Romney-Girl und der arme Obama

Jetzt berichtet sogar schon der deutsche Tagesspiegel.

Die Steuerdaten von Romney bleiben weiter Thema.

Gawker versucht sich als Wikileaks. Die linken Gawker Medien beklagen sich theatralisch über Romneys Auslagerungsgeschäfte auf den Cayman-Inseln. Das besonders Heuchlerische dabei ist: Die Gawker Medien sind selbst ausgelagert. Jetzt raten Sie mal wo? Richtig. Auf den Cayman-Inseln!

Die linken Medien wissen also ganz genau, dass unser Steuersystem nicht gut ist und man sich besser auslagert, wenn man Kapital besitzt. Aber anstatt wie Romney ehrliche Reformen zu fordern, bewerfen sie Romney, den Überbringer der schlechten Nachricht, mit Schmutz. Nur um den Wählern ihre Illusionen zu geben. Linke Heuchelei pur.

NYT und ABC nehmen sich die Gawker-Dokumente vor und kommen zu relativ neutralen und nüchternen Ergebnissen. Ich hätte eigentlich erwartet sie machen Romney fertig. Sie kritisieren aber mehr das Steuersystem an sich und machen hier und da durchaus konstruktive Verbesserungsvorschläge. Vielleicht sitzen NYT und ABC auch auf den Cayman-Inseln? Dieses plötzliche Verständnis für Romney ist hochgradig verdächtig.

Super PAC ist nicht gleich Super PAC.
Das Video finde ich lustig. Je länger ich das Video schaue, desto mehr will ich Romney wählen. Die Musik ist ein echter Ohrwurm, Romney ist reich und schön, lebt luxuriös und ist umgeben von schönen Frauen. Was will man mehr? Ich sehe die Anti-Romney-Botschaft in diesem Video nicht.

Finanziert wurde das ganze von einem politischen Aktionskomitee (political action committee) namens „Agenda Project Action Fund“. ABC verkauft dieses Super PAC aber als „progressive activist group“. Man kann sich das ganze so merken: Romney’s Unterstützer sind miese kapitalistische Super PACs, Obamas Unterstützer dagegen sind kleine „progressive activist groups“, die sich ihr Geld mit fair gehandeltem Bio-Kaffee verdienen.

Ich sehe auch fast nur Werbefilmchen von Obamas Super PACs,
pardon Progressive Activist Groups, im Fernsehen.

Obama-Kampagne ist finanziell besser ausgerüstet.
Die Übermacht ist kein Wunder, denn Obama schlägt wie schon 2008 den GOP-Bewerber im Fundraising um Längen. Sah damals noch McCain alt gegen Obama aus, so ist dieses Mal Romney deutlich im Hintertreffen. Schauen Sie sich die Zahlen selbst an, es gibt keinen Monat und kein Quartal in dem Obama nicht vorne liegt.


 
Alleine im Juli 2012 gab Obama über 59 Millionen Dollar aus, Romney nur die Hälfte. Im ganzen zweiten Quartal verfeuerte Obama kurz einmal 110 Millionen Dollar, Romney musste sich mit 55 Millionen begnügen. So geht das seit dem allerersten Tag und so war es auch schon bei McCain.

Ich erinnere mich noch gut an die heuchlerischen Kampagnen der europäischen und linksorientierten amerikanischen Medienlandschaft, die zum Beispiel George W. Bush im Jahr 2004 ganz ernsthaft vorwarfen, er würde sich seinen Sieg gegen Kerry erkaufen.

Begründung: Bush hatte 367 Millionen Dollar zur Verfügung, Kerry aber „nur“ 326. Ganze 41 Millionen Dollar weniger! Ein klarer Fall: Bush hatte sich die Wahl gekauft.

Dann kam der heilige Obama, der für die 2008er-Wahl sage und schreibe 778 Millionen Dollar einsammelte, während McCain nicht einmal die Hälfte zur Verfügung hatte. Alles kein Problem für die Medien. Bushs 367 Millionen waren ein klares Zeichen für die Verdorbenheit des amerikanischen Wahlkampfes. Obamas 778 Millionen dagegen sind ein Zeichen für Fairness und Transparenz.

