Erste Beobachtungen zur Olympiade 2012

Fußball vor der Eröffnung
Großbritannien startet bei Olympia mal wieder mit einer gemeinsamen Mannschaft. Interessant, dass die Briten zu Olympia eine gemeinsame Auswahl hinbekommen, zu wirklich wichtigen Turnieren aber nicht. Als England-Fan schmerzt mich das. Ich werde wohl nie verstehen, warum sich Großbritannien bei großen Turnieren immer selbst schwächt mit ihrer Vierteilung in Nordirland, Wales, England und Schottland. Man will offensichtlich die nächsten 50 Jahre ohne Titel bleiben. Die Briten erscheinen mir paradox. In der Einwanderungspolitik haben sie ihre Schleusen über Jahre waghalsig geöffnet, träumen den ganzen Tag von Multi-Kulti, aber in anderen Bereichen machen sie für jeden Furz ihre eigenen Teams auf und verkünden: „Ich bin Waliser, Engländer, Schotte, Nordire!“ Muss man das verstehen? Ja selbst die Stadt aus der man kommt, ist essentiell wichtig. Die Dialekte sind so krass verschieden, ich habe regelmäßig das Gefühl die Briten verstehen sich im wahrsten Sinne des Wortes selbst nicht.


 
Die Fußballmannschaften heißen U-23, dürfen aber drei Spieler mitnehmen, die älter sind. Welche Stars haben sich bei Großbritannien bereit erklärt? Nicht einmal drei, aber dafür zwei Walliser! Craig Bellamy (33) von Liverpool und mein Lieblingsspieler Ryan Giggs (37!) von Manchester United.

Uniformen bei der Eröffnung
Man findet die deutschen Uniformen kaum, denn selbst wenn man im deutschen Google Suchbegriffe wie „deutsche Olympia-Uniformen“ eingibt, werden nur Treffer angezeigt, die sich darum drehen wie sich Harry Reid darüber beklagt hat, dass unsere Uniformen in China genäht werden. Die Deutschen beschäftigen sich mal wieder lieber mit Amerika als mit sich selbst. Warum ist das so? Ich tippe mal wohlwollend: Aus Liebe zu Amerika?!

Die deutschen MSM sind also voller Berichte zum Thema US-Uniformen, aber praktisch nie kann man aus den Berichten einfach ersehen, dass es ein Demokrat war, der die Bombe letztendlich gezündet hat. Es ist immer nur „US-Politiker“ die Rede. Wäre es ein Republikaner gewesen, hätte man getitelt „ultra-rechter Republikaner“. So ist Harry Reid eben nur ein „US-Politiker“, der gesagt hat man solle die Uniformen alle auf einen Haufen werfen, anzünden und von vorne anfangen. Greg Mankiw schlägt zu Recht vor, dass Reid seine dummen Sprüche an seinem Kleiderschrank vollziehen sollte. Aber so sind Politiker eben: Sie wollen immer das Geld von anderen Leuten verbrennen, nie ihre eigenes.

Die patriotischsten Uniformen
Für den Spiegel haben wir sie. Untertitel: „Patriotischer als die USA kann’s wieder mal keiner.“ Danke für das Lob. Bedient werden allerdings mal wieder nur Klischees. Genauso gut hätte der Spiegel auch die Chinesen zeigen können.

Die hässlichsten Uniformen
Es muss ja auch eine Kategorie geben, in der die Deutschen gewinnen. Der Spiegel will auch noch die Russen mit auf den Thron heben und verlinkt dieses Foto. Dem könnte man zustimmen. Eine faire Platzteilung zwischen Russland und Deutschland also? Nicht wirklich. Das sind nämlich gar nicht die russischen Uniformen, sondern maximal die potthäßlichen Trainingsanzüge. Die korrekten Uniformen der großen Länder kann man sich kompakt ohne nerviges Geklicke auf Shrewed Tennis anschauen.

Der olympische Fackellauf
Jetzt raten Sie mal, wer diese Tradition erfunden hat.
Hier die Lösung.

Zimbabwe
Deren Olympisches Team besteht laut einigen Medienberichten ausschließlich aus Weißen. Eine Überraschung, wenn man bedenkt, dass Robert Mugabe, ein schwarzer Rassist ist. Was soll eigentlich sein Bart? Und achja: Die EU hebt einige Sanktionen gegen Mugabe wieder auf.

