Frauendiskriminierung im Sport beenden

Wir leben in einer Zeit in der Frauen auf allen Feldern „Gleichberechtigung“ einfordern. Was auch immer dieser Begriff bedeuten mag. Ich bin mir da nicht so sicher.

Im Alltagsleben bedeutet „Gleichberechtigung“ jedenfalls in der Regel, dass Frauen alle Türen in allen Berufen offenstehen. Vorstandsvorsitzende, Polizistin, Soldatin, Feuerwehrfrau, Chirurgin, Chefärztin, Richtern, Nobelpreisträgerin. Es soll keine Schranken und keine extra „Gewichtsklassen“ mehr geben. (Nur Müllfrauen, habe ich noch keine gesehen, mal ganz nebenbei erwähnt.)

Viele Frauen wollen die sonnigen und trendigen Positionen der Berufswelt durch Leistung erringen und sie beweisen jeden Tag, dass sie diese Leistung auch erbringen können. (Andere Frauen wiederum setzen lieber auf Quoten, aber auch das ist ein anderes Thema.)

Nur in einem Feld ist der Klassenkampf auffälligerweise nicht eröffnet: Im Sport.
Der geniale Gerd Buurmann von Tapfer im Nirgendwo hat dieses Thema einmal schön ausformuliert.


 
Warum sind Frauen und Männer in vielen Sportarten eigentlich getrennt?
Warum sind Behinderte und Nicht-Behinderte in vielen Sportarten getrennt?

Herr Buurmann führt die 16jährige Chinesin Ye Shiwen an. Ye Shiwen kann über 400m Lagen durchaus mit Ryan Lochte, dem Olympia-Sieger der Männer, mithalten. Sie war zum Teil schneller unterwegs als Lochte und in der Gesamtzeit nur minimal langsamer.

Ye Shiwen dazu: „Wir trainieren sehr gut, auf sehr wissenschaftlicher Basis, deswegen haben wir uns so verbessert.“ Das wollen wir der netten Dame mal so abnehmen und nicht das böse Wort mit D in den Mund nehmen. Es könnte auch einfach daran liegen, dass Herren seit 2010 wieder oberkörperfrei schwimmen müssen, Frauen dagegen nicht. Wo ist eigentlich da die Gleichberechtigung?! 😉

Oder Ye Shiwen ist einfach verdammt gut. Der genaue Grund ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal. Der Punkt ist doch: Ye Shiwen kann mit den Herren der Schöpfung mithalten! Und nicht nur mithalten, sie schwimmt alle bis auf Lochte sogar in Grund und Boden!

Ein anderes Beispiel auf Buurmanns Blog ist der südafrikanische Sprinter Oscar Pistorius. Kleines Handicap des Mannes: Im fehlen beide Unterschenkel. Dank moderner Prothesen kann er über 400m trotzdem mit der „normalen“ Konkurrenz mithalten! Pistorius musste für diesen Wunschtraum jahrelang gegen das IOC und IAAF prozessieren, weil unter anderem das „Gutachten“ eines deutschen Professors besagte, Pistorius’ Prothesen würden ihm einen unerlaubten Vorteil verschaffen. So verpasste er Peking 2008. Erst der CAS hob die Entscheidung auf.

Ein anderer Sportler, den ich schon am Freitag erwähnt habe, ist der „blinde“ Bogenschütze Im Dong-Hyun aus Südkorea. Im Dong-Hyun ist stark sehbehindert und trotzdem einer der weltbesten Bogenschützen. Erst vor ein paar Tagen hat er einen neuen Weltrekord aufgestellt. Wir reden hier nicht über die Paralympics wohlgemerkt. Im Dong-Hyun tritt seit jeher im normalen Wettbewerb an.

Ein viertes Beispiel, das mir zu diesem Thema immer einfällt, ist die Torhüterin unserer Frauen-Fußballnationalmannschaft Hope Solo. Die amerikanische Frauenliga WPS hat aus Geldmangel und Rechtsstreitigkeiten den Betrieb total eingestellt. Die Saison 2012 ist deshalb komplett ausgefallen. Hope Solo wollte daraufhin zu einem Männerteam wechseln und hatte auch schon mehrere Angebote. Die FIFA hat den Wechsel allerdings verboten! Noch einmal zum Mitschreiben: Ein korrupter Männerverein wie die FIFA kann Menschen im Jahr 2012 einen Wechsel verbieten mit der läppischen Begründung: „Sie sind eine Frau!“

Westliche Politiker, Funktionäre und Frauenrechtler lassen sich nun schon seit Jahren von FIFA und IOC auf der Nase herumtanzen. Sie sagen nichts und sie machen nichts. Sie halten alle nur die Hand auf und den A**** hin. Unfassbar, aber wahr.

