Hannes Stein über den Mohammed-Film

Hannes Stein schreibt über die Proteste zum Mohammed-Film.

Ein Satz als Beispiel:

Aus Indien, wo die zweitgrößte muslimische Gemeinde der Welt lebt (die arabischen Länder in ihrer Gesamtheit liegen nämlich erst an dritter Stelle) hören wir überhaupt nichts von Protesten.

An diesem Satz glaube ich nichts. Weder hat Indien die zweitgrößte muslimische Gemeinde der Welt, noch liegen die arabischen Länder an dritter Stelle, noch hören wir nichts aus Indien. Das muss man als professioneller Journalist erst einmal hinbekommen. So künstlich einen Dreiteiler konstruieren und dann alle drei Teile in den Sand setzen.


 
Indonesien ist auf Platz eins, wenn man nur einzelne Länder zählt. Dann kommt Pakistan. Indien kommt in einigen Statistiken sehr dicht an Pakistan heran, mehr aber auch nicht. Indien ist auf Rang drei. Und wenn man wie Stein „die Gesamtheit der arabischen Länder“ in dieser Statistik haben will, dann setzen sich diese einsam an der Spitze.

Hier die echten Zahlen im Überblick nach Land/Region und Zahl der Muslime in Millionen:

323 – 340     Arabische Welt
191 – 205     Indonesien
165 – 178     Pakistan
135 – 177     Indien

Oder alles in einem Satz:
„The largest Muslim country is Indonesia home to 12.7% of the world’s Muslims followed by Pakistan (11.0%), India (10.9%), and Bangladesh (9.2%). About 20% of Muslims live in Arab countries.“ (Quelle)

Und natürlich gab es auch Proteste in Indien. In diversen Städten und Regionen. Wie viele Demonstranten es genau waren, hat niemand wirklich gezählt. Aber es kam sogar auf CNN. In der südostindischen Stadt Chennai zum Beispiel gingen die Proteste drei Tage am Stück und im Verlauf wurde die amerikanische Botschaft zerlegt. Stein benutzt den Pluralis Majestatis und schreibt: „Aus Indien hören wir überhaupt nichts von Protesten.“
In Wirklichkeit sagt er damit: „Ich will nichts von Protesten hören.“

Die Hauptthese von Hannes Stein
Eine Hauptthese von Hannes Stein geht ziemlich genau so:

„Den Muslimen ist der Mohammed-Film völlig schnurzpiepegal.“

Dann kommen die bekannten Zahlen mit denen er seine These scheinbar belegt. Es seien ja nur relativ wenige Demonstranten, also stören sich die anderen Muslime auch nicht wirklich am Mohammed-Film. So die bestechende Logik des Hannes Stein.

Ist den Muslimen der Mohammed-Film wirklich völlig schnurzpiepegal? Können wir das daraus schließen, dass recht wenig Muslime auf die Straße gehen? Aus meiner Sicht ist das ein ideologisch motivierter Fehlschluss. Das macht Hannes Stein sehr oft in seinen Texten. Er beschreibt nicht das, was ist. Er schreibt das, was er gerne hätte.

Selbst angeblich moderate westliche Islam-Vertreter sind über den Film empört. Es gibt wohl kaum einen Muslim auf der Welt, der sagt: „Dieser Mohammed-Film?! Der ist mir total egal! Der berührt mich nicht!“

Den Muslimen ist der Film eben nicht egal.
Viele Muslime gehen nicht persönlich demonstrieren. Das ist das Einzige, das man vielleicht aus Steins Zahlen herauslesen kann. Aber das heißt noch lange nicht, dass der Mehrheit der Film egal ist.

Ich war noch nie in meinem Leben auf einer Demonstration. Ist mir deshalb Politik egal?
Ich engagiere mich nicht für den aktuellen Wahlkampf. Ist mir deshalb die Wahl im November egal? Das Gegenteil ist der Fall: Politik interessiert mich sehr.

Und so ähnlich ist es auch bei den Muslimen. Ihnen ist dieser Film eben nicht „völlig schnurzpiepegal“. Viel eher ist das glatte Gegenteil der Fall: Die Muslime fühlen sich in der ganz überwiegenden Mehrzahl durch diesen Film beleidigt, entwürdigt und persönlich angegriffen. Wer dies verneint, ignoriert die Fakten.

