Amanda Knox wichtiger als Kirchweyhe.

Gestern habe ich extra nachgeguckt, Amanda Knox war wieder bei allen großen deutschen Medienportalen auf der Titelseite (SpOn, FAZ, taz). Bei George Zimmerman war es genauso. Taten wie in Kirchweyhe hingegen, die in Deutschland passieren, werden totgeschwiegen.

Beinahe minütlich wurde man über jeden neuen Pups von George unterrichtet. Wie nazi ist George? Was hat er zu Trayvon gesagt? Was passierte in den Sekunden davor, was danach? Wer hat was gesehen, wie verlief der Schuss? Hatte er eine Platzwunde am Hinterkopf ja/nein? Wie hieß seine Großcousine dritten Grades, was hatte er vor zehn Tagen zum Frühstück, wie hart ist sein Stuhlgang?

Wenn dagegen ein junger Deutscher in Deutschland, aus welchen Motiven auch immer, von jemandem mit Migrationshintergrund abgeschlachtet wird, dann erfährt man von den deutschen Qualitätsmedien nichts zum genauen Tatablauf und nichts zum Täter.

Man muss da die deutschen Rassisten verstehen: Die Taten liegen nur vor ihrer eigenen Haustüre und betreffen die eigene Leserschaft. Dafür kann man leider keine Ressourcen frei machen, man ist schließlich damit beschäftigt junge Amerikaner als blutrünstige Monster darzustellen.

Jeder aufgeklärte Leser von taz und FAZ weiß schließlich, dass er jederzeit an der nächsten deutschen Straßenecke von Amerikanern namens Amanda und George erstochen und erschossen werden kann.

Amanda und George lauern arglosen Mitmenschen auf und pöbeln sie an: „Hey Alder, was guckst du? Haste mal 20 Cent?“ Und wenn sie lustig drauf sind, dann treten sie dich tot. Einfach so. Aus Spaß. Ja so sind sie, Amanda und George. Deutschland kann sich glücklich schätzen, dass ihre Qualitätsmedien hier akribische Aufklärungsarbeit leisten.

Nachtrag

Akif Pirincci auf Achgut zum Thema Kirchweye.

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6 Gedanken zu „Amanda Knox wichtiger als Kirchweyhe.

  1. Akif’s Kommentar ist Spitzenklasse. Seine Anhängerschaft wächst mit jedem seiner Beiträge auf der ‚Achse‘ und das ist auch gut so.

  2. Amerikanischer Imperialist, selbstverständlich kann jemand aus dem Lande von George Bush es nicht begreifen, dass man dem Rechtspopulismus keinen Vorschub leisten darf! Die Erwähnung solcher Einzelfälle liefert doch nur Rechtspopulisten einen Vorwand! Und es sind ja Einzelfälle. Ich hab jetzt allerdings mit dem Zählen aufgehört, weil es ein bisschen viele sind, aber, alles in allem sind es Einzelfälle. Das müssen sie auch sein, denn sonst widerspricht das ja unserer guten Absicht. Und die lassen wir weltoffenen Bürger durch die Realität nun wirklich nicht zerstören. Dass der von den Grünen und anderen fortschrittlichen Bewegungen geforderte Doppelpass es etwas schwierig machen, den Mörder von Johnny zu ergreifen, ist nun halt mal so. Das wiegt die Bereicherung, die wir Tag für Tag von den vielen guten Menschen der Religion des Friedens erfahren, ganz sicher nicht auf.

    • Mörder? Sie sind noch nicht richtig geschult. Der Mörder von Jonny K. war selbstverständlich kein Mörder. Der Staatsanwaltschaft zieht das erst gar nicht in Erwägung. Auch ein Totschläger war Onur U. selbstverständlich nicht. Im Grunde ist Onur U. hier das Opfer. Jonny K. muss mit seinem Kopf immer wieder gegen den Fuß von Onur U. angerannt sein. Der BRD-Staatsanwalt wird das schon noch richtig herausarbeiten. Wer eine andere Meinung äußert, ist ein Nazi, auf den man den ‚Staatsschutz‘ ansetzt, um ihn dann aufgrund von Meinungsäußerungen am besten gleich für ein paar Jahre ins Gefängnis zu stecken.

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