Fußnote: Großer Sieg für die Linken.

Spiegel Online fasst eine zentrale Aussage seines Kolumnisten Wolfgang Münchau zur anstehenden Wahl in Italien in einer Zwischenüberschrift so zusammen:
Ein großer Sieg der Linken wäre gut für Italien.

Was Wolfgang Münchau in seiner Kolumne allerdings wirklich schreibt, ist folgendes:
Ein großer Sieg der Linken wäre gut für Italien, ein großer Sieg der Rechten auch, aber ein knapper Sieg, egal für wen, ist das denkbar schlechteste aller Ergebnisse.

Das sind so die kleinen Tricks hochgradig manipulierender Medien.

Nachtrag in eigener Sache:
Ich habe wieder Internet, deshalb kann man wieder deutlich mehr Artikel von mir erwarten.
Es gibt einige interessante Themen aufzuarbeiten in den nächsten Tagen und Wochen.

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6 Gedanken zu „Fußnote: Großer Sieg für die Linken.

  1. Ein Cousin von mir führte vor Jahren für SPON ein Interview mit Feridun Zaimoglu. Darin sagte Z. (neben vielem anderen), dass er aus wirtschaftlichen Gründen gegen eine Aufnahme der Türkei in die EU sei. Die Überschrift des Interviews hingegen lautete sinngemäß: „Die Türkei aus der EU auszuschließen, würde dort nur die radikalen Kräfte stärken.“
    Als ich den Verfasser fragte, warum das Interview eine Überschrift hat, die dem Interviewten eine Meinung zum EU-Beitritt unterstellt, die das Gegenteil vom dem ist, was der Mann selbst im Interview äußert, lautete die Antwort: Die Überschrift stammt nicht vom Interviewer, sondern vom zuständigen Redakteur. Und der schreibt in die Überschrift, was ihm passt – und nicht unbedingt, was dem Verfasser passt oder was in der betreffenden Story oder dem Artikel oder dem Interview tatsächlich steht. Was Z. über den EU-Beitritt der Türkei sagte, entsprach offenbar nicht der Meinung des Redakteurs – also verpasste er dem Ganzen eine Überschrift, die seine eigene Meinung verbreitete. Im Wissen, dass viele Leser nur die Headlines lesen. So läuft das offenbar in den Redaktionsstuben.

    • Ein gutes Beispiel. Danke. So läuft es offenbar tatsächlich in den Redaktionsstuben. Vielleicht hat es auch mit Textverständnis zu tun. Die Redakteure haben ein miserables Textverständnis und bringen folglich nur das in die Zwischenüberschriften, was bei ihnen hängengeblieben ist.

  2. Dass die Überschiften oft nicht den inhalt wieder geben, habe ich auch oft feststellen müsen. Das ist ärgerlich da wenn man nur kurz die Überschriften liest um interessante Texte zu finden, so die interessnten Meinungen nicht zu finden sind. kann. mfit

  3. Ich habe wieder Internet, deshalb kann man wieder deutlich mehr Artikel von mir erwarten.
    Es gibt einige interessante Themen aufzuarbeiten in den nächsten Tagen und Wochen.

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