Denn sie wussten nichts, was sie tun.

Edmund Stoiber war gestern bei Anne Will. Ich gucke solche Sendungen nicht, lese aber ab und an Zusammenfassungen der Presse. Welt online fasst Stoiber so zusammen: „Würde man die Währungsunion auflösen, wäre ein politischer Spaltprozess in Gang gesetzt, den man nie wieder eindämmen könnte.“ Oder als Zitat direkt von Stoiber: „Sie würden in Europa wieder einen Gegensatz zwischen den Nationen bekommen, dagegen ist das, was wir gegenwärtig an Demonstrationen gegen Frau Merkel haben, ein laues Lüftchen.“

Ich finde es bemerkenswert, dass Politiker in Europa immer wieder sagen, sie würden „auf Sicht fahren“. Besonders von Merkel und Schäuble hört man diesen Spruch oft. Eine andere gerne benutzte Floskel ist: Wir gehen „Stück für Stück“ voran. Diese Metaphern sind nichts Anderes als das unbewusste Eingeständnis: Wir wissen eigentlich gar nicht, was wir da tun. Wir stehen voll im Nebel. Wir wursteln so vor uns hin. Wir versuchen mal dies und das. Uns fehlt die Kompetenz. Wir haben keinen Plan. Im Grunde ist dieser Eiertanz ein versteckter Hilfeschrei Merkels mit der Bitte um den politischen Gnadenschuss.

Es wäre wichtig, dass dieses unbewusste Eingeständnis einmal zur bewussten Erkenntnis wird. Das wäre dann eine Erkenntnis, die Hayek erfreuen würde. Denn natürlich treffen Politiker keine besseren Entscheidungen als jeder Einzelne für sich selbst. Die zentrale Planung ist es, die Europa und Amerika lähmt.

Aber zu dieser Erkenntnis ringen sich die wenigsten Politiker durch. Diese Erkenntnis bedeutet nämlich erheblichen Machtverlust. Die Politiker müssten Entscheidungsgewalt wieder an den Bürger und an möglichst kleine Machtzentren zurückgeben. Das will natürlich kein Politiker. Stoiber ist lieber in Brüssel „Leiter für Bürokratieabbau“ (welche Ironie), als ein Politiker in Rente.

Wir fassen zusammen: Die Politiker haben keine Ahnung, was sie in der Eurokrise eigentlich machen. Ihnen fehlt die Kompetenz. Sie wissen aber eines ganz genau: Der Euro darf nicht auseinanderbrechen, sonst kommt es zur Apokalypse. Unruhen, Totschlag, Mord, Krieg. Erst Gelduntergang, dann Weltuntergang.

Verlogener geht es nun wirklich nicht mehr. In Wirklichkeit ist es so, dass die Politiker eben nicht wissen und gar nicht wissen können, was passiert, wenn das Europrojekt wieder beendet wird. Am wahrscheinlichsten ist wie immer, dass gar nichts Großes passiert. Die Politiker spulen die ewiger Leier der apokalyptischen Schauermärchen nur immer wieder ab, um keine Macht zu verlieren, sondern im Gegenteil ihre Macht weiter auszubauen.

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20 Gedanken zu „Denn sie wussten nichts, was sie tun.

  1. So ist es, lieber Viewer!!!

    Vor zwanzig Jahren habe ich mal einen Vortrag eines Professors gehört, der auf einen weiteren Mangel bei den Politikern hingewiesen hat.
    Politiker können nur in einem durch die Legislaturperiode begrenzten Zeitrahmen denken und handeln. So wie bei allen Lebewesen die Erhaltung der Art oberste Priorität hat und sich daran alles ausrichtet, hat die Wiederwahl bei den Politikern oberste Priorität. Daran richtet sich alles aus.
    Es ist also nur dem Zufall zu verdanken, wenn politisches Handel zum „Wohle des Volkes“ wirkt.
    Beim Euro haben sie von Anfang an nur in die Sch… gegriffen!
    Herzlich, Paul

    • und nach der Agenda 2010 mit so viel Prügel wie für die SPD wird keine Partei auch nur ansatzweise wieder eine weitsichtige bzw. auf lange Sicht angelegte Reform anschieben….

      • Die Hartz-IV-Reform war sicherlich mutig und für DL ein Fortschritt. Allerdings bezweifle ich mittlerweile ihre Durchschlagskraft. Vielleicht war es in Wirklichkeit nur ein Tropfen auf einen heißen Stein.

