Free lunch für Migranten ist keine gute Idee.

Eine Redakteurin des Tagesspiegels hatte vor einigen Tagen einen klugen Gedanken:

Migranten aus gewissen Weltregionen sind vor allem deshalb in vielen europäischen Ländern unbeliebt, weil sie direkt in die Sozialsysteme einwandern und dort regelmäßig viele Jahre verbleiben. Manchmal wollen es die Migranten genau so, nicht selten sind aber auch schlichtweg bürokratische Gesetze an diesen Zuständen (mit)schuld.

Aber warum plündern europäische Politiker für Migranten überhaupt die Sozialkassen? Warum vergibt man nicht Kredite, die im Erfolgsfall (toller Facharbeiter und so) teilweise zurückgezahlt werden müssen? Ähnlich wie beim BAföG. Damit würde auch die Akzeptanz in der Bevölkerung steigen.

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Der Fall Khodorkovsky – ein Lehrstück.

Vor einigen Tagen wollte ich einen Artikel über Mikhail Khodorkovsky schreiben – als bitter nötige Gegenargumentation zu deutschen Presseberichten. Das Augstein und Kollegen Khodorkovsky nicht mögen, war absehbar.

Wirklich überrascht und getroffen haben mich die Kommentare von Achgut-Urgesteinen wie Dirk Maxeiner und Wolfgang Röhl.

Dirk Maxeiners fragte „kritisch“ nach, warum sich Hans-Dietrich Genscher gerade für Mikhail Khodorkovsky eingesetzt habe. Sein Argument war unter anderem:

Politische Gefangene, die unter schlimmen Bedingungen und ohne rechtsstaatliches Verfahren festgehalten werden gibt es in reicher Zahl überall auf der Welt. Also warum der so dezidierte Einsatz für Chodorkowski?

Der Kommentar ginge gerade noch, wenn es Maxeiner nur darum gegangen wäre die Person Genscher kritisch zu beleuchten – gerade vor dem Hintergrund, dass Putin in den letzten Wochen auch schon zwei andere deutsche Greise (Schmidt, Ströbele) für seine Zwecke einspannte. Wenn man den Kommentar so betrachtet, ist er okay.

Man kann den Schwerpunkt der Bewertung aber auch auf Maxeiners oben genanntes Argument legen: „Politische Gefangene gibt es in reicher Zahl überall auf der Welt, warum gerade Chodorkowski?“

Dieses Argument ist für sich genommen natürlich ein Scheinargument aus der Kategorie „Nirvana fallacy/Perfect solution fallacy“: Eine Lösung wird abgelehnt, weil sie nicht perfekt ist. So kann man natürlich auf alle Probleme der Welt antworten. Wenn man nur einem helfen kann oder will, sollte man lieber niemandem helfen? Das – so scheint es mir – ist die verquere Logik hinter Maxeiners Argument. Diese Art der Scheinargumentation sollte man nicht ernst nehmen. Maxeiners Argumentation lädt geradezu zum Kontern ein: Wie vielen politischen Gefangenen hat Herr Maxeiner denn bisher in seinem Leben geholfen?! Null? Dachte ich mir. Es steht bei diesem Thema mindestens 1:0 für Genscher. Ich halte Genschers Rolle – früher und heute – für überschätzt, deutsche Politiker seiner Generation werden – typisch Nostalgie – maßloß in den Himmel gelobt, aber die Argumentation von Maxeiner ist in diesem Punkt sehr schwach.

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Neues im Fall Hoeneß.

Gestern Abend las ich mich durch SpOn, FAZ und Welt. Es gab einige Artikel zum Fall Hoeneß, aber keiner konnte wirklich überzeugen. Der Spiegel  brachte es sogar fertig, immer wieder die Rechtslage falsch darzustellen. Dann kam ich auf die SZ. Parteiisch zwar, aber eben auch mit den besten Drähten in München. Und siehe da, die SZ hatte den einzig wirklich guten Artikel zum Thema. Wenn dieser Artikel recht hat, dann lief die Sache ab, wie nachfolgend beschrieben:

Ungefähr im Jahr 2000 leihte sich Hoeneß von seinem Freund Robert Louis-Dreyfus, dem ehemaligen Adidas-Chef, 10 bis 15 Millionen Euro. Das Geld soll er an die Züricher Bank Vontobel überwiesen haben. Wozu brauchte Hoeneß das Geld? Er wollte an der Börse spekulieren. Das habe er dann bis heute gemacht und zwar erfolgreich. So erfolgreich, dass er meinte, er könne die Kapitalertragssteuer ignorieren.

Anfang dieses Jahres wurde es Herr Hoeneß dann zu heiß und er zeigte sich selbst an. Kurz danach brachte der Stern eine Story über einen Spitzenvertreter der Bundesliga, der mehrere hunderte Millionen Euro bei der Bank Vontobel angelegt haben soll. Das brachte nun die Staatsanwaltschaft München ins Schwitzen und deshalb wurde das Anwesen von Hoeneß durchsucht. Gefunden wurde nichts Neues. Die SZ rechnet mit der Einstellung des Strafverfahrens.

SZ: Lieber KZs als Smartphones.

Oder auch: „Andrew Carnegie war ein knallharter Kapitalist.“ Ein wunderbar treffender Kommentar von Gideon Boess zu einem millieu-typischen Artikel der SZ.

Frauen und Kinder

EU-Kommissionspräsident Barroso meint zum Anschlag auf eine jüdische Schule bei der ein Lehrer und drei Kinder ermordet wurden: „Nichts ist unerträglicher als die Ermordung unschuldiger Kinder.“

Das ist auch eine Art von moralischem Relativismus, den man in unserer westlichen Gesellschaft sehr häufig antrifft. Was will Barroso uns damit sagen? Wenn nur Erwachsene ermordet werden, dann ist es nur halb so schlimm?

