Zettels Tod. Ein Nachruf.

Völlig unerwartet erreichte mich heute die Nachricht vom Tod Zettels, des wohl bekanntesten deutschsprachigen liberalen Bloggers. Zettel war liberal-konservativ und stand mir politisch damit sehr nahe. Es gab kaum ein Thema bei dem sich unsere Meinungen wesentlich unterschieden. Zettel war menschlich einwandfrei. Er war das Gegenteil eines Gutmenschen – er war ein guter Mensch.

In einem Interview mit Welt online vom letzten Herbst werden Zettels Positionen schön übersichtlich dargestellt. Liberal-konservativ erklärt Zettel treffend so:
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Die GEZ-Gebühr beugt Marktversagen vor!

Hans-Peter Siebenhaar erklärt im Handelsblatt noch einmal anschaulich wie das GEZ-Fernsehen in Deutschland funktioniert.

Die Rundfunkgebühr in Deutschland liegt kaufkraft- und inflationsbereinigt heute ca. 20% höher als zum Beginn der Einführung 1953. Im Vergleich zu den 80er Jahren sind die Gebühren real sogar um 40% gestiegen. (Quelle).

Zusätzlich wird am 1. Januar 2013 das System komplett geändert. Mussten im bisherigen System wenigstens nur die Besitzer von Fernsehgeräten und so weiter bezahlen, so bezahlt jeder Haushalt in Zukunft automatisch.

Hermann Eichler, ein Justiziar des SWR, hat sofort reagiert und versucht zu begründen, warum dieses System natürlich ganz furchtbar toll ist.

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Die Schweizer sind jetzt schuld an der Euro-Krise.

Mein Internetbrowser zeigt mir beim Starten gleich mehrere Seiten auf einmal an. Von diesen Startseiten war bisher auch immer ein deutsches Medium dabei. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es Spiegel Online war. Die sind zwar extrem parteiisch, aber die Seite wird recht oft aktualisiert. Man ist so immer auf einem aktuellen Stand, was in Deutschland gerade passiert.

Vor ein paar Tagen wurde es mir allerdings zu dumm mit SpOn. Die Informationen sind so gefiltert und die Artikel so parteiisch, das ist nicht mehr feierlich. Außerdem habe ich die Online-Version der deutschen Zeitung „Die Welt“ entdeckt, die auch recht gut aktualisiert wird. Also habe ich SpOn mit Welt Online ersetzt.

Mittlerweile frage ich mich allerdings wieso. Die Artikel sind bei der Welt nicht wirklich anders geschrieben. Sie sind im Prinzip genauso parteiisch. Die Artikel und die Titelthemen sind zum Teil sogar identisch.

Die Schweizer sind jetzt schuld an der Euro-Krise.
Ein Beispiel. Vor ein paar Tagen titelte Spiegel Online, die Schweiz finanziere Deutschlands Schulden und sei schuld daran, dass die Zinssätze auseinanderdriften.

Zur gleichen Zeit genau der gleiche Tenor und die gleiche Einseitigkeit bei der Welt: „Schweiz befeuert Auseinanderdriften der Euro-Zone.“ Sogar die Titelbilder sind identisch. Agenturen wie Reuters bilden oft den Nährboden und die Medien drucken es kritiklos ab.

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Wahl-O-Mat für die amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2012

Zettel hat den besten Wahl-O-Mat zu den anstehenden Präsidentschaftswahlen gefunden, den ich kenne. Ein sehr interessantes Quiz wie ich finde. Auch durchaus für Europäer geeignet, die einmal wissen wollen, wem sie am nächsten stehen. Obama, Romney oder Ron Paul.

Ich empfehle an dieser Stelle jedem den kurzen Test
einmal selbst zu machen, bevor man weiterliest.

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Transparenz bei den Piraten erklärt

Zettel schreibt über die Piraten.

Erstens sei „Liquid democracy“ in dieser Form nur ein Abklatsch der „Vollversammlung“ und „Basisdemokratie“ der 68er und bedeute in der Praxis nur, dass sich eine geringe Minderheit von Langzeitstudenten und Arbeitslosen durchsetzt, die eben immer „aktiv“ sein können.

Man kennt dieses Prinzip der gefühlten Mehrheit auch aus der veröffentlichten Meinung und ihren Diskussionsforen. In Wirklichkeit setzt nur eine Handvoll ideologisch gleich denkender Journalisten die Themen. Siehe auch die aktuelle Posse um den Henri-Nannenpreis, deren Hintergründe Wolfgang Röhl auf achgut wunderbar erklärt.

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Breiviks Schizophrenie – eine vermessene Ferndiagnose?

Zettel kommentiert das zweite Gutachten im Fall Breivik. Sich mit einer Ferndiagnose an einer Streitfrage zu beteiligen, in der die untersuchenden Psychiater zu verschiedenen Ergebnissen gekommen seien, sei vermessen. Wenn gleich ich mir das erstaunlicherweise zugetraut hätte. Ich bin also vermessen.

Dazu will ich kurz etwas sagen. Als ich den Artikel geschrieben habe, gab es nur ein Gutachten. Auf dieses Gutachten habe ich mich bezogen.

