Kurzanalyse der Debatte zwischen Romney und Obama.

Ich habe Romney klar vorne gesehen.

Man merkt wie stark Romney ist, wenn es eng wird. Wie gestählt er aus den vielen GOP-Debatten hervorging. Man hatte das Gefühl, dass Romney sich in der Debatte wohlfühlte. Dieses Gefühl auszustrahlen ist sehr wichtig.

Billy Chrystal, der beste Oscar-Moderator ever, hat einmal sein Geheimnis verraten:
„Look like you really want to be there.“ Romney hat genau diesen Eindruck vermittelt.

Auch der staatliche Sender PBS sah in der Nachbesprechung Romney einstimmig vorne. Das hat mich überrascht. Sie hatten aber auch gute Gäste eingeladen. Der konservative David Brooks von der NYT zum Beispiel.


 
Eine Kritik von PBS lautete: Obama und Romney wären zu sehr in die Details gegangen. Sie bezweifeln, dass viele Wähler der Debatte folgen konnten. Diese Aussagen haben mich enttäuscht.

Die Debatte war qualitativ wirklich hochwertig. Respekt vor beiden Kandidaten. Da kann man wirklich stolz sein. Die vielen Details waren genau richtig. Die Sprache von Obama und Romney war einfach und klar. Nicht zu kompliziert. Jeder konnte das sprachlich verstehen.

Und wenn man es sprachlich und/oder politisch nicht versteht? Diese Leute sollten nicht wählen. Man kann doch nicht noch einmal bei Adam und Eva anfangen, nur weil so viele Wähler sich kaum bis gar nicht mit Politik beschäftigen.

Ich bin ja schon lange für Eignungstests, bevor man seine Stimmen abgeben darf.
Jeder politische Analphabet darf wählen. Das ist ein Nachteil im aktuellen System.

Advertisements

19 Gedanken zu „Kurzanalyse der Debatte zwischen Romney und Obama.

  1. Wahlrecht nur für den, der netto ins System einzahlt. Ganz einfache Sache. Hat nur Vorteile, keine Nachteile.

    Vor der amerikanischen Streitkultur kann ich ansonsten nur tief den Hut ziehen. Dies ist genau das, was den Europäern fehlt und was die USA nach wie vor zum vitalen Hoffnungsträger des Planeten macht.

    • Hat ne Menge Nachteile, v.a. daß man oft gar nicht feststellen kann, wer netto ins System einzahlt. Ich zahle Steuern, benütze aber öffentliche Bibliotheken, Straßen und Gerichte. Wie sieht meine Nettobilanz aus?

      Kein Student dürfte danach wählen.

      Und selbst wer viel Steuern zahlt, verliert dann sein Wahlrecht nach einem Krankenhausaufenthalt, oder was?

      • Warum sollten Studenten denn wählen dürfen? Null Lebenserfahrung, bloß von Medien; Lehrern und Journalisten (also ebenso weltfremden Leuten) vorprogrammiert.

        Zudem könnte man das Stimmrecht staffeln in Stufen, abhängig von der jeweiligen Netto-Bilanz.

        Und was hat ein Krankenhausaufenthalt mit Steuerzahlen zu tun? Wann ist man mal vier Jahre lang überwiegend arbeitsunfähig? Und selbst wenn der Fall einträte: solange man von Zahlungen anderer abhängig ist, sollte man sich damit abfinden, daß diese Leute auch über die Politik entscheiden.

        Auf Dauer kann eh nur solch ein System funktionieren. Unser naives Wahlrecht erzeugt beizeiten seine eigene Negation, nämlich immer größere Bevölkerungsschichten, die nur nehmen aber nichts geben.

    • Von einem System nur für Netto-Empfänger halte ich auch nicht so viel. Auch Netto-Empfänger haben ihre Interessen. Stell dir jemand mit einer Krankheit vor, der nicht mehr arbeiten kann.

      Mir schwebt ein ganz einfacher MC-Test vor. Zum Beispiel fünf ganz einfache Fragen aus einem Pool. Wer da zwei oder mehr falsch kreuzt, darf einer Wahl nicht wählen.

      Ob sich allerdings dadurch etwas am Ergebnis ändert, darf bezweifelt werden. Von daher kann man es auch gleich lassen.

      • Reine Intelligenz ist kein Kriterium. Sonst würden Studenten nicht zu 90% linksgrün wählen.

        Diejenigen sollen entscheiden, die den Karren mit ihrer Arbeit ziehen. Bei uns entscheidet aber längst die Mehrheit, die sich fett auf dem Karren fläzt, die nur fordert, aber nie leistet, immer nur nimmt, nie gibt. Mit Intelligenz hat das nicht sehr viel zu tun, um so mehr mit der Lebenseinstellung und natürlich mit Lebenserfahrung jenseits der staatlich behüteten Biotope Schule, Uni, öffentlicher Dienst, staatlich geschützte Branchen etc.

      • Reine Intelligenz ist kein Kriterium. Sonst würden Studenten nicht zu 90% linksgrün wählen.

        Das stimmt. Intelligenz und Bildung sind kein seligmachendes Kriterium. Das ist in Amerika genauso. Die „Elite“ an den Universitäten wählt Demokraten. Der einfache Farmer oder Bauarbeiter ist da oft viel vernünftiger.

        In Amerika ist es allerdings so, dass sich GOP-Wähler im Durchschnitt mehr für Politik interessieren. Sie sind besser informiert. Deshalb würde so ein Test eher der GOP helfen.