Nicht kennen vs. Egal sein
Diese Reaktion hängt auch nicht unbedingt vom Bildungsstand ab. Ein muslimischer Kollege von mir ist genauso getroffen wie der einfache Pakistani auf der Straße. Der einzige Unterschied ist nur, dass mein Kollege Manieren und Anstand hat, und deshalb keine Botschaften abfackelt. Aber daraus zu schließen, ihm wäre dieses Video egal, wäre falsch. Ihm ist das Video eben nicht egal.

Es gibt einen Typus von Muslimen, denen das Video „egal“ ist. Die Muslime nämlich, die das Video nicht kennen. Das sind in bestimmten Gegenden natürlich Millionen. Dort gibt es nur zensierte Medien oder gleich gar keine. Das Video kommt dort gar nicht an. Daraus zu schließen, Videos dieser Art wären den Leuten egal, ist nicht korrekt. Man muss etwas erst kennen, bevor es einem egal sein kann.

Hannes Stein kann sich ja freiwillig melden und das Video in diesen Gegenden einfach einmal vorführen. Dann sieht man schnell, ob seine Egal-Theorie den Praxis-Test übersteht.

Professionelle Journalisten produzieren fast nur Mediengeschöpfe.
In einem Punkt hat Hannes Stein allerdings Recht. Journalisten produzieren gerne Mediengeschöpfe. Sie blähen Tag für Tag harmlose Geschichten künstlich auf. Ich behaupte sogar 99,99% aller Medienstories sind künstlich aufgeblähte Scheinskandale.

Hannes Stein hat die Beschneidungsdebatte extrem aufgebläht.
Ein gutes Beispiel dafür ist die Beschneidungsdebatte in Deutschland, die gerade auch von Hannes Stein künstlich aufgebläht wurde. Ich glaube es gab keine Keule, die er bei dieser Debatte nicht geschwungen hat. Greencard nach Amerika wegen angeblicher religiöser Verfolgung war noch das harmloseste. Dann kamen diverse Antisemitismus- und Nazikeulen.

Völlig entfernt von den Fakten, denn weder haben sich hunderte Deutsche zu Anti-Beschneidungs-Demonstrationen versammelt, noch war die Beschneidung in Deutschland durch diese Kölner Gerichtsentscheidung je verboten.

Viele Journalisten haben das Thema nur maximal aufgebläht. Jüdisches Leben sei in Deutschland nicht mehr möglich. Es wird so getan, als wäre halb Deutschland auf den Beinen und würde gleich morgen jüdische Synagogen oder israelische Botschaften abfackeln und den Nazismus wieder einführen. Keine schrille Tonlage ist den Herrschaften zu hoch. Das ist wohl alles ein bisschen arg übertrieben.

Die gezielten Aktionen nach dem Mohammed-Film wurden nicht aufgebläht.
Amerikanische Botschaften wurden wirklich abgefackelt und zwar von Islamisten. Von daher ist es doppelt heuchlerisch, wenn professionelle Aufbläh-Spezialisten wie Hannes Stein sich jetzt über aufgeblähte Mediengeschöpfe echauffieren.

Die 9-11-Angriffe auf Botschaften wurden eben nicht besonders aufgebläht. Im Gegenteil.
Gewisse Medien sind bis heute damit beschäftigt, die Gefahren zu verharmlosen, das Verhalten diverser Muslime zu entschuldigen und die Schuld für die Gewalteskalation dem koptischen Christen Nakoula Basseley Nakoula in die Schuhe zu schieben.

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21 Gedanken zu „Hannes Stein über den Mohammed-Film

  1. Dieser Beitrag hat auch meine Sicht etwas korrigiert. Auch ich war der Meinung, dass die Proteste im asiatischen Raum weniger und wenn, dann gemäßigter, waren. Daraus habe ich den Schluss gezogen, dass die Muslime in dieser Region weniger aggressiv seien; beziehingsweise deren Führer, da die Massen von ihnen nicht so „aufgepeitscht“ wurden.
    Anscheinend, habe ich mich geirrt. Vielleicht wegen meiner zufälligen einseitigen Informiertheit, vielleich auch wegen der zurückhaltenderen Berichterastattung aus diesen Gebieten oder aus einer Mischung von beidem.
    Deshalb danke ich Dir für diese Information.