Im Dong-Hyun, der blinde Bogenschütze aus Südkorea
Im Dong-Hyun ist stark sehbehindert und trotzdem Favorit auf die Goldmedaille im Bogenschießen. Gerade hat er einen neuen Weltrekord aufgestellt. Wir reden hier nicht über die Paralympics wohlgemerkt. Im Dong-Hyun tritt seit jeher im normalen Wettbewerb an.

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21 Gedanken zu „Erste Beobachtungen zur Olympiade 2012

  1. Ich verstehe nicht wie eine 16jährige Chinesen schneller schwimmen kann als ein Michael Phelps oder ein Ryan Lochte. Ob das an der guten Ernährung mit Mu-Err Pilzen liegt? Höhö.

    Aber gewisse Sportarten wo ständig neue Weltrekorde aufgestellt werden sollte man sowieso nicht so Ernst nehmen.

      • Tja chinesischer Sport bei Olympia ist ebenso fast nur Fake wie Greg Mankiw´s Expertise in Volkswirtschaft und dessen VWL-Lehrbücher. Wenn ich sehe, wie die Chinesen auf einmal aus dem Nichts einen 110m Hürden-Olympiasieger hatten, bekomme ich fast das selbe Faustzucken wie bei der Wahrnehmung von Mankiw´s Namen im Zusammenhang mit Wissenschaft / Wissenschaftlichkeit.

    • Ich habe schon öfter in Kommentaren über Doping geschrieben. Das Ergebnis der Chinesin über 400m Lagen lässt sich in der Tat kaum anders erklären. Auch die Weltrekorde sind sehr erstaunlich. Ich bin selbst ein passionierter Schwimmer und verfolge die Szene recht genau. Die Weltrekorde wurden alle vor 2010 erschwommen, als noch bestimmte Schwimmanzüge mit Haifischhaut, extremem Auftrieb und so weiter erlaubt waren. Diese Anzüge wurden quasi verboten. Männer schwimmen nun endlich wieder mit freiem Oberkörper. Das könnte ein anderer Grund sein, warum die Chinesin an Lochte herankommt.

      • Ob das einen derartigen Unterschied erklärt … ich weiß ja nicht.

        Aber zu Mankiw … ja ich bin Philosoph und Volkswirtschaftler. Mankiw ist einer der schlimmsten Vertreter der VWL. Vor allem ist er aber ideologisch und unwissenschaftlich, wie nur wenige andere sind. Eine kleine Kostprobe? http://gregmankiw.blogspot.de/2006/10/how-to-write-well.html „When I was CEA chair, I sent the following guidelines to my staff as they started drafting the Economic Report of the President. […] [Vorschläge:] Put details and digressions in footnotes. Then delete the footnotes.“ UND DANACH DIE FUSSNOTEN LÖSCHEN??? BITTE WAS??? Wie so ein Schwachkopf … Gott mein Puls ist gerade wieder hoch geschnellt … eine Professur in Harvard bekommen kann ist mir absolut schleierhaft und lässt tief blicken in die Korrumpiertheit der VWL in den großen amerikanischen Universitäten. Man muss sich mal vorstellen, was der dort schreibt?!! In seinem „Lehrbuch“ (*hust hust*) habe ich Zitate von Keynes gefunden, die ich bis heute nicht zuordnen konnte. Und ich kenne Keynes durchaus. Die einzigen Google-Treffer, die ich gefunden habe sind andere (gänzlich typisch für ihr Fach) VWL-Profs, die Mankiw im Wortlaut des Zitats zitieren und dann dahinter wieder nur Keynes schreiben bzw. sogar direkt auf Mankiw verweisen. Ich muss mich echt zusammenreißen nicht sofort wieder eine Hasstriade los zu lassen.

      • Mankiw ist ziemlich gut, aus meiner Sicht. So wie ich das sehe, verstehen Sie den Artikel falsch. Er beschreibt darin wie man für ein breites, nicht-wissenschaftliches Publikum schreibt. Alle Details und Ausschweifungen soll man in Fußnoten schreiben, wenn man unbedingt will. Diese Fußnoten soll man dann löschen! Er hätte auch schreiben können: „Kommen Sie auf den Punkt, lassen Sie Ausschweifungen weg!“ Aber dann wäre es nicht mehr lustig.

