„Russen-Trauma“ und andere Krankheiten.

Haltungen wie Antiamerikanismus und Antisemitismus erkennt man unter anderen daran, dass die betreffenden Personen immer zielsicher bei Amerika und/oder Israel landen – völlig egal was das Ausgangsthema war. Man könnte mit Menschen wie Jakob Augstein über Polarlichter und Sonnenflecken sprechen, spätestens am Ende würde er fragen: „Und was ist mit Amerika und den Juden!?“

Augsteins Thema in seiner aktuellen Kolumne sind nur scheinbar die aktuellen Ereignisse in der Ukraine und Kritik an der Olympiade in Sotschi. Augstein berichtet darüber verharmlosend und teilnahmslos, denn Putins Autokratie interessiert ihn nicht. Das Leid in Russland und der Ukraine dient ihm nur als Aufhänger für einen neuerlichen Rundumschlag gegen Amerika – mal ganz was Neues.


Gaucks persönliche Ablehnung von Putins KGB-Russland ist gut begründet. Gaucks Vater wurde 1951 entführt. Die Familie wusste zwei Jahre nicht was mit dem Vater war.
1953 teilte man der Familie dann mit, dass man den Vater wegen „antisowjetischer Hetze“ in ein sibirisches Gulag verfrachtet hatte. Weitere zwei Jahre später kam der Vater zurück: Als abgemagerter, kranker, gebrochener Mann.

Man muss schon ein pathologischer Antiamerikaner sein, um vom Thema Russland/Gauck/Ukraine zielsicher den Bogen zu Amerika zu schlagen. Augstein beherrscht diese „Kunst“ meisterhaft. Er zieht die Abneigung gegen Russland ins Lächerliche („Russen-Trauma“) und schlussfolgert dann am Ende messerscharf, „dass die viel größere Bedrohung unserer Lebensweise heute aus dem Westen kommt.“

Wie wird Augsteins Lebensweise eigentlich durch Amerika bedroht? Dass es sich verzogene Millionen-Erben noch einfacher machen wollen, indem sie die ausgetretenen Pfade des Vaters benutzen und dabei kläglich an ihrer eigenen Ignoranz und Dummheit scheitern, ist in Amerika schon lange Alltag und erstes Bürgerrecht.

Wie also in Gottes Namen wird Augsteins Lebensweise gefährdet? Schicken ihn pro-westliche Kräfte demnächst wegen „antiamerikanischer Hetze“ in ein Gulag nach Alaska? Glaubt er das?

Oder hat er Angst, man vergiftet ihn mit Dioxin wie Viktor Yushchenko? Oder mit Polonium wie Alexander Litvinenko? Kaufen amerikanische Geheimdienste den Europäischen Gerichtshof für Täterrechte, der feierlich erklärt die Verurteilung von Khodorkovsky sei nicht politisch motiviert? Erschiessen sie regelmäßig Journalisten? Haben angepasste Möchtgern-Journalisten wie Augstein vielleicht eine Blei-Allergie und schreiben sie deshalb nie wirklich kritisch über reale Probleme?

Ich frage mich ernsthaft wie weit Putins Einfluss in Europa geht. Wer deutsche Kanzler kaufen kann, kann sich jeden Politiker und Richter kaufen. Nur bei Augstein und seinen Glaubensbrüdern muss man in dieser Hinsicht keine Angst haben. Sie machen es immer schon kostenlos.

27 Gedanken zu „„Russen-Trauma“ und andere Krankheiten.

  1. Augstein kann man doch schon lange nicht mehr ernst nehmen. Der Mann ist ein wandelndes Klischee – fast schon ein Anschauungsobjekt für linke Irrationalität. Klassisch „linke“ Themen (Rechte von Homosexuellen, Umweltschutz, Krieg und Frieden) sind ihm nicht wirklich wichtig, so lange es dabei nicht in irgendeiner Weise um Amerika, Israel oder die CDU geht. Sein verengtes Weltbild ist noch im kalten Krieg verhaftet.

    • Bei Augsteins Vorliebe für protofaschistische Regimes sollte man seine Kolumne vielleicht durch ein paar zusätzliche Satzzeichen passender gestalten:
      Im Zweifel.Links? 😉

      • Das Heuchlerische an Augsteins Kolumnentitel ist für mich, dass er eben nie Zweifel hat, sondern immer stramm links marschiert. Sein Kolumnentitel ist ein interessanter rhetorischer Trick, für den es sicher einen Fachbegriff gibt. „Euphemismus“ beschreibt den Trick zum Teil. Der Titel suggeriert, er wäre ausgewogen, würde mal bürgerlich und mal links argumentieren, und sich, wenn es Zweifel gibt, eher für die linke Seite entscheiden. – In Wirklichkeit wägt er nie ab.