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43 Gedanken zu „Frauendiskriminierung im Sport beenden

    • Danke für den Tipp. Ich dachte es wären nur ein paar Hunderstel Unterschied zwischen Lochte und der Chinesin. Jetzt muss ich die Zeiten auf wiki suchen und gegebenfalls korrigieren. Der alte Weltrekord interessiert mich aber nicht sonderlich. Das war noch mit den heute verbotenen Anzügen, schätze ich mal. Mich interessieren die Zeiten aus den beiden aktuellen Rennen. Oder haben Sie mir die Zeiten? Ich bin jetzt jedenfalls erst einmal offline. Danke noch einmal für Ihren Kommentar und Ihren Tipp.

  1. Männer in Ganzkörper-Anzügen ist doch doof, da sieht man ja gar nichts. Die Beachvolleyballerinnen bekommen ja schließlich auch sexy Bikinis vorgeschrieben. Wer wird denn gleich so fanatisch sein und behaupten, es ginge nur um Sport? Da fallen mir glatt die Chips aus der Hand.

    • …ich meinte die Sache mit den Schwimmanzügen für Männer. Wenn man so will, ist das eine Art umgekehrte Gleichberechtigung, dass die verboten wurden – den Beachvolleyballerinnen geht es nicht anders. Die offiziellen Regeln sehen vor, dass sie Bikinis tragen MÜSSEN. Darum sieht man an ihnen nur knappe Höschen, bei denen die Pobacken schon rausrutschen. Vorschrift ist Vorschrift.

      • Die müssen heute die Bikinis gar nicht mehr tragen, sie tun es nur freiwillig. Welchen Sinn hätte Beach Volleyball schließlich sonst noch!?

      • Danke für die Information. Da war ich wohl auf einem veralteten Stand. Hach, wer auch immer die Ganzkörperanzüge abgeschafft haben mag und warum, ich bin ja schon zutiefst dankbar dafür. Glückwunsch an die USA, großartige Leistung und einfach ein schöner Anblick.

  2. Viewer, vielen Dank für Deine Ergänzungen.
    Beim Hinweis von @Besucher möchte ich auf das Augenzwinkern 😉 aufmerksam machen.
    Zu dieser Zeit gehörte Das Doping in der DDR und zwar mit wissenschaftlicher Begleitung, zum festen Bestandteil des Trainingsprogramms. Daher diese Höchstleistungen.
    In späteren Zeiten musste man sich sogar etwas zurücknehmen, weil man nicht besser sein wollte als die SU.

    Im Großen und Ganzen stimme ich Dir zu. Außer beim Schwimmen wegen des Ganzkörperanzuges und beim Laufen wegen der Blade Runner.
    Gib einem Gesunden diese „Prothesen“ und Du wirdst Dich wundern, welche Leistungen der vollbringt. Dem Südafrikaner würde ich auch Weitsprung empfehlen. Ich vermute, dass er ohne Training locker den Weldrekord bricht.

    Zum Bogenschießen: Habe mal vor langer Zeit einen Bericht gesehen über „meditatives“ Bogenschießen. Ein älterer Bogenschütze, ich meine er sei Zen-Meister gewesen, hat in einer dunklen Halle mit geschlossenen Augen eine Kerzenflamme auf ziemlich große Entfernung ausgeschossen. Bisher hielt ich das für ein Fake. Aber es kann ja sein, dass da was dran ist. Oder wie macht das der sehbehinderte Bogenschütze. (Elektronische Pfeilspitze? :lol:)

    Warum die Fußballfrau nicht ins Tor der Männermanschaft darf, kann ich mir nur so erklären, dass die Männer Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Das kann ich sogar verstehen. Schau Dir nur mal bestimmte Fernsehbereiche in Deutschland an. Dort müsste man so langsam eine Männerquote einführen..

    • Bogenschießen: das war nicht vielleicht eine Verfilmung des Buches „Zen oder die Kunst des Bogenschießens“ von Eugen Herriegel? Wobei es sich um einen wahren Tatsachenbericht handeln soll?