    Deine Einschätzung über die Art der Berichterstattung unserer Medien, entspricht auch meiner Wahrnehmung.
    Kann es sein, dass nur noch das veröffentlicht wird, was möglichst reisserisch daherkommt, weil man vermutet, dass nur dann das Interesse des Lesers, Sehers, erregt werden kann? Also eine Zielgruppenorientierte Selektion?
    Daraus hätte dann die Folge, dass die Journalisten, im Bestreben ihre Mitkonkurrenten zu überflügeln, alles immer aufbauschen, aufbauschen müssen, weil sonst ihre Beiträge nicht erscheinen würden?
    Oder ist es die Mischung von Beidem?

  2. Lieber Viewer,
    als Einsprachler bin ich ganz schlecht dran. Aus eigenem Wissen kann ich nich beurteilen, ob dieses Viedeo wirklich so verletztend ist, wie es teilweise auch von unseren Politikern vermittelt wird.
    Sicherlich kommt es immer auf den Maßstab an, der angesetzt wird. Auf die Muslims wird es, so sie das Video gesehen haben, eventuell kränkend wirken, so wie auf mich die Bilder des befleckten Papstes. Wegen meines kulturellen Hintergrunds würde ich mich aber deshalb nie zu Tätlichkeiten hinreißen, auch nicht verführen, lassen.
    Wenn, analog zur Mohammedkarrikatur, der Papst mit einer Bombe als Mitra auf dem Kopf dargestellt werden würde, dann würde es mich erheitern. Meine Interpretation wäre: Ja stimmt, das Gehirn von Benedetto kann man wirklich mit einer Bombe vergleichen.
    Die anderen unappetitlichen Karrikaturen (gekreuzigte Tiere, sexuelle Anspielungen u.a.m.) berühren mich in meiner Religiosität nicht. Meine Oma sagte „Schweinkram“ dazu. Ich ziehe nur Rückschlüsse auf die Karrikaturisten. Die sind aber für sie nicht schmeichelhaft. Trotzdem würde ich ihn nicht körperlich angreifen, sondern nur, im Gespräch verbal oder, so möglich, juristisch.
    Das zur Verdeutlichung meiner Haltung.

    Könntest Du für mich vor diesem Hintergrund das Video bewerten?
    Habe schon ein paar Meinungen gelesen. Ich glaube Buurmann wars, der den Film nicht so schlimm fand.
    Unabhängig davon liegt mir viel an Deiner Einschätzung.

    Wenn Du sie schon gegeben hast, dann verlinke sie mir bitte und entschuldige mich: Im Augenblick „ertrinke“ ich in meiner Nachrichtenflut.

  3. Pingback: Hannes Stein über den Mohammed-Film | Jihad Watch Deutschland

  4. Viele Muslime gehen nicht persönlich demonstrieren. Das ist das Einzige, das man vielleicht aus Steins Zahlen herauslesen kann. Aber das heißt noch lange nicht, dass der Mehrheit der Film egal ist. … Amerikanische Botschaften wurden wirklich abgefackelt und zwar von Islamisten. … Die 9-11-Angriffe auf Botschaften wurden eben nicht besonders aufgebläht.

    Genau das wollte wohl Stein mit diesen Zahlen ausdrücken. Er hat ja nicht geleugnet, dass die Demonstranten radikal und gewaltbereit sind. Es ging ihm nur um die Zahlen. Es ist Fakt, dass 100-mal mehr Ägypter gegen Mubarak auf die Straße gingen als gegen als gegen den Mohamed-Film. Außerdem fand ich den letzten Satz in Steins Artikel ziemlich passend.

    Ich glaube Hamed Abdel-Samad hat es gut ausgedrückt, in wenigen Sätzen:
    „Die Mehrheit der Ägypter sind gegen diese gewalttätigen Demonstrationen. Die Mehrheit der Ägypter fühlt sich beleidigt vom Film, das kann man nachvollziehen, aber die sind nicht zufrieden mit der Reaktion der Menschen. Und viele vernünftige Menschen sagen, dass wir Muslime eigentlich den Prophet beleidigen durch unsere Aktionen, mehr als so ein lächerlicher Film.

