Oliver Kahn musste damit leben.

Endlich reagiert Dani Alves einmal schlagfertig auf Bananenwürfe. Ich habe schon vorgeschlagen, dass er genau das einmal machen soll. Einfach die Banane essen. Lecker, eine Banane! Danke! Wir sind Menschen, wir haben gemeinsame Vorfahren mit Menschenaffen, natürlich lieben wir Bananen. Vor einigen Jahren hat genau so schon einmal ein anderer Spieler reagiert. Ich glaube es war Roberto Carlos.


Bisher hat Alves immer maximal beleidigt auf Bananen reagiert. Alves lies sich durch Bananen demotivieren und ablenken. Diese Art der Reaktion ermutigte gegnerische „Fans“ dazu immer wieder Bananen zu werfen. Dadurch nahm man Alves aus dem Spiel.

Ich habe nicht wirklich Verständnis für Rassismusvorwürfe im Zusammenhang mit Bananen. Spieler wie Oliver Kahn wurden permanent mit Bananen beworfen. In vielen Stadien war sein Tor vor dem Spiel voller Bananen. Und dazu kamen die Sprechchöre der gegnerischen Fans: „Kahn du Affe! Kahn du Affe!“

Das hat nie jemanden interessiert. Es gab auch nie Sanktionen irgendwelcher Art. Wie soll man es bezeichnen, wenn man bei Menschen, die ein bisschen mehr Melanin haben, behauptet, Bananenwürfe seien Rassismus und bei anderen Spielern sagt man: „Damit muss er leben, der Kahn!“

Es geht mir um folgendes: Der Bananenwurf war wahrscheinlich rassistisch gemeint. Nur wie soll man das beweisen? Und warum spielt es in unserer Welt überhaupt so eine große Rolle aus welchen niedrigen Motiven heraus, jemand eine Banane nach einem Fußballspieler wirft? Warum durfte Kahn mit Bananen beworfen werden? Warum gilt nicht gleiches Recht für alle?

Diese Würfe sind immer der Versuch einer Verletzung. Sie sollten deshalb entsprechend geahndet werden. Jede weitere Unterscheidung ist erstens heuchlerisch, zweitens nicht beweisbar und drittens auch gar nicht notwendig.

11 Gedanken zu „Oliver Kahn musste damit leben.

  1. Na, so ist das eben.
    Ich weiß allerdings nicht, wie die internationale Situation aussieht (bekommen dort auch „weiße“ Spieler Bananen hingeworfen?). Der Rassismus im Fußball scheint in Italien und Spanien ja schon etwas präsenter zu sein. Kahn war aber auch als Affe inszeniert🙂😀
    Andersrum reagiert man hier übrigens, wenn Bürger ausländischer Herkunft deutsche aus rassistischen Motiven verprügeln. Das möchte niemand hören, da wird das Opfer zum Täter, das nicht genügend zur Integration beigetragen haben

    • Der Rassismus im Fußball scheint in Italien und Spanien ja schon etwas präsenter zu sein.

      Das mag sein. Vielleicht ist es in DL aber auch einfach nur so, dass man anderen nur allzu gerne Rassismus unterstellt.

      Ich kann mich zum Beispiel gut daran erinnern, als ein Mario Balotelli noch für Inter Mailand spielte und einmal sein Trikot bei einem seiner typischen Ausraster auf den Boden warf und beschmutzte. Durch diesen Affront wurde er für die Inter-Fans natürlich untragbar.

      Deutsche Medien wie SpOn warfen den Inter-Fans daraufhin sofort Rassismus vor. Reichlich absurd, wenn man sich vor Augen führt, dass bei Inter damals nur Ausländer spielten, die alle von den Fans bedingungslos unterstützt wurden – abgesehen von einem Einzigen: Balotelli.

      Mario Balotelli lehnten die Inter-Fans ab, weil er keine Leistung brachte und außerdem extrem arrogant und total durchgeknallt war. Für die Elfenbeinturmmenschen bei SpOn zählt das aber alles nicht. Wenn man Menschen wie Obama, Balotelli und Alves nicht unterstützt, kann das für diese Dschurnalisten nur daran liegen, dass man Rassist sein muss.

      Auch Obama selbst äußerte sich vor einigen Wochen im linken New Yorker so ähnlich. Auf die Suggestivfrage, warum er mittlerweile bei den weißen Amerikanern so schlecht ankomme, einigten sich der „Journalist“ und Obama: Nun am Anfang habe seine biographische Leistung gezählt und aktuell liege er hinten, weil er nun mal schwarz sei. Die gleichen Wähler, die Obama damals ins Amt hoben, wählen dieses Mal Obama nicht, weil sie in Wirklichkeit Rassisten sind. Das war für Obama und den Reporter die einzig logische Erklärung.

