Prälaten in der Politik. Für die Armen und für das Gemeinwohl.

Achgut verlinkt noch einen Grund aus der deutschen Staatskirche auszutreten. Es ist ein Brief der beiden offiziellen Lobbyisten der katholischen und evangelischen Kirche, die in Brüssel und Berlin, die Parlamentarier bearbeiten:

Der Europäischen Union wird weltweit Respekt gezollt für ihre Führungsrolle in der internationalen Klimapolitik. Insbesondere das europäische Emissionshandelssystem als marktwirtschaftliches Instrument zur Begrenzung der Emissionen hat viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und international erste Nachahmer gefunden. Umso mehr erfüllt uns daher mit großer Sorge, dass sich dieses Herzstück der europäischen Klimaschutzpolitik derzeit in einer – schweren Krise befindet und seine Lenkungswirkung einzubüßen droht, wenn jetzt nicht korrigierend eingegriffen wird.
[…]
Eine Korrektur der politischen Rahmenbedingungen erscheint uns unbedingt nötig, damit das europäische Emissionshandelssystem seine ursprünglich beabsichtigte Wirkung entfalten kann. Wir bitten Sie daher herzlich und dringend, bei der Abstimmung des Europäischen Parlamentes am 15. April 2013 dem Votum des Umweltausschusses zu folgen und dem Vorschlag der EU-Kommission zur Änderung der Emissionshandelsrichtlinie zuzustimmen. Das „Backloading”, d. h. die zeitweise Entnahme von Emissionsrechten aus dem Markt, würde ein wichtiges Signal politischen Willens für die Fortführung einer ambitionierten europäischen Klimaschutzpolitik setzen.
[…]
Unsere Kirchen engagieren sich auch im Namen derer, die rund um den Globus in extremer Armut leben und deren Entwicklungschancen vom Klimawandel massiv beeinträchtigt werden. Unsere Sorge gilt aber genauso den Lebensbedingungen künftiger Generationen sowie der Bewahrung der Schöpfung. Vor diesem Hintergrund haben unsere Kirchen seit 2008 wiederholt die Erhöhung des EU-Klimaziels auf 30 Prozent bis zum Jahr 2020 in einer Reihe von Schriften, Verlautbarungen und Synodalbeschlüssen befürwortet. In diesem Sinne setzen wir uns jetzt für die Reform des europäischen Emissionshandels ein.

Mit freundlichen Grüßen

Prälat Dr Bernhard Felmberg Prälat Dr. Karl Jüsten


 
Christentum, Sozialismus und Ökologismus sind Brüder.
Der Brief bestätigt mal wieder meine Theorie, dass die kollektivistischen Strömungen Christentum, Sozialismus und Ökologismus mehr Gemeinsamkeiten haben als Unterschiede. Sie sprechen außerdem oft die gleichen Menschen an. Jemand, der von sich sagt, er sei ‚öko‘, ist auch gerne ’sozial‘ und ‚christlich‘ und umgekehrt.

Kewil entdeckt das Christentum.
Kewil war schockiert, als ein Kardinal gefordert hat, man müsse ‚die Reichen‘ mehr schröpfen. Ich musste über kewils Reaktion laut lachen. Hat kewil die letzten 2000 Jahre verschlafen? Menschen abkassieren, das fordern Kardinäle einmal pro Woche. Guten Morgen, kewil. Das ist das Geschäftsmodell der christlichen Kirche seit 2000 Jahren. Darauf baut ihr ganzes Fundament auf.

Diese elitäte Klasse engagiert sich – nach eigenem Dafürhalten – „für die Armen“ und „für das Allgemeinwohl“. Aus Sicht der Politiker und Pfaffen bedeutet dies, dass die „Helfer der Armen“, also sie selbst, bestens abgesichert sein müssen, damit sie ihrer Arbeit „im Sinne der Armen“ mit voller Tatkraft nachgehen können.

Die Kollektivisten haben folglich kein Interesse daran, dass es den Schutzbedürftigen je besser geht. Die Armen müssen immer arm bleiben, sonst haben Christen, Sozialisten und Ökologisten keine Geschäftsgrundlage mehr.

Jesus war der erste antisemitische Sozi.
Im Grunde war Jesus war der erste Sozi. Deshalb finden Menschen wie Jakob Augstein Jesus und seine Utopien seit ewigen Zeiten so toll. Eine Utopie nützt immer nur wenigen. In diesem Fall ist es eine nette Lebenslüge, die Augsteins Vermögen erhält.