      • Maria, zum Bogenschießen:
        Ich weiß es nicht mehr. Ist schon zu lange her. Aber ich werde mal suchen, ob ich im Internet etwas finde.
        Nach meiner Erinnerung grenzte das an übersinnliche Fähigkeiten. Ich hielt es damals und auch heute für nicht möglich. Aber vielleicht ist doch was dran?

      • Ja, Maria, habe gerade gesucht und gefunden. Das war es wohl. Es war ein alter Japaner mit dem langen „Rock“. Es war in einer dunklen Halle. Das Ziel war eine brennende Kerze. Es wurde was von mit geschlossenen Augen erzählt und: Jeder Schuss trifft.
        Diesen Film habe ich aber nicht gefunden.
        Das Ganze ist mir in Erinnerung geblieben, weil es für mich absolut unglaublich war.

      • Ja ich hatte mich sofort an diese ungewöhnliche Szene erinnert, die auch in dem Buch beschrieben wird. Herriegel schildert dort seine Erfahrungen in Japan in den Jahren 1924 – 1929. In dieser Zeit erlernte er den Zen-Weg anhand der geistigen und körperlichen Übung mit dem Bogen. Theoretisch gibt es ja nur zwei Möglichkeiten über die Szene mit dem Meister: entweder er sagt die Wahrheit oder er lügt. Ganz einfach. Ich hab’s ihm geglaubt. Sagt er die Wahrheit, kommen wir der Sache mit dem blinden Bogenschützen sicherlich ein Stück näher. 🙂

      • … sollte die Beschreibung nun der Wahrheit entsprechen, so betraf die Szene, die Sie gesehen hatten, wohl eher einen anderen Meister (der von Herriegel guckt sich sicher schon lange die Radieschen von unten an). Entweder ist es möglich oder halt nicht. Wenn es tatsächlich Show gewesen sein sollte, wurden wir zumindest gut unterhalten. 🙂

  3. So was ist jetzt Ihre Forderung? Dass jeder da spielt wo er möchte oder wo ihn seine/ihre Leistungen bringen?
    Was ist dann aber mit der breiten Masse der Frauen die absolut keine Chance hätten sich gegen Männer durchzusetzten in bestimmte Sportarten.Nehmen wir mal die Gewichtheber da würden sich die Frauen nicht mal für Olympia qualifizieren so groß ist der UNterschied.Die Geschlechtertrennung gibt es damit die Damen auch mal eine Chance haben was zu gewinnen.Fußball?Ich kenne keine Frau die in der 1 Liga mithalten könnte.Klar gibt es auch Sportarten wo man beide machen lassen kann.Was ist eigentlich mit diesen Rumgeballere ob jetzt Luftgewehr oder die Tontauben sind die auch getrennt?Das wäre etwas wo beide mitmachen könnten.Ja und was sagen den die Damen selbst?

    • Ich als Frau sehe das genauso. Niemand möchte ernsthaft benachteiligt werden, aber das heißt nicht, dass man unrealistisch wird. Frauen sind körperlich nun einmal anders gebaut, da hilft keine Gleichmacherei. Höchstens gute chinesische Medizin. Die FIFA betreffend habe ich allerdings keine großen Bedenken, wenn es darum geht, die starren Regeln abzuschaffen: welcher Verein holt sich denn eine Frau, die die Leistung nicht bringen kann? So blöd ist doch auch keiner. Hope Solo hätte ihre Frau gestanden, und zwar in einem Tor, wo sie nicht pro Spiel einen Halbmarathon hätte hinlegen müssen. So lange die FIFA die Finger von Quotenfrauen lässt, ist doch alles rund.

    • Die 16-jährige Ye Shiwen bricht den Weltrekord über 400 m Lagen. Peter, ich nehme alles zurück, was ich gesagt habe. Frauen können doch mit den Männern mithalten. Shiwen zerstreute nämlich sofort alle Zweifel daran, dass diese Sensation durch reinen Fleiß erarbeitet wurde: „nein, wir sind keine Roboter“.

