Theodizee im Tornado.

Eine interessante Geschichte aus Oklahoma. Eine junge Frau namens Rebecca lebte im Tornado-Gebiet mit ihrem Mann und ihrem 19 Monate alten Sohn Anders. Ihr Sohn und sie selbst sind Zuhause als der Tornado die Gegend trifft, der Mann steckt auf der Autobahn fest. Rebecca kommt ursprünglich nicht aus Oklahoma, sondern aus Louisiana. Mit Tornados hat sie keine Erfahrung. Sie muss sich auf den Rat der Einheimischen verlassen. Der Rat der Einheimischen und ihres Mannes lautet wie bei jedem Tornado: „Ins Haus gehen, alles verbarrikadieren, der trifft uns sowieso nicht. Und wenn er trifft, dann bleibt das Haus stehen.“ Rebecca folgt diesem Rat zunächst und verschanzt sich in ihrem Haus, verfolgt aber die Zugrichtung des Tornados auf ihrem Laptop. Als der Tornado immer näher kommt, bekommt Rebecca Panik. Sie verlässt das Haus und fährt mit ihrem Auto nach Süden. Das Haus wird total zerstört. Der Ehemann erreicht endlich das Haus und denkt seine Frau und sein Kind liegen tot unter den Trümmern. Es kommt schließlich zu einem tränenreichen Wiedersehen. Die Geschichte erzählt Rebecca dem bekannten Reporter Wolf Blitzer von CNN. Am Ende fragt Wolf Blitzer Rebecca ganz ernsthaft, ob sie Gott für ihr Entscheidung danke, das Haus zu verlassen. Eigentlich fragt Blitzer nicht wirklich, er geht im Grunde davon aus, dass Rebecca Gott dankt. Es ist mehr eine rhetorische Frage. Es ist der typische Versuch von Blitzer eine eigenverantwortliche rationale Entscheidung religiös zu verkitschen. Aber nicht mit Rebecca. Ihre Antwort hat sie berühmt gemacht:


 
Das ganze Interview ist auf Washington Free Beacon verlinkt.

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37 Gedanken zu „Theodizee im Tornado.

  1. Lieber Viewer,
    hilf bitte einem Einsprachler.
    Google übersetzt das Interview so:

    „“Eigentlich bin ich ein Atheist“, erwiderte sie lachend.
    Sie fügte hinzu, sie würde nicht die Schuld anderen Menschen zu danken dem Herrn, though.“

    Den zweite Satz verstehe ich so.
    Sie müsste eigentlich den Menschen danken, die ihr über das Internet die Informationen zugänglich gemacht haben, die ursächlich für ihre Entscheidung waren.

    Als Katholik kann ich dieser Aussage zustimmen.
    Trotzdem würde ich mich auch noch bei Gott bedanken. Aber das kann ich nur als gläubiger Mensch tun.
    Welche Veranlassung sollte ein Atheist haben, Gott zu danken?

    Aber ich denke, dass diese Frage des Reporters, eine inhaltsleere Floskel war!
    Einen Sinn hätte sie nur, wenn er selbst ein gläubiger Mensch wäre.
    Diese Frage dann jemandem zu stellen, dessen Einstellung zu dieser Frage man nicht kennt, ist einfach völlig daneben.

    Die Antwort dieser Frau in dieser Situation ist einfach toll und deutet auf eine gefestigte Persönlichkeit hin.

  2. Das „to blame so.“ wäre meiner Meinung nach mit „jmdm. Vorwürfe machen“ gut übersetzt, Also keinem einen Vorwurf daraus machen, wenn er Gott dankt.

  3. Ich versteh von ihrer Site nur „I’m actually an atheist“. Der Rest, den sie sagt, ist zu wenig Oxbridge für meine Ohren, als ich dass es bei zweimaligem Hören verstehen könnte.

    In Deutschland würde kein TV-Reporter einen Menschen, der nicht für seine Frömmigkeit allgemein bekannt ist, fragen, ob er Gott für eine rettende Handlung dankt. In den USA schon. Und viele hätten das auch mit „Ja“ beantwortet, einfach, um die Erwartung zu erfüllen und weil es „sich schickt“. Sie nicht.

    Einige Ultrafromme sind bestimmt noch immer ganz fassungslos, dass Gott diese Frau gerettet hat. Obwohl sie weder gläubig war noch durch das Erlebnis bekehrt wurde.

    • Wolf Blitzer ist mit hoher Wahrscheinlichkeit selber Atheist oder ziemlich ungläubig. Urbaner, liberaler, gebildeter, säkularer Jude, der für CNN arbeitet? Da liegt die Atheismus-Wahrscheinlichkeit weit über 50%. Der erwartet mit Sicherheit keine Bestätigung irgendeines Glaubens, schon gar nicht des typisch christlichen „Lord“.

