Wer ist schuld an Breivik? Sind es die Advocates of Silence?

Das ist ein Artikel, den ich schon lange im Kopf habe. Warum ich ihn nicht vorher geschrieben habe? Ich denke, ich wollte unterbewusst das Breivik-Urteil abwarten. Ich wollte sehen, ob die Richterin und die Medien das wirklich durchziehen.

Sie haben es durchgezogen.

Ermutigt hat mich ein Satz, den ich heute im Tagesanzeiger gelesen habe: „Bislang hat es keine ernst zu nehmende Partei gewagt, Breiviks Taten als etwas anderes als puren Wahnsinn zu klassifizieren.“ So sehe ich das auch. Nicht nur die Politiker, sondern auch die meisten Menschen halten Breiviks Tat für puren Wahnsinn.

Gleichzeitig aber, und das war für mich das Interessante, wollten viele dieser Menschen, dass Breivik in seinem Strafverfahren nicht für „wahnsinnig“ erklärt wird. Diese heuchlerische Doppelbödigkeit fasziniert mich bis heute.

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Breivik und Norweger sind sich einig

Morgen erreicht die Posse um den weltweit bekannten norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik ihren vorläufigen Höhepunkt. Das Urteil wird verkündet.

Der erste Teil der Posse besteht aus einem monatelangen Verfahren, in dem man sich getrost die Frage stellen konnte: Warum, wieso, weshalb? War die Beweisaufnahme so schwierig?

Der zweite Teil der Posse besteht aus einem Urteil, das von Medienseite her von vorneherein feststand. Wie diverse Medien immer wieder berichteten, wollten über 70% der Norweger vom ersten Tag an, dass Breivik für schuldfähig erklärt wird. Mal waren es ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger, aber die klare Mehrheit war immer vorhanden.

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Der Fall Shafia – How to deal with Ehrenmord

Verfolgen Sie heute gut deutsche Medien und halten sie Ausschau nach diesem Fall. Ein spektakulärer Ehren-Massenmord aus Kanada, der dort schon seit Monaten die Schlagzeilen beherrscht. Aber auch bei uns und in Großbritannien wurde groß darüber berichtet. Wie groß wurde in Deutschland darüber berichtet? Ich weiß es nicht. Aber ich kann es mir denken.

Angeklagt war eine Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan: Mohammed (58), der Patriarch. Seine Frau Tooba (42) und sein Sohn Hamed (21).

Was war geschehen? Nun im Juni 2009 fand man die drei Töchter Mohammeds und Toobas im Alter von 19, 17 und 13 sowie die unfruchtbare Erstfrau Mohammeds in einem kanadischen Fluss. In einem Nissan. Tot.

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