Was lesen Menschen wie kewil eigentlich ins Neue Testament hinein? Hat er die Bücher überhaupt gelesen? „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.“ Kommt kewil das nicht bekannt vor? Oder das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Oder: „So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten.“ Und so weiter. Das ganze Neue Testament ist voll davon. Was ist die erste Tat mit der Jesus die Weltbühne Jerusalem betritt? Er vertreibt die ‚bösen, jüdischen‘ Geldverleiher aus der Umgebung des Tempels. Im Grunde war Jesus nicht nur der erste Sozi, er war der erste antisemitische Sozi. Damit ist auch klar, warum alle Spielarten des Sozialismus seit jeher auf antisemitische Bilder zurückgreifen.

Was macht kewil jetzt, nachdem er es gemerkt hat? Tritt er aus der Kirche aus? Die Kirchen und ihre Vertreter waren schon immer so. Besonders in Europa und in Lateinamerika. Siehe auch der neue Papst. Ein besseres Beispiel gibt es nicht. Jesuiten heißen nicht umsonst Jesuiten. Sie nehmen Jesus besonders ernst. Der berühmteste deutsche Jesuit ist seit Jahren Heiner Geißler. So viel zu diesem Thema.

Für die Menschen und für das Allgemeinwohl.
Evangelisch.de stellt die beiden Prälaten und ihren Arbeitsethos vor:

Die Kirchen gelten nicht als Institutionen, die eigene Machtpositionen durchdrücken wollen. Vielmehr nimmt ihnen die Politik ab, dass sie sich als Stimme für die Menschen verstehen und das Allgemeinwohl im Blick haben.

Amen.

Pope

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16 Gedanken zu „Prälaten in der Politik. Für die Armen und für das Gemeinwohl.

  1. Der Brief bestätigt mal wieder meine Theorie, dass die kollektivistischen Strömungen Christentum, Sozialismus und Ökologismus mehr Gemeinsamkeiten haben als Unterschiede.

    Ayn Rand wird schon gewusst haben, warum sie sich zeitlebens zum Atheismus bekannte. 😉

    Natürlich muss man zugeben, dass Jesus auch andere Zitate zugeschrieben werden, als das mit dem Kamel und dem Nadelöhr.

    Johannes 18:36 „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“

    und

    Matthäus 22:21 „Gebt dem Kaiser was der Kaiser ist..“

    sprechen eher für eine spirituelle Natur seiner Botschaft als für eine sozialrevolutionäre. Gegen Armut als individuelle spirituelle Erfahrung ist auch kaum was einzuwenden, solange die Anhänger solcher Lehren nicht von Anderen verlangen, ebenfalls arm zu sein.

    Überhaupt gab es im Christentum ja auch mal Strömungen wir den Calvinismus, dem wirtschaftlicher Erfolg als Zeichen dafür galt, dass der Erfolgreiche von Gott auserwählt ist. Dieser Strömung wird immerhin ideengeschichtlich ein erheblicher Anteil an der Entwicklung des modernen Kapitalismus zugeschrieben.

    Das Problem ist halt, dass man aus der Bibel alles mögliche rauslesen kann und auch das Gegenteil.

    Luther war ja bekanntlich ein übler Antisemit und von da bis zu den evangelischen „deutschen Christen“ während der Nazizeit war’s nicht weit.

    Andererseits hat Katholizismus während dieser Zeit gegen Nationalsozialismus scheinbar irgendwie immunisiert; in katholischen Gegenden waren die NSDAP-Wahlergebnisse immer sehr unterdurchschnittlich.

    • Danke für deinen Kommentar.

      Andererseits hat Katholizismus während dieser Zeit gegen Nationalsozialismus scheinbar irgendwie immunisiert; in katholischen Gegenden waren die NSDAP-Wahlergebnisse immer sehr unterdurchschnittlich.

      Das stimmt, es kommt immer wieder vor, dass sich kollektivistische Strömungen gegenseitig nicht ausstehen können. Es sind schließlich direkte Konkurrenten mit ähnlichen Ideen. Da muss die Herde zusammen und die Reihen fest geschlossen halten, sonst laufen zu viele Schäfchen ins andere Lager über.

    • sprechen eher für eine spirituelle Natur seiner Botschaft als für eine sozialrevolutionäre.

