Noch eine Minderheit.

Vor ein paar Tagen habe ich den Kommentar von Hannes Stein zum Mohammed-Film kritisiert. (Siehe hier). Er schrieb darin Sätze wie:

Die Fernsehkameras zeigen uns eine winzige Minderheit. Gewiss doch, jene Minderheit ist radikal und gewaltbereit – aber eines ist sie ganz gewiss nicht: zahlenmäßig repräsentativ.

Ich glaube Henryk M. Broder hat der Text von Stein auch nicht besonders gefallen. So schreibt er für die Weltwoche über einen anderen „sensiblen Liberalen“:

Guido Westerwelle, der deutsche Außenminister, dessen Partei, die FDP, derzeit in den Umfragen um die fünf Prozent dümpelt, hat seine eigene Theorie von den Vorgängen in der arabisch- islamischen Welt, die an das Gerede von der „kleinen radikalen Minderheit“ erinnert, mit der die RAF in den 70er Jahren kleingeredet wurde.

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Die Bettina Wulff Show

Bettina Wulff will ihr Buch verkaufen. Da steht so wenig drin, dass es nicht einmal völlig anspruchslose Deutsche interessiert. Also fährt sie seit Tagen in Spiegel, Springer und Stern eine peinliche Werbekampagne, die ihr Buch verkaufen soll. Die Medien machen da natürlich gerne mit.

So würdelos wie Christian und Bettina Wulff ging noch niemand mit dem höchsten deutschen Amt um. Das ist ein neues Low.

„Sich prostituieren“ muss nicht bedeuten, dass man seinen Körper für Geld anbietet. Es kann in der deutschen Sprache auch bedeuten, dass man sich in den Medien prostituiert, weil einem Bodyguards, Dienstwagen, ein Büro und 199.000 Euro „Ehrensold“ im Jahr bis ans Lebensende offenbar immer noch nicht ausreichen.

Regiert Goldman Sachs die Welt?

Heute zeigt Arte eine „Dokumentation“ von Jérôme Fritel und Marc Roche mit dem typisch nüchtern-sachlichen Titel: „Goldman Sachs – Eine Bank lenkt die Welt.“

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Warum Löw bleiben darf

Vor den beiden Halbfinals schrieb ich auf diesem Blog:

Erster Favorit auf den Titel war und ist für mich Spanien. Danach kommt eine Lücke. Dann kommt Italien. Beide Teams halte ich für klar besser als Deutschland. Die Deutschen sind taktisch ziemlich naiv wie ich finde, haben keinen guten Trainer. Nach Italien kommt wieder eine Lücke. Dann kommt Deutschland. Dann kommt Portugal.

Peter sah das ein bisschen anders und meinte alle nicht-italienischen Fußball-Experten würden das anders sehen. Hm. Für mich war das die deutsche Brille, die Peter aufhatte. Den Eindruck der deutschen Überlegenheit hatte ich nie. Der Trainerstab der deutschen Nationalmannschaft, die deutschen Funktionäre und die deutschsprachige Presse haben dieses Gefühl nur verbreitet, und zwar in einer Art und Weise, die ich nur noch als Arroganz interpretieren konnte.

Ein paar Worte zum Spiel. Die Italiener waren ziemlich genau diese Stufe besser, die man absehen konnte. Und zwar genau aus den vorher genannten Gründen: Ein gewaltiger Unterschied im Trainerstab. Die deutschen Spieler könnten zwar durchaus mit den Italienern mithalten, aber sie werden nicht ausreichend gut trainiert.

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