Türkiye Türklerindir

Die FAS besucht einen „Türkischen Kulturverein“ und folgert scharf, dass enge Verbindungen zu den Grauen Wölfen bestünden. Man war hochinvestigativ tätig und fand heraus:

Auf einem Bild über der Tür heult ein Wolf vor einem violetten Himmel drei Halbmonde an. Daneben steht „Türkiye Türklerindir“, die Türkei den Türken.

Die Männer dort klären auf:

„Wie Deutschland den Deutschen“, sagt einer der Männer. „Aber hier wird das gleich wieder als rechtsextremistisch eingestuft. In der Türkei liest man das überall.“

Und die Männer haben Recht. In der Türkei liest man das wirklich überall. Und in Deutschland auch. Die FAS-Redaktion hätte auf den Ausflug nach Hamm verzichten können. Das nächste Kiosk hätte auch gereicht. Die Hürriyet wäre meine Leseempfehlung zum Thema „Türkiye Türklerindir“. Das ist nämlich das Motto dieser „liberal-konservativen“ Zeitung, die eng mit dem deutschen Springerverlag zusammenarbeitet.


 
„Türkiye Türklerindir“ ist mal wieder ein Beispiel von Kulturrelativismus. Was sofort „rechtsextrem“ und nicht tolerabel ist, wenn es von weißen Westlern betrieben würde, gilt als „liberal-konservativ“, wenn es von Menschen aus Schwellen- und Entwicklungsländern vertreten wird.

Die Grauen Wölfe, Milli Görüs, die Muslimbrüder und die Ayatollahs im Iran sind aus Sicht vieler linken Vereinigungen in diesen Ländern nichts weiter als theokratische Faschisten, die bei Gelegenheit mit Freude alles „Linke“ und „Demokratische“ beseitigen.

Aus Sicht vieler westlichen Linken hingegen sind die türkischen, ägyptischen und iranischen Faschisten „antiimperialistische“ Verbündete mit denen man gerne mal das eine oder andere „High five“ austauscht.

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13 Gedanken zu „Türkiye Türklerindir

  1. Das öffentliche High Five zwischen Fatima Roth und Ach-Isnogood zeigt alles. High Fives ohne Kamera, gibt es zwischen allen Blockpolitikern und islamischen Berufsverbrechern, in der BRD oder in der südlichen Wüste.

  2. die AKP wird gern als Islamisch-konservativ umschrieben.

    insbesondere Linke weisen gerne daraufhin, dass schließlich auch die CDU eine religiöse Partei sei.

    und wenn man die CDU toleriere, müsse man islamische Parteien auch tolerieren.

    dass die CDU im Gegensatz zu den Islamisten keinen klerikalen Staat an Stelle der Demokratie errichten will, wird ausgeblendet (genauso wie die Realität in real existierenden islamischen Staaten ausgeblendet wird).

    aber Linke waren schon immer gut darin, die Realität auszublenden.

      • Die Antideutschen Linken nicht vergessen.
        Die Antifa-Linken hassen Deutsche und Juden und lieben islamischen Nationalismus und Terror.
        Die Antideutschen Linken hassen nur Deutsche.
        Beides Gesocks, kann ich als Deutscher nur urteilen.

      • Links und rechts sind doch völlig ok.
        Ansichtssachen.
        Nur wird es problematisch, wenn man nur noch von links (gut) und rechtsextrem (böse) spricht. Als ob es bei den Linken keine Radikalen gäbe, bei den Rechten keine Moderaten.
        Die „Verschiebung“ der Mitte hin nach weit links aussen führt zwangsweise dazu, dass man schon ehemals moderat konservative Ansichten nicht nur in die rechtsextreme, nein in die nationalsozialistische Ecke verschiebt. *
        Mit Vorliebe tun dies Kommunisten und, ja eben, Sozialisten. Hat was mit Konkurrenz zu tun, man schlage nach im Kapitel „Ende der Wimarer Republik“.

        * Womit wir eine Verbindung von rechts nach Nazi erschaffen haben, welche als hilfreich erachtet wird.

        Leider sind viele Menschen zu blöd um das zu erkennen, während es den anderen einfach nur zu blöd ist. Zweitere verzichten weitaus öfter, und das wohl aus Frustration, auf ihr Recht dies demokratisch zu ändern.
        Mal sehen, es wird turbulent.
        Der Frust sitzt tiefer als 89`, …

        Ich verbringe inzwischen deutlich mehr Zeit mit reeller politischer Arbeit, meckern im Netz kommt da etwas kurz…

  3. Tatsächlich haben die Bozkurtlar gar nicht mal so Unrecht. Sprachtechnisch würden sogar die Jakuten (Republik Sacha, Russland) in Sibirien zum türkischen Großreich dazugehören. Wenn diese Leute aber immer mit ihrer Abstammungskarte vom Türkentum kommen dann sollten sie sich vielleicht mal einen Kasachen oder einen Jakuten anschauen. Da stimmt wohl dann einiges nicht.

  4. Lieber American Viewer,

    sicherlich ist die „Hürriyet“ eine rechte und patriotische Zeitung. Sie als nationalistisch zu bezeichnen, halte ich allerdings für übertrieben. Haben Sie Belege für Ihre Behauptung?

    Beste Grüße

    Arrheton

    • Lieber Arrheton, ich behaupte nirgends, dass die Hürriyet „nationalistisch“ ist. Haben Sie Belege für Ihre Behauptung? Ich nehme im Artikel überhaupt keine Wertung diesbezüglich vor. So viel zu dieser Frage. Interessant finde ich, dass die Zeitung außer ihrer Sicht „rechts“ und „patriotisch“ ist, aber nicht „nationalistisch“. Die Trennung ist ein bisschen arg künstlich.

      Zu Ihrer Frage: Wenn man behaupten wollte, dass die Zeitung „nationalistisch“ ist, wäre das keine Raketenwissenschaft. Man könnte zum Beispiel einfach auf das Motto der Zeitung verweisen. Es stimmt, gerade die in Deutschland erscheinende Ausgabe der Hürriyet hat in den letzten Jahren extrem Kreide gefressen. Sie ist weniger extrem als noch vor 15, 20 Jahren. Das Motto aber wurde belassen und steht auf jeder Ausgabe. Warum ist das so und warum kommt sie damit durch?

  5. die Türkei den Türken … nun ja, Erdogan hat einen deal mit den Kurden, von dem er sich verspricht, sic von dem Chaos der bei den Arabern abgrenzen zu können (und die Kurden das Gegenteil, nämlich sich daraus mit Hilfe der Türken was unter den Nagel reißen zu können).

    Technisch hat Erdogan damit für die Kurden eine Position, wie Assad für die Minderheiten. Entweder lernt die Hälfte seiner Verwaltung und seiner Kemalistischen Gegner Kurdisch, oder sie können gleich zum Großen Tanz aufspielen. Kaum ist eine Woche Zoff in der Türkei, lädt sich Maliki nach Erbil ein, nachdem die Peschmerga gerade Kirkuk besetzt hatten – und die Hisbollah ist im Anmarsch auf Aleppo und damit dem brodelnden Süden der Türkei entgegen, wo Jihadisten und ethnisch aspirierte Assad-Sympathisanten auf dem Sprung sind, sich die Kante zu geben. Ansonsten: Demographie !

    http://www.larsschall.com/2013/06/03/spengler-die-okonomie-des-turkischen-fruhlings/

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