      Ich schätze er wird es gewohnt sein, dass die Leute in Oklahoma gerne dem „Lord“ danken und bediente sich eben der ortsüblichen Sprache. Hierbei ist es auch schwer einzuschätzen, wie stark diese im einzelnen wörtlich gemeint ist, oder Gewohnheitssache. Mon Dieu, Grüß Gott, Gott sei dank, Jesus Christ!, Jössasmarandjosef, „einen Schutzengel gehabt haben“, … sowas ist in allen Sprachen schnell dahin gesagt, ohne es wörtlich zu meinen.

  4. Ich weiß nicht, warum Deutsche sooft Muttersprachler für ihr Englisch kritisieren. Und dann mit dieser ominösen Forderung nach „Oxbridge“ kommen, als ob es soetwas wie Hochdeutsch sei. Im UK gibt es (vermutlich) mehr englische Dialekte als im Rest der Welt. MIt „Oxbridge“ klingt man dann wie die „bloody Queen“, versteht aber kaum einen.

    Ich glaube, dass viele Deutsche ihr Englisch gewaltig überschätzen. Mit Denglisch zeigen viele immer wieder mit einem Satz, dass sie zwei Sprachen nicht beherrschen.

    Eine große Hilfe um sein Englisch zu verbessern wäre der Verzicht auf die Synchronisation im dt. Kino und Fernsehen. Vor allem übt man Hörverstehen, man bekommt aber auch ein besseres Gefühl für natürliche Ausdrucksweise. Untertitel können eine Hilfe sein, aber ein durchschnittliches Schulenglisch dürfte ausreichen um Anzufangen. Wenn man sich einmal eingewöhnt hat, will man nie wieder zurück.

    Und auf die Idee von Muttersprachlern Oxbridge zu fordern, kommt man dann auch nicht mehr.

    Viewer schreibt übrigens ein verdammt gutes Deutsch, für ’nen Yankee. 😉

    • Das Problem bei englischen Filmen im Original ist, dass man sich nicht richtig entspannen kann, sondern sich ständig konzentrieren und nachdenken muß.
      Ich will beim Fernsehen aber entspannen und Chips essen, deren Geschmack man übrigens beim konzentrieren und übersetzen nicht schmeckt, ist biologisch so.
      Trotzdem guck ich zwangsweise Filme in englisch, weils noch keine Synchro-Fassung gibt.

      • Chips schmecken mir ohnehin nicht. Aber abgesehen davon übersetze ich auch nichts ins Deutsche, wenn ich fernsehe. Versuchen Sie zu verstehen statt zu dolmetschen. Das ist viel einfacher. Irgendwann schecken dann auch wieder die Chips…

      • Das Problem bei englischen Filmen im Original ist, dass man sich nicht richtig entspannen kann, sondern sich ständig konzentrieren und nachdenken muß.

        Bei mir ist es genau andersherum. Wenn ich einen Film nicht im Original sehe, kann ich mich nicht entspannen. Dead Snow musste auf Norwegisch sein, Solyaris auf Russisch, Das Boot auf Deutsch und Wild Strawberries auf Schwedisch.

    • Eine große Hilfe um sein Englisch zu verbessern wäre der Verzicht auf die Synchronisation im dt. Kino und Fernsehen.

      Das freut mich sehr, dass dieses Thema endlich auch mal jemand so sieht. Ich habe dieses Thema in diesem Blog schon öfter angesprochen. Europäer aus Skandinavien, Griechenland etc. sprechen deutlich besser Englisch als z.B. Deutsche, Österreicher oder Franzosen. Das hängt mit der schlechten Angewohnheit des dubbing zusammen. Ich habe das Thema zum Beispiel hier ausführlich besprochen:
      https://americanviewer.wordpress.com/2011/07/31/lob-der-originalversion/

      • Ich präferiere ja hier Originalsprache mit Original-Untertiteln. Meistens sind die 1:1 synchron, nur ganz selten wird bei den Untertiteln etwas weggekürzt. Für mich ist der Sinn dann verständlich – noch kann ich nicht einfach so „zuhören“, soweit ist die Immersion dann nicht. Aber zum Thema Dubbing ist ja schon viel gesagt worden.

      • Dubbing ist keine „Angewohnheit“. Die Filme werden von Hollywood schon selbst für den deutschen Sprachraum synchronisiert. Alles andere wäre illegal. Hollywood entscheidet hier sicherlich auf Kosten-Nutzen-Basis.