      Das kann sehr gut sein, das hast du schön gesagt. Andererseits kann man seine Botschaft sehr leicht sozialrevolutionär umdeuten. Und wenn man mal die schnöde Theorie lässt und sich Jesus Taten anschaut, dann war er mit der erste Sozialrevolutionär überhaupt, der viele soziale Grenzen eingerissen hat.

  2. A Vindication of Christianity

    Teil 1
    Lieber American Viewer,

    ich schätze die meisten Deiner Beiträge und sehe viele Dinge sehr ähnlich. Hier muss ich Dir jedoch einmal entschieden widersprechen. Du hast nicht nur eine sehr waghalsige Theorie aufgestellt, sondern betreibst hier auch eine Art „cherry picking“ bzw. bedienst dich des Strohmann-Arguments, ohne dass dir das vielleicht bewusst ist. Wenn ich mich recht erinnere, dass du dich mal als Agnostiker bezeichnet. Insofern ist es dir die Unterscheidung zwischen Christen und ChINOs (Christians-in-Name-Only) bzw. Christentum und säkularisiertem Pseudo-Christentum vielleicht nicht möglich.

    Zunächst einmal: Das Christentum ist nicht (rein) kollektivistisch, denn im Mittelpunkt steht die Beziehung des Individuums zu Gott, der persönliche Glaube. Christentum, Sozialismus und Ökologismus sind auch keine Brüder. Sozialismus und Ökologismus sind innerweltliche politische Ideologien, die zwar religiöse Züge tragen, damit aber in Konkurrenz zum Christentum treten und eine Art säkularer Ersatzreligion darstellen. Es gibt in der Tat sogenannte „Christen“, die sich von Sozialismus und Ökologismus angesprochen fühlen, nur sind diese eben keine Christen im Sinne der Bibel. Was du meinst, sind das typische Kirchentagsklientel. Diese solltestest du aber nicht mit echten Christen gleichsetzen. Wer in Jesus nur eine Art „Guter Mensch von Sezuan“ (Brecht) sieht oder die Inhalte des christlichen Glaubensbekenntnis nur als symbolische Mythen auffasst, ist kein Christ.

    Jesus war auch nicht der erste Sozi. Christentum und der Glaube an (die Machbarkeit von) Utopien vertragen sich nicht. Gemäß der christlichen Lehre ist diese Welt keine heile Welt und jeder Mensch ein Sünder. Beides hat laut chr. Lehre ihren Ursprung in der Erb- oder Ursünde, letztere kann aber nur durch Gott selbst und nicht durch menschliche Anstrengung beseitigt werden. Somit bleibt diese Welt auch eine „kaputte“ Welt, allen innerweltlichen Utopien zum Trotz. Das kommt auch im Satz „Arme habt ihr alle Zeit…“ (Markus 14, 7) zum Ausdruck. Im übrigen kann man ja dem Neuen Testament an vielen Stellen entnehmen, dass mit dem „Reich Gottes“ keine innerweltlich-politische Utopie gemeint ist. Um Utopien verwirklichen zu können, bedarf es einer Menschheit, die aus sich selbst heraus „gut“ ist, was die politische Linke bejaht, das Christentum aber verneint.

    • Zunächst einmal: Das Christentum ist nicht (rein) kollektivistisch, denn im Mittelpunkt steht die Beziehung des Individuums zu Gott, der persönliche Glaube.

      Der Kollektivismus spielt im Christentum eine wichtige Rolle, da sind wir uns offenbar einig.

      Jesus war auch nicht der erste Sozi. Christentum und der Glaube an (die Machbarkeit von) Utopien vertragen sich nicht. Gemäß der christlichen Lehre ist diese Welt keine heile Welt und jeder Mensch ein Sünder.

      Diese Trennung ist bemerkenswert. Aus meiner Sicht ist das Christentum sehr wohl eine Utopie. Der Wunschtraum nämlich, dass es einen gütigen Gott gibt, der uns unsere Sünden verzeiht und uns nach dem Tod das Ewige Leben ermöglicht. Geht es noch utopischer?

      Gemäß der christlichen Lehre ist diese Welt keine heile Welt und jeder Mensch ein Sünder.

      Das ist der Kern jeder Utopie: Diese Welt ist nicht heil, aber Gott sei Dank, Gott sei dank, wir haben einen Ausweg.

