Die Stimmung war gedrückt.

Herr Lemmermann, Bürgermeister des deutschen Ortes Kirchweyhe, berichtet SpOn über seine Leidenszeit. Die Gemeinde Weyhe hat unter Aufsicht des Bürgermeisters Trauerfeiern und Mahnwachen mit „mutmaßlich rechtem Hintergrund“ verbieten lassen.

Daraufhin bekam Lemmermann entsprechende verbale Reaktionen ab. Darunter Beleidigungen, Bedrohungen und natürlich „Volksverhetzungen“. In 115 Fällen will der Held des Tages nun Anzeige erstatten. Die Stimmung in seinem Büro nach den Anrufen und Briefen beschreibt der Rathaus-Chef so:

Die Stimmung war gedrückt, weil sich keiner vorstellen konnte, dass es Menschen gibt, die so etwas von sich geben. Da kann man sich ungefähr vorstellen, wie viel Hass es in der Gesellschaft geben muss.

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Amanda Knox wichtiger als Kirchweyhe.

Gestern habe ich extra nachgeguckt, Amanda Knox war wieder bei allen großen deutschen Medienportalen auf der Titelseite (SpOn, FAZ, taz). Bei George Zimmerman war es genauso. Taten wie in Kirchweyhe hingegen, die in Deutschland passieren, werden totgeschwiegen.

Beinahe minütlich wurde man über jeden neuen Pups von George unterrichtet. Wie nazi ist George? Was hat er zu Trayvon gesagt? Was passierte in den Sekunden davor, was danach? Wer hat was gesehen, wie verlief der Schuss? Hatte er eine Platzwunde am Hinterkopf ja/nein? Wie hieß seine Großcousine dritten Grades, was hatte er vor zehn Tagen zum Frühstück, wie hart ist sein Stuhlgang?

Wenn dagegen ein junger Deutscher in Deutschland, aus welchen Motiven auch immer, von jemandem mit Migrationshintergrund abgeschlachtet wird, dann erfährt man von den deutschen Qualitätsmedien nichts zum genauen Tatablauf und nichts zum Täter.

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Im Netz des GEZ-Staates.

Der ÖRF in Deutschland erschafft sich seine eigene Welt. Während in Kirchweyhe mal wieder ein Mensch totgetreten wurde, widmet die deutsche ARD sich den wirklich ernsten Gefahren des Lebens in einem kompletten Themenabend: Datenschutz und Internet.

Die absolute glaubhafte, jeden Deutschen in Panik versetzende Geschichte geht so: Juliane Schubert, eine Unternehmensberaterin, schläft nachts um zwei Uhr arglos neben ihrem Mann, als sie unsanft von einem Sondereinsatzkommando geweckt wird. Man hält sie für eine Terroristin, na logisch. Alle Geheimdienste der Erde verfolgen die biedere Frau, denn sie hat Autos gemietet und Bombenpläne im Internet gesucht. Ihr Konto wurde leergeräumt und niemand glaubt ihr, dass sie wirklich sie selbst ist. Ihre Identität wurde nämlich gestohlen! Ja so einfach ist das in Zeiten des bösen, neumodischen Internets. Juliane hat ihre Daten nicht ausreichend geschützt. Das wäre Juliane nicht passiert, wenn sie brav den Musikantenstadl oder den Tatort in der ARD geguckt hätte, anstatt das Internet zu nutzen. Der Tatort hätte sie auch gleich über die Gefahren der Welt informiert. Dumme Juliane, böse Juliane.

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