        Der Einfluss von Weltwirtschaft und „Eurokrise“ auf die im Moment guten deutschen Arbeitsmarktzahlen erscheint mir mittlerweile sehr viel größer zu sein. Unter Schröder, als der Euro „normal“ funktionierte, floss sehr viel Kapital aus DL ab in die Periphere. Jetzt in der „Krise“ kommt das Kapital zurück und DL steht so gut da. Sobald die Politiker die Eurokrise „gelöst“ haben, wird das Kapital wieder abfließen und damit auch die Arbeitsplätze. Arbeitsmarktreformen hin oder her. Das ist mein Tipp. DL müsste aus dem Euro austreten, um sich und den anderen europäischen Staaten zu helfen. Das allerdings würde einen erheblichen Machtverlust für einige einflussreiche Politiker bedeuten und den wollen sie nicht hinnehmen.

    • So wie bei allen Lebewesen die Erhaltung der Art oberste Priorität hat und sich daran alles ausrichtet, hat die Wiederwahl bei den Politikern oberste Priorität. Daran richtet sich alles aus.

      Daran ist ja zunächst einmal nichts falsch. Aber es stimmt, in Amerika und Europa wird zu oft gewählt. Es würde aus meiner Sicht völlig ausreichen, wenn man alle anstehenden Wahlen (Legislative, Exekutive, Bundesstaaten) zusammenfast auf einen Wahltermin und den dann alle 4-5 Jahre veranstaltet. Zwischendrin sollte man die Politiker in Ruhe lassen. Das könnte man einmal ausprobieren.

      Besonders bei Merkel ist es zum Beispiel extrem auffällig, dass sie ihre ganze Politik nur nach Landtagswahlen ausrichtet, die alle paar Monate stattfinden. Der Witz dabei: Sie verliert diese Wahlen trotzdem.

  2. Das ist ja klar.Die EU hat immer als allererstes den Politikern genutzt nicht den Bürgern.Sie brauchen die EU weil sie sonst keinen Platz mehr an den „Herrentisch“ bekommen würden.Kein europäisches Land alleine ist mächtig genug um mit den Großen mitzuziehen,deswegen die EU

    • So kann man bei allen wichtigen Ereignissen der jüngeren Zeitgeschichte argumentieren, alle sorgten mehr oder weniger für ein weiteres ausdefinieren sowie zuweilen anschwellen dieser politischen Nomenklatur, jener Funktionselite.

      Ob es der Kommunismus an sich war, der einen überbordenden Apparat von lauter Apparatschicks mit sich brachte, oder der Zusammenbruch jenes welchen.
      Nehmen wir als Beispiel die ehemalige DDR, die neuen Bundesländer wurden ein Sammelbecken für wenige B-Politiker, dafür aber viele C-und D-Politiker.
      Ob nun Milbradt, Biedenkopf oder Sellering, die Liste ist lang.
      Die Qualität dieses Klientels bestand genau so wie dass der Grotewohls, Schabowskis und Honeckers im System davor, nur darin, die vorhandene Infrastruktur auf Kosten eines ihrer Teilbereiche zu renovieren, wirtschaften durch abwirtschaften, so nennt man das.
      Meiner Meinung nach ist es wichtig zu erkennen dass diese Nomeklatur egal in welchem System nur für den Selbsterhalt verantwortlich ist, Institutionen haben die Eigenschaft sich selbst am Leben zu erhalten, das könnte man als erweitertes Plädoyer gegen den Kollektivismus sehen, eines welches den Institutionalismus zusätzlich echtet.
      Hier und heute hat dieses System nur eine Funktion, die Nomenklatur ist nur dazu da eine Art Sozialismus am Leben zu erhalten der die, die Geld haben, noch reicher macht, und die die nichts haben, soweit beschäftigt und in der Schwebe hält, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen, und wenn doch, dass sie sie gegeneinander anstatt nach oben entladen.
      Denn bei allen Bekenntnissen zu unserer „freien“ und „demokratischen“ Gesellschaft heute, ist es doch so, dass der einzelne in Wahrheit ebenso wenig Wert hat wie im Kommunismus, und dass das Geld von dem wir alle leben, mit dem Tauschmittel was es der grauen Theorie zufolge sein sollte, in etwa so viel zu tun hat wie eine sowjetische Sowchose mit den Farmen in Midwest.
      Kollektivismus wird nur scheinbar geächtet, Geld ist heute hochkollektivistisch, es ist dabei auch viel besser, funktioneller und effizienter als HJ,FDJ, KPdSU oder NSDAP.
      Die Funktionseliten freuts, die Geldeliten noch mehr.