        Die Synchro-Theorie vertrete ich schon länger, bin aber zunehmend skeptisch. Im Schulunterricht sollte statt Frontalunterricht einfach der Fernseher mit populären Serien laufen.

        Was allerdings dagegen spricht, ist, dass im Radio ständig englische Lieder zu hören sind, aber sich kein Mensch für den Text interessiert, oder die Leute sehr eigenwillige Vorstellungen über die Bedeutung ihrer Lieblingslieder haben.

        Was auch dagegen spricht, ist, dass Film-Aficionados, die sich ständig Filme mit Untertiteln ansehen, oder sich gar auf gewisse Länder konzentrieren, dennoch die fraglichen Sprachen überhaupt nicht erwerben. Amerikaner, jene, die das überhaupt tun, sind das beste Beispiel dafür.

        Wie bei allem im Leben reicht die Berieselung alleine nicht aus.

      • Dubbing ist keine “Angewohnheit”. Die Filme werden von Hollywood schon selbst für den deutschen Sprachraum synchronisiert. Alles andere wäre illegal.

        „Hollywood“ gibt es nicht. Die Wege sind ganz verschieden. Die meisten Filme und Serien werden an europäische Verleihfirmen und Sender verkauft. Die beauftragen dann deutsche Synchro-Studios. Manchmal sind es auch die europäische/deutsche Töchter des amerikanischen Medienunternehmens direkt, die die Aufträge an deutsche Synchro-Studios vergeben. Eher selten interessiert sich der Regisseur und sein Umfeld für die Synchro. Aber egal wer es auch in Auftrag gibt, es wird gemacht, weil man davon ausgeht, dass die Deutschen es so wollen.

        Was allerdings dagegen spricht, ist, dass im Radio ständig englische Lieder zu hören sind…

        Den Vergleich halte ich für schief. Lieder sind oft sehr schwer, sollen gar nicht immer verstanden werden. Nicht einmal als Muttersprachler versteht man immer jedes Wort. Ich glaube Deutsche singen gerne auf Englisch, weil man dann eben nicht alles versteht. Wir haben diese Ausflucht nicht. Deshalb singen viele Musiker in ihrer Muttersprache so, dass man selbst als Muttersprachler nicht alles versteht. Es gibt Lieder und Musikstile, da muss immer ein bisschen Mystik und Doppeldeutigkeit in den Texten sein.

      • @American Viewer:
        Naja, viel Pop-Musik ist doch klar verständlich.

        Aber am Wunsch, nicht so richtig verstanden zu werden, ist was dran. Das beruht wohl auf Gegenseitigkeit. Viele Fans beten ihre Lieblingsbands an, stehen ein Leben lang zu ihren Idolen, gehen auf Konzerte, lesen sich Interviews durch, sehen sich Dokus über die Band an, aber mal den Text durchlesen, darauf kommen sie nicht. Da gibt es offenbar eine Blockade.

        Kurios wird es bei Liedern, die angeblich gerade wegen ihrem Inhalt gehört werden. Z.b. amerikanischer Gangster-Rap, dem öfter nuancierte Sozialkritik angedichtet wird. Populär bei linken Dritte-Welt-Sympathisanten ist lateinamerikanische Musik. Die Texte dieser Lieder strotzen witzigerweise vor Nationalismus, traditioneller Geschlechterrollen, oder sind einfach nur banale Äquivalente der deutschen Musikantenstadl-Musik….

    • In der Selbstüberschätzung der eigenen Fremdsprachenkenntnisse übertrifft niemand den Amerikaner. Jeder Ami räumt bereitwillig ein, dass andere Amerikaner keinerlei Fremdsprachen beherrschen. Der einzelne Ami hält aber sich selbst gerne für die Ausnahme. Mit strahlendem Gesicht wirft er seinem Gegenüber ein zwei Sätze Pseudo-Deutsch im Stil eines gerade frei gelassenen Kaspar-Hauser oder von Hogan’s Heroes hin und erwartet sodann ungeduldig ein anerkennendes Kompliment. Man sagt ein höfliches Wort und spricht auf Englisch weiter, kultiviert damit aber die Einbildung des Gegenübers noch weiter….

      ****
      Die wenigsten Leute haben Zeit und Kraft sich auch noch unzählige gesprochene Akzente und Dialekte anzueignen. Die Schriftsprache ist schon schwer genug. Die Anglos verstehen sich zuweilen gegenseitig nicht. Schulen sollten einfach von Oxbridge auf amerikanisches Englisch umstellen. Sorry, Briten. Kein Imperium, keine Lingua Franca!