  2. Ich will ehrlich gesagt gar nicht wissen, was „Amerika“ so alles unter Verschluß der Öffentlichkeit macht.
    Ich nehme an er spielt auf die NSA an und auf Systeme, die einen Ordner für jede lebende und bekannte Person auf der Erde beinhalten. Auf Big Data folgt Big Brother (in Teilen zumindest)

    • Ja nur, was solls?
      Es ist halt schon ein Unterschied, ob eine Regierung Ordner über Journalisten und Abweichler hat oder ob sie diese in signifikanten Mengen umbringt, bzw. deren Ermordung vertuscht, wie in Rußland.

      • Natürlich ist Russland tausendfach schlimmer. Da ist ein gewaltsamer Diktator, der sogar verhindert, dass andere Länder demokratisch(er) werden.
        Das macht Amerika aber nicht gut😉

    • Ich nehme an er spielt auf die NSA an…

      Das ist aber eine mutige Einschätzung, wie sind Sie denn darauf gekommen?

      …und auf Systeme, die einen Ordner für jede lebende und bekannte Person auf der Erde beinhalten.

      Selbst wenn es Ordner wie „Jakob Augstein, Millionenerbe“ und „Lauchie, Internetkommentator“ gäbe, inwiefern diese Ordner den Westen mehr bedrohen als die Diktaturen dieser Erde, habe ich noch nie schlüssig erklärt bekommen. Das wäre Folter für die armen NSA-Mitarbeiter, wenn die einen ganzen Ordner mit Augstein-Ergüssen sammeln müssten. Das ist Selbstüberschätzung und Größenwahn, wenn man ernsthaft glaubt, man selbst wäre so wichtig, dass die NSA einen Ordner über die eigene Person führt. Die NSA sammelt einfach massenhaft Telekommunikationsdaten, und erst wenn Augstein mit einer booby trap in der Berliner U-Bahn gefunden wird, werten sie seine Kontakte aus. Das macht Sinn.

      Deutsche wie Augstein sind beim Thema Big Data sowieso extrem heuchlerisch, denn sie haben nichts gegen die deutschen Meldegesetze aus Weimarer Republik und Drittem Reich, die immer noch in Kraft sind und die jeden, der sich in Deutschland aufhält mit Namen, Eheparter, Geburtsdatum, aktueller Adresse, Religionszugehörigkeit usw. usw. registriert. Den Nazis wurden die Juden damit auf dem Serviertablett präsentiert. Das passt überhaupt nicht zu den Aussagen „Nie wieder!“ und „Wir haben aus der Geschichte gelernt!“, die Deutsche so gerne tätigen.

      Was die NSA und andere amerikanische Behörden verwalten, ist ein Flickenteppich voller Löcher, der dann genau ausgewertet wird, wenn man Verdachtsmomente auf schwerste Kriminalität vorliegen hat. Deutsche Behörden hingegen haben wirklich über jeden eine Kartei, die sie oft und gerne für jeden Sinn (schwere Kriminalität) und Unsinn (GEZ-Gebühren, Abmahnungswellen, kleinste Ordnungswidrigkeiten) auswerten.

      • Ich sage ja: Auf Big Data folgt Big Brother. Ich sage auch: Russland ist eine schlimme Diktatur, die der Welt unglaublich viel mehr schadet als Amerika.

      • Big Data und „Big Brother“ sind mir ziemlich egal. Aber wenn man das kritisieren will, sollte man als Deutscher mit Deutschland anfangen. Genau das macht Augstein aber nicht. Im Gegenteil er findet den deutschen ÖRF und seine „Demokratieabgabe“ ganz toll. Bei Augstein gibt es nur eine Schallplatte: Amerika, Amerika, Amerika – unterbrochen nur von: Israel, Israel, Israel.