      • Nein, diese Definition von utopischem Denken kann ich so nicht mittragen, obwohl sie richtig anfängt. Sie vernebelt den Unterschied zwischen Christentum und politischem Utopismus. Ich würde die Utopismusdefinition so formulieren: ‚Die Welt ist nicht heil, aber der Mensch (oder die Menschheit) kann sich aus eigener Kraftanstrengung eine heile Welt schaffen. Man muss nur wollen.‘
        Die theologische Aussage des Christentums, dass der Mensch ein Sünder ist und deshalb des (heilmachenden) Handelns Gottes bedarf, steht deshalb dem politischen Utopismus entgegen. Man kann auch sagen, das menschliche Handeln ist viel zu begrenzt und unvollkommen, um eine perfekte Welt hervorzubringen. Deine Gleichsetzung von christlicher Auferstehungshoffnung und politischen Utopien ist allein deshalb nicht gerechtfertigt, weil der von Dir so bezeichnete „Wunschtraum“ nach christlicher Lehre von Gott und nicht vom Menschen realisiert wird.

        Ferner enthält das Christentum kein komplexes oder ausgearbeitetes politisches Programm für diese Welt, nur allgemeine ethische Grundsätze. Es lässt also erheblichen Spielraum, versteht sich auch (zumindest im engeren Sinn) nicht als politisches Programm. Die politische Sphäre ist bei weitem nicht so reglementiert wie im Islam, wo politische Ordnung und Religion eins sind. Christen können – wie andere Menschen auch – bei politischen Streitfragen zu unterschiedlichen Ansichten gelangen. Die Frage z.B., ob CO2 Schuld ist am Klimawandel und ob es überhaupt einen durch den Menschen verursachten Klimawandel gibt, ist keine, die sich aus der Bibel beantworten lässt. Daher missbrauchen Geistliche und Kirchenfunktionäre ihr Amt, wenn sie sich dazu im Namen des Christentums positionieren.

        Zum Kollektivismusvorwurf: Das Christentum definiert den Menschen als Wesen, das eine gewisse Kollektivbezogenheit aufweist. Man könnte auch den Menschen insoweit als soziales Wesen auffassen. In der Tat enthalten die Zehn Gebote ganz allgemeine Regelungen in Bezug auf den Umgang mit den Mitmenschen. Andererseits ist die Beziehung Gott-Mensch eine Sache des jeweiligen Individuums.
        Ein Plädoyer für Zwangskollektivismus à la Kommunismus enthält
        die Bibel nicht.

  3. Lieber Viewer,
    es ist richtig, dass dieser Versuch der Kirchen ein gefundenes Fressen für alle Atheisten ist. Für Agnostiker wohl eher nicht, wenn ich diese Haltung richtig verstanden habe.

    Die Gläubigen der beiden Kirchen, haben zum Thema Klimawandel eine sehr unterschiedliche Haltung. Von der Auffassung der übrigen Bevölkerung unterscheiden sie sich weniger. Mit dem Begriff „Bewahrung der Schöpfung“ wird in die Ersatzreligion Klimawandel nur ein anderer Terminus eingeführt. Im Ergebnis unterscheiden sich Gläubige von Ungläubigen bei diesem Thema wohl eher nicht.

    Die Einen freuen sich also über die Stellungnahme, den Anderen ist sie ein Ärgernis.
    Ich gehöre zu den Zweiten.
    Mir wäre es lieber gewesen, die Kirchenvertreter hätten geschwiegen. Es tröstet mich, dass sie mit diesem Brief keine Glaubenswahrheiten verkünden. Als Katholik bin ich also völlig frei ihnen zuzustimmen oder sie entschieden zu kritisieren. Den angesprochenen Politikern wird es genau so gehen.
    Diese Kirchenvertreter sind auch nur Menschen. Sündige Menschen! Menschen, die sich irren können. Nichts erhebt sie über die Masse der anderen Menschen.Als gläubiger und praktizierender Katholik, bin ich sehr traurig über die vertretene Meinung. Rückschlüsse auf die Kirche kann man daraus aber nicht ableiten.
    Natürlich spricht jeder Vertreter einer Institution, Partei oder Religion immer auch im Namen der von ihm Vertretenen und diese müssen sich das Gesagte anrechnen lassen. Ob sie wollen oder nicht.
    Aber sie können sich dagegen wehren. Das habe ich hiermit getan und bin ansonsten weitgehend Deiner Meinung.

    In Einem muss ich Dir aber heftig widersprechen:

    „Der berühmteste deutsche Jesuit ist seit Jahren Heiner Geißler.“

    Attac-Geißler überhaupt als Jesuiten zu bezeichnen halte ich schon für ein wenig daneben. Aber schau selber, ob Du das aufrecht erhalten willst?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Heiner_Gei%C3%9Fler
    Er ist es nur für die, welche den Jesuiten „etwas am Zeug flicken wollen“.