        Der Mann ist nicht nur gut, er hat auch einen ziemlich coolen Humor, wie ich finde.

        Bonuspunkt 1: Er pisst immer wieder Krugman ans Bein.
        Bonuspunkt 2: Er berät Romney.
        Bonuspunkt 3: Er ist kein Ideologe, er versucht alles mit Fakten zu lösen.

        Minuspunkt 1: Er glaubt an den Klimawandel und daran, dass man ihn mit Pigou-Steuern verhindern kann.

        So hat halt jeder seine Flaws. 3:1 ist für mich immer noch ein Win.

  2. Nein sie kennen nun Mankiw nicht. Er verfälscht am laufenden Band Zitate und macht das nicht kenntlich. Und wie ich schon gesagt habe, in seinen Lehrbüchern unterscheidet sich das auch nicht. Wo ist das Problem zu nem Zitat noch zu schreiben (Keynes, 1936: S. XYZ)??? Das Problem ist, dass er nicht wissenschaftlich arbeitet und auf Fakten basierend argumentiert. Zu den Punkteaufzählungen sage ich jetzt mal nix. : ) Darüber hinaus sind seine Lehrbücher nur ein billiger Abklatsch von Samuelsons Lehrbuch zur Volkswirtschaft, was durch seine Unwissenschaftlichkeit und Dogmatik besticht. Im Gegensatz zu Mankiw wusste aber Samuelson jedoch wovon er redet, war sich allerdings zu fein, ideologisch verbohrt und arrogant, um sich einer wirklichen Diskussion der Schwachstellen der VWL zu widmen. Aber um noch einmal darauf zurück zu kommen: welchen Sinn hat es in einem LEHRBUCH für VOLKSWIRTE bzw. zumindest Wirtschaftswissenschaftler all seine Quellen zu verheimlichen? Das ist leider Gang und Gäbe, was einfach daran liegt, dass die Professoren die Orginale selbst nicht kennen und nur voneinander abschreiben. Das habe ich in meiner Abschlussarbeit u.a. bei Mankiw und einigen anderen (u.a. „Nobelpreisträger“) nachgewiesen. Und dann haben eben 15 Professoren den selben Schwachsinn geschrieben und die denken sich dann … naja einer wird es schon kontrolliert haben. Bullshit. Die Volkswirtschaft hat derart unterirdische wissenschaftliche Standart … das ist unglaublich. Das Sie als Mediziner jedoch darauf nicht hinreichend sensibilisiert sind liegt wohl auch am Studiengang / Studienrichtung. Da ist eben Anatomie-Pauken, Klausurenlernen etc. angesagt und nicht das wissenschaftliche Arbeiten und selbstständige Forschen. Das zeigen ja auch schon die Promotionsumfänge und -zeiten. An vielen Stellen gleicht die Medizin eher einer intellektuell anspruchsvollen Handwerk, eben weil sie in erster Linie eine angewandte Disziplin ist. Man rennt dann auf eine Weiterbildung und erfährt relativ objektivierbare Zusammenhänge. Die VWL ist allerdings eine sozialwissenschaftliche Disziplin muss hier ganz anderen Maßstäben genügen.

    • Wenn Sie VWLer sind und das sogar in ihrer Doktorarbeit nachgewiesen haben, dann will ich Ihnen das gerne glauben. Allerdings haben Sie richtigerweise bedacht, dass ich Mediziner bin. Mich interessiert also das Praktische. Was macht ein Mensch, was sagt und tut er. Und da gefällt mir Mankiw sehr gut. Mir gefiel im Übrigen auch der Ex-Doktor Guttenberg ganz gut. Ein Scharlatan, ein Schwätzer und ein Blender, aber hey, immer noch besser als Merkel und der Rest ihrer kümmerlichen Partei. Man muss sich da langsam schon fragen: Wer wäre eigentlich schlimmer als Merkel?!