        Allerdings geht es mir nicht wirklich um Vorteile für die eine oder andere Partei. Es geht mir darum, dass der Wähler auch wirklich seine Befähigung zum Wählen beweist. So wie man Führerscheine, Jagdscheine und so weiter benötigt.

    • Dann doch eher den guten alten Starship Trooper Heinlein.

      Wahlrecht nur für Menschen die Wehr- oder Zivildienst abgeleistet haben. Klar, die Wehrpflicht ist abgeschafft, aber viele engagieren sich bei THW, freiwilliger Feuerwehr, DRK, oder in Vereinen und Verbänden.

  2. Meiner Ansicht nach war Obama genau so schwach, wie er es in den Debatten mit McCain war. Damals hatte er allerdings zwei Vorteile: Man wollte ihn mögen, und zweitens wusste noch niemand, was für eine Flasche Teleprompterman wirklich ist. Dass seine Aussenpolitik oder sein Verhalten nach dem Terroranschlag in Bengasi kein Thema war, war noch unverdientes Glück.

  3. *Nelsonmodus an* Haw,Haw *Nelsonmodus aus*

    Man kann das Zähne knirschen der hiesigen Journalisten regelrecht hören, wenn sie die Nachricht verkünden müssen!

  4. Diesmal war die Debatte viel besser. Eigentlich wollte ich gar nicht gucken, da die früheren, die ich gesehen hatte, so langweilig waren. Aber diesmal hat es Spaß gemacht. Ein etwas freieres Format ist besser, als wenn beide nur streng abwechselnd unter genauer Einhaltung der Redezeit ihren Stoff runterbeten.
    Und ja, Romney war klar besser. Das war keine große Überraschung; eher schon, daß es auch in den Medien so berichtet wurde. Ich hatte eigentlich erwartet, daß die Journaille Obama in jedem Falle zum Sieger erklären würde, ganz egal, was passiert. Insofern eine angenehme Überraschung.

    • Diesmal war die Debatte viel besser. Eigentlich wollte ich gar nicht gucken, da die früheren, die ich gesehen hatte, so langweilig waren. Aber diesmal hat es Spaß gemacht. Ein etwas freieres Format ist besser, als wenn beide nur streng abwechselnd unter genauer Einhaltung der Redezeit ihren Stoff runterbeten.

      Genau so ging es mir auch. Erst wollte ich gar nicht gucken. Aber der Moderator hat sich wunderbar zurückgenommen. Das Format war genau richtig. So muss eine Debatte ablaufen. Das ist ein Lehrstück gewesen.

      Leider sind es oft zwei Moderatoren. Das ist einer zuviel. Und dann auch noch so parteiische Wichtigtuer, die sich gerne selbst reden hören. Das darf nicht sein. Es muss nur um die Kandidaten gehen.

      Ich hatte eigentlich erwartet, daß die Journaille Obama in jedem Falle zum Sieger erklären würde, ganz egal, was passiert. Insofern eine angenehme Überraschung.

      Das hat mich auch überrascht. Wenn etwas so offensichtlich ist, können es die MSM offenbar auch nicht einfach umdrehen. Aber sie arbeiten schon dran. Sie lassen die Artikel nicht lange im Titel, sie lassen Romney beim Faktencheck durchfallen, sie thematisieren plötzlich die Sesamstraße. Und es kommen ja noch zwei Debatten. Genug Stoff also für eine märchenhafte Obama-Comeback-Story.

  5. Interessant sind die Kommentarspalten bei SZ und SPON.

    Da gibt es ganz verschieden Reaktionen der ziemlich verdatterten Linken:

    1) „Ich hab die Debatte auch gesehen! Stimmt doch gar nicht, dass Romney besser war!

    2) „Ist doch eigentlich egal, wer Präsident wird. Die sind doch ‚eh alles nur Marionetten des Großkapitals und der Banken!“

    3) „Dass die Amis überhaupt auf sowas Wert legen, statt mal ernsthaft die Programme der Kandidaten durchzulesen, zeigt ja wie doof die sind! Wahlkampf als Castingshow!, Da sind wir Gottseidank weiter. Schlimm nur, dass Obama da mitmachen muss. Und klar, dass er lustlos wirkt, weil er den ganzen Mist halt durchschaut.“

    Und wirklich kreativ

    4) Das war eine Strategie von Obamas Wahlkampfteam. Erstens wollen sie Romney in Sicherheit wiegen damit ihn Obama dann bei den nächsten zwei Debatten umso besser zerlegen kann. Und zweitens kann Romney nach dieser Vorstellung ja eigentlich nur noch schlechter werden. Das bleibt dann im Gedächtnis der Wähler haften!“

    Einerseits natürlich übel, dass es Deppen gibt, die sowas ernsthaft meinen. Andererseits aber auch ein gewisser Unterhaltungsfaktor.

    • Ha, das schlagen wir Schweizer noch um Längen! Neben den fast wörtlich gleichen „Meinungen“ gibt’s im Tages Anzeiger folgende Experten
      1) Obama darf nicht gewinnen, weil das Militär und die WallStreet (sic!) dagegen sind.
      Und mein absoluter Favorit:
      2) Obama will nicht gewinnen, weil ihn die pöhsen Republikaner immer blockiert haben und ihn deshalb das politische Geschäft so anekelt.

      Wenn das mal nicht ein Grund ist, auf meine Landsleute stolz zu sein!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s