Geisterstunden mit Angela. Ich bin Merkel, ich darf das.

Man muss auch mal das Positive sehen. Aber was ist noch positiv in dieser Krise? Es ist nicht einfach, noch etwas zu finden. Aber mich stimmt es zumindest ein bisschen positiv, dass seit ca. August 2015 die kritischen Stimmen Woche für Woche zunehmen.

Dass Broder, Fleischhauer und Co meist treffende Worte für die Krise finden, ist bekannt. Auch Journalisten wie Tichy und von Altenbockum seien an dieser Stelle genannt. Ich will mich Autoren widmen, von denen man es vielleicht nicht unbedingt erwartet hätte.

Besonders gelungen erscheint mir ein Kommentar von Alan Posener von vor einigen Wochen. Ja ich weiß, ausgerechnet Posener. Aber sein Kommentar ist auch deshalb so gut, weil Posener den großen Bogen schlägt und gekonnt daran erinnert, dass Merkel sich bei anderen Krisen (Fukushima, Euro) schon identisch verhalten hat. Am besten man liest das ganze Ding – allein schon wegen dem Aufbau und der genialen Anekdoten (Alexandre-Auguste Ledru-Rollin!). Hier nur ein kleiner, inhaltlicher Auszug, der aber natürlich nicht die ganze sprachliche Brillanz des Kommentars wiedergeben kann:

Angela Merkels Wende in der Flüchtlingsfrage wird nur diejenigen überrascht haben, die diese Meisterin der Wendigkeit nicht kennen. Tatsächlich sind Inkonsequenz und Unberechenbarkeit die einzigen Konstanten in ihrer Karriere.

Diese Einstellung hat bei der alternativlosen Kanzlerin eine Geschichte. Als sie nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima die Abschaltung der deutschen Atomkraftwerke verfügte und damit nicht nur ihre eigene eben erst verkündete Linie der Verlängerung der Laufzeiten, sondern auch den vernünftigen Atomkompromiss der Regierung Gerhard Schröder außer Kraft setzte, geschah das ohne Absprache mit den europäischen Partnern.

Noch deutlicher wurde Merkels Selbstherrlichkeit in der Griechenland-Krise, die sie selbst ausgelöst hatte, weil sie 2009 zur Rettung der griechischen Geldgeber – deutsche und französische Banken – den Maastricht-Vertrag außer Kraft setzen ließ, in dem eine No-Bailout-Klausel festgeschrieben ist. Legal – illegal – scheißegal. Ich bin Merkel, ich darf das.

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Warum die Griechen so alt werden

Endlich ist es soweit:
Der Heilige Gral des Ichthys wurde entdeckt!

Immer wieder haben sich Nordeuropäer und Amerikaner gewundert: Was machen wir falsch? Ist es der Meeresfisch oder die griechische Mittagspause? Ist es das Olivenöl oder die Rente mit 55? Ist es der Rotwein oder das marode griechische Gesundheitssystem? Für jede Richtung gab es einen „Experten“, der sich „ziemlich sicher“ war und tolle Ratschläge parat hatte.

Was tausende Bio-, Ethno-, Psycho- und Soziologen jahrzehntelang vor Rätsel (und pralle Fördertöpfe) stellte, wurde heute mit ein paar banalen Sätzen durch die griechische Arbeitsministerin erklärt:

Tausende tote Griechen werden einfach nicht gemeldet.
Die Angehörigen kassieren lieber weiter Rente!

Ein Trick, der auch den Japanern nicht fremd ist und Millionen Westler täglich dazu nötigt rohen Fisch, Tofu und Algen hinunterzuwürgen, obwohl sie es gar nicht mögen.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen:

Ich esse gerne japanisches und mediterranes Essen.
Aber nicht weil ich meine es wäre gesünder oder ich würde dadurch länger leben, sondern einfach wenn ich gerade Lust darauf habe. Auch einen amerikanischen BLT oder eine bayrische Schweinshaxe verachte nicht. In Europa würde ich momentan rohe Tomaten, Gurken, Salat und Sprossen bevorzugen. Frisch vom Markt und ungekocht: Der Preis stimmt zur Zeit absolut und es schmeckt! Antizyklisch handeln lohnt sich in der Regel immer. Wie man sieht auch beim Essen.