Vom Juliusturm zum Puffer.

Fritz Schäffer war der erste und letzte Finanzminister der BRD, dem es von 1953-1957 gelungen sein soll, einen Überschuss im Bundeshaushalt, einen „Juliusturm“, anzusparen. Wikipedia spricht von acht Milliarden D-Mark, heute seien das immerhin rund 35 Milliarden Euro.

Schäffers Reaktion, wenn man ihn auf die Überschüsse ansprach, ging laut einigen Quellen so: „Erstens gibt es keinen Juliusturm, zweitens ist er leer und drittens brauche ich das Geld für die Rüstung.“

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Facharbeiteradel.

    In Deutschland kürt eine Jury aus Sprachwissenschaftlern und Journalisten jeden Januar ein „Unwort des Jahres“. Vielleicht will ein Leser nachfolgendes Wort einschicken: „Facharbeiteradel“.

    Erfunden hat diesen Neologismus wohl der „Sozialexperte“ der Bundestagsfraktion der Grünen, Markus Kurth, der damit versucht die Rente mit 63 anzugehen. Die Rente mit 63 kann man kritisieren, aber warum mit dieser absurden Wortneuschöpfung?

    Ein Bekannter von mir begann mit 14 Jahren als Drucker zu arbeiten, mittlerweile ist er über 62 Jahre alt, hat also 48 Beitragsjahre gemeistert, muss aber immer noch jeden Tag zur Arbeit. Dafür steht der arme Kerl zu einer Uhrzeit auf, die den meisten Menschen fremd ist. Seine Schicht beginnt gegen 5.30 Uhr, da aber sein Arbeitsplatz vor einigen Jahren „outgesourced“ wurde, muss er seit einiger Zeit zusätzlich 60 Minuten Fahrzeit mit dem Bus einplanen. Er steht gegen 3 Uhr auf, jeden Tag von Montag bis Freitag, wenn er Pech hat auch am Samstag. Ich sehe schon seit einigen Jahren, dass er die körperlich harte Arbeit eigentlich nicht mehr bewerkstelligen kann. Aber er schleppt sich trotzdem jeden Tag in diese Fabrik. Er könnte auch einfach hartzen, er würde finanziell gesehen nicht wirklich schlechter dastehen – plus extrem viel Freizeit, plus Schwarzarbeit, wenn es doch nicht reicht. Aber dafür ist er zu stolz. Für mich ist der Mann ein Held.

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Die westliche Welt macht auf behindert.

Ein frohes Neues Jahr an alle Leser. Über Weihnachten habe ich einen interessanten Artikel auf Bloomberg von Edward Glaeser gelesen. Der Ökonomieprofessor aus Harvard spricht über 8,8 Millionen Amerikaner, die unter 65 Jahren sind, berufstätig waren und nun aus irgendeinem Grund so „behindert“ sind, dass sie nicht mehr arbeiten können.

Vor 40 Jahren lag das Verhältnis Arbeiter zu Invaliden 40:1, heute liegt es bei 18:1. Die Invaliden-Explosion, so schreibt Glaeser, sei zunächst ein Rätsel.

Die Zahl der Arbeitsunfälle ist seit 1945 dramatisch gesunken. Die Zahl der Raucher und Säufer sank ebenso deutlich, von Kriegsinvaliden ganz zu schweigen.

Hinzu kommen die immensen Fortschritte der Medizin. Polio, die Geisel die Millionen Menschen zu Krüppeln machte, wurde dank Impfungen fast ausgerottet. Also warum gibt es heute mehr Behinderte denn je?

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Warum die Griechen so alt werden

Endlich ist es soweit:
Der Heilige Gral des Ichthys wurde entdeckt!

Immer wieder haben sich Nordeuropäer und Amerikaner gewundert: Was machen wir falsch? Ist es der Meeresfisch oder die griechische Mittagspause? Ist es das Olivenöl oder die Rente mit 55? Ist es der Rotwein oder das marode griechische Gesundheitssystem? Für jede Richtung gab es einen „Experten“, der sich „ziemlich sicher“ war und tolle Ratschläge parat hatte.

Was tausende Bio-, Ethno-, Psycho- und Soziologen jahrzehntelang vor Rätsel (und pralle Fördertöpfe) stellte, wurde heute mit ein paar banalen Sätzen durch die griechische Arbeitsministerin erklärt:

Tausende tote Griechen werden einfach nicht gemeldet.
Die Angehörigen kassieren lieber weiter Rente!

Ein Trick, der auch den Japanern nicht fremd ist und Millionen Westler täglich dazu nötigt rohen Fisch, Tofu und Algen hinunterzuwürgen, obwohl sie es gar nicht mögen.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen:

Ich esse gerne japanisches und mediterranes Essen.
Aber nicht weil ich meine es wäre gesünder oder ich würde dadurch länger leben, sondern einfach wenn ich gerade Lust darauf habe. Auch einen amerikanischen BLT oder eine bayrische Schweinshaxe verachte nicht. In Europa würde ich momentan rohe Tomaten, Gurken, Salat und Sprossen bevorzugen. Frisch vom Markt und ungekocht: Der Preis stimmt zur Zeit absolut und es schmeckt! Antizyklisch handeln lohnt sich in der Regel immer. Wie man sieht auch beim Essen.