Wer ist schuld an Breivik? Sind es die Advocates of Silence?

Das ist ein Artikel, den ich schon lange im Kopf habe. Warum ich ihn nicht vorher geschrieben habe? Ich denke, ich wollte unterbewusst das Breivik-Urteil abwarten. Ich wollte sehen, ob die Richterin und die Medien das wirklich durchziehen.

Sie haben es durchgezogen.

Ermutigt hat mich ein Satz, den ich heute im Tagesanzeiger gelesen habe: „Bislang hat es keine ernst zu nehmende Partei gewagt, Breiviks Taten als etwas anderes als puren Wahnsinn zu klassifizieren.“ So sehe ich das auch. Nicht nur die Politiker, sondern auch die meisten Menschen halten Breiviks Tat für puren Wahnsinn.

Gleichzeitig aber, und das war für mich das Interessante, wollten viele dieser Menschen, dass Breivik in seinem Strafverfahren nicht für „wahnsinnig“ erklärt wird. Diese heuchlerische Doppelbödigkeit fasziniert mich bis heute.

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Breivik und Norweger sind sich einig

Morgen erreicht die Posse um den weltweit bekannten norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik ihren vorläufigen Höhepunkt. Das Urteil wird verkündet.

Der erste Teil der Posse besteht aus einem monatelangen Verfahren, in dem man sich getrost die Frage stellen konnte: Warum, wieso, weshalb? War die Beweisaufnahme so schwierig?

Der zweite Teil der Posse besteht aus einem Urteil, das von Medienseite her von vorneherein feststand. Wie diverse Medien immer wieder berichteten, wollten über 70% der Norweger vom ersten Tag an, dass Breivik für schuldfähig erklärt wird. Mal waren es ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger, aber die klare Mehrheit war immer vorhanden.

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Tritt Jens Stoltenberg zurück?

Selbst SpOn schrieb gestern:

Derart geballt sind die Vorwürfe, dass Regierungschef Jens Stoltenberg bei der anschließenden Pressekonferenz sich zuallererst der Frage nach seinem Rücktritt stellen musste. Stoltenberg laviert, spricht von der Verantwortung, die er trage und die er ernst nehme. Den Journalisten reicht das nicht, sie fragen scharf nach: Wie könne er als höchster Chef von jemandem unter sich Verantwortung verlangen, wenn er selbst nicht die Verantwortung übernehme und gehe?

Interessant auch, dass SpOn Stoltenberg nun „lavieren“ unterstellt. Ein gut geübter, ausweichender Schwätzer war Stoltenberg schon immer. Stoltenberg ist der Obama von Norwegen. Einen Rücktritt wird es nicht geben. Aber die schöne Fassade fängt an zu bröckeln und darunter ist nicht viel Substanz.

2001 hat Stoltenberg nach miesen Parlamentswahlen schon einmal seinen Rücktritt erklärt. Nur um dann 2005 und 2009 wieder zurückzukommen. Die norwegischen Wähler wissen offenbar auch nicht, was sie eigentlich wollen.