      • Von mir aus!Dann können wir Männer auch eine Quote für uns verlangen.
        Ist die Shiwen überhaupt eine Frau? Beim Frauenfußball wurden nämlich ein paar erfolgreiche „Damen“ erwischt.Alle in afrikanischen Mannschaften

      • Mist!!! Immer noch keine Goldmedaille!Britta Heidemann stirbt den sudden death=nur Silber.Der Frustbarometer steigt,selbst die Franzosen haben schon dreimal Gold.Ob Männchen oder Weibchen es läuft nicht wenn das so weiter geht brauchen wir bald auch eine Quote bei Olympia

      • Britta Heidemann war wenigstens eine bessere Verliererin als Shin A Lam. Ich kann deren Enttäuschung ja gut verstehen und da sind auch gern mal Tränen drin. Auch der Einspruch gegen das Urteil war ein gewöhnlicher Vorgang, den einfach jeder Verband eingelegt hätte. Aber Shin A Lam hat irgendwann einfach nur noch eine Szene gemacht. Nervig.

      • Ich fand den Trainer ja noch besser, wie er sich immer wieder vor dem Richtertisch aufgebaut hat und in bruchstückhaftem Englisch brüllte: „No, no, no, no. One Second. No, no, no, no.“ Shin A Lam war einfach nur aufgelöst und hat geweint. Sie musste ja während des Einspruches dort sitzen bleiben, so sind wohl die Regeln.

        Was ich gelernt habe: Fechten ist, wie so viele Sportarten bei Olympia, ein sehr, sehr eigenwilliges Treiben mit intransparenten, absurd anmutenden Regeln.

        Warum zum Beispiel hatte Shin A Lam im Sudden Death von Anfang an den Vorteil? Was soll überhaupt diese Vorteils-Regelung? Die Koreanern erschien mir weitaus passiver zu sein als die Deutsche und dafür bekommt sie auch noch einen Vorteil?!

        Degenfechten ist kein Sport, den man sich gerne anguckt. Für mich ist das nicht einmal ein Sport. Man wartet einfach bis der Gegner kommt und dann stößt man im gleichen Augenblick zu. Irgendwohin, ganz egal. Die Variante des Fechtens sollte man von „Degen“ in „Doppeltreffer“ umbenennen.

      • @Maria
        Na ja Britta hat ja von Anfang an tiefgestapelt.Ich bin ja schon Olympiasiegerin meinte sie aber als sie dann so kurz davor doch scheiterte sah sie ein bisschen geknickt aus.Was ja auch richtig ist.Manche Sportler haben so eine Naja wenn’s nicht klappt ist auch egal Einstellung

  4. Daß Frauen bei den Männern nicht mitmachen dürfen, finde ich auch albern. Aber ich denke, es ist schon besser, keine grotesken Prothesen zu erlauben. Sonst kommen die Chinesen noch auf den Trichter, ihren Athleten allen die Beine zu amputieren und durch bizarre Gerätschaften zu ersetzen, mit denen sie dann die 100m in 5s zurücklegen.

    • Kennen hier alle Futurama?
      Man könnte in Zukunft dann auch diese Köpfe von Prominenten (die in den Gläsern) auf Cyborgs schnallen. Das wäre ein Spaß.

      • Dann können die fetten, alten Sportfunktionäre endlich selber mitmachen und auch noch jeden Wettbewerb gewinnen!

  5. Also ich finde den Kommentar ggüber der DDR einfach nur verschoben. Sie ist in nahezu kompletter Verkennung der Tatsachen. Sicherlich gab es Doping in der DDR und vielleicht sogar mehr als in anderen Ländern, aber das ist definitiv nicht so viel mehr als in einigen anderen Sportnationen. Die USA haben schon ewig derart systematisch gedoped, dass ich keinerlei gravierenden Unterschied zur DDR sehen kann. Hier mal ein alter Spiegelartikel dazu: http://www.carminaro-leichtathletik.de/doping_vertuschung.htm Aber obwohl systemisch gedoped wurde, denke ich ist die Aussage des flächendeckenden Dopings nicht angebracht (außer für China) und vor allem nicht die einzige Ursache für die Leistungen. Wenn ich morgen anfange mir Testo zu spritzen und hart trainiere, werde ich mit Sicherheit nicht mehr im Gewichtheben Olympionike… trotz meinen U30. Wie gesagt die anderen haben auch gestofft ohne Ende und trotzdem oft den kürzeren gezogen ggüber der DDR. Wenn alle dopen entscheidet letztlich doch das Können und das beste Training.
    Außerdem sollte man zwischen den Disziplinen unterscheiden. Im Judo / Ringen / Turnen bspw. (fällt mir gerade ein, weil ich das hauptsächlich derzeit verfolge) ist sicherlich doping sehr irrelevant. Und auch da haben die DDR Athleten gute Leistungen gebracht. Die DDR hatte einfach das weltweit beste Sichtungssystem des Sports in der Jugend. Da gab es niemanden, der nicht gesichtet und bei Talent gefördert wurde. Die Sportgymnasien waren das nonplus-ultra und die Betreuung der Athleten war auch derart intensiv. Denen ist kein Talent durch die Lappen gegangen. Heute ist das nur beim DFB der Fall – die haben mit Sammer die Methodiken aus der DDR übernommen und sieh einer an – auf einmal können die Fußball spielen. Nur sind die anderen Sportarten derart marginalisiert … Ich finde die Sportförderung in der Bundesrepublik heute einfach nur eine Schande. Ein Glück gibt es sowas wie die https://www.sporthilfe.de/ … sonst würde es gar keinen Spitzensport in verschiedenen Sportarten geben.