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Occupy Wall Street und die Religion der 99%

Lange habe ich überlegt, ob, wie und was ich zur Occupy-Bewegung schreiben soll. Letztendlich hat mich mal wieder Aron Sperber und sein Hinweis auf die 99%-Ideologie animiert etwas zu schreiben. Es ist so typisch für Linke, dass sie meinen die ganze Welt stünde hinter ihnen.

Was soll eigentlich so toll daran sein, wenn man zu den 99% gehört? Wo bleibt das Unrechtsbewusstsein, das Herz für die Minderheit, das die Linken angeblich so auszeichnet? Was ist toll daran, wenn sich 99% auf 1% der Bevölkerung stürzen? Was ist toll daran zu einer Gruppe zu gehören, die angeblich aus 99% der Bevölkerung besteht? Nichts ist für mich schlimmer als Konformität und der Verlust von Individualität. Wer auf wahnhafte 99%-Bewegungen steht, sollte zum Islam übertreten und in ein beliebiges islamisches Land einwandern. Kommt daher die Liebe der Linken für den Islam?

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Warum die Deutschen die Nazi-Jagd so lieben. Ein Verdacht.

In einem guten Artikel von Aron Sperber über PI, schreibt der Lindwurm:

Vom Hass auf Liberale, Homosexuelle und alternative Lebensentwürfe über das Geraune von „finanzstarken Kreisen“, die sich gegen die „Völker“ verschworen hätten bis hin zur 9/11-Trutherei ist das ein lupenrein rechtsextremer Text…

Das fasziniert mich am deutschsprachigen Raum: Ich wette über 90% der Deutschsprachigen erkennen, was ein „rechtsextremer“ Text ist und ordnen ihn entsprechend ein. So weit so gut. Der Gag kommt jetzt.

Ich nehme jetzt einfach mal die Punkte, die der Lindwurm genannt hat:

1. Hass auf Liberale
2. Hass auf Homosexuelle und alternative Lebensentwürfe
3. Geraune über „finanzstarke Kreise“, die sich gegen die „Völker“ verschwören
4. 9/11-Trutherei
5. andere verschwörungstheoretische Unterstellungen gegen die USA

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Wie Gutmenschen töten. Heute: Verbot des Organhandels

Ich werde mir jetzt keinen Wolf schreiben, schließlich brauche ich wie geschätzte 99,9% der Menschen kein Organ.
Jedenfalls im Moment nicht. Aus dieser luxuriösen Situation des Nicht-Brauchens und Nicht-Nachdenkens heraus sagen dann die meisten Europäer Organhandel sei zu Recht verboten.

Das Extrembeispiel ist wie immer Deutschland. Dort wird selbst die Widerspruchslösung mit der Reinkarnation von Hitler gleichgesetzt. Wehret den Anfängen. Dammbruch. Würde des Menschen. Ethisch höchst delikat. Es besteht eine außerordentlich schwierige rechtliche Gemengelage, die differenziert aufgearbeitet werden muss. Man kennt dieses Gelaber aus Deutschland mittlerweile zur Genüge. Auch bei anderen Themen wie PID, Gentechnik, Atomkraft, Profiling an Flughäfen, Rasterfahndung, Todesstrafe, Minarettverbot, Burkaverbot, Ausschaffungsinitiative, Sicherungsverwahrung, Flugzeugabschüsse, Lauschangriff, Nato-Doppelbeschluss. Die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Ja selbst eine Volkszählung oder ein simpler Juchtenkäfer treiben viele in unlösbare ethische Schwierigkeiten. Nur beim Thema Abtreibung macht Deutschland lustigerweise keinen Affenzirkus. Auch ein blindes Huhn, findet mal ein Korn. Ich habe momentan wirklich keine Lust mich näher mit diesem Land im Herzen Europas zu beschäftigen.

Die katholischen Länder Österreich, Spanien und Polen haben mittlerweile eine Widerspruchslösung hinbekommen. Nicht schlecht.
Und Hitler wurde auch nicht wieder lebendig.

Greg Mankiw bearbeitet das Thema ausführlich in seinem Lehrbuch.
Auch in seinem Blog bespricht er immer wieder Artikel aus amerikanischen Zeitungen zum Thema. Siehe 2006 und 2010.

Wer es deutsch mag, liest den Essay auf eigentümlich frei.
Auch der Spiegel hatte 2004 einmal einen Artikel im Programm.

Ansonsten kann ich nur schließen: Gebt das Organ frei!

Beinwunder Cosmas und Damian

Hayek vs. Keynes

Hayek vs. Keynes ist ein interessantes Projekt von Econ Stories.
Nicht schwer zu erraten, wessen Meinung ich teile. Auch die Macher scheinen in die Richtung von Hayek zu tendieren. Oder ich bilde es mir ein. Jedenfalls wird der ewige Disput der beiden prägnant, witzig und für alle verständlich dargestellt. Mit den wesentlichen Stärken und Schwächen beider Weltanschauungen.

Auch die Tatsache, dass damals wie heute kaum einer Hayek kennt, geschweige denn seine Gedanken nachvollzieht, wird schön auf die Schippe genommen.
Man muss nur einmal die Namen googlen, dann weiß man wie die Welt tickt:
„Friedrich Hayek“       1,000,000 Treffer
„Maynard Keynes“     4,000,000 Treffer
„Salma Hayek“          14,000,000 Treffer

Mehr zu Hayek und mehr zu Keynes.