  3. „Nur bei Augstein und seinen Glaubensbrüdern muss man in dieser Hinsicht keine Angst haben. Sie machen es immer schon kostenlos.“

    Da bin ich ehrlich gesagt gar nicht so sicher. Zwar sind die Augsteins sicher nicht wörtlich gekauft, an Geld mangelt es ihnen ja nicht.
    Aber einen hemmungslosen Narzissten wie Jakob Augstein mit Beteuerungen seiner Wichtigkeit zu ködern, damit, welche immens relevante, wichtige Rolle seine Propaganda beim Zerschlagen des imperialistischen Ami-regimes und dem Aufbau einer „sozialgerechten Linksgesellschaft“ spielt, das könnte klappen….

  4. Gauck ist aber scheinbar ebenso selbstverliebt wie Augstein, dass er Staatsräson und persönliches Schicksal nicht unterscheiden kann. Wäre sein Vater nach dem WK2 von den Amerikanern, etwa in den Rheinwiesenlagern getötet worden, hätte er dann ein „Ami Trauma“ und würde die USA mit Boykotts vor den Kopf stoßen?

    • Gauck geht es eben nicht um „Ami“ oder „Russen“, auch wenn Ausgstein in diesen Kategorien denkt, sondern um Freiheit vs. Diktatur (bzw. Demokratur)

      hätte Russland eine jenen Werten verpflichtete Regierung, wäre Gauck wohl der Letzte, der Russland Boykottieren würde.

      Augstein & Co. bleiben jedoch trotz Obama Antiamerikaner (auch wenn sie vorher behauptet hatten, der Antiamerikanismus würde nur an Bush liegen)

    • Es geht eben nicht um persönliches Schicksal. Gauck weiß das sehr wohl zu trennen. Gleichwohl sieht Gauck ganz deutlich: Damals betrieb die russische Regierung einen Willkürstaat mit Gulags, heute betreiben sie ihn immer noch.

      Wäre sein Vater nach dem WK2 von den Amerikanern, etwa in den Rheinwiesenlagern getötet worden, hätte er dann ein “Ami Trauma” und würde die USA mit Boykotts vor den Kopf stoßen?

      Wären die USA eine Demokratur wie Russland, dann natürlich.

      Nachtrag:
      Ich sehe Aron Sperber hat schon alles zum Thema gesagt.

  5. Wieso ist dir Big Brother egal? Ich dachte du wärst liberal? Dass es eine komische Art von Liberalismus ist, war mir schon länger klar aber so..naja.

    • Die Aufgabe von Nachrichtendiensten ist (in jedem System) die Beschaffung von Informationen (natürlich nicht nur solche, die auch in jeder Zeitung stehen).

      China und Russland haben zwar nicht die Möglichkeit, auf die Daten von Google oder Facebook zuzugreifen. Die Freiheit der Bürger, sich im Internet zu äußern, ohne dafür politisch verfolgt zu werden, ist deswegen trotzdem nicht höher.

      In Europa und den USA sind wir mit unseren Regierungen, die uns nicht die totale Internet-Freiheit garantieren, zwar furchtbar unzufrieden, wirkliche Angst vor einer Verfolgung hat jedoch niemand.

    • Was soll das sein „liberal“? Das ist ein weiter Begriff mit ganz unterschiedlichen, oft gegensätzlichen Bedeutungen. Was meinst du mit „liberal“? „Liberal“ wie die deutsche FDP? „Liberal“ wie Obama und seine Demokraten? Nein, so will ich nicht sein.

      Ich sage immer, ich bin „rechtsliberal“. Leider wird diese Weltanschauung in den Medien kaum noch dargestellt. Und natürlich bin ich dafür, dass die NSA ihre Arbeit macht. (Natürlich muss auch die NSA parlamentarischen Kontrollmechanismen unterliegen, keine Frage).

      Eine gute Grundsatzfrage ist immer: „Was kostet mich das?“ Die Überwachung der NSA kostet mich nichts. Ganz im Gegensatz zum Beispiel zur deutschen GEZ-Überwachung, für die man 18€ im Monat bezahlen soll. Propaganda, die man verachtet, soll man auch noch bezahlen. Da werden meine liberalen Instinkte wach, nicht beim Zirkus um die NSA.

      Nachtrag: Auch hier hat Aron Sperber schon alles gesagt.

      • Die Milliarden mit denen die NSA gefüttert wird, ergeben pro Kopf mit Sicherheit deutlich mehr als 18€ im Monat, auch wenn man es nicht direkt vom Konto abgebucht bekommt.

      • auch wenn man es nicht direkt vom Konto abgebucht bekommt.

        Das ist der in der Tat ein wichtiger psychologischer Effekt,
        den man nicht unterschätzen darf.