Das gleiche 1:2-Verhältnis sieht man nun wieder im Kampf Romney gegen Obama, aber die Medien schaffen es tatsächlich wieder Obama als den armen Underdog (!) zu verkaufen, der sich tapfer mit seinem letzten Hemd gegen die Abermillionen der Romney-Kampagne wehrt.

Reich ist nicht gleich reich.
War Kerrys großes Privatvermögen noch positiv, weil es ihn immuner gegenüber Korruption und „Freundschaftsdienste“ macht, so ist Romneys Privatvermögen selbstverständlich des Teufels.

Waren finanzkräftige „Unterstützer“ im Hintergrund in linken Medien generell dubios, so sind sie bei Obama selbstverständlich unwichtig. Obama wurde schon zu seinen Chicagoer Zeiten von Anfang an von einem Heer aus reichen Anwälten und Lobbyisten aufgebaut, aber selbstverständlich haben diese Leute das aus altruistischen Motiven getan. Obama war ihnen nie eine Gegenleistung schuldig.

The greatest trick ever pulled.
Das ist das Große an der Obama-Regierung und ihren Medien, dass sie es immer wieder schaffen Abermillionen Menschen so an der Nase herumzuführen.

Das ist das Große an linken Parteien und Medien überhaupt, dass sie es wie keine andere Bewegung auf dieser Welt schaffen, aus einem X ein U zu machen. Wahrheit und Anstand spielen überhaupt keine Rolle mehr.

Wie meinte mein deutscher Lieblings-Problembär Sigmar Gabriel in einer seiner argumentfreien Grundsatzreden einmal: „Wir müssen die Deutungshoheit wiedergewinnen!“ Das haben die Linken erfolgreich geschafft.

Es geht den Problembären dieser Welt schon lange nicht mehr um die Wahrheit, es geht nur noch um die Deutungshoheit. Und wenn sie dafür lügen müssen bis zum Erbechen.

Oder auf amerikanisch:
The greatest trick the Devil ever pulled was convincing the world he didn’t exist.

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17 Gedanken zu „Romney-Girl und der arme Obama

  1. Da die großen Fundraiser von Obama gerne mal mit lukrativen Posten belohnt werden(Botschafter in Luxemburg oder auf den Bahamas) ist es kein Wunder das Die Demokraten über so ein gigantisches Wahlkampfbudget verfügen.
    Ich wundere mich das dieses Thema im Wahlkampf nicht deutlich stärker von den Republikanern aufgegriffen wird, besonders da dies Obamas Scheinheiligkeit sehr deutlich aufzeigt!
    http://tpmmuckraker.talkingpointsmemo.com/2012/02/obama_fundraiser_turned_ambassador_was_largely_absent_from_bahamas_post.php

    • Ich weiß auch nicht, warum Romney und die GOP nicht wenigstens die Spendenflut und Obamas Gefälligkeiten stärker aufgreifen. Sie wollen vielleicht nicht als Whiner dastehen. Viele reiche Unterstützer und viel Geld zu haben ist für GOP-Wähler nicht unbedingt ein Thema. Das ist eher ein linkes Thema. Auch die Medien werden natürlich nicht gegen Obama senden und schreiben. Das machen wenn dann Fox und ein paar Talkradios. Von daher ist es schwierig gegen Obama im Kampf um Moderate einen Fuß auf den Boden zu bekommen.

      Im Grunde geht es nur über die Wirtschaftslage und die Arbeitslosigkeit. Die Zahlen müssen bis zur Wahl eher noch einmal schlechter werden, sonst hat Romney praktisch keine Chance.

      Ich sehe Romney auch mehr als Vorreiter. Das Team Romney/Ryan erinnert mich an die Goldwater-Kampagne. Auch Goldwater hatte in der Wahl selbst keine Chance, aber er hat die Fundamente für Reagan gelegt.

    • Außerdem: einer der größten Bundler Obamas ist John Corzine. Der hat gerade eben eine Investmentfirma mit irren Spekulationen in den Ruin getrieben. Der Verdacht krimineller Handlungen ist akut gegeben. Angeklagt wird er aber nicht. Das paßt aber zum Justizministerium unter Eric Holder…

  2. Was hat das mit „rechts“ oder „links“ zu tun? Die Wahrheit ist doch wohl eher, dass Romney ein Spieler, Absahner und Steuertrickser ist, der die Interessen der Reichen vertritt und dem Rest der Wähler vormacht, sie würden auch irgendwie davon profitieren.