      • Gabriel und Konsorten. Mit denen hätten wir Euro-Bonds schon lange und wären schon lange komplett ausgeplündert. : ) Guttenberg finde ich auch in Ordnung und halte auch die Äußerungen von ihm als glaubhaft, dass er nicht bewusst getäuscht hat. Das Buch-Interview mit dem Zeit Chefredakteur war sehr interessant und einleuchtend. Ich würde es gut finden, wenn er es noch einmal versucht in der Politik. Er hat das Talent gehabt unliebsame Themen so anzusprechen, dass sie ins öffentliche Bewusstsein traten und diskutiert wurden. Das Problem liegt eher in seinem personellem Aktionismus, um von seinem eigenen Fehlern abzulenken. Das empfand ich als sehr niederträchtig. Deshalb sehe ich in dem tiefen Fall von Guttenberg auch etwas sehr positives. Wenn das einen nicht charakterlich neu formt und dazu führt sich selbst kritisch zu hinterfragen, dann weiß ich auch nicht. Vielleicht ist er aber wirklich so ein Gockel, dass er diese große Chance für sich verstreichen lässt und so nichts hieraus lernt.

  3. Zum Thema deutsche Uniform, wenn auch etwas spät: auch ich hatte mich gefragt, warum die deutschen Babyfarben gewählt hatten. Mir kam es so vor, als sei der Verband bemüht gewesen,
    die Mannschaft so knuffig und süß wie möglich aussehen zu lassen (unthreatening). Nein, wirklich, wir wollen diesmal keine Weltdominanz. Es fehlten nur die Plüschohren. Auch wenn es nicht mein Geschmack war, auch wenn es ungewollt war,finde ich die Wahl klug.

    • Wenn du damit sagen willst, dass sich die Deutschen innen- und außenpolitisch wie Babies verhalten, dann stimme ich zu.

      However, since 2011 we have seen a country almost vanish (Japan)

      Das glaubst du im Ernst?

      Sind Kapitalismuskritik und Antisemitismus korreliert?

      Ich schätze Einsicht und Selbstkritik. Auch wenn du es nur als Frage formulierst. Komm hier noch eine Frage.

      Wenn du wirklich glaubst, dass Japan fast verschwunden wäre, dann bist du ein Sklave deiner Angst, Don Furioso. Es gibt genug rechte politische Ansichten, die Angst ausschlachten, das muss ich dir nicht sagen. Aber vielleicht muss ich dir sagen, dass es im linken Lager genauso zugeht. Gegen rechte Angstmache bist du immun, aber gewissen Strömungen der linken Angstmache scheinst du verfallen. Schade.

      • Wenn Du mich in die linke Ecke stopfst, weil ich den Ausdruck Kapitalismuskritik nicht mit Verachtung strafe, ohne mich zu fragen, was ich damit meine, dann bist auch Du von Angst geschüttelt. Vielleicht Angst vor Kommis. Zum Thema Japan und Fukushima ist viel zu sagen, und ich war bis zu dem Zeitpunkt für Atom, ganz einfach weil ich nicht gerne mit kaltem Hintern sitze. Ich will hier nicht den Rahmen sprengen, aber ich glaube dass hier Chance, Verantwortung und Risiko nicht im Gleichgewicht sind, daran sollte man arbeiten. Zum Kapitalismus und den Finanzmärkten:
        Wenn Kundengelder veruntreut werden, und der Verantwortliche einen neuen Hedgefund eröffnet, statt mit schwedischen Gardinen zu dekorieren, wenn Versicherungen auf Finanzprodukte (und ich fand die Portabilität von Riskio spannend, bis 2008) nicht den gleichen Verordnungen unterworfen sind wie gemeine Versicherungsprodukte, dann zweifle ich daran, dass wir über eine funktionierende Marktwirtschaft verfügen. Wer wirklich daran glaubt, dass der Markt das einzige Instrument zur effizienten Preisfindung ist, der muss Kritik zulassen, Kritik an dem Scheinkapitalismus heute.

      • (2) Unregulierter Kapitalismus ist gut und läuft fehlerfrei. Diejenigen, die ihn kritisieren, sind frustrierte, nicht zu Potte gekommene Verlierer und Antisemiten, die an eine Verschwörung glauben.