    91 Prozent der Ägypter haben in einer Umfrage neulich dafür gestimmt, dass Demonstranten auch mit Gewalt daran gehindert werden, auf die Straße zu gehen, um vor den Botschaften zu stehen. Das heißt, es ist nicht so, dass die Mehrheit der Bevölkerung jetzt dafür ist, dass man Gewalt anwendet und Botschaften anzündet. Aber es gibt diese Minderheit, die sehr aktiv ist, und das Wutpotenzial ist enorm und wurde natürlich auch gezüchtet über jahrzehntelange Diktatur.“

    • Genau das wollte wohl Stein mit diesen Zahlen ausdrücken.

      Das glaube ich nicht. Das ist deine Interpretation. Eine Interpretation, die ich für sehr eigenwillig halte.

      Hast du meinen Artikel überhaupt gelesen?

      „Dem Islam ist das Mohammed-Video egal“. Das ist doch die wesentliche These und Aussage von Stein. Das wiederholt er mehrfach und treibt es auf die Spitze („schnurzpiepegal“). Das steht sogar in der Überschrift.

      In der Realität ist aber viel eher das glatte Gegenteil der Fall: Den Muslimen ist der Film eben nicht egal. Es gibt nur sehr viele Muslime, die den Film gar nicht kennen. Die Muslime hingegen, die den Film kennen, fühlen sich in der ganz überwiegenden Mehrzahl durch diesen Film beleidigt, entwürdigt und persönlich angegriffen.

      91 Prozent der Ägypter haben in einer Umfrage neulich dafür gestimmt,

      Ich glaube Hamed Abdel-Samad diese Zahlen nicht. Solche Sätze haben in der Regel keinen Wert. Es ist viel eher so, dass ca. 80% ein Verbot des Mohammed-Filmes und eine harte Bestrafung des koptischen Christen befürworten.

      Ich kann auch solche Sätze aufschreiben: Wissenschaftler haben kürzlich in einer norwegischen Studie herausgefunden, dass Menschen Dinge gerne glauben, wenn man Sätze beginnt mit Aussagen wie „Umfragen haben neulich ergeben…“ oder auch: „Wissenschaftler haben kürzlich in einer norwegischen Studie herausgefunden,…“

      • Keine Sorge, ich lese jeden Artikel, bevor ich Kommentare abgebe.

        Die Muslime hingegen, die den Film kennen, fühlen sich in der ganz überwiegenden Mehrzahl durch diesen Film beleidigt, entwürdigt und persönlich angegriffen.

        Und? Wenn jemand religiös ist, ist das doch kein Wunder. Die Christen fühlten sich durch das Titanic-Cover, auf dem es so aussah, als hätte Jesus Oralsex, sicher auch beleidigt. Einige forderten ein Verbot. Aber kaum einer ging auf die Straßen. Das ist bei dem Mohamed-Schmähvideo auch so. Viele, wenn nicht alle gläubigen Muslime, fühlen sich beleidigt, aber mehr nicht.

        Die Angriffe auf die US-Botschaften waren ebenso wenig auf die „spontane Wut“ der „einfachen Bürger“ zurückzuführen wie die Novemberpogrome der Nazis. Es waren „künstliche Wutanfälle“, wie Eugen Sorg es treffend formulierte:
        http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/kuenstliche_wutanfaelle/

        Ich glaube Hamed Abdel-Samad diese Zahlen nicht. Solche Sätze haben in der Regel keinen Wert.

        Hamed Abdel-Samad ist kein Islam-Appeaser. Und ich finde es bemerkenswert, wie du einen Widerspruch in seiner Aussage und deiner siehst:

        Hamed: 91 Prozent der Ägypter haben in einer Umfrage neulich dafür gestimmt, dass Demonstranten auch mit Gewalt daran gehindert werden, auf die Straße zu gehen, um vor den Botschaften zu stehen.
        Du: Es ist viel eher so, dass ca. 80% ein Verbot des Mohammed-Filmes und eine harte Bestrafung des koptischen Christen befürworten.