      Man kann ehemaligen Schülern, die zum Englisch lernen gezwungen wurden, nicht vorhalten, dass sie in der Pflichtschule eine falsche Vorstellung darüber bekommen haben, was allgemein verständliches Standard-Englisch ist.

      • „…was allgemein verständliches Standard-Englisch ist.“

        Ja, da hab ich auch die Ohren angelegt. Nach 4 Jahren Trockenübung in der Schule hab ich dann während zwei Monaten in England (ohne einen einzigen der deutsch spricht oder versteht) mehr gelernt als je zuvor.

  5. Bei mir ist es genau andersherum. Wenn ich einen Film nicht im Original sehe, kann ich mich nicht entspannen. Dead Snow musste auf Norwegisch sein, Solyaris auf Russisch, Das Boot auf Deutsch und Wild Strawberries auf Schwedisch
    Ja und Fußball muss auf bayerisch sein!!! Champions League Sieger 2013 FC Bayern München
    Das wollte ich nur sagen falls das jemand vergessen haben sollte 🙂

  6. Und Fachliteratur sollte auch auf English sein. Britisches oder amerikanisches Englisch ist dabei mir egal. und den zweiten Satz habe ich auch nicht beim ersten mal verstanden.
    Mysteriös gerade eben habe ich dies verstanden:

    „I’m an Idiot.“ – „But you make the right call?“ “ We don’t here for … I don’t blame anyone for thanking the lord.“ Das letzte Wort von ihr habe ich dann nicht mehr verstanden.

    Ich weiß garnicht was die Leute haben – Sie spricht doch vollkommen normal. Er Spricht natürlich deutlicher, ist aber auch Reporter.

      • Lieber shase, lieber viewer,
        am 25., 11:04 habe ich um eine Übersetzungshilfe gebeten. Es geht um die Übersetzung des verlinkten Textes.
        Nachdem ich mich durch alle Kommentare gekämpft habe bekenne ich freimütig: „Da steh‘ ich nun ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor.“

        An Euch kann es nicht liegen. Also liegt es an mir und ich bin nur zu blöd um den Text zu verstehen. 😦
        Ich bitte um Entschuldigung.
        Hätte zu gerne gewusst, was die Frau geantwortet hat.
        Na ja, es soll wohl nicht sein.

  7. @Paul
    Aber der Schäl hat es doch übersetzt.Er hat geschrieben
    „Das “to blame so.” wäre meiner Meinung nach mit “jmdm. Vorwürfe machen” gut übersetzt, Also keinem einen Vorwurf daraus machen, wenn er Gott dankt.“

    • Danke Peter, ich habe das wirklich nicht verstanden.

      Nochmal zur Überprüfung:
      Die vollständige Übersetzung des von mir oben eingestellten Textes lautet also:
      ”Eigentlich bin ich ein Atheist”, erwiderte sie lachend.
      Sie fügte hinzu, sie würde aber einem anderen Menschen keinen Vorwurf machen, wenn wenn er sich bei Gott bedankt.“

      Manchmal bin ich etwas begriffsstutzig. Deshalb noch einmal diese Kontrolle.

      Diese Frau ist für mich eine tolerante Atheistin, die an die Richtigkeit Ihres Glaubens genauso glaubt wie ich an meinen.

      Ohne Einschränkung könnte ich ihr antworten:
      „Ich mache Ihnen keinen Vorwurf, wenn Sie in dieser Situation Gott nicht danken.“

      • Atheismus ist aber weiter von einem wirklichen „Glauben“ entfernt, als ein Theismus.

        @AV:
        sprichst du all diese Sprachen oder hast du jeweils Untertitel benutzt?

      • Genau Paul jetzt hast Du’s
        Versuchs mal mit Abendschule,Paul! Einmal die Woche Abendschule und dann noch zusätzlich englische Nachrichten im Internet lesen,dann klappt’s auch mit dem Englisch.Selbst ich hab es geschafft,Paul
        FCB=Championsleageuwinner2013

      • Ohne Einschränkung könnte ich ihr antworten:
        “Ich mache Ihnen keinen Vorwurf, wenn Sie in dieser Situation Gott nicht danken.”

        Gut – dann brauchst du nur noch einen Übersetzer! *duckUndWeg*

      • Peter, sehr lieb von Dir.
        Manche Menschen können Mathe nicht. Andere nicht singen oder malen usw.
        Ich kann Sprachen nicht. Es ist nicht schön, aber es hilft nichts – ich kann es nicht. Und jetzt, mit 75, will ich auch nicht mehr. 😦

        Herzlich, Paul

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