        Ich kann Dir nicht genau sagen, ob ich dieser Gruppe angehöre, denn dazu müsste man erst einmal Begriffe wie „Kapitalismus“ und „Regulation“ einvernehmlich definieren. Du stellst ja schon die richtigen Fragen: „Haben wir zurzeit überhaupt ein kapitalistisches System? Wie frei sind die Märkte wirklich?“ In diesem Punkt hast du mich. Ich glaube an freie Märkte. Ich glaube nicht, dass ein echter, unregulierter „Kapitalismus“ moralisch absolut fehlerfrei ist, aber ich glaube es ist das beste System, das es gibt. Ein System, das hier und da Ausgleichszahlungen und weise Regeln braucht, die aber beide nicht übertrieben werden dürfen und die in die richtige Richtung gehen müssen.

        Es ist besser man macht diese abstrakten Gedanken an konkreten Beispielen deutlich. Echter Kapitalismus dient zuerst immer den Konsumenten, nicht den Produzenten. Die Produzenten müssen sich im Kapitalismus immer einem scharfen Wettbewerb stellen. Hayek hat einmal richtigerweise gesagt, Kapitalisten mögen keinen Kapitalismus. Sie mögen ihn am Anfang, wenn sie ihr Kapital einsammeln, aber wenn sie groß und stark sind, dann mögen sie Kartelle, Sozialismus, Subventionen und andere „Regulationen“, die sie vor Wettbewerbern schützen.

        Jetzt die konkreten Beispiele: Too big to fail. Das kennt mittlerweile jeder. Too big to fail lieben betroffene Unternehmer, Banker, Politiker und Gewerkschafter. In einem echten Kapitalismus wären fast alle Banken dieser Welt im Zuge der Finanzkrise pleite gegangen oder zumindest verstaatlicht worden. Das ist nicht passiert.

        Anderes Beispiel: Drogen. Diese Thema mag interessanterweise auch das linke Lager. Kapitalismus bedeutet, dass man den Drogenhandel so gut es geht liberalisiert. Das gleiche gilt für dutzende andere Bereiche. Beispiel Organe. Da sind die meisten Politiker empört, wenn man den Organhandel freier gestalten will. Wir leben aktuell in der kranken Welt, in der ganz im Ernst verlangt wird, dass man seine Organe, das wertvollste das man überhaupt besitzt, umsonst (!) an einen anderen Menschen spenden soll. So toll sich Altruismus und Kommunismus für manche Leute auch anhören mögen – in der Praxis werden so massenweise Menschen umgebracht. Diese Anti-Moral, die so tut als sei sie moralisch, ist ein Übel unserer Zeit.

        Ähnlich Anti-Moralisches passierte auch nach Fukushima. Wer wie deutsche Politiker noch lauffähige Atomkraftwerke abwrackt und damit automatisch Kohle und Gas nach oben fährt, hat massenhaft Blut an seinen Händen.

        Anderes Beispiel: Politiker. Die moderne Demokratie ist leider extrem unkapitalistisch. Ein Politiker wird für seine Fehler nicht haftbar gemacht. Kapitalismus bedeutet aber, dass Chance und Risiko, Gewinn und Verlust nicht getrennt werden dürfen. Genau das ist aber in der modernen Politik der Fall. Frau Merkel kann es herzlich egal sein, wenn sie DL, Europa, ja die ganze Welt mit ihrer Politik ärmer macht. Sie selbst bekommt nämlich immer das gleiche Gehalt und die gleiche üppige Pension. Das läuft im Westen sehr falsch. Der wichtige „Entscheider“ eines Landes wie Merkel oder Obama muss viel mehr verdienen, aber eben zum größten Teil leistungsabhängig und eventuell langfristig orientiert. Die klügsten Köpfe des Westens gehen schon lange nicht mehr in die Politik. Diese Entwicklung ist fatal.

  4. Kapitalisten mögen keinen Kapitalismus. Sie mögen ihn am Anfang, wenn sie ihr Kapital einsammeln, aber wenn sie groß und stark sind, dann mögen sie Kartelle, Sozialismus, Subventionen und andere „Regulationen“; die sie vor Wettbewerbern schützt.