        Wo ist da der Widerspruch? Man kann ein Verbot fordern, ohne deswegen öffentliche Randale zu machen. Glaubst du wirklich, dass diese randalierenden Banden repräsentativ für die Einwohner dieser Region sind? Dieses Foto zeigt Proteste in Ägypten:

        Damit könnte man sicher den Tahrir-Platz füllen- zumindest die Telefonzelle.

        Und über Libyen hatte ich ja schon gestern einen Kommentar abgegeben. Demonstranten haben Stützpunkte von islamistischen Milizen angegriffen und fordern ein Verbot dieser Milizen. Sie hielten dabei Plakate in Gedenken an Christopher Stevens hoch.

        Sicher sind die meisten Muslime noch sehr fundamentalistisch eingestellt, aber diese Proteste werden doch überwiegend abgelehnt. Das ist doch etwas erfreulich.

      • Glaubst du wirklich, dass diese randalierenden Banden repräsentativ für die Einwohner dieser Region sind?

        Nein, aber das war auch nicht das Thema.

        Das Thema meines Artikel war, welche Schlüsse man daraus zieht. Stein zieht daraus den Schluss: “Dem Islam ist das Mohammed-Video egal”. Das wiederholt er mehrfach und treibt es auf die Spitze (“schnurzpiepegal”).

        Diesem Schluss habe ich widersprochen.

        Du machst andere Baustellen auf, die mich nicht interessieren. Das geht am Thema meines Artikels vorbei. Im Prinzip schreibe ich jetzt zum dritten Mal die gleiche Antwort. Das war schon zwei Mal zuviel. Von meiner Seite aus war es das jetzt zu diesem Artikel.

  5. Stein: schade, er hat früher auch ganz gute Texte geschrieben.
    Abdel Samad ist befangen und zu optimistisch, fürchte ich. Extrem religiöse Einstellungen werden ständig heruntergespielt. In Ägypten z.b. befürworten laut pew 80% die Steinigung und Körperstrafen. In diesen Gesellschaften läuft fast alles falsch. Kritisches Denken Fehanzeige.
    Daniel Greenfield hat es auf den Punkt gebracht:
    http://sultanknish.blogspot.co.at/2011/02/what-if-problem-really-is-people.html

    Islam is not part of our civilization because its foundational principles are opposite to ours. Our civilization is built on the foundation of critical thought (how we think) and the Golden Rule (ethics). Islam is built on submission (authoritative thought) and ethical dualism.
    http://www.politicalislam.com/blog/islam-is-not-part-of-our-civilization/

    • Natürlich sind die Ägypter ein ziemlich fundamentalistisches Volk sind. Gallup-Umfragen haben immer wieder ergeben, dass mehr als die Hälfte der Ägypter Steinigung für Ehebrecher, Auspeitschen und Hand abhacken als Strafe für Diebstahl und die Todesstrafe für Apostaten fordern. Aber diese Proteste repräsentieren nun mal trotzdem nicht die Ägypter, da beißt die Maus kein Faden ab.

      Und der Link bei politcalislam ist ja mal oberpeinlich. So ein Unsinn findet man leider oft bei „Islamkritikern“. Das Niveau sank in den letzten Jahren erheblich. Früher hat man wirklich nur den politischen Islam kritisiert, heute wird dem Islam eine Unveränderlichkeit zugeschrieben, als hätten alle Muslime den Koran in den Genen, während der Westen nur als „jüdisch-christliche“ Zivilisation wahrgenommen wird, die angeblich nur aus Nächstenliebe und kritischem Denken bestehe. Wie schade.

      • „Unsinn“ ist leider kein Argument. Und es ist leider viel zu unerheblich, wieviele Gemäßigte und moderate Muslime exstieren, solange sich Reformer in Todesgefahr begeben. Dass der Westen „nur aus Nächstenliebe und kritischem Denken bestehe“, habe ich nirgends gelesen, wo steht das?
        Der Koran ist Gottes Wort und darf nicht verändert werden, schon mal gehört?
        Das meint ein dänischer Psychologe:
        http://europenews.dk/de/node/21875

  6. Den Muslimen ist der Film sehr wohl egal, die meisten haben ihn wahrscheinlich nicht mal gesehen, es ist für sie nur ein Alibi wieder ein paar Flaggen zu verbrennen und verhasste Ungläubige zu töten.

