Es hat sich ausgemerkelt.                     Mehr Geld oder es knallt.

Seit spätestens 2010 haben die letzten vernünftigen Ökonomen Merkel immer wieder gewarnt. Schließen Sie Griechenland aus der Eurozone aus und stoppen Sie sofort alle weiteren Zahlungen. Das schon in Griechenland versenkte Geld ist unwiederbringlich verloren. Machen Sie sofort einen Cut. Eine sofortige Amputation ist nicht schön, aber die einzig rationale Lösung.

Merkel hat diese Ratschläge alle in den Wind geschlagen. Vielleicht kamen Sie in ihrem Elfenbeinturm auch nie an, wer weiß das schon. Merkel hat wie immer versucht die Sache auszusitzen. Nach monatelangem Zaudern entschloss Sie sich ab und an für eine Mikro-Operation. Obwohl der Patient schon längst tot war. Sie packte den Patienten dann an beiden Ohren, wackelte ein bisschen mit dem Kopf und grunzte vergnügt:
„Seht her, er lebt noch! Alles halb so schlimm!“


 
Grüße aus dem Reich der Toten
Zwei Jahre und etliche Milliarden an „Rettungspaketen“ später ist der Patient tatsächlich aus dem Reich der Toten zurückgekehrt. Allerdings nicht als Lebender, sondern als Zombie, der nicht sterben durfte. Dieser Zombie wird nun von Alexis Tsipras gesteuert, dem Chef der radikalen Linken in Griechenland. Alexis Tsipras lässt den Zombie Sätze sagen wie: „Ich glaube nicht, dass die EU aufhört uns zu finanzieren, aber wenn sie es machen, werden wir unsere Schulden nicht mehr bedienen. Ein finanzieller Kollaps Griechenlands würde dann die gesamte Euro-Zone mit nach unten ziehen.“
In anderen Worten: „Gebt uns noch mehr Geld oder es knallt.“

Hier beschreibt das WSJ wie Tsipras
undiplomatisch seinen Fehde-Handschuh in den Ring wirft:

The head of Greece’s radical left party—throwing down a gauntlet that could increase tensions between Greece and its frustrated European creditors—said he sees little chance Europe will cut off funding to the country but that if it does, Athens will stop paying its debts.

Chronischer Bank Run
Die Griechen hatten nun zwei Jahre Zeit ihre Bankkonten leer zu räumen und nicht wenige machen das auch. Allein am Montag sollen die Griechen 700 Millionen Euro netto abgehoben haben. Die griechischen Banken müssen diese Verluste ausgleichen. In der Regel macht man das, indem man sich einfach neues Geld bei der Zentralbank holt. Die griechische Zentralbank ist noch immer Teil des Eurosystems und hat hierfür diverse Möglichkeiten. Am Ende läuft es immer auf Geld drucken hinaus. Die Rechnung zahlt dann die EZB, sprich Deutschland. Merkels extremes Zögern seit 2009 wird Deutschland noch ganz real eine hübsche Summe kosten. Das ist noch das Positivszenario. Im Negativszenario schmieren große Teile der Weltwirtschaft mit ab.

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14 Gedanken zu „Es hat sich ausgemerkelt.                     Mehr Geld oder es knallt.

  1. Aber die EZB konnte auch einfach den Griechen den Hahn abdrehen,kein Geld geben.Was dann?Oder ist das rechtlich nicht möglich?Am Ende ist es mir egal wer geht.Wenn die Griechen nicht rauswollen dann gehen eben wir raus das wäre das Allerbeste,ich hasse den € und ich hasse dieses bürokratisches Monstrum EU.Aber das würde sich die Merkel nicht trauen.
    Aber man muss der fairnesshalber sagen die anderen Staatschefs haben den Mund auch nicht aufgemacht,die Holländer zahlen in Relation sogar noch mehr als wir und man hörte nichts.Keiner hat sich getraut.We werden sehen was kommt!

    • Einfach den Hahn abdrehen.

      Die EZB hat in der Tat vor ein paar Tagen angefangen den Hahn abzudrehen. Allerdings nur für einige Banken. Es gibt noch genug Hähne und Banken, die offen sind. Die griechische Zentralbank ist natürlich erst Recht nicht betroffen. Ich weiß aus dem Stand nicht einmal, ob man die griechische Zentralbank überhaupt so einfach stoppen kann, solange sie Teil der Eurozone ist. Eine reale Notenpresse haben sie dort unten (hoffentlich) nicht, aber virtuell geht natürlich immer.