    • Mit anderen Worten mich regt auf, dass die institutionell gut organisierten und erfolgreichen Dinge erst einmal abschafft, um sie dann doch beim DFB wieder neu zu erfinden. Das Gleiche kann man ja bei solchen Dingen wie Betriebskindergärten etc. sehen. Eigentlich war es doch nicht zu viel verlangt das damals objektiv einzuschätzen. Man hat gejubelt jetzt kommen noch die DDR Athleten und dann hat man ohne zu denken dort aber die guten Strukturen genauso beseitigt. Diese Gedankenlosigkeit ist manchmal echt frustrierend.

    • Ich glaube auch nicht unbedingt, dass DDR und UdSSR damals mehr gedopt haben. Sie hatten vielleicht auch einfach nicht die besten Dopingmittel und deshalb wurden sie eher erwischt. So ist das ja noch heute bei Staaten dieser Art. Zwischen verschiedenden Sportarten ist es genauso. Die Fußballer und Footballer dopen auch nicht weniger als die Radfahrer, aber sie haben einfach bessere Ressourcen, Medikamente, Ärzte und so weiter.

      Gerade hat ja auch eine 15jährige Litauerin im Brustschwimmen gewonnen. Der werfen deutschsprachige MSM auch gleich reihenweise Doping vor. Die 14jährige Almsick hat man damals vergöttert, aber die Litauerin soll Ähnliches nicht leisten können? Man verabscheut sie, nur weil sie keine Deutsche ist? Das ist heuchlerisch und unverschämt. Ganz schlechter Stil aus meiner Sicht.

      • Es gab wohl merkwürdige Indizien: sehr starke Leistungssteigerung innerhalb weniger Monate zum Beispiel, die schwerlich erklärbar ist. Wir werden sehen. Im Moment freue ich mich für Litauen.

      • American Viewer, entschuldige meinen Zwischenruf:
        „Ist das eine Kinderolympiade?“
        Gab es nicht mal irgendwelche Bemühungen diesen Kindesmissbrauch abzuschaffen.
        Oder galt das nur für die Turnerinnen?
        Wenn ich mich richtig erinnere war es damals die Korbut, die für Aufregung gesorgt hat?

      • @AV
        Almsick wurde zweite.Bestimmt ist sie auch nicht schneller geschwommen als der damalige männliche Olympiasieger.Ich finde das ist schon ein großer Unterschied.Niemand verabscheut sie wenn man ihre außergewöhnlichen Leistungen in Frage stellt.Sie sind doch derjenige der sonst ziemlich schnell Doping ruft warum jetzt nicht?

      • Ich sage in der Tat immer und immer wieder, dass massiv gedopt wird. Anders kommt man gar nicht in die Weltspitze. Was mich nervt ist Heuchelei und Moralin.

