Krugman beschreibt sich selbst.

Jetzt aber. Artikelserie hier. Ich habe lange versucht Krugman in wenigen Sätzen zu beschreiben. Mittlerweile habe ich bemerkt, er kann das am besten selbst. Hier ein Beispiel aus seiner aktuellen Kolumne:

The irrefutable failure of a prophecy does not cause true believers — people who have committed themselves to a belief both emotionally and by their life choices — to reconsider. On the contrary, they become even more fervent, and proselytize even harder.

Und noch ein Addendum gefunden von Greg Mankiw.

Krugman macht sich aktuell absolut keine Sorgen um das Defizit. Die Ausgaben dürfe Obama auf keinen Fall kürzen und die Schulden könne Obama einfach weginflationieren. Das sei die beste Lösung. Und so macht es Obama auch. Als ein Mann namens George W. Bush Präsident war, klang Krugmans Sirenengesang noch so:

But my prediction is that politicians will eventually be tempted to resolve the crisis the way irresponsible governments usually do: by printing money, both to pay current bills and to inflate away debt.


 
Ich beobachte Krugman nun schon lange und ich muss ehrlich sagen, ich habe in meinem Leben selten einen verlogeneren Kerl in so einer Position gesehen. Nicht einmal die schlimmsten Politiker sind so schlimm.

Bei Krugman schäme ich mich besonders, weil seine Eltern jüdische Einwanderer aus Belarus sind. Da muss ich mich immer doppelt schämen, weil ein Teil meiner Vorfahren aus einem Shtetl in der Ukraine kommen, gar nicht so weit weg von Brest-Litovsk. Er hätte ja wie Keynes ein dummer Snob aus Cambridge sein können, aber nein seine Eltern kommen aus Brest-Litovsk! Verdammt.

Advertisements

8 Gedanken zu „Krugman beschreibt sich selbst.

  1. verstehe nicht, weshalb du dich wegen Paul schämen musst. Er ist anerkannt und recht beliebt. Seine Analyse von Friedman bspw. ist sehr gelungen und regt zum Weiterdenken über die Verwandlung einer im Grunde genommen pausbäckig-naiven ökonomische Theorie in eine Ideologie, die, strukturell ähnlich dem Marxismus, die Wirklichkeit an der Utopie misst und somit zur normativen Macht wird.

    • Dein Text ist für mich sprachlich komplex, da bin ich mir nicht sicher was du meinst und ob du es ernst meinst oder ironisch. Den Teil betrachte ich mal als Kern, wenn ich es richtig verstehe:

      eine Ideologie, die, strukturell ähnlich dem Marxismus, die Wirklichkeit an der Utopie misst und somit zur normativen Macht wird.

      Das ist sehr schön geschrieben. Nur erkenne ich nicht, ob du hier Krugmans oder Friedmans Weltanschauung beschreibst. Ich denke jedenfalls genau so über die Weltanschauung von Krugman. Paul Krugman ist ein moderner Marxist und alles was du in diesem Teil formulierst sehe ich bei Krugman zu 100% verwirklicht.

  2. Ich muß noch mal zum Fußball zurückkommen.Haben Sie gelesen Löw träumt jetzt schon von WM Titel und ausserdem hat er uns damit gedroht dass nach 2014 nicht unbedingt Schluß sein muß,er könne sich vorstellen weiterzumachen.Vielleicht wird er der erste Trainer der den Beamtenstatus erlangt.In einen Interview hat er zugegeben dass das Halbfinale ihn immer noch verfolgt.Heute würde er vieles anders machen,sagt er.Ich glaube dass nicht der hält doch an seiner Linie stur fest
    PS:Nicht schämen wegen Belarus! WEnn#s nicht mehr weiter geht dann denken Sie daran dass Sie auch deutsche Vorfahren haben 🙂
    http://www.bild.de/sport/fussball/joachim-loew/albtraeume-wegen-balotelli-27769398.bild.html

    • Löw ist ein Paradebeispiel für deutsche Selbstüberschätzung. Der Kaiser Wilhelm II. des Fußballs. Der Unterschied ist nur: Kaiser Wilhelm hat man nach der ersten deftigen Niederlage hochkantig rausgeschmissen. Allerdings auf Druck von außen. Vielleicht ist das der Punkt. Wenn es keinen Druck von außen gibt, dann behalten die Deutschen ihre Loser für lange, lange Zeit.

      • Ein sehr schöner,lustiger und vor allem passender Vergleich.Den muß ich mir merken!

  3. Der Wirtschaftsnobelpreisträger Krugmann ist für ökonomische Laien wie mich eine gute Orientierungshilfe.

    Wenn Krugmann etwas für richtig hält, ist es fast immer falsch.

    Wirtschaftlich meistens ebenfalls ahnungslose Politiker bräuchten sich einfach nur an das Gegenteil von Krugmanns Empfehlungen halten und könnten so auf einmal lauter richtige Entscheidungen treffen.

    • Wirtschaftlich meistens ebenfalls ahnungslose Politiker bräuchten sich einfach nur an das Gegenteil von Krugmanns Empfehlungen halten und könnten so auf einmal lauter richtige Entscheidungen treffen.

      Das habe ich auch mal gedacht. Je mehr man allerdings über Krugman liest, desto mehr merkt man, dass er einfach alle Fälle und Eventualitäten abdeckt, immer schön im Ungenauen bleibt, nie selbst Verantwortung übernimmt und am Ende immer selbstbewusst behauptet: „Das habe ich immer schon gesagt.“ Und seine Anhänger glauben ihm das natürlich.

      Menschen wie Krugman und Sarrazin lieben die Rolle des intellektuellen Träumers. Sie wollen ihre Theorien nicht eigenverantwortlich in die Praxis umsetzen. Das sollen andere für sie machen. Dann können sie immer schnell die Pferde wechseln, wenn es schief geht. Auch deshalb mag ich diese Art von „Intellektuellen“ nicht.
      https://americanviewer.wordpress.com/2012/10/18/euro-kritiker-vs-euro-befurworter/

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s