  3. Anne Will fragte mit ernstem Blick, ob es nicht Nationalismus sei, wenn man sein Geld nicht verschenken wolle.
    Dieser Lucke war der einzig Normale, im Studio des ARD Irrenhauses.

    • Es ist logisch, dass ein Betrieb wie der ÖRF ein Interesse am Zwangskollektivsmus hat. Zwangskollektivsmus funktioniert immer so: Wir machen uns ein schönes Leben, ihr bezahlt. Anne Will kommt dieses Leben bekannt vor.

  4. Eben bei Feuerbringer gelesen:
    „Ein Student fragte Ludwig von Mises in den 1940ern: “Professor, wenn Sie in den frühen 1930ern an der Regierung gewesen wären und Sie hätten gesehen, wie die Menschen aus ihren Häusern ausgeschlossen und Banken geschlossen wurden, hätten Sie dann gar nichts getan?” Und von Mises antwortete: “Ja. Aber ich hätte schon viel früher damit angefangen, gar nichts zu tun.”“

    http://www.terryrotter.de/feuerbringer/2013/03/wie-man-finanzkrisen-vermeidet/

    • Das ist ein guter Punkt. In Zypern stören sich die meisten nun daran, dass „kleine Sparer“ auch Geld verlieren könnte. Dabei sollte das eigentlich der Normalfall sein. Und nicht nur prozentual. Wenn eine Bank pleite geht, ist das Geld erst einmal weg. Und zwar nicht nur ein Bruchteil, sondern alles. Die Verantwortlichen der Bank müssen dann vor Gericht, man prüft strafrechtliche relevante Punkte, dann geht es ans Zivilrecht, es gibt eine Insolvenzmasse und so weiter. Diese Totalpleiten wollen die meisten Menschen aber nicht mehr. Sie wollen „Rettungen“ durch den Staat. Sie wollen eine Frau wie Merkel, die behauptet: „Die Spareinlagen sind sicher, dafür garantiert die Regierung.“

      Die Aussage des Feuerbringers: „Wie man Finanzkrisen vermeidet“, kann allerdings missverstanden werden. Ich glaube nicht, dass es in einem freien Kapitalismus weniger Krisen gibt. Es gibt nur keine „Rettungen“ und „Sicherheitsnetze“ mehr und dadurch stauuen sich die Krisen (vielleicht) nicht mehr bis zum Super-Gau auf, sondern entladen sich kontinuierlich.

      • Ich denke schon das es deutlich weniger Krisen geben würde.
        Viel mit dem wir uns jetzt gerade herum schlagen müssen basiert ja darauf, dass sämtliche Risiken versucht werden zu versichern, abzufedern und zu sozialisieren. Da geht man gerne mal ein Risiko ein. Man hat ja nichts zu verlieren.
        Wenn kein Netz und doppelter Boden da ist der mich auffängt, gehe ich deutlich bedachter vor.

        mfg flax

      • Ich halte es da mit Hayek. Ich weiß nicht, was passieren würde. Es könnte auch schlimmer werden. Das ist der Witz an der Freiheit, dass die Grenzen nach oben und nach unten gesprengt werden. Ich versuche immer mit dem Gewinn an mehr Freiheit zu argumentieren und nicht mit den Kategorien „besser“ und „schlechter“.

  5. Interessant wie scheinheilig diese politischen Funktionseliten sind, nur verlogene Phrasen.
    Das ein Gelduntergang mit einem Weltuntergang noch rein gar nix zu tun haben muss zeigen vielerlei währungstechnische Veränderungen in den USA, dass sie im Endeffekt doch miteinander zu tun haben können zeigen die französische Revolution oder die Weimarer Republik.
    Und zwar haben sie immer dann miteinander zu tun wenn der Untergang einer Währung verschleppt wird, die dadurch entstehenden Unzulänglichkeiten und Mangelzustände in vielen Bereichen einer Gesellschaft respektive Sozioökonomie sorgen dann für den psychologischen Massenwahn der dem „Weltuntergang“ oder einfach nur dem Untergag alles menschlichen vorraus geht.
    Diese hoch bezahlten und politisierten Insolvenzverschlepper sorgen mit ihrem repressiven zentralistischen Finanzregime nur dafür dass sich sowohl in der Eurozone generell als auch im Währungsraum speziell, links- und rechtsradikales progressiv verbreiten. Ob das in Ungarn, Litauen, Polen oder in Griechenland, Italien, Spanien ist, faschistische und kommunistische Organisationen haben einen Zulauf der einen mittlerweile wieder stark an der menschlichen Psyche zweifeln lässt.

