann denken, ich kann dir genau sagen, warum wir nicht die Bombe auf Hiroshima hätten abwerfen dürfen, ich kann dir genau sagen, warum wir keine fossilen Energieträger verbrennen sollten. Ich bin gebildet, ich bin klüger als ein Lkw-Fahrer, also stehen mir Geld und Ansehen zu. Ich will mir nicht die Hände in einem Schnellimbiss schmutzig machen, ich bin keine Versicherungsvertreterin, verstehst du denn nicht, was ich brauche? Darum ging es bei dieser ganzen Occupy-Bewegung.


 
Auch das Wall Street Journal brachte es im März auf den Punkt:

Reasonably healthy working-age males who aren’t working or even looking for work, who live off their girlfriends, families or the state, must once again be openly regarded by their fellow citizens as lazy, irresponsible and unmanly. Whatever their social class, they are, for want of a better word, bums.

Was wir hier sehen ist ein längst überfälliger Bruch der political correctness.
Man nennt Faule wieder faul, Neider wieder neidisch und Schnorrer wieder Schnorrer.

Selbst Vincent Vega aus Pulp Fiction hat eine klare Meinung zum Thema.
In einem Ausschnitt, den ich mit „They got a name for that, Jules” tituliere:

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23 Gedanken zu „Faule wieder faul nennen

  1. VDH ist wunderbar:
    „Ich k a n n d e n k e n, ich kann dir genau sagen, warum wir nicht die Bombe auf Hiroshima hätten abwerfen dürfen, ich kann dir genau sagen, warum wir keine fossilen Energieträger verbrennen sollten.“ Ja, ja…

      • Moment mal, nicht provozieren, um der Provokation willen. PF kommt zu oft im TV, das stimmt. Aber wer schaut schon Kinofilme im TV? Vielleicht wurde PF ja im Deutschen schlecht gedubbt. Keine Ahnung. Gibt es eigentlich auch gutes Dubben? So gesehen sind alle Tarantino-Filme schlecht, außer die Basterds, da war er so nett und hat gleich auf Deutsch gedreht. Oder ist der englische Teil da etwa auch gedubbt?! WTF.

      • Hab ja nicht geschrieben, dass er schlecht ist. Er ist nur der schlechteste von Tarantino.
        Dubben = deutscher Sprachausgabe? Habe bisher nur killbill 1 und die Basterds mit englischer Sprache gesehen.

      • Für mich ist es der beste Tarantino-Film mit Abstand. Es ist mir ein Rätsel wie man ihn für den Schlechtesten halten kann. Selbst wenn man die gedubbte deutsche Version nimmt. Man darf ihn halt nicht zu oft angucken. Und man darf sich nicht den ganzen Müll von Copycats angucken, die PF danach 100fach schamlos kopiert haben. Das ist alles Schrott. Viele junge Leute gucken diese Billigkopien an, dann sehen sie erst PF und sagen: „Pfff. Der Tarantino hat ja das und das kopiert. Wie unkreativ!“

        Als ich damals in PF im Kino war, ging ein neuer Stern auf. Und ich mag normalerweise moderne Filme nicht. Alles nach den 80s finde ich meistens dumm. Am gernsten gucke ich Filme aus den 40s und 50s. Dann ein paar Perlen aus den 60s, 70s, 80s. Danach wird es sehr mau.

        Ok man sagt wohl nicht gedubbt, man sagt „synchronisiert“.
        Haben Sie überhaupt alle Tarantinos gesehen?

      • Wer ist copycats?
        Ich habe leider nur 70 Prozent der Filme, in denen Tararntino zumindest Teil-Regieführung hatte, gesehen.
        Ich mag die Filme, der letzten 10-Jahre nicht. Da gibt es nur ein paar Ausnahmen höchstens. Vielleicht ist das aber auch nur ein erstes Anzeichen, dass meine liquide Intelligenz abnimmt und ich langsam konservativ werde.
        Welche alten Filme magst du denn? Eine Bekannte von mir schätzt soga Stummfilme.

      • Ich mag die Filme, der letzten 10-Jahre nicht. Da gibt es nur ein paar Ausnahmen höchstens. Vielleicht ist das aber auch nur ein erstes Anzeichen, dass meine liquide Intelligenz abnimmt und ich langsam konservativ werde.

        Ich glaube eher nicht. Ich bin schon immer konservativ, das kann es also eher nicht sein. Die neuen Filme sind einfach wirklich so schlecht.

        Welche alten Filme magst du denn? Eine Bekannte von mir schätzt sogar Stummfilme.

        Als Genre mag ich am liebsten Film noir. Ich habe diese Seite schon immer in meinen Links. Das sind australische Film Noir Fans. Sie haben eine Liste erstellt mit den besten 250 Film noir. Die meisten mit der Wertung „Highly Recommended“ habe ich mittlerweile gesehen und die meisten davon, waren wirklich gut.