        Die Milliarden mit denen die NSA gefüttert wird, ergeben pro Kopf mit Sicherheit deutlich mehr als 18€ im Monat,

        Auf diesen Einwand habe ich gewartet. Die bittere Realität sieht aber so aus: Das Budget des deutschen ÖRF liegt bei ca. 8 Milliarden Euro (!) – das Budget der NSA ist lustigerweise genauso hoch. Nur gibt es in Amerika viel mehr Haushalte, Sie liegen mit ihrer Monatsrechnung also böse daneben.

        Oder in anderen Worten: Was Amerika für seinen State of the Art Auslandsgeheimdienst ausgibt, landet in Deutschland bei Musikantenstadl und Forsthaus Falkenau. Oder noch mal anders ausgedrückt: Das Geld landet in den Taschen von Jörg Schönenborn, Wotan Wilke Möhring und Til Schweiger. Demokratie-Abgabe und so, Sie verstehen.

      • @AV
        Das stimmt, GEZ ist viel schlimmer als NSA, was diese kriminelle Vereinigung für einen Schaden anrichtet, z.B. mit Guido Knopp oder der stündlichen Propaganda der “ aktuellen Tagesschau“ ist unsäglich. Ich will das auch nicht mehr bezahlen, wo bleibt Juli Zeh, diese dumme Nuss.

      • „Kreative Köpfe“ wie Zeh, Trojanow, Augstein, Precht verdienen direkt oder indirekt sehr gut am 8-Milliarden-Euro-Kuchen. Von diesen Leuten wird deshalb nie Kritik am GEZ-System kommen, sie sind vielmehr Stützen der GEZ-Wegelagerei. Die GEZ verwaltet laut wikipedia 41,8 Millionen „Teilnehmerkonten“, das sei eine der umfassendsten Datensammlungen über die Einwohner der Bundesrepublik Deutschland überhaupt. Und wozu das ganze? Damit Jörg Schönenborn nicht hungern muss, der arme Kerl. Was Zeh und Trojanow samt verbündetem deutschen Medienbetrieb veranstalten, ist kollektive Volksverdummung.

      • „Oder in anderen Worten: Was Amerika für seinen State of the Art Auslandsgeheimdienst ausgibt, landet in Deutschland bei Musikantenstadl und Forsthaus Falkenau. Oder noch mal anders ausgedrückt: Das Geld landet in den Taschen von Jörg Schönenborn, Wotan Wilke Möhring und Til Schweiger. Demokratie-Abgabe und so, Sie verstehen.“ Definitiv ein sehr amüsanter Dreher.🙂 Naja ich wäre trotzdem vorsichtig mit solch offiziellen Zahlen. Die NSA bekommt mit Sicherheit auch Gelder aus dem Militärbudget und vllt auch teils von der CIA, wenn man miteinander an einer Sache arbeitet. Zumindest halte ich das für sehr plausibel.

  6. Natürlich kostet es was (wie schon erwähnt) und weiterhin hört die Entwicklung ja auch nicht auf. Agenten überwachen sich gegenseitig in WoW oder Second Life. Yay…Es wird wahrscheinlich immer weiter gehen, bis irgendjemand (hoffentlich!) die Notbremse zieht. Dieses Geheimgericht, dass sich auf Informationen der NSA verlassen muss, ist ein verdammt schlechter Scherz. Die NSA (und andere Geheimdienste auch, ist mir schon klar) kann tun und lassen was sie will. Hier muss man abwägen; den Geheimdienst öffentlich zu kontrollieren, kann kaum funktionieren. Also sollte man seine Kompetenzen irgendwo dauerhaft begrenzen, es sei denn die Maßnahmen sind dringend nötig, um eine signifikante Zahl von schwersten Verbrechen zu verhindern. Da behauptet die NSA natürlich, sie hätte zig Anschläge verhindert, überall und niemand kann es überprüfen. Wenigstens haben wir Snowden, der uns ein bisschen über deren Kasperletheater (siehe WoW) erzählt.

    • Wer überwacht eigentlich die GEZ? Achja, die „Vertreter gesellschaftlich relevanter Gruppen“. Also die, die selber fleißig subventioniert werden und sich gegenseitig die Pöstchen zuschieben und nicht etwa ein per bundesweiter Wahl ermitteltes Gremium oder gar eine reine Besetzung mit Wissenschaftlern, die tatsächlich dem eigentlich im Rundfunkstaatsvertrag festgeschrieben Bildungs- und Informationsauftrag nachkommen.

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