    Herzlich, Paul

    • Attac-Geißler überhaupt als Jesuiten zu bezeichnen halte ich schon für ein wenig daneben. Aber schau selber, ob Du das aufrecht erhalten willst?

      Ja gut, das war nicht 100% ins Schwarze. Er lobt nur die Jesuiten, war selber mal einer und ist jetzt ein ‚Jesuit mit Kindern‘. Dann nimm den neuen Papst, wenn du einen echten Jesuiten als Beispiel willst.

  4. A Vindication of Christianity

    Teil 2

    Du argumentierst ferner sehr oberflächlich, wenn du aus der Geschichte der Vertreibung der Händler aus dem Tempel Sozitum und Antisemitismus herausliest. Es lässt sich dem Neuen Testament nicht entnehmen, ob die Händler im Tempel nur aus Juden bestanden. Jesus und seine Anhänger waren übrigens auch größtenteils Juden. Das ist ja auch nicht verwunderlich, ist doch der Handlungsort des Leben Jesu das jüdische Stammland. Ich kann in der Geschichte weder Antisemitismus noch modernes Sozi-Gutmenschentum entdecken. Vielmehr war die Aktion gegen die inhaltliche Entleerung des Glaubens gerichtet. Die Bibel ist auch nicht grundsätzlich „antikapitalistisch“, kennt sie doch das Privateigentum.
    Die heutigen „Tempelhändler“ sind jene beiden oben genannten Prälaten, die ihr Amt politisch mißbrauchen. Einen Tenor „die bösen, jüdischen Geldverleiher“ enthält die von dir zitierte biblische Geschichte gerade nicht. Es geht nicht gegen „jüdische“ Geldverleiher, es geht auch nicht gegen Handel im allgemeinen, es geht vielmehr gegen Wirtschafts- und Alltagsaktivitäten an einem sakralen Ort, während des Gottesdienstes usw.
    Und übrigens war es auch nicht die erste Tat Jesu. Seinen ersten „Auftritt“ in Jerusalem hatte er als Zwölfjähriger, als er mit Schriftgelehrten im Tempel diskutierte, danach öffentliche Auftritte in anderen Orten und erst dann die Vertreibung der Tempelhändler.

    Ich teile deine Kritik an den beiden Prälaten. Was ich zurückweisen muss, ist, dass du total säkularisierte Pseudo-Christen als genuine Vertreter des Christentums hinstellst. Das ist Strohmann-Technik. Die beiden Prälaten sind „Christen“ ohne christlichen Glauben und somit ohne Christentum. Sie mischen sich ja gerade deshalb in die Politik ein und glauben an alle möglichen und unmöglichen Polit-Ersatzreligionen, weil sie mit dem christlichen Glaubensbekenntnis nichts anzufangen wissen. Diese Pseudo-Christen stellen wahrscheinlich die Mehrheit der Kirchenmitglieder. Das macht sie aber noch nicht zu echten Christen.

    • Danke Martin, ich habe es etwas schlichter gesagt, weil ich nicht so gebildet bin. Aber wir sind uns einig und haben nicht voneinander abgeschrieben.
      Ich denke, Viewer wird auch noch einmal nachdenken. Als Agnostiker ist er auch garnicht so. Er ist bei seinem Beitrag wohl ein wenig in’s atheistische abgeglitten.

      • Als Agnostiker ist er auch garnicht so. Er ist bei seinem Beitrag wohl ein wenig ins atheistische abgeglitten.

        Das muss daran liegen, dass ich Atheist bin.

    • Ich gebe Dir Recht, dass meine Kritik extrem oberflächlich ist. Aus meiner Sicht kann ich aber in einem schlichten Blogartikel auch nicht mehr leisten, als das Thema nur grob anzureißen.

      Die beiden Prälaten sind “Christen” ohne christlichen Glauben und somit ohne Christentum.

      Ich glaube schon, dass die beiden Prälaten und der Papst genuine Christen sind. Wenn nicht sie, wer dann? Man sollte nicht das Spielchen anderer Religionen spielen und sagen, das Christentum habe nichts mit dem Christentum zu tun.