      Und wie will die EZB die „griechischen“ Euros, von den anderen Euros unterscheiden? Schwierig bis unmöglich.

      Auch alle anderen Notenbanken der anderen PIIGS kreieren seit Krisenbeginn massiv Geld. Angst vor einer Inflation habe ich nicht, aber das neu geschaffene Geld sammelt sich alles im Target-System und am Ende haften dafür Staaten wie Deutschland. Wir werden in der Tat sehen, was kommt.

      Die Hauptschuld für das Desaster trägt Merkel, da sollte man sich nicht in die Tasche lügen. Sie hatte als Einzige wirklich die Macht diese Zustände rechtzeitig abzuwenden. Da bringt es auch nichts zu sagen SPD-Grüne-SED und die anderen Staaten haben und hätten es noch schlimmer gemacht. Das stimmt zwar alles, aber das führt zu nichts. Merkel ist die Lokführerin und wollte immer die Lokführerin sein. Jetzt kann sie nicht mit dem Finger auf die noch schlechteren Waggons und die miserable Auswechselmannschaft zeigen.

      Sie hat ja jetzt Röttgen gefeuert, aber eigentlich hätte sie sich gleich selbst feuern müssen. Röttgen war bekanntlich nur ein Klon von ihr. Merkel feuert ihr Ebenbild ohne selbst abzutreten oder wenigstens ihre Politik zu ändern. Stattdessen holt sie den nächsten Merkel-Klon als Nachfolger: Altmaier.

      • den Röttgen hat das machtgeile B#### gefeuert, um nicht selbst in die Schusslinie zu geraten. Das hat allerdings weniger etwas mit dem EU Debakel als mit dem Scheitern der Merkel’schen ‚Modernisierung‘ der CDU zur linksgrünen Mainstream Partei. Das hat die alles in der DDR so gelernt. Bekanntlich hat bereits Stalin stets rechtzeitig einen Sündenbock gefunden und geopfert, um vom eigenen Versagen abzulenken.

      • Naja Merkel würde ich jetzt nicht mit Stalin vergleichen wollen. Natürlich will sie sich jetzt durch die Entlassung von Röttgen retten. Das ist aber ihre letzte Patrone. Die Entlassung von Röttgen ist ja schon einmal eine positive Sache, denn Röttgen war ja wirklich schlimm. Wie ich schon sagte: Merkel hat ihr Ebenbild gefeuert, im Grunde also sich selbst und ihre Politik. Wenn kein negatives Wunder geschieht, ist das der Anfang vom Ende Merkels.

      • Glauben Sie wirklich dass Merkel wenn Sie den Mut hätte den Zug hätte anhalten können?Sie wissen welche Parolen aufgetaucht wären wenn sie die Griechen aus dem € gekickt hätte.Nein,nein kein deutscher Kanzler hätte sich gegen die ganze EU durchsetzten können.Dass die Griechen drinbleiben das war von allen gewollt.Schon jetzt kriegt die Mutti starken GEgenwind aus Frankreich und aus den anderen Staaten wegen ihren „Sparkurs“.Ein Sparkurs wo trotzdem neue Schulden aufgenommen werden.Zu den Banken-dass es immer noch private Banken gibt die Griechenland Geld leihen das ist wirklich eine Frechheit.Wenn Griechenland abschmiert dann soll wieder der Steuerzahler einspringen nehme an

      • Glauben Sie wirklich dass Merkel wenn Sie den Mut hätte den Zug hätte anhalten können?

        Nein den Mut hatte sie natürlich nicht, das sieht man ja schon daran, dass der Zug noch fährt. Aber sie hatte als praktisch Einzige die Macht, das sehe ich ganz klar so. Das Gerede von den Märkten und den anderen Staaten, das sind alles Ausreden der Politiker, die von ihrer eigenen Inkompetenz und Führungsschwäche ablenken wollen. Es ist ja nicht überraschend, dass Merkel von der Thematik bei Ausbruch der Krise keine Ahnung hatte. Das ist ja fast schon normal in der Politik. Aber sie hatte jetzt drei Jahre Zeit sich einzulernen, sich von den richtigen Leuten beraten zu lassen. Das hat sie offenbar praktisch kaum gemacht. Das muss man ihr schon vorwerfen. Für Inkompetenz gibt es drei Jahre nach Krisenausbruch keinerlei Entschuldigung mehr.