    Persönlich nehme ich an dass diese zum Himmel schreiende Unfähigkeit weniger auf Tatsachen als viel mehr auf Zwängen beruht, es ist einfach profitabler für jene welche den Kasten in den Abgrund zu fahren als ihn davor zu retten.

    • Danke für Ihren Kommentar.

      Ob das in Ungarn, Litauen, Polen oder in Griechenland, Italien, Spanien ist, faschistische und kommunistische Organisationen haben einen Zulauf der einen mittlerweile wieder stark an der menschlichen Psyche zweifeln lässt.

      Die menschliche Psyche ist voller Abgründe. Das macht uns zum Menschen. In diesem Fall halte ich es für verständlich, wenn Menschen anfangen andere Parteien zu wählen. Dass sie wieder Kommunisten und Faschisten wählen, liegt wohl eher am Angebot. Die Faschisten sind immer noch relativ stark und die Kommunisten sind es sowieso.

      Der Liberalismus hingegen schafft es nicht mit starker Stimme zu sprechen. Er wird in Krisenzeiten immer zerrieben. Die Menschen rücken in Krisenzeiten zusammen, sie wollen mehr Kollektivismus. Vielleicht lässt sich die Stärke der Kollektivisten dadurch erklären.

      Wirklich verrückt erschienen mir alle etablierten Parteien, die ihre Politik nicht ändern. Aber das haben Sie ja schon einleuchtend erklärt: Selbsterhaltungstrieb. Machterhalt.

      • Kollektivismus ist meiner Meinung nach vor allem dann gefährlich wenn er sich als „alternativlose“ Strömung in einer Gesellschaft breit macht, bei den Kommunisten ist das sowieso immer so, da gibt es entweder nur Marx und Engels, oder die dogmatistischen Herrscherdoktrin von nachfolgenden Charakteren wie Stalin, Lenin oder Tito.
        Im Faschismus ist es auch so, Faschismus kann sich nur über Hass definieren, ansonsten verliert er seine Bewandniss, Faschismus definiert den Kollektivismus über strikte Abgrenzungen, Kommunismus über planloses und unnatürliches vereinen von objektiven und vor allem naturgemäßen Gegensätzen.
        Liberalismus im Sinne eines Adam Smith halte ich heute für ebenso gefährlich, weil er als Antikollektivsmus schon wieder die selben Fehler macht wie beide Strömungen davor, da der Mensch eben Homo Sapiens, und nicht Homo oeconomicus ist.
        Die einzige Lanze die man meiner Meinung nach für ihn brechen kann ist die, dass er nie den Anspruch der Alternativlosigkeit für sich beansprucht.
        Das macht ihn reizvoll, da er für viele nie Alternative sein wird, für wenige aber die Einzige.
        Nichtsdestotrotz muss man mit unseren Unzulänglichkeiten heute umgehen lernen.
        Und da kann die Lösung eben nicht sein das Wischi-Waschi eines Paul Krugman zu betreiben und ökonomisch subjektiv gegensätzliche Strömungen vereinen zu wollen, die aber objektive am Ende zu dem selben Ergebnis führen, das eine mal verliert der Mensch durch Inflation all seine Werte, das andere mal durch einen fehlenden Umverteilungsmechanismus von oben nach unten.