  7. Man sollte – der Logik des Herrn Stein folgend – vielleicht mal versuchen „wissenschaftlich“ zu beziffern, wieviele Deutsche denn an den Novemberpogromen 1938 („Reichskristallnacht“) aktiv beteiligt waren.
    Ich schätze mal, trotz staatlicher Hetzpropaganda und Mobilisierung der SA waren es nicht mehr als 800.000. Also etwa 1% der Bevölkerung. Eine winzige Minderheit. Die weit überwiegende Mehrheit stand dem Treiben wohl ablehnend (auch weil es den Ordungssinn störte) oder gleichgültig gegenüber. Man könnte auch sagen, dass es dieser großen Mehrheit „schnurzpiepegal“ war, dass zuvor Herschel Grynszpan in Paris einen schwulen deutschen Legationssekretär erschossen hatte.
    Also alles nicht so tragisch, oder?

    Mir ist natürlich schon klar, dass es damals ungleich mehr Opfer gab als bei den neuesten Ereignissen im Zusammenhang mit dem Mohammed-Filmchen. Nichtdestoweniger zeigt das Beispiel, dass die die Stein’sche Argumentation mit der prozentualen Beteiligung oder Nichtbeteiligung der Bevölkerung an solchen Aktionen schlicht erschreckend kurz greift oder einfach dumm ist.

    Oder mal was anderes: Was war denn mit der großartigen Beschneidungsdebatte? Da gab es ein Urteil eines einzigen deutschen Landgerichts. Andere Landgerichte können anders entscheiden, ganz zu schweigen von den Obergerichten. Dann haben ein paar Feuilltonisten ihren Senf dazu gegeben und die üblichen Leserbriefschreiber haben Leserbriefe geschrieben oder Internetdebatten geführt. Wieviel Leute waren denn an dem Ganzen letztlich beteiligt? 8000 vielleicht? Also ca. 0,01% der Bevölkerung? Der riesigen Mehrheit der Deutschen – mich eingeschlossen – war und ist es schnurzpiepegal was Juden mit der Vorhaut ihrer Jungs machen.

    Das hinderte Herrn Stein aber nicht daran, die Wiederkehr der Nürnberger Gesetzte an die Wand zu malen.

    • Danke für ihren netten Kommentar!

      Man sollte – der Logik des Herrn Stein folgend – vielleicht mal versuchen “wissenschaftlich” zu beziffern, wieviele Deutsche denn an den Novemberpogromen 1938 (“Reichskristallnacht”) aktiv beteiligt waren. Ich schätze mal, trotz staatlicher Hetzpropaganda und Mobilisierung der SA waren es nicht mehr als 800.000. Also etwa 1% der Bevölkerung. Eine winzige Minderheit.

      Das ist ein sehr guter Punkt. Das verarbeite ich vielleicht in einem Artikel, wenn ich darf.

      Oder mal was anderes: Was war denn mit der großartigen Beschneidungsdebatte? Da gab es ein Urteil eines einzigen deutschen Landgerichts. […] Das hinderte Herrn Stein aber nicht daran, die Wiederkehr der Nürnberger Gesetzte an die Wand zu malen.

      Auch das sehe ich genauso. Gegen Ende meines Artikels habe ich etwas ganz Ähnliches geschrieben:

      „Ein gutes Beispiel dafür ist die Beschneidungsdebatte in Deutschland, die gerade auch von Hannes Stein künstlich aufgebläht wurde. Ich glaube es gab keine Keule, die er bei dieser Debatte nicht geschwungen hat. Greencard nach Amerika wegen angeblicher religiöser Verfolgung war noch das harmloseste. Dann kamen diverse Antisemitismus- und Nazikeulen.

      Völlig entfernt von den Fakten, denn weder haben sich hunderte Deutsche zu Anti-Beschneidungs-Demonstrationen versammelt, noch war die Beschneidung in Deutschland durch diese Kölner Gerichtsentscheidung je verboten.“

      Ich habe diese Stelle jetzt mit noch einmal mit einer Zwischenüberschrift gekennzeichnet.

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