Merkel in Erklärungsnot.

Warum sollen Migranten aus bestimmten Gegenden jetzt eigentlich über die EU verteilt werden? Seit Jahren kann man in deutschen Medien lesen und von deutschen Politikern hören, dass Deutschland durch Migranten aus dem Nahen Osten, dem Mittleren Osten und Afrika angeblich extrem profitiert. Merkel selbst hat das immer und immer wieder wiederholt.

Also warum will man diese Menschen jetzt nach Osteuropa abschieben? Wie passt das zusammen? Da kommen deutsche Medien und deutsche Politiker ganz schön in Erklärungsnot.

Merkel pöbelte in den letzten Tagen über die Medien Tschechien und Ungarn an, man solle gefälligst jeden durchlassen, Deutschland sei ja so super-menschlich und habe „keine quantitative Asylgrenze“ und werde gerne (per ordre du Merkel) alle aufnehmen, die da kommen.

Also ließen Orbán und Co zähneknirschend ein paar Migranten durch. Zähneknirschend, weil sie genau wissen, dass dadurch nur noch mehr Migranten angelockt werden, weil Mutti Merkel behauptet hat, alles kein Problem.

Und kaum sind die Migranten da, rennt Merkel weinend zur EU und sagt, das gehe doch nicht, dass *so viele* Migranten nach Deutschland kommen und stiftet die EU dazu an, dass man die Migranten gefälligst auf Osteuropa umverteilen müsse.

Das ist schon extrem kindisch von Merkel.


Und nicht nur das. Es ist auch extrem verlogen. Es war Merkel selbst, die sich in den letzten Jahren immer strikt einer Verteilungsquote von Flüchtlingen in der EU widersetzt hat – bis zu dem Moment vor einigen Wochen, als die Zahlen der Migranten in Deutschland ungeahnte Höhen erreichten. Man hätte Europas Außengrenzen schon längst sichern müssen. Merkel hat dieses Problem – wie alle Probleme – über Jahre hinweg ausgesessen. Auch jetzt macht sie keinerlei Anstalten, daran etwas zu ändern. Merkel löst keine Probleme, sie ist das Problem. Desorientiert und rücktrittsreif wirkte Merkel schon öfter, aber so schlimm wie in den letzten Wochen war es noch nie.

Osteuropa sollte auch deshalb keine Migranten aufnehmen, weil die meisten Migranten gar nicht nach Osteuropa wollen. So wie auch kein Migrant auf winzige Kuhdörfer nach Ostdeutschland will, wo die meisten Menschen berentet oder arbeitslos sind und wo es keine Erwerbsarbeit gibt – nicht gestern, nicht heute und nicht in den nächsten 100 Jahren. Merkel lockt die Migranten an, will sie dann aber nicht haben.

CDU/SPD planen mal wieder blühende Landschaften. Und ein Plan ist nun einmal ein Plan. Die Realität muss sich dem Plan anpassen, nicht andersherum. So wie beim Euro auch.

Mal gucken, wohin diese Einfaltspinsel Europa noch führen werden. Nach den aktuellen Fehltritten kann Merkel sich nicht mehr viele Fehler leisten. Da sie wie Kohl nicht freiwillig gehen will, wird sie auch enden wie Kohl. Wer nicht geht, wird gegangen. Das gilt für Migranten wie für Bundeskanzler.

9 Gedanken zu „Merkel in Erklärungsnot.

  1. Merkel erntet Applaus von den Augsteins.

    Das sind allerdings Leute, die sie trotzdem nie wählen würden.

    die Leute, die Merkel gewählt haben, bekommen Politik geboten, die rotgrüner als unter rotgrün ist.

    hätte Deutschland eine FPÖ würde sie dank des Versagens der CDU wohl auf Anhieb auf ähnlich viele Wählerstimmen kommen.

    die bayrische CSU ist die einzige konservative Hoffnung in Deutschland – die Engländer sind mit Cameron hingegen absolut zu beneiden

    • Es stimmt, wohl kaum ein CDU/CSU-Wähler ist mit Merkels aktueller Politik einverstanden. Dazu wurde Merkel nicht gewählt, das hätte man bei Rot-Grün auch bekommen, und in der Tat vielleicht nicht einmal so schlimm.