      • Du hast natürlich Recht, das man das Thema in einem Blog nur anreißen kann. Du hast eigentlich ganz gut beschrieben, wie ein bestimmtes gesellschaftliches Milieu so „tickt“, das ich als Polit-„Christentum“ oder Kirchentagsmilieu bezeichnen möchte. Aber ich sehe in diesem Personenenkreis keine gläubigen, keine echten Christen. Vielmehr sind es Atheisten, Agnostiker und auch Menschen mit einer diffusen Religiosität, die vom Christentum weit entfernt ist.

        Sie unterscheiden sich insoweit von Dir, dass sie Heuchler bzw. inkonsequent sind. Sie glauben nicht an die Inhalte des Christentums, ziehen aber nicht die Konsequenz daraus, dass sie das offen zugeben. Stattdessen wird das Christentum säkular d.h. im Sinne einer innerweltlichen Utopie umgedeutet. Gerade im Protestantismus ist das ganz offenkundig. Viele der heutigen protestantischen Theologen stehen in der Tradition von Rudolf Bultmann und Paul Tillich. Beide haben die christliche Theologie entchristianisiert, weil sie beide ihren christlichen Glauben verloren haben. Bultmann hat alle Glaubensinhalte zu Mythen und Symbolsprache erklärt. Die Konsequenz, dann den „Kirchen- und Predigtbetrieb“ einzustellen, wollte er aber nicht ziehen. Eine Grünenpolitikerin wie Katrin Göring-Eckardt oder die „Bischöfinnen“ der Nordelbischen Kirche sehe ich nicht als Christen an.

  5. Lieber Viewer,
    ich will Dich nicht missionieren. Wirklich nicht.
    Aber soeben bin ich auf eine Stelle im NT gestoßen, die genau zum Thema passt.
    ____________________
    „Lesung aus Apg 6, 1-7
    Lesung aus der Apostelgeschichte
    In jenen Tagen, als die Zahl der Jünger zunahm, begehrten die Hellenisten gegen die Hebräer auf, weil ihre Witwen bei der täglichen Versorgung übersehen wurden. Da riefen die Zwölf die ganze Schar der Jünger zusammen und erklärten: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und uns dem Dienst an den Tischen widmen.

    Brüder, wählt aus eurer Mitte sieben Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit; ihnen werden wir diese Aufgabe übertragen. Wir aber wollen beim Gebet und beim Dienst am Wort bleiben.“

    Es geht noch weiter, aber den Rest habe ich weggelassen, weil er für meinen Gedankengang nicht wichtig ist.
    ______________________

    Diese Stelle sollte man den Prälaten vorlesen:
    Täglich vier mal. Morgens mittags und abends und der besseren Einprägsamkeit wegen auch noch zu mitternächtlicher Stunde!
    So lange, bis sie dort hin zurückkehren, wo sie her gekommen sind: In die Seelsorge und zum Gebet.
    Die Kirche braucht keine Lobbyisten. Weder in der Politik noch sonstwo.
    Herzlich, Paul

    • Wir aber wollen beim Gebet und beim Dienst am Wort bleiben.

      Das musst du deinem Kirchenaustritt beilegen. Die deutschen Prälaten machen nämlich Politik. So wie die Kirche ganz nebenbei gesagt, schon seit 2000 Jahren Politik macht. Es gab Zeiten da waren Bischöfe reicher und mächtiger als so mancher König.

  6. Meines Erachtens waren die Schamanen die ersten „Politiker“.
    Dies bestätigt sich immer wieder.
    Ihr könnt euch ja gerne immer wieder die passenden Stellen aus einem Jahrhunderte oder Jahrtausende alten Sammelsurium von Geschichten und Lebensweisheiten um die Ohren hauen, die offensichtlich immer wieder korrigiert bzw. angepasst wurden aber bringen wird das nix. Zu jeder Passage wird sich die passende Antipassage finden lassen.
    Einfach das Gehirn wach und die Augen offen halten ist der beste „Schutz“ vor der bösen Welt.

    Kleine Anregung und kommt mal wieder runter.

    Mit der Religion ist es wie mit dem Horoskop.

    Tageshoroskop für verrat ich nicht am 13.04.2013

    Auf der Sonnenseite des Lebens
    Die Chancen stehen gut, um den eigenen Spielraum zu erweitern. Wenn Sie sich umschauen, finden Sie offene Türen, die Sie zu neuen Erfahrungen einladen. Mit einem gefestigten Selbstbewusstsein können Sie Hindernisse und Schwierigkeiten meistern.

    Na, für wen gilt das jetzt, oder auch nicht?

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