        Allerdings empfehle ich für Kinofilme immer reale Kinos. Ich sammele also Filmvorstellungen. Immer wenn ich in einer großen Stadt bin wie New York, Chicago, Berlin, Paris oder Wien gehe ich die lokalen Medien durch und suche nach Vorstellungen, die diese Ära abdecken. Am besten in alten urigen Kinos. Das geht überraschend gut, allerdings wie gesagt nur in Metropolen. Als Alternative für Filme, die selten bis nie gezeigt werden, benutze ich auch video projectoren.

        Stummfilme schaue ich eher nicht, meine Grenze sind so die 30s. Bis dahin und nicht weiter. In den 20s gibt es zu wenig, was sich wirklich lohnt aus meiner Sicht.

        Bei Tarantino empfehle ich:

        #1 Pulp Fiction

        #2 From Dusk till Dawn
        (Achtung es gibt Versionen, die sind extrem geschnitten)

        #3 Kill Bill Vol. 1
        (Die japanische Version, da nicht geschnitten)

        #4 Inglourious Basterds

        #5 Reservoir Dogs

        Auf den Rest kann man getrost verzichten, aus meiner Sicht.

  2. Jemand, der das genau sagen kann, kann nicht besonders gebildet sein. Die Idee die Reichen zu enteignen und das Geld Gebildeten, wie z.B. mir zu geben, hat was.

      • Entschuldigung, ich habe kein internet – dank dem faulen 1&1- und schreibe deswegen nur mit dem smartphone. Dabei kann es vorkommen, dass ich aus Zeitmangel mir etwas wegspare und so der Sinn verloren geht.
        Ich meinte die occupy-absolventin, die über haroshima und fossile-Energie sogut besheid weiß.

  3. die Intelligenzija-Klasse glaubt immer bei der Revolution als Sieger herauszugehen.

    würden sich diese psudogebildeten Leute mit der Geschichte ernsthaft auseinandersetzen, statt sie nur in linkslastigen Universitäten zu konsumieren, müssten sie erkennen, dass gerade ihre Klasse im Realsozialismus als die unnötigste angesehen wurde und meistens besonders gnadenlos bekämpft wurde.

    Ingenieure und Wissenschaftler durften sich sogar unter Mao ein gewisses Maß an Meinungsfreiheit behalten, da sie gebraucht wurden.

    wer als Berufs-Intellektueller aufmuckte wurde sofort „gesäubert“

    Studieren durfte man in den sozialistischen Staat nur das, was für den Staat gut war.

    so etwas wie arbeitslose Akademiker sind ein Luxus, den sich nur sehr freie Gesellschaften leisten.

    • Moment mal –
      Offenbar ist mit Intelligenzia-Klasse die Investoren und Unternehmer gemeint.
      Blos wenn der Staat deren Aufgabe zu übernehmen versucht, dann geht das fürchterlich in die Hose (siehe DDR).
      In der Geschichte zeig sich, dass immer dann am besten gefahren wurde, wenn ein gewisser Gleichstand zwischen Unternehmer, Arbeiter und Staatsführung herschte.

    • „würden sich diese psudogebildeten Leute mit der Geschichte ernsthaft auseinandersetzen, statt sie nur in linkslastigen Universitäten zu konsumieren, müssten sie erkennen, dass gerade ihre Klasse im Realsozialismus als die unnötigste angesehen wurde und meistens besonders gnadenlos bekämpft wurde.“
      Das ist nur zum Teil richtig. Ich erlaube mir, obwohl ich zum Ablaufdatum der DDR erst 18 Jahre war, auf meinen persönlichen Eindruck zu verweisen. Auch damals gab es einen hohen Bedarf an nützlichen Idioten. Jedenfalls sind sie mir zu hauf begegnet. Wer mit wirklicher Intelligenz gesegnet war, und dieser auch ihren freien, libertären Lauf ließ, so wie eine gesunde Intelligenz es von sich selbst fordert, der hatte schon eher Probleme. Zu diesem Personenkreis würde ich die hier zitierte Dame allerdings nicht zählen.

    • Achso, ich hatte deinen Text wohl nur überflogen – viel zu flüchtig überflogen.
      Ich muss dir nämlich völlig recht geben.

  4. Pingback: Die Luxus-Klasse « Aron Sperber

  5. Selten so einen Unsinn gelesen! Wo wären wir denn ohne die angeblich schmarotzenden „linken“ Intellektuellen, die die Renaissance, die Aufklärung, den Liberalismus etc. pp. „erfunden“ haben? Wir wären vielleicht nicht mehr auf den Bäumen, aber immer noch in der Fron, in irgendeiner Adels- und Ständegesellschaft usw. – Ihr solltet Euch nur noch über Filme unterhalten.

    • Von Schmarotzen steht meiner Erinnerung nach nichts im Text. Aber sie treffen gut den Punkt, wenn sie die genannten Beispiele im Text mit Aufklärern wie Voltaire, Hobbes oder Locke vergleichen. Das ist die Anmaßung von der Hanson spricht. Links sein, ist leider nicht mehr das was es einmal war. Die Verhältnisse haben sich beinahe umgedreht. Heute sind die Linken an der Macht und vertreten leider anti-liberale und anti-aufklärerische Positionen, während es auf der Rechten wieder mehr vernünftige Stimmen zu geben scheint. Das ist jedenfalls mein Eindruck.

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