    • nietzschi,
      das mit der Sichtung in der DDR trifft zu. In der 1. und 2. Schulklasse kamen schon die Sichter. In jede Schule! Zu jedem Kind!
      Mein Sohn, damals für mich ein Hänfling,wurde als Ringer gesichtet. Ein Kind davon zu überzeugen, dass es Spaß macht Sport zu treiben, ist kein Problem. Ich ließ den Dingen ihren Lauf, aber mit dem Vorsatz, später, wenn es notwendig würde, einzugreifen. Mein Sohn macht sich gut und kam in die nächste Leistungsklasse. Das Training wurde intensiver. Aus 1x die Woche wurde 2x und Wettkämpfe am Wochendende.
      Vor dem Leistungssport, für den er schon gesichtet war, „rette“ ihn ein Beinbruch. Der Bruch ging über dem Knöchel durch die Wachstumslinie (Tibiaepiphyse). Bei der nächsten ärztlichen Untersuchung wurde er ausgemustert und an den Fußball übergeben. Dazu musst Du wissen, dass der Fußball in der DDR das Sammelbecken war für alle die den geforderten Leistungsstandard nicht erfüllten oder aus anderen Gründen, wie mein Sohn „ausgemustert“ (so nannten sie das wirklich) wurden.
      Übrigens, die Sichter waren gut. Schon mit 14 hat mein Sohn mich niedergerungen. Obwohl ich auch kein Schwächling war. Aber keine Chance. Ausgewachsen ist er 1,95 und ein Kleiderschrank. Der Sichter hat dieses körperliche Potential bei dem 7-jährigen „Hänfling“ erkannt. Alle Achtung.

      Ein Freund von mir hatte mehr Pech. Seine Tochter wurde mit 6 Jahren also in der 1. Klasse für das Schwimmen auserkoren. Auch hier mein Kompliment dem Sichter. Hat eine Wasserlage wie ein Schwamm, schwimmt praktisch von alleine auf dem Wasser und ist jetzt , mit 40 immer noch schlank wie eine Gerte und hat Hände wie Müllschaufeln! Die Sichter waren wirklich gut.
      Mit 9 Jahren war sie in der Leistungsklasse und bekam „Vitaminpillen“. Ständig! Mit 9 Jahren! Mein Freund, Schuldirektor und SED Mitglied bekam massive Schwierigkeiten, weil er nicht bereit war seine Tochter auf dem Sportaltar der DDR zu opfern.
      Du merkst, @nitzschi, ich schreibe nur vom selbst Erlebten.

      Nächster Fall:
      Mein Bruder lernte Ende der 60-er ein Mädel kennen. Ruderin, SC Dynamo Dresden, Olympiakader für 1968. Letztes Sichtungsrennen bei der Internationalen Regatta in Grünau. Alle Mädchen, wirklich alle, kamen vor dem Sichtungsrennen an den Tropf. Die Freundin meines Bruders, lehnte ab und konnte sich für die Olympiaauswahl nicht qualifizieren. Anschließend wurde sie fallen gelassen wie eine „heiße Kartoffel“. Sie war Einer und durfte nicht mal mehr im Achter trainieren. Leistungsprogramm, Förderung, alles Ade. Abtrainieren? Ja, sie durfte noch ein halbes Jahr ein Boot des SC benutzen. Tariningsprogramm, Abtrainingsanleitung, nichts da, musste sie alles alleine machen. Gut, sie bekam einen Studienplatz: Pädagogik auf Lehramt in Sport und Geschichte. Das war alles.

      Ich habe in der Psychiatrie gearbeitet, im ökonomischen Bereich. Die Ärzte haben mir von den Sportwracks berichtet. Leistungssportler, die nicht mehr wollten oder nicht mehr konnten. Letztere, solche aus der 2. Reihe. Fallengelassen wie „heiße Kartoffeln“. Behandelt wie „Aussätzige“.
      Nach der Wende hat es ja genügend Berichte gegeben über die Dopingwracks aus der DDR.

      Nein, @nitzschi, Du beschreibst eine geschönte Wirklichkeit der DDR.
      Ich könnte Dir noch mehr berichten, aber ich höre mal auf, weil ich denke es reicht. Und eigentlich gehört es auch nicht wirklich zum Thema.

      Gerade beim nochmaligen lesen Deines Beitrags entdeckt:
      „Im Judo / Ringen / Turnen bspw. (fällt mir gerade ein, weil ich das hauptsächlich derzeit verfolge) ist sicherlich doping sehr irrelevant.“
      Entschuldige, aber ich sage es jetzt mal ganz offen.
      Du hast keine Ahnung! Wirklich keine!