    Das ist ein gutes Zitat! Nur, welche Schlüsse ziehen wir daraus? Ich habe keine erschöpfende Antwort, die muss meiner Meinung nach erstritten werden, von allen, und da will niemanden auschließen. Was Demokratie und echte Marktwirtschaft so erfolglreich macht, wenn sie denn vorhanden ist, ist das Phänomen der Schwarmintelligenz (im Gegensatz der Schwarmidiotie, wo viele wie Lemminge einer Idee nachrennen und nur noch eine Zeitung lesen), bei der viele unabhängige Geister jeweils ihre Ideen und Entscheidungen einbringen. Und ja, das ist sehr theoretisch, typisch europäisch. Ich stehe dazu.

    Also: Um Lösungen zu finden, sollte man niemanden mundtot machen oder ausgrenzen oder herabsetzen, selbst wenn man ihn für den größtmöglichen Spinner hält. Einzige Ausnahme: Aufruf zu Pogromen.

    Deine Beispiele sind gut. Drogen: Würde ich liberalisieren und Steuern darauf erheben.

    Organhandel: Hm, schwierig. Fürchte mich vor der Perspektive, dass jemand aus Armut heraus eine Niere verkauft. Gleiches gilt für Prostitution. Was sagt der Arzt dazu?

    Too Big To Fail: Ich glaube, genau das hat sowohl die Tea Party als auch Occupy erstehen lassen. Genau das ist mein Punkt: Wenn man alle dazu bringen könnte, miteinander zu reden, kämen wir einer Lösung näher.

    Echter Kapitalismus dient zuerst immer den Konsumenten, nicht den Produzenten.

    Deswegen sagen die Muppets, dass wir hier keinen Kapitalsmus haben, weil sie sich über den Tisch gezogen fühlen.

    Wie mächtig muss eine Consumer Protection Agency sein? Wieweit sollte man den Konsumenten vor seiner eigenen Naivität schützen? Bei „Zertifikaten“, also retail Derivaten, bin ich mir uneins. Einerseits ärgere ich mich über sie Dummheit und Gier von klein Otto, der sich „Garantiezertifikate“ hat aufschwatzen lassen, um dann vor Gericht zu ziehen, wenn es schief gegangen ist. Wenn aber zuviele Kunden beispielsweise Bankrott sind, weil sie das Kleingedruckte ihrer Kreditkartenverträge nicht gelesen haben, dann leidet letztendlich doch die Allgemeinheit darunter.

    Sie [Merkel] selbst bekommt nämlich immer das gleiche Gehalt und die gleiche üppige Pension.

    Ja, und das gilt nicht nur in der Politik, sondern auch in der Wirtschaft. Und wenn Physiker, Mathematiker und Ingenieure im Investmentbanking mehr verdienen als woanders, dann könnte ich an den „Incentives“ verzweifeln. (Kleiner Seitenhieb an The Economist, der immerwieder darüber schwafelt,die Gehälter im Banking müssen so hoch sein, damit Talente angezogen werden, weil sie ja ihren Job, Kapital effizient zo alloziieren, so wunderbar ausgeführt haben, aber ich schweife ab, sorry!) Diese Teilung in Denklager finde ich schade.

    • Also: Um Lösungen zu finden, sollte man niemanden mundtot machen oder ausgrenzen oder herabsetzen, selbst wenn man ihn für den größtmöglichen Spinner hält. Einzige Ausnahme: Aufruf zu Pogromen.

      Meinungsfreiheit beinhaltet auch, dass man andere hart angreift. Aber du hast Recht, was nicht erlaubt sein sollte, sind Beleidigungen und Gewaltaufrufe. In Amerika ist dieser Idealzustand durch das First Amendment praktisch gegeben. Es ist praktisch alles erlaubt, außer Beleidigungen und direkte Aufrufe zur Gewalt.

      Fürchte mich vor der Perspektive, dass jemand aus Armut heraus eine Niere verkauft. Gleiches gilt für Prostitution. Was sagt der Arzt dazu?

      Das sind wir wieder beim Thema Angst. Lass Angst kein dominanter Faktor werden. Warum kapieren es die Linken bei den Drogen nicht aber bei den Organen? Beide Fälle sind fast identisch.

      dass jemand aus Armut heraus eine Niere verkauft.

      Das ist die falsche Perspektive. Es geht nicht darum, dass arme Leute ihre Niere verkaufen, es geht darum wie sie sie verkaufen! Menschen verkaufen immer Organe, es geht immer darum die Umstände zu verbessern!

      Es gibt in der Regel nur zwei Situationen (wie bei den Drogen und bei Alkohol auch).