Zwei der erfahrensten forensischen Psychiater Norwegens haben Breivik damals über Monate untersucht, dutzende, stundenlange Gespräche mit Breivik geführt, Videoaufnahmen der Tat und der Verhöre gesichtet und Breiviks Umfeld befragt. Am Ende wurde die Hauptdiagnose paranoide Schizophrenie gestellt. Das Gutachten wurde vom Norwegian Board of Forensic Medicine bestehend aus sieben Professoren und Fachleuten noch einmal überprüft und bestätigt.

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Augstein am Abgrund

Günter Grass hat doch noch einen prominenten Unterstützer gefunden. Es ist, wen wundert es, Jakob Augstein. Die Pamphlete von Grass und Augstein ähneln sich sehr, deshalb kann man sie gemeinsam besprechen.

Der fällige Tabubruch
Eines vorneweg: Man liest häufiger Grass habe gar keinen Tabubruch begangen. Aber natürlich hat Grass gewaltige Tabus gebrochen. Eine so offen antisemitische „Israelkritik“, von einem Mann in seiner Position, ist mir aus Deutschland nicht erinnerlich. Weltbekannter Literaturnobelpreisträger. SPD-Urgestein. Linkes, moralische Gewissen der Nation. Und dann solche Äußerungen. Wenn das kein Tabubruch ist, dann frage ich mich ganz ehrlich, was ein Tabubruch sein soll.

Natürlich wurden fast alle Tabubrüche dieser Welt schon einmal begangen oder stehen irgendwo in einem Buch. Es kommt aber immer darauf an, wer etwas sagt und wie die Medien es aufgreifen. Man lese nur mal Felicia Langer und Co. Aber wenn es kaum jemand liest und bemerkt, ist es auch kein Tabubruch. Der Bruch eines Tabus muss als solcher wahrgenommen werden. Tabubrüche werden auch häufig wieder vergessen. Schneller als man vielleicht denkt. Dann kann man das Tabu aufs Neue brechen.

Menschen wie Augstein und Grass sagen, was sie wirklich denken. Das ist nicht schlecht. Es ist wichtig, dass dieses Denken endlich einmal wahrgenommen wird, denn es ist offensichtlich weit verbreitet. Bisher hat man den Antiamerikanismus, Antikapitalismus, Antisemitismus und den naiv-heuchlerischen Pazifismus vieler Westler wahlweise totgeschwiegen oder pathetisch unterstützt. Man denke nur an die Hetzschrift „Empört Euch!“ von Stéphane Hessel, die Augstein natürlich auch schon in höchsten Tönen gelobt hat. Wer ist hier wirklich niederträchtig?

Seit ein paar Tagen werden wichtige, bisher tabuisierte Teilaspekte mit halbwegs offenem Visier vor einem breiten Publikum diskutiert. Zumindest für 14 Tage. Spätestens dann wird der Medienzirkus weiterziehen (und alles wird wieder sein wie bisher).

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Umweltminister sind schädlich

Alexander Neubacher, Spiegel-Journalist und Autor des Buches „Ökofimmel“,
darf auf SpOn einen guten und wichtigen Artikel schreiben. Hier ein Vorgeschmack:

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Die neue Unschuld

Wo wir gerade beim Thema geniale Kolumnen sind:
Harald Martenstein hat diese Woche auch eine ganz besonders gelungene.

Zettels Kommentar
Zettel hat den blinden Fleck in Martensteins Theorie thematisiert. Wir sind eine Gesellschaft, in der ständig von Verantwortung die Rede ist. Und zwar ganz extrem. Es kann gar nicht genug Sündenböcke geben. Nicht nur für die Rechten. Die Rechten haben erstaunlich wenig Sündenböcke: Den Islam, Ausländer, die Juden und alles Linke wahrscheinlich. Die Linken haben meinem Eindruck nach mehr Sündenböcke: Die Banken, die Industrie, die Rechten, die Neoliberalen, die Juden, diverse Lobbies: Pharma-, Atom-, Israel-Lobby. Israel an sich. Amerika. Religionen, außer der Islam natürlich. Der Kapitalismus, die Kapitalisten. Das Geld, die Märkte, der Zins und natürlich die „Verhältnisse“.

In den letzten Monaten gab es alleine in Deutschland eine Menge Sündenböcke: Wulff. Die Banken. Die Merkel-Regierung. OB Sauerland. Kapitän Schettino. Ich habe sicherlich einige Personen vergessen.

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Taliban jetzt auch für Menschenrechte

Der deutsche Tagesspiegel schreibt über das Urinieren auf Leichen durch unsere Soldaten auf afghanische Taliban.

Besonders eine Sache hat den Tagesspiegel dabei erstaunt: Die Reaktion der Taliban. Die Taliban würden nämlich trotz der „unmenschlichen“ Tat weiter mit uns sprechen wollen. Dadurch entstünden neue „Hoffnungen“ auf ernsthafte Verhandlungen. Vor allem den Deutschen hätte man diese Hoffnung zu verdanken, denn diese hätten die Gespräche maßgeblich eingefädelt. Danke Deutschland! Ihr seid die Besten!

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