        Nein, der Punkt wäre für mich sich endlich mit anderen ökonomischen Forschungsbereichen zu beschäftigen, eine marktgerechte Welt ist für mich eine Welt die sich mit den menschlichen Bedürfnissen arrangiert und sie stillt.
        Menschliche Bedürfnisse definieren sich aber eben nicht über das Geld allein, sonst gäbe es auf diesem Planeten nicht so viele die kein Geld hätten, dafür aber so viele Bedürfnisse.
        Menschliche Bedürfnisse resultieren gemäß wissenschaftlichen Resultaten aus natürlichen Impulsen, die Werbung schafft es mehr oder minder bei uns solche Impulse auszulösen. Im Grunde genommen ist es auch für jeden nachvollziehbar, sehen wir heute Werbung von Nahrungsartikeln so interessiert dass den gediegenen Bürger hier in der Industrienation Deutschland wenig, da er sofern er nicht unter einer Krankheit leidet auch, ein Sättigungsgefühl verspührt.
        Wenn der Mensch Multimedia-Werbung sieht, dann reizt ihn dass immer beonders, unser Bedürfniss nach Informationen ist wohl das mächtigste überhaupt, es ist das einzige was bleibt selbst wenn alle materiellen gestillt sind, es ist auch das einzige natürliche was sich exponentiell-progressiv entwickelt.
        Die Zivilisation schafft sich heute ihre eigenen Bedürfnisse, vernachlässigt aber die menschliche Natur vollkommen, sie produziert und produziert, hat aber auf der anderen Seite kein funktionelles Verteilungssystem in Form des Finanzsystems, dadurch allein stürzt sie sich in die zyklischen Krisen die aus einer Überproduktion resultieren.
        Andererseits verschwendet es die Ressourcen von Mutter Erde in höchst zweifelhaftem Maße.
        Würden wir unsere Ökonomie, und dabei vor allem ihren Verteilungsmechanismus in Form des Geldes ein wenig an der menschlichen Natur orientieren, dann bräuchten wir keinen roten Internationalismus, und keine braunen Grenzen die mir sagen dass der Mensch hinter der Grenze, in Hinsicht auf mich schlechter ist, weniger Wert.
        Darüber definiert sich für mich auch die Freiheit, die menschliche Natur sorgt für Ordnung und Freiheit, es war nicht die menschliche Natur die zu Holocaust, Euthanasie oder den Gulags führte, nein, das war ihre Verneinung, die aus „Objektivität“ oder einer From des „Rationalismus“ resultierte, Nazis und Kommunisten haben immer versucht ihren derben Umgang mit den Leben anderer Menschen wissenschaftlich-rational zu begründen.
        Deswegen war die Lehre eines Karl Popper, oder die Adornos, diesen Frankfurtern, die von einem kritischen Rationalismus schrieben, und die heute an den Hochschulen der Welt kaum noch Beachtung finde, so menschlich, weil sie nicht diesen rationalistischen Absolutismus für sich beanspruchte.
        Diese Pyramiden die da in gesellschaftlicher Relation entstehen haben leider nichts mit der menschlichen Natur gemeinsam, er stößt darin nur immer auf seine Grenzen, und das führt leider zu den vielen Konflikten die wir heute kennen.
        Den einzigen Rationalismus den ich anerkenne ist der der menschlichen Bedürfnisse, unsere Bedürfnisse sind die einzige Ratio die ich zu ziehen pflege; Bedürfnisse haben aber auch Menschen die in unserer Welt von heute mittellos sind, wir sollten uns fragen wieso dass so ist.

      • Ihren Kommentar finde ich tendenziell äußerst links, da er viel von marxscher Dialektik und seinem Materialismus hat. Sie sprechen von „Bedürfnissen“ und stellen sie in Relation zur Freiheit, da kann man mitgehen. Mir wäre dabei jedoch wichtig zu sehen, was sie da genau meinen, Sozialismus der individuell erarbeitetes, kollektiv verteilt?
        Oder meinen sie Freiheit im Sinne davon dass jeder seine erarbeitete Lebensgrundlage den Bedürfnissen zu Grunde legt?