      • Das die deutschen Medien besonders schnell ausschlagen will ich gar nicht bestreiten.
        Die Berichterstattung im Ausland geht im Fall Alves aber auch in Richtung des Rassismusvorwurfes. Weltweit posten Profis Fotos mit Bananen unter dem Hashtag #notoracism. Ich glaube nicht, dass die alle deutsche Medien konsumieren.
        Ansonsten Zustimmung

      • Die Berichterstattung im Ausland geht im Fall Alves aber auch in Richtung des Rassismusvorwurfes.

        Es hat auch niemand was anderes gesagt. Und wenn es doch so rüberkam, war es niemals so gemeint.

        Es geht um etwas gänzlich anderes: Der Bananenwurf war wahrscheinlich rassistisch gemeint. Nur wie soll man das beweisen? Und warum spielt es überhaupt in unserer Welt so eine große Rolle, aus welchen niedrigen Motiven heraus, jemand eine Banane nach einem Fußballspieler wirft? Warum durfte Kahn mit Bananen beworfen werden? Warum gilt nicht gleiches Recht für alle?

        Diese Würfe sind immer der Versuch einer Verletzung. Sie sollten deshalb entsprechend geahndet werden. Jede weitere Unterscheidung ist erstens heuchlerisch, zweitens nicht beweisbar und drittens auch gar nicht notwendig.

        Beim Thema Rassismus im Fußball fällt mir immer die Anekdote von Materazzi und Zidane ein. Ich schreibe sie mal bei Gelegenheit auf.

    • Aron Sperber hat dazu schon alles gesagt. Es sind die privaten Gedanken eines alten Mannes, der rassistisch denkt, im fernen Amerika. Trotzdem war es Aufmacher von SpOn, fast einen ganzen Tag lang. Sterling hat in diesem Fall niemandem real geschadet, im Gegenteil er bezahlt den Menschen, die er angeblich nicht leiden mag, Millionengehälter. Kann der Mann bitte auch schlecht über mich denken? Mein Konto ist nicht so voll wie das der Basketballer, ich würde auch ab und an für Sterling einen großen, orangenen Ball durch einen Korb werfen. Wenn es um „Rassismus“ geht, dann fallen alle Schranken, dann werden auch private Gedanken und Gespräche zu Verbrechen, die entsprechend geahndet werden müssen. Orwell hätte seine Freude daran.

      • Danke für das Lob – das ich voll zurückgebe:

        Dein Schlusssatz hat mir besonders gefallen, und ich werde ihn mir sicher bei Gelegenheit ausborgen:

        „Wenn es um “Rassismus” geht, dann fallen alle Schranken, dann werden auch private Gedanken und Gespräche zu Verbrechen, die entsprechend geahndet werden müssen. Orwell hätte seine Freude daran.“

      • Vielen Dank. Mit dem vorletzten Satz bin ich zufrieden. Den Satz mit Orwell habe ich mir lange überlegt, da Orwell sehr inflationär für alle möglichen Dinge herangezogen wird, die er nie unterstützt hat. Im Zusammenhang mit Gedankenverbrechen und einer Gedankenpolizei, die böse Gedanken sanktioniert, passt Orwell ausnahmsweise wirklich. Deshalb habe ich den letzten Satz geschrieben.

  2. Da kommt man sich schön verarscht vor…
    Alle sprechen in ihrer Landessprache, nur die Deutschen werden durch jemand vertreten, der nicht für die Nationalmanschaft des Landes spielt und auf englisch spricht. Wenn das mal nicht rassistisch ist…

    • Kevin-Prince Boateng ist wohl der extremste Heuchler im Fußball, wenn es um „Rassismus“ geht. Es ist nicht davon auszugehen, dass ein Junge aus dem Berliner Kiez jemals in seinem Leben politisch korrekt war, gerade was Rassismus angeht. Auf dem Kiez spielt es wohl mit die größte Rolle, ob man nun Albaner, Türke, Kurde, Schwarzafrikaner oder Bio-Deutscher ist. Noch heute wird Kevin-Prince diese Unterscheidung im Privaten vornehmen.

      Ich verstehe auch nicht, warum man im europäischen Fußball alles an übelsten Beleidigungen reinrufen darf, aber sobald es „rassistisch“ wird, können Leute wie „Kevin-Prince“ (allein schon der Vorname ist eine Diagnose) ein Spiel komplett zum Abbruch bringen.

      Auch gezielte Körperverletzungen wurden im europäischen Fußball noch nie geahndet. Es war bekanntlich genau dieser Boateng, der in einem Pokalspiel in der englischen Liga mit Ballack aneinander geriet. Ballack deutete am Ende eine Ohrfeige an – damit war die „Ehre“ des Prinzen verletzt. Der Prinz wartete ein paar Minuten und rannte dann quer über den ganzen Platz Richtung Ballack mit nur einem Ziel: Das Opfer so brutal von hinten umtreten, dass Sehnen reißen und Knochen brechen.

      In Amerika ist es ähnlich. NFL, NBA und MLB sind voller verurteilter Gewalttäter, die eine zweite Chance erhielten, aber in diesen Fällen ist es eben „nur“ Gewalt gewesen und keine rassistische Äußerung in einem Privatgespräch, man muss das schon zu differenzieren wissen.

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