Breivik und Norweger sind sich einig

Morgen erreicht die Posse um den weltweit bekannten norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik ihren vorläufigen Höhepunkt. Das Urteil wird verkündet.

Der erste Teil der Posse besteht aus einem monatelangen Verfahren, in dem man sich getrost die Frage stellen konnte: Warum, wieso, weshalb? War die Beweisaufnahme so schwierig?

Der zweite Teil der Posse besteht aus einem Urteil, das von Medienseite her von vorneherein feststand. Wie diverse Medien immer wieder berichteten, wollten über 70% der Norweger vom ersten Tag an, dass Breivik für schuldfähig erklärt wird. Mal waren es ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger, aber die klare Mehrheit war immer vorhanden.

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Tritt Jens Stoltenberg zurück?

Selbst SpOn schrieb gestern:

Derart geballt sind die Vorwürfe, dass Regierungschef Jens Stoltenberg bei der anschließenden Pressekonferenz sich zuallererst der Frage nach seinem Rücktritt stellen musste. Stoltenberg laviert, spricht von der Verantwortung, die er trage und die er ernst nehme. Den Journalisten reicht das nicht, sie fragen scharf nach: Wie könne er als höchster Chef von jemandem unter sich Verantwortung verlangen, wenn er selbst nicht die Verantwortung übernehme und gehe?

Interessant auch, dass SpOn Stoltenberg nun „lavieren“ unterstellt. Ein gut geübter, ausweichender Schwätzer war Stoltenberg schon immer. Stoltenberg ist der Obama von Norwegen. Einen Rücktritt wird es nicht geben. Aber die schöne Fassade fängt an zu bröckeln und darunter ist nicht viel Substanz.

2001 hat Stoltenberg nach miesen Parlamentswahlen schon einmal seinen Rücktritt erklärt. Nur um dann 2005 und 2009 wieder zurückzukommen. Die norwegischen Wähler wissen offenbar auch nicht, was sie eigentlich wollen.

Die neue Unschuld

Wo wir gerade beim Thema geniale Kolumnen sind:
Harald Martenstein hat diese Woche auch eine ganz besonders gelungene.

Zettels Kommentar
Zettel hat den blinden Fleck in Martensteins Theorie thematisiert. Wir sind eine Gesellschaft, in der ständig von Verantwortung die Rede ist. Und zwar ganz extrem. Es kann gar nicht genug Sündenböcke geben. Nicht nur für die Rechten. Die Rechten haben erstaunlich wenig Sündenböcke: Den Islam, Ausländer, die Juden und alles Linke wahrscheinlich. Die Linken haben meinem Eindruck nach mehr Sündenböcke: Die Banken, die Industrie, die Rechten, die Neoliberalen, die Juden, diverse Lobbies: Pharma-, Atom-, Israel-Lobby. Israel an sich. Amerika. Religionen, außer der Islam natürlich. Der Kapitalismus, die Kapitalisten. Das Geld, die Märkte, der Zins und natürlich die „Verhältnisse“.

In den letzten Monaten gab es alleine in Deutschland eine Menge Sündenböcke: Wulff. Die Banken. Die Merkel-Regierung. OB Sauerland. Kapitän Schettino. Ich habe sicherlich einige Personen vergessen.

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