Es war so schön geplant.

Ein interessanter Satz im Welt-Bericht zum Doppelmord in Grenoble:

Villeneuve galt in den 70er-Jahren als Musterbeispiel eines sich für progressiv haltenden sozialen Wohnungsbaus, in dem junge Mittelschichtfamilien und Zuwanderer harmonisch
zusammen leben sollten.


 
Der Gauche caviar plant zwar gerne die Harmonie, nimmt sich dann aber Quartiere an anderen Orten. Das ist der doppelte Opfergang. Für andere das Paradies planen und dann selbst dankend verzichten. Das ist wahre Größe. Menschen wie Hollande sind schon toll. Küsschen rechts, Küsschen links.

Mich erinnert das immer an Hayeks Thesen:

Den „Sozialingenieuren“, die eine Gesellschaft auf dem Reißbrett planen wollen, warf Hayek die Anmaßung von Wissen (pretence of knowledge) vor. So sollte später auch seine Rede zum Empfang des Nobelpreises heißen.

Die Sozialingenieure werden das nie lernen.
Dafür reagieren die Versuchskaninchen. Mit den Füßen:

Spätestens seit den 80er-Jahren jedoch begannen gerade die Familien der Mittelschicht das Viertel aufzugeben…

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3 Gedanken zu „Es war so schön geplant.

  1. Sehr amüsant wie sie Hayek und seinen doch zeitlebens strittigen Thesen eine Laudatio halten, ist es nicht so dass er sich selber Wissen anmaßte ?
    Der Nobelpreis von dem sie sprechen ist lediglich eine mit dem Namen Nobels bezeichnete Auszeichnung der Reichsbank Schwedens, ein von vornherein strittiger Fakt.
    Wurden die von Nobel gestifteten Auszeichnungen nicht lediglich auf Naturwissenschaften bezogen, in denen Erkenntnisse empirisch nachweisbar sind ?
    Sofern ich mich richtig erinnere gehört die Ökonomie als Wissenschaft nicht zu diesen Disziplinen, sie ist Sozialwissenschaft, folgend resultiert sie auf Annahmen, nicht mehr und nicht weniger.
    Und vor dem Gewand dieser, ist dieser Preis der ihm Verliehen wurde, von vornherein eine Anmaßung von Wissen, und die von ihm bezeichnete Anmaßung von Wissen, lediglich selbiges.
    Daher geht es wohl in ihrem Beitrag nur um die falsche oder die richtige Anmaßung, eine rein subjektive Bewertung strittiger und nicht einmal vollständiger Annahmen.
    Allerding muss man zu ehren dieses bedächtig wirkenden Mannes, mit seiner zeitlebens etwas seichten Art sagen dass er schlussendlich doch noch eine höchst bemerkenswerte Forderung stellte, die Befreiung unserer Geldwährungen vom staatlichen Monopol, die Erkenntniss dass Monopole der Barbarei Tür und Tor öffnen, hat er immer zu erbringen versucht, doch gelang ihm erst in seinem letzten Werk das einzig wirklich gefährliche Monopol anzuprangern, dass des Geldes, welches die schlimmsten Dinge in uns hervor bringt.
    Hayeks Aussage dass die heutigen Geldmonopole es bewerkstelligen uns in erneutes Zeitalter des Totalitarismus zurückzuführen, ist zugleich seine meinerseits einzig wirklich nachvollziehbare Äußerung, mit seinen nihilistischen Aussagen dem Zusammenleben sozialer Seits gegenüber, kann ich das nicht so recht.

    • Sehr amüsant wie sie Hayek und seinen doch zeitlebens strittigen Thesen eine Laudatio halten, ist es nicht so dass er sich selber Wissen anmaßte ?

      Wenn man die These von Hayek verstanden hat, kann man sie natürlich kritisieren. Aber augenscheinlich haben Sie die These nicht verstanden. Das ist keine gute Voraussetzung für eine in sich logische Kritik.

      Wurden die von Nobel gestifteten Auszeichnungen nicht lediglich auf Naturwissenschaften bezogen, in denen Erkenntnisse empirisch nachweisbar sind ?

      Sie sind selber groß und könnten wissen bzw. wenigstens recherchieren, dass er immerhin so empirische und naturwissenschaftliche Richtungen wie Literatur und Friedensbemühungen mit Preisen bedachte. Oder wäre dieses Wissen schon anmaßend?

      Und noch was: Leerzeichen vor Fragezeichen? Im Ernst?

    • Wer selber nichts (darüber) weiss oder zwischen Wissen und Information nicht unterscheiden kann, findet den Vorsprung anderer (diesbezüglich) oft anmassend. Hayek beschäftigt sich eher mit der von Menschen gemachten Realität, andere Menschen beschäftigen sich mit der Realität, die sie gern hätten.

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