      • Da täuschen Sie sich … ich war selbst in meiner Jugendzeit sehr aktiver Judoka und auch öfter beim Ringen. Ich habe im Judo mich immerhin für die dt. Meisterschaften qualifiziert, was alles andere als einfach ist. => Quali Sachsenmeisterschaften => Quali für Mitteldeutsche Meisterschaften durch top3 Platzierung bei Sachsenmeisterschaften und nochmal das Selbe bei den Mitteldeutschen Meisterschaften. Mein Pech war, dass ich in ner Gewichtsklasse mit den Oelschlägel Zwillingsbrüdern war, die wirklich beide damals sehr stark waren und mir bei jedem Wettkampf Feuer gegeben haben … naja das nur am Rande ^^. Sabine aus unserem Verein ist inzwischen sehr erfolgreich und war weit vorne bei den Europameisterschaften etc. Also ich habe mit sehr guten Judokas gekämpft und keiner hat gestofft. Bringt ja auch nichts durch die Gewichtsklassen. Das einzige, was die machen können ist Abführmittel / Entwässerungsmittel zu nehmen, um Gewicht zu machen. Das ist aber totaler Furz … ich musste einmal relativ hart Gewicht machen, und ich war im Wettkampf nach dem dritten Kampf total platt und bin raus geflogen. Ich will nicht wissen wie fertig man nach den ersten 5 Minuten ist, wenn man noch mehr Gewicht macht und dann antreten soll. Es ist nun mal so, dass gerade im Kampfsport (zumindest unter 100Kilo) stoffen nur begrenzt Sinn macht. Entscheidend ist – wie beim Turnen – die Technik und die Konzentrationsfähigkeit. Bei den wenigsten ist es eine Kraftfrage (wenn ich jetzt mal von Karelin / Teddy Riner und dem Superschwergewicht absehe). Denn wenn ich mit 1,70 auf einmal in was anderes kämpfe als max. 66kg Klasse … dann bekomme ich einfach Nachteile, weil es nicht meine natürliche Gewichtsklasse ist. Insofern laufe ich außerhalb von Wettkämpfen dann halt mit 69-70kg rum und mach das locker Gewicht für den Wettkampf. Dann hat man nen Körperfettanteil von weit unter 10% (so um die 5-8%) und dann hat man nur noch Muskeln… Da nützt mir mehr also gar nichts. Die anderen haben längere Arme etc. So und im Turnen kann ich es mir auch nicht vorstellen – jedoch weiß ich davon nicht so viel.

        Und noch etwas zu den Schwimmerinnen … das Problem bei der 15 jährigen ist, dass sie laut Reportern sich in weniger als nem halben Jahr auf 50m um 2 Sekunden verbessert hat. Auf 50 Meter!!!

      • Nietzschi, ich konnte es nicht erkennen, dass was Du geschildert hast spielte sich in der DDR ab?
        Vielen Dank für Deine Informationen.
        Das was Du geschrieben hast, habe ich nicht unbedingt gemeint. Denn Doping besteht nicht nur aus Muskelaufbau.
        „Konzentrationsfähigkeit“ ist für mich ein Stichwort.
        Also bei den Schützen werden im Bedarfsfall schon mal „Schießtropfen“ genommen. Jedenfalls habe ich das erlebt. Wo? Beim militärischen Sportschießen der Breitschaftspolizei (dort war ich als Wehrpflichtiger) im Jahr 1965.
        Aber gut, bei Judo weist Du besser bescheid. Dort gibt es also wirklich nichts? Auch nicht zu DDR-Zeiten unter wissenschaftlicher Begleitung für Spitzensportler?

      • Der Satz: „Die anderen haben längere Arme etc.“ muss nach: „Denn wenn ich mit 1,70 auf einmal in was anderes kämpfe als max. 66kg Klasse … dann bekomme ich einfach Nachteile, weil es nicht meine natürliche Gewichtsklasse ist.“ …. Danke

      • Ja ich kann nicht direkt für die DDR reden. Aber meine Trainer waren alles Ex-DDR-Trainer und DDR-Meister. Ich denke die großen Dopingsportarten sind die nicht-technischen Sportarten, d.h. wo die Muskelleistung den größten Teil der Leistung ausmacht: Schwimmen, komplette Leichtathletik, Reiten, Gewichtheben, Radsport … Das mit den Beta-Blockern beim Schießen ist nicht mein Thema. ; )

        Um mal ein Beispiel aus dem Turnen zu bringen: Marcel Ngyuen wiegt ca. 10 Kilo weniger als die Mitkonkurrenz und bringt trotzdem extreme Leistung. Aber das hat auch seine Ursachen – er sagt selbst von sich, dass er keine gute Ernährung hat.

        Das btw. beim Fußball – insbesondere in der spanischen Liga – gedoped wird, steht für mich außer Frage. Fuertes hatte das damals ja auch angedeutet. Und die Fifa macht nur Urin-Kontrollen und da kann man weiß Gott nicht viel nachweisen.