      Situation 1: Ein Schwarzmarkt auf dem der Verkäufer völlig ungeschützt ist. Diese Situation haben wir aktuell bei den Drogen und den Organen. Die armen Organspender werden ausgebeutet, haben keine Krankenversicherung, keine Nachsorge, bekommen selbst keine Niere mehr, wenn ihre zweite Niere versagt und so weiter. Dies ist Folge der Illegalisierung von Scheinmoralisten. Wie gesagt die Scheinmoral der Marktgegner ist in Wirklichkeit eine Amoral, die massenhaft Menschen tötet.

      Situation 2: Ein legaler Organmarkt, in welchem der Staat darüber wacht, dass bestimmte Regeln eingehalten werden: Versicherungen, lebenslange Nachsorge für den Spender, eine Berufsausbildung für den Spender, ein fairer Preis und so weiter. Darum muss es doch gehen. Es geht bei Organen und Drogen nie darum, ob sie verkauft werden, sondern wie sie verkauft werden.

      Und wenn Physiker, Mathematiker und Ingenieure im Investmentbanking mehr verdienen als woanders, dann könnte ich an den “Incentives” verzweifeln. (Kleiner Seitenhieb an The Economist, der immerwieder darüber schwafelt,die Gehälter im Banking müssen so hoch sein, damit Talente angezogen werden, weil sie ja ihren Job, Kapital effizient zo alloziieren, so wunderbar ausgeführt haben,aber ich schweife ab, sorry!)

      Aber was ist die Erklärung für diese ungleich verteilten Anreize? Kennst du Peter Thiel? Ich mag diesen Mann, er ist ein Querdenker. Vor kurzem hatte er ein sehr gutes Streitgespräch auf CNN mit einem Google-Vertreter, wo es genau um diese Frage geht. Seine Erklärung ist ziemlich interessant wie ich finde. Siehe neuer Artikel.

      • Ich kenne Peter Thiel, und and seiner Argumentation ist was dran. Gedankenspiel: Wie wäre es, wenn Innovatoren sowohl an der „Upside“ als auch an der „Downside“ beteiligt wären?
        Ich denke, wenn die Herren und Damen von GE mit ihre Familien neben einem ihrer Kernreaktoren leben müssten, hätten sie bessere gebaut. Daher ist Areva besser – Frankreich ist nunmal kleiner.
        Wenn der Vorstand von Kraft oder Nestle ihr Zeug erst mal ein Jahr lang selbst essen würden, bevor sie es Dir und mir vorlegen, dann würde sich vielleicht die FDA erübrigen.
        Der Gedanke bereitet mir jedenfalls großes Vergnügen. 😉
        Ich akzeptiere den Einwand, dass Angst ein schlechter Berater ist, nur betrifft das nicht aussschließlich die „Linken“ – wer auch immer gemeint ist.
        Die „Rechten“ haben auch so ihre Phobien und Tabus. Ich weiß nicht, wer sie mehr erschreckt – Ron Paul oder Francois Hollande. Hm, habe da so meine Ideen
        für die nächste Halloween..

      • Ich denke, wenn die Herren und Damen von GE mit ihre Familien neben einem ihrer Kernreaktoren leben müssten, hätten sie bessere gebaut.

        Dazu gibt es ja Studien. Es gibt zum Beispiel in Amerika und DL kleine Ortschaften und direkt daneben das AKW. Atomkraft hat in diesen Orten einmalige Zustimmungswerte von 80%, 90% und mehr. Warum? Weil viele Atomphysiker und sonstige AKW-Arbeiter in diesen Orten wohnen, weil sie genau wissen wie sicher bzw. unsicher ihr AKW ist, weil das AKW viel Steuergeld bringt, weil das AKW ihr Arbeitsplatz ist, ihr Leben. Und Merkel hat Ihnen das aus dem fernen Berlin einfach weggenommen. Steht in Berlin ein AKW? Ich glaube nicht.