      • Marxismus bedeutet grob gesagt kollektivistisch zu wirtschaften, dort wo es naturgemäß individuell auch, und sogar besser funktioniert. Wenn sie allerdings danach fragen ob ich meine dass wir ein „soziales“ System brauchen, was erarbeitetes kollektiv verteilt. Dann verneine ich dies katregorisch, denn in diesem System lebe ich heute, und es ist alles andere als sozial. Der „Sozialismus“ von heute wird ganz einfach nur Kapitalismus genannt, doch er ist so sozial mit denen die Kapital besitzen, dass er ihnen ohne dass sie dafür arbeiten einfach das Geld hinterherwirft, wiederum auf Kosten aller Arbeitenden. Schlimm ist daran vor allem dass jegliches Klientel von Kapitalbesitzenden heutzutage nicht einmal mehr ein Risiko zu tragen scheint, bei ihrem Investment.
        Geld ist nun einmal wichtig dafür dass der dynamische Wirtschaftsprozess am laufen bleibt, gespartes Kapital aber ist schädlich, wenn es nicht produktiv ist.
        Nehmen wir als Beispiel die Lebensversicherungen, dadurch dass der Westen so reich ist und eine Majorität privat vorsorgt kommt es zu mehr Problemen als dass der Reichtum gut wäre.
        Keiner der jedoch eine Lebensversicherung abschließt will auch ein Risiko oder gar eine Verantwortung für diese stetige Investition tragen, nein, im Gegenteil, er hofft in seinem falschen Verständniss von „Sicherheit“ dass sein Geld sich wie von alleine vermehrt.
        Dieses „Sicherheitsdenken“ welches eigentlich nur purer Protekionismus ist und dass man vom Sparer Hanswurst mit seinen 2 Mark 50 bis zu den Ausgaben der US-Gesellschaft für ihr Militär beobachten kann. Führt zu einer Zerstörung der Strukturen einer freien Gesellschaft führen, also zu einer die frei und wohlständig ist, keine in der man vogelfrei ist.
        Das Leben ist Wandel, Leute die sparen können dass aus purer Angst jedoch nie wirklich gut finden, sie wollen den Wandel mit „Sicherheit“ eindämmen, und bauen dabei alles von Atombomben bis Finanzbomben.
        Eine Erkenntnisse habe ich aus der jetzigen Krise gezogen, wir Menschen müssen ein anderes Verhältniss für Geld bekommen, in unserem System sind alle Formen der Inflation von einfacher Geldfälschung bis hin zu keynesianistischem Wahnsinn vorprogrammiert, da Geld Selbstzweck ist, nicht der Mittel zum Zweck.
        Solange wir in einer Welt leben die den Kapitaleigner über den der die Idee hat stellt, solange wird es immer wieder Krisen geben.
        Da unser zinsbasiertes, dadurch kollektivistisches Geld nur eins ist, es ist die Ode an Totenkult, die Verehrung der Vergangenheit, zinsbasiertes Geld wird uns immer wieder von imaginären „Guten Alten Zeiten“ schwärmen lassen, da wir durch es nie die Möglichkeit haben dass hier und jetzt in ein Paradies zu verwandeln, die Gegenwart über die Vergangenheit zu erheben, einer goldenen Zukunft entgegen zu schreiten.
        Deswegen ist das aller erste was wir brauchen meiner Meinung nach ein Geld, was es lediglich jedem produktiv Arbeitenden Menschen, der mit seiner Arbeit auch eine Nachfrage befriedigt, gestattet damit reich zu werden. Der Kapitaleigner soll doch sein Geld zur Bank bringen, doch soll er höchstens damit rechnen dürfen es 1:1 zurück zu bekommen, und nicht dem Wunschtraum von der progressiv fortschreitenden Kapitalvermehrung hinterherrennen. Geld was in irg.welche Staatsanleihen investiert wird sorgt nur dafür dass der Staatsbürger die Rendite mit seinen mittlwerweile 19% Mehrwertsteuer und den anderen Steuern zu tragen hat, das ist für mich Blutsaugertum par exellence. Gewinne privatisieren und Schulden zu sozialisieren kann auch nur in solch einem Geldsystem auf fruchtbaren Boden treffen, es gibt so viele Ideen, mathematisch funktionell darstellbar sind die meisten, allein der Satz das in unsere Welt Reiche immer reicher werden, OHNE dass sie arbeiten, und dabei Bedürfnisse befreidigen. Ich will keinem verbieten durch eine Investition reich zu werden, nein, dass sollen sie doch, doch wie es eine WIRKLICHE Investition auch an sich hat, trägt man für sie auch ein volles Risiko.

        In unserer Welt steckt so viel Portenzial, zig Milliarden Menschen leben auf ihr, aber nur ein verschwindend geringer Teil von denen kann sich frei entwickeln, und dadurch gedeihen. Die Ideen so verdammt vieler Menschen haben in unserem Geldsystem nie auch nur die Möglichkeit erachtet zu werden, daran Schuld sind nicht sie, sondern wir, in unserem falschen und perversen Verständniss von Sicherheit.

  6. Lieber Viewer, ich lese dich nun schon eine Weile, und muss sagen dass mir bei all den Meinungsverschiedenheiten gegenüber deinen Anschauungen, dir Hinsicht auf die Euro-Debatte voll zustimmen muss.
    Deine Analysen sind meiner Meinung nach konkret und treffend, das diametral gegenüberstehende Handeln der Politiker zeigt für mich nur eins, das sind keine Volksvertreter, das sind Vertreter eines Systems dem zunehmend die Dynamik und die Flexibilität abhanden kommt.

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