    • Das Wort „das“ ist bei Ihnen nicht wirklich definiert. Ich weiß also nicht was Sie konkret meinen. Ich spreche ja mehrere Punkte an in meinem Text. Hellsehen kann ich noch nicht.

      Dass Sie Romney für einen Spieler, Absahner und Steuertrickser halten, der nur die Interessen der Reichen vertritt, dem Rest der Wähler aber keinen Nutzen bringt, bestätigt mir meine Thesen. So denken auch viele Amerikaner. Von daher ist Obamas Kampagne mal wieder ein großer success.

      • Wahrscheinlich deshalb, weil etwas Wahres dran ist.
        Mit „das“ meine ich die Tatsache, dass alle Kandidaten im Rennen um die Präsidentschaft finanzstarke Unterstützer haben. Das ist kein recht/links-Phänomen. Die Frage ist, welche Interessen dahinter stehen.

      • Mit “das” meine ich die Tatsache, dass alle Kandidaten im Rennen um die Präsidentschaft finanzstarke Unterstützer haben. Das ist kein recht/links-Phänomen.

        Stimmt. Das war aber auch nicht der Punkt meines Artikels.

  3. Wobei ich frage mich, ob es von Romneys politischer Haltung kommt, dass er kein „Romney-Girl“ besitzt?
    In Israel z. B. sind teilweise sogar gut ein Dutzend Komiker auf Seiten ihrer politischen Kandidaten und teilweise auch sehr unter der Gürtellinie.

    „Dass Sie Romney für einen Spieler, Absahner und Steuertrickser halten, der nur die Interessen der Reichen vertritt, dem Rest der Wähler aber keinen Nutzen bringt, bestätigt mir meine Thesen. So denken auch viele Amerikaner. Von daher ist Obamas Kampagne mal wieder ein großer success.“
    The greatest trick the Devil ever pulled was convincing the world he didn’t exist.

  4. So weit ich weiß bekommen doch die Demokraten traditionell ihre Industriespenden aus der Finanzindustrie und dem Silicon Valley, die Republikaner hingegen aus der Ölindustrie. Deshalb sind auch die Demokraten keinesfalls für eine Regulierung der Finanzindustrie.

    Da in Deutschland die Demokraten immer die Guten und die Republikaner immer die Bösen sind wird gern vergessen das beide von Industriespenden ihren Wahlkampf finanzieren.

    • Ich habe kein Problem mit Spenden. Im Gegenteil. Spenden sind nicht schlecht, dann werden immerhin noch die Interessen der Wirtschaft berücksichtigt. Fatal sind Ideologen wie in DL.

      Dazu kommt: Ideologen wie die Grünen sind unbestechlich. Das ist der Sargnagel. Bestechliche Ideologen kann man immerhin noch bestechen. Tiefgläubige Ideologen hingegen gegen ihren Weg, koste es was es wolle.

      Mich stört an Spenden und an der Geldfrage nur die Heuchelei, die ich im Artikel mehrmals klar benannt habe.

  5. ich glaube, was uns beide an dem Urteil stört, ist Folgendes:

    Breivik war wie Oswald oder Loughner ein psychisch gestörter Einzeltäter.

    Indem man ihn für zurechnungsfähig erklärt, stellt man ihn in eine Liga mit echten Terrororganisationen.