        Das ist ein Phänomen, das man oft sieht. Je weiter die Leute von etwas weg sind, desto weniger Ahnung haben sie, aber gleichzeitig meinen sie es am besten zu wissen. In Großstädten zum Beispiel gibt es die meisten Ökos und Grünen, weil sie so weit weg sind von der Natur und gar nicht mehr wissen was Natur eigentlich wirklich bedeutet. Ich will mal Claudia Roth oder Renate Künast auf einer Farm sehen. Oder Nachts bei Unwetter in Wald und Gebirge. Die haben doch alle von Natur keine Ahnung, wissen aber alles besser.

        Auf dem Land gibt es die meisten Ausländerhasser, nicht obwohl, sondern weil es dort kaum Ausländer gibt. So bleiben Vorurteile am Leben, so werden Ängste leicht geschürrt. Die Beispielliste lässt sich beliebig fortsetzen. Denk mal drüber nach.

  5. Ich will mal Claudia Roth oder Renate Künast auf einer Farm sehen. 😀 Die Beispielliste lässt sich beliebig fortsetzen. Denk mal drüber nach.

    Darüber denke ich oft nach, und ich stimme Dir zu. Mein Argument mit Nestle oder GE zielt auf etwas anderes hin: Entscheidungen (besonders Investitionsentscheidungen) werden getroffen, indem Risiko und Chance gegeneinander abgewogen werden. Wenn Entscheidungsträger, ob in Kanzleramt oder im Vorstand, nicht hinreichend für ihre Fehler büßen müssen, und sei es nur durch Ruin, da kommt mein katholisches Umfeld zutage, wenn andere wegräumen müssen, dann ist es nur rational, hin und wieder zu schlampen („to cut corners „gefällt mir besser) um Erträge zu maximieren. Da muss man schon Mutter Theresa sein, um anders zu denken und entscheiden. Sieh Dir mal Arnie Gundersens Webseite an! Diese Straffreiheit hat die Subprimekrise entstehen lassen. Übrigens mit der Organspende stimme ich Dir vorerst zu, ich habe jedoch noch nicht genügend darüber nachgedacht, ich weiß einfach nicht genug darüber.

    • Wenn Entscheidungsträger, ob in Kanzleramt oder im Vorstand, nicht hinreichend für ihre Fehler büßen müssen, und sei es nur durch Ruin, da kommt mein katholisches Umfeld zutage

      Ja da stimme ich dir zu. Aber der CEO von Nestle büßt durchaus ein bisschen, sein Gehalt geht schon nach Leistung. Sein Ziel ist der Profit. Man sollte von Unternehmern und Managern nicht arg viel mehr verlangen. Das ist ihr Job. Die Spielregeln muss schon die Regierung machen.

      Übrigens mit der Organspende stimme ich Dir vorerst zu, ich habe jedoch noch nicht genügend darüber nachgedacht, ich weiß einfach nicht genug darüber.

      Das ist eben ein Grundproblem in der Demokratie und in der Politik. Im Grunde wissen die meisten über die meisten Themen nicht viel, entscheiden aber am Ende dann doch darüber. Ich denke wie gesagt, dass könnte man mit Gehaltserhöhungen für Politiker eventuell verbessern. Es müssen wieder die besten Köpfe in die Politik. Dazu muss man die Anreize erhöhen. Mehr Geld. Mehr Macht für die Exekutive. Dafür vielleicht eine direktere Wahl durch die Bürger. Warum kein Mehrheitswahlrecht? Warum wird in DL der örtliche Polizeichef nicht direkt gewählt? Warum wählt man in DL den Kanzler nicht direkt? Warum ist der Kanzler nicht gleichzeitig Präsident? So geht Kontrolle verloren, weil der Wähler gar nicht direkt sagen kann, wer eigentlich verantwortlich ist. Das geht nicht.

      Ähnliches gilt auch für Amerika. Richter direkt wählen, nicht nur Sheriffs. Ich will kontrollieren, was der örtliche Richter für ein Typ ist. Oder die Kongresswahlen. Kaum wählt man einen neuen Präsidenten, verliert er die Macht oft schon wieder bei den nächsten Kongresswahlen. Das ist Bullshit. Kongress und Präsident nur noch zusammenwählen und dazwischen nicht mehr. Dann sind die westlichen Länder auch wieder regierbar. So hangeln sich die Politiker nur von Wahl zu Wahl und schielen auf flüchtige Stimmungen und Scheinstimmungen. In DL ist alle paar Monate ein Landtagswahl, das ist doch lächerlich.

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