        Nochmal zur Machtfrage:
        Ohne Deutschland geht nicht viel im Euro. Deutschland könnte seine Interessen viel besser vertreten. Das muss auch nicht arrogant oder überheblich sein, das macht die Sache nur schwerer. Ruhig, sachlich, höflich, müsste der Politiker sein, aber in der Sache auf dem richtigen Weg. Merkel ist nicht auf dem richtigen Weg. Ich wüsste wiegesagt keinen aktuellen deutschen Politiker, der es besser könnte, aber das kann keine Ausrede sein. Auch die meisten Kanzler vor ihr hätten es wahrscheinlich nicht besser gemacht. Da wird vieles verklärt, was gar nicht stimmt. Bismarck oder das Duo Adenauer/Erhardt hätten es noch am ehesten geschafft, aber ansonsten ist das deutsche Führungspersonal seit Jahrzehnten armselig. Bei Brandt, Schmidt und Kohl ist die Inkompetenz nur nicht so aufgefallen, weil die Wirtschaft trotz ihrer Spinnereien noch ganz gut lief.

      • @Peter

        Ich bin auch der Ansicht, dass Merkel hätte handeln können. Natürlich hätte sich ein deutscher Kanzler gegen die EU durchsetzen können, da diese im wesentlichen ein Produkt Deutschlands und Frankreichs ist. Die Politik der nationalen Selbstaufgabe und wirtschaftlichen Unvernunft ist Deutschland nicht aufgezwungen sondern von den deutschen Regierungen freiwillig eingegangen worden. Gewiss, Mitterrand hat damals Druck ausgeübt, die D-Mark abzuschaffen, aber wenn Kohl sich nicht darauf eingelassen hätte, hätte Frankreich dagegen nichts unternehmen können, außer uns offen mit einem Atomschlag zu drohen, was Frankreich kaum getan hätte, weil es dann vor der Welt als Aggressor dargestanden hätte.

        Womit hätten uns unsere europäischen „Freunde“ sonst erpressen können? Etwa damit, dass sie dann keinen europäischen Bundesstaat errichten würden? Das wäre im Gegenteil sogar vernünftig gewesen. Die Europa-statt-Nationalstaat-Ideologie ist ein sehr deutsches Phänomen, kein europäisches.

        Was die PIGS-Staaten an geht, hätte Merkel im Falle eines Rauswurfs Griechenlands aus der Eurozone sicherlich die Unterstützung des einen oder anderen EU-Nachbarn (z.B. Niederlande) gehabt.

  2. „Wenn kein negatives Wunder geschieht, ist das der Anfang vom Ende Merkels.“

    das sitzt die FDJ Tante glatt aus. Die Hoffnung, das die Verantwortlichen der CDU endlich begreifen, dass so jemand keine Verantwortung übernehmen kann, habe ich aufgegeben. Vielleicht hilft es, wenn Merkel bei der nächsten Bundestagswahl mit ihrer kaputten Partei in die Opposition geschickt wird, sicher bin ich mir allerdings auch nicht mehr.

    • Wenn Merkel die Wahl 2013 verliert, was sehr wahrscheinlich ist, tritt sie natürlich zurück. Oder sie wird zurückgetreten. Was so oder so übrig bleibt, ist ein Scherbenhaufen von dem sich ihre Partei vielleicht jahrelang nicht erholen wird.

  3. wie immer ist es schwierig zu sagen, ob man es selbst besser gemacht hätte. im prinzip gebe ich dir recht, aber man unterschätzt allgemein, wie viele interessen bei diesen entscheidungen gegeneinander abgewogen werden müssen.

    • das ist merkels problem. sie wägt den ganzen tag ab. das ist das problem der meisten politiker heutzutage, die allesamt behaupten es gäbe keine einfachen lösungen mehr. das versperrt oftmals von vorneherein, wie auch in diesem fall, den einzig gangbaren weg.

      • auch richtig. das fällt mir auch auf. der leichte weg benötigt oft eine gewisse durchsetzungsfähigkeit, weil man von vielen sonderausnahmen tunlichst abstand halten sollte, die aber von anderen lagern gewünscht werden.
        gruss

  4. @Martin_27
    Nun die Franzosen sitzten ja selbst in dem € boot drin und wahrscheinlich verfluchen sie es genauso wie wir denn Frankreich ist ja ein von den wenigen Geberländern.Ich bin der Meinung ihr überschätzt Merkels Machtfülle in Europa aber das ist egal denn viel hat sie ja wirklich nicht viel getan.Nur wenn es darum geht ihr gefählich gewordene Nebenbuhler zu entsorgen dann dann wird sie aktiv.Wat nu?

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