    Terrororganisationen verfügen zwar auch über irre Ideologien, die einzelnen Mitglieder müssen jedoch keinswegs irre sein.

    bei Einzeltätern steht hingegen immer der persönliche Irrsinn im Vordergrund:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2011/07/27/unterschiedliche-ideologie-gleiche-psyche/

    die Ideologie ist austauschbar und zweitrangig

  6. Bei Ihrer Analyse der Wahlkampfausgaben unterliegen Sie einem Fehler: es gibt auch was die Wahlkampfkosten angeht zwei Phasen – die Vorwahl (primary) und die Hauptwahl (general election). Einem Kandidaten darf man nur ein bestimmtes Maximum spenden, aber jeweils für jede der beiden Phasen.
    Momentan schlägt Romney Obama klar beim Spendensammeln – er darf das Geld großteils aber nicht ausgeben, weil es für die Hauptwahl gesammelt wurde. Das ist der Vorteil des Amtsinhabers: der hat praktisch nie einen Vorwahlkampf zu bestreiten aber kann das Geld dort sammeln und gegen einen Gegner verwenden. Oder wie im Fall Claire McClaskill mischt man mit Werbungen im Vorwahlkampf des Gegners mit – und sorgt dafür, daß Flaschen wie Akin gewählt werden.
    Sobald aber Romney am Parteitag offiziell zum Kandidaten ernannt wird, ist Schluß mit lustig. Dann darf der seinen „cash on hand“-Vorteil ausspielen. Teilweise denke ich sogar, daß Obama sein Geld sogar unnötig verblasen hat. Er wollte in den Battleground States einen K.O. Schlag setzen und ein gewisses negatives Bild von Romney verankern. Das ist mMn nicht gelungen, die Umfragen in diesen Staaten sind zumeist knapp. Trotzdem, daß Obama wesentlich mehr ausgegeben hat. Warum der geringe Erfolg? mMn waren die Spots teilweise nicht geglückt und v.a. auch gelogen und der Angriffmit Soptic ging komplett in die Hose und hat Obamas Kampagne lange in die Defensive getrieben. Außerdem verfolgen jene, die man noch am ehesten beeinflussen kann, den Wahlkampf nicht so stark.
    Und wie gesagt: schon bald hat Romney den Geldvorteil…

    • Bei Ihrer Analyse der Wahlkampfausgaben unterliegen Sie einem Fehler: es gibt auch was die Wahlkampfkosten angeht zwei Phasen – die Vorwahl (primary) und die Hauptwahl (general election). Einem Kandidaten darf man nur ein bestimmtes Maximum spenden, aber jeweils für jede der beiden Phasen.

      Was willst du damit sagen? Dass man Obama nur 1x das Maximum spenden darf, Romney aber 2x? Das glaube ich kaum. Die letzten Juli-Zahlen und alle Zahlen davor belegen aus meiner Sicht, dass Romney wie McCain zurückliegt. Was soll daran falsch sein und was soll sich im August geändert haben?!

      Momentan schlägt Romney Obama klar beim Spendensammeln. […] Dann darf der seinen “cash on hand”-Vorteil ausspielen.

      Ich habe lange nach neutralen, offiziellen Zahlen gesucht und letztendlich die Übersicht in wikipedia gefunden, die ich auch schon im Artikel verlinkt habe. Wenn du andere Zahlen hast, die seriös sind, dann nur her damit. Du drehst ja das Bild komplett um. Damit habe ich kein Problem, aber dann wären Belege nicht schlecht.

      • Der Punkt ist: viel von dem, was Romney gesammelt hat, ist für die Hauptwahl gespendet. Romney ist noch nicht offiziell Kandidat, also darf er das Geld auch nicht ausgeben. Deshalb kann Obama, der keine Millionen in der Vorwahl verbraten mußte, um parteiinterne Kandidaten zu besiegen, jetzt mehr Geld ausgeben.

        WashPo-Artikel zur Frage „cash on hand“

        http://www.washingtonpost.com/blogs/the-fix/wp/2012/08/20/romney-grows-cash-advantage-on-obama/

        Ist zwar etwas komplexer, weil Romney+RNC einen gemeinsamen Fonds betreiben, genauso wie Obama+DNC, aber prinzipiell schaut’s momentan so aus: Romney nimmt mehr ein als Obama, der schreibt obendrein rote Zahlen.

      • Das kann gut sein, dass Obama jetzt weniger Cash on Hand hat als Romney. Nach den Summen, die er schon verbraten hat. Wenn Romney und das RNC jetzt wieder an Obama und das DNC herankommen, ist das vielleicht ein gutes Zeichen. Obama hat so viel Geld ausgegeben im letzten Quartal, aber er konnte sich immer noch nicht klar absetzen. Vielleicht ist die Wahl doch noch nicht entschieden.

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