      Allerdings wirkt dieses konservative Milieu auf mich auch sehr träge. Es dauert sehr lange, bis diese Menschen aufbegehren oder jemanden anderen wählen. Von diesen Leuten erwarte ich nicht viel.

      Wenn allerdings noch ein immenser realwirtschaftlicher Abschwung (oder die Angst vor persönlichem Abstieg) hinzukommen, dann könnte Merkel in der Tat fällig sein. Deutschlands Wirtschaft ist wie Ende der 1920er Jahre extrem vom Ausland abhängig. Bei Wirtschaftskrisen trägt Merkels Politik nicht wirklich zur Stabilisierung bei.

      Im Gegenteil Merkels Geldpolitik hat die Wirtschaftskrise in der EU erst richtig scharf gemacht. Die Geldpolitik war schon Ende der 20er Jahre die große Achillesferse der Konservativen. Dass sich daran bis heute nichts geändert hat (trotz Milton Friedman), ist mehr als extrem.

      Die Arbeitslosigkeit innerhalb der EU liegt immer noch bei 10-12% (im Vergleich zu 5-6%) in den USA. Wenn jetzt noch ein ernster Schlag hinzukommt, gehen in der EU die Lichter aus.

      Im allerschlimmsten Fall könnte diese Entwicklungs schon bis Freitag extrem an Schärfe gewinnen, weil die FED bis dahin entscheidet, ob die Zinsen zum ersten Mal seit 10 Jahren wieder angehoben werden. Die Chance hierfür ist allerdings sehr klein. Umso schlimmer wäre die Zinserhöhung dann allerdings, denn sie wird vom Markt nicht erwartet.

      Die FED steuert nun also nicht mehr nur die Inflation und die Arbeitslosigkeit der USA, sondern sie müssen nun auch noch die Fehler von ausländischen Regierungen in ihre Entscheidungsfindung einbeziehen, aktuell insbesondere die Fehler der deutschen und der chinesischen Regierung.

      • Die AfD ist sicherlich ein gutes Druckmittel. Allein schon durch diese Umfrageergebnisse entsteht Druck auf die etablierten Parteien. Ohne diesen Druck werden die etablierten Politiker niemals ihre Politik anpassen. Je mehr Druck desto besser.

  2. Hat dies auf Liebes Tagebuch….. rebloggt und kommentierte:
    Eine geschlossene Grenze zu haben, wäre was sehr schönes, sollte sich jedes Land leisten! Hoffe die große Masse hat begriffen, dass die ein geführten Grenzkontrollen, nicht bedeuten, dass der Zustrom an Menschenmassen eingeschränkt wurde.

    • Hoffe die große Masse hat begriffen, dass die ein geführten Grenzkontrollen, nicht bedeuten, dass der Zustrom an Menschenmassen eingeschränkt wurde.

      Es stimmt in der Tat, die Bundespolizei an der deutschen Grenze ist in dieser Form ein reines Placebo von Merkel. Darin ist sie Expertin. Zu großen Teilen zählen (!) die deutschen Polizisten einfach nur die Leute, die die Grenze überquert haben und verweisen sie an die Behörden. Die WELT schrieb gestern:

      “Die Bundespolizei hat heute insgesamt rund 6000 neue Flüchtlinge in Bayern gezählt. Ein großer Teil sei über Salzburg eingereist, weitere über Passau und andere Grenzabschnitte, sagt ein Sprecher. Heute wird es sicher wieder vierstellig. Genaue Zahlen vom Mittwoch gebe es aber noch nicht.”

      Dafür braucht man keine Grenzpolizei, dafür kann man auch Studenten nehmen, ausgerüstet mit einem Stift und einem Blatt Papier.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s