      • Nietzschi, das sehe ich nicht so.
        „Marcel Ngyuen wiegt ca. 10 Kilo weniger als die Mitkonkurrenz und bringt trotzdem extreme Leistung.“
        Ich meine gerade deswegen und nicht trotzdem.
        Beim Turnen kommt es sehr auf die körperlichen Proportionen an. Am Stufenbarren z.B. ist eine große Frau verloren. Nur mal als Beispiel. Aber kleiner Wuchs scheint sich inzwischen bei den Turnern durchgesetzt zu haben. Oder spielt mir meine visuelle Wahrnehmung einen Streich. Beim Rudern dagegen ist Körpergröße vorteilhaft.
        Bei der von mir angesprochenen Sichtung in der DDR spielten solche Dinge eine große Rolle. Dazu gab es wissenschaftliche Untersuchungen. Das hat mir ein Freund, der Sportlehrer im Hochschuldienst war und der gewisse Einblicke hatte, erzählt.
        Ich denke, dass in allen Sportarten gedopt wird und nicht nur in den technischen. Es sind eben nur andere Mittel.
        Meine Schwägerin, damals noch die Freundin meines Bruders, hat miterlebt, ich habe es schon berichtet, dass die Ruderer in Grünau direkt vor dem Rennen an den Tropf kamen. Da wurden bestimmt keine Muskelaufbaupräparate infundiert. Aber niemand wusste was verabreicht wurde. Deshalb hat meine Schwägerin es auch abgelehnt.
        Die DDR Sportler die Du kennst, haben, wenn sie Bestandteil des Systems waren, kein Interesse daran dich über die Dopingpraktiken in der DDR aufzuklären.

      • Das btw. beim Fußball – insbesondere in der spanischen Liga – gedoped wird, steht für mich außer Frage. Fuertes hatte das damals ja auch angedeutet.

        Das steht für mich auch außer Frage. Spötter sagen man sehe bei Olympia welches Leistungsvermögen die Spanier wirklich haben. Das schlechte Abschneiden der Spanier bei Olympia ist wirklich extrem auffällig. Das war ein heißes, hochgehandeltes Fußball-Team, bestehend aus Europa- und Weltmeistern. Und dann so was. Die strengen WADA-Regeln bei Olympia machen Doping scheinbar wirklich schwerer.

  6. @AV
    Mittlerweile schießen sich die FAchleute auf die Superwomen ein.Es scheint nicht nur die Spiegelredakteure sind schlechte Verlierer
    Ein deutscher Dopingfahnder sagte aber auch-Gerade junge, früh trainierte Athleten sind mitunter zu außergewöhnlichen Leistungen fähig, weil sie von ihren spezifischen Gewichtsverhältnissen profitieren.“ Auf dieses Phänomen verwies am Dienstag auch Australiens Schwimmlegende Ian Thorpe
    http://www.welt.de/sport/olympia/article108429965/US-Trainer-vergleicht-Chinesin-mit-DDR-Stars.html

    • Bei Ye Shiwen bin ich auch noch skeptischer also ich sowieso schon bin. Aber ich würde ihr das nie zum Vorwurf machen. Das gehört sich einfach nicht. Der amerikanische Schwimmverband hat sich von Leonard auch schon distanziert. Almsick soll heute im deutschen Fernsehen auch genau das gleiche gesagt haben, was ich geschrieben habe: Ihr hätte man damals schließlich auch zugejubelt, sie findet die Anschuldigungen ungehörig. Außerdem soll sie auch das mit dem Alter gesagt haben. Auch da stimme ich zu. Als Teenager kann man sich in der Tat noch extrem steigern innerhalb von wenigen Monaten. Dass der Franke so handzahm ist, das ist komisch. Normal ist das ein ganz harter Hund. Aber offenbar nur gegen Deutsche und andere Westler. Vielleicht ist das ideologisch anti-westlich bedingt bei ihm, der Mann ist jedenfalls ein komischer Kauz.

      Sehr positiv überrascht war ich davon, dass unsere Turnerinnen überlegen Olympia-Sieger wurden. Das ist schon eine unfassbare Leistung. Und die Chinesinnen wurden nur Vierte hinter Russland und Rumänien. Unglaublich. Dass wir eine einmalige Turner-Generation haben, hat sich schon in Peking angedeutet, aber dass es so toll wird. Wow.

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