Von Parasiten und Wirtstieren

Wieder mal ein kleines Rätsel. Eher eine Satire. Eine Realsatire gar.
Die Namen habe ich neutralisiert, damit man die Epoche nicht erkennt:

Das Volk würde liebend gern den Banken wieder zu dem Ansehen verhelfen, das sie einmal hatten. Als man sie nämlich noch als Geldverleiher bezeichnet hat. Ein dreckiges Handwerk, das ein ehrbarer Christ nicht ausüben wollte.

Als die XX und XY dieses Landes bei Hofe noch den Dienstboteneingang nehmen mussten statt als Duzfreund der Herrscher an der Tafel zu sitzen. Das dürfen sie nämlich erst seit sie Kaisern und Königen die Wahlkämpfe finanzieren und dafür das Monopol auf den Silbertaler gefordert und bekommen haben.

Wäre der Herrscher wirklich opportun gegenüber seinem Volk dann verlöre er die Gunst der Geldverleiher. Seine Macht ist nur geliehen, meine Damen und Herren.


Ein paar Zeilen später:

YY und YX sind die lautstarken Herolde eines Systems, das weltweit an den Fäden der Geldverleiher zappelt. Eine Handbewegung von Y genügt und die Lohnschreiber werden X endgültig vom Thron holen und ihn seiner eigenen Partei zum Fraß vorwerfen. Vielleicht erleben wir es schon demnächst.

Die wahrhaft Mächtigen sind gewiss, dass sie die Gunst des Volkes schon verloren haben. Das macht X so wertvoll, denn so lange X die Gunst des Volkes hat, solange wird er gebraucht. Aber nur so lange er die Gunst der Macht hat, wird er es tun können.

Eine Symbiose nennt man das in der Biologie. Aber wenn es zu Lasten des Wirtstieres geht, nennt man es eine parasitäre Symbiose. Und das Wirtstier sind bedauerlicherweise wir.

Wer hat es gesagt?

Martin Luther
in seinem Werk Von den Juden und ihren Lügen – 1543

Karl Marx
in seinem Werk Zur Judenfrage – 1843

Henry Ford
beim Herausgeben der Protokolle der Weisen von Zion – 1920

John Maynard Keynes
nach einem Treffen mit Albert Einstein – 1926
beim allgemeinen Philosophieren über Juden
als wichtige Grundlage seiner Ökonomie

Adolf Hitler
in einem Interview mit dem Stürmer
in einer Rede über den Götzen Mammon
niedergeschrieben in Mein Kampf – S.333ff.
auf dem Obersalzberg mit Blondie

Ruhollah Khomeini
als Rede zum Al-Kuds-Tag – 1979
in seiner Zeit im Pariser Exil – 1979

Joachim Meisner
als Teil der Dreikönigspredigt – 2005
als Teil der Allerheiligenpredigt – 2009

Oscar Lafontaine und Sahra Wagenknecht
in Wagenknechts Buch Aló Presidente: Hugo Chavez und Venezuelas Zukunft – 2004
in Lafontaines Rede über Fremdarbeiter – 2005
in einer Glückwunschkarte an Fidel Castro
beim gemeinsamen Hummer essen

Margot Käßmann und Gerhard Schröder
bei einer Fahrt in zwei verschiedenen VW Phaeton – 2010
in Käßmanns Rede über den Götzen Mammon
beim gemeinsamen Beten mit den Taliban

Heribert Prantl
in seinem Buch Wir sind viele. Eine Anklage gegen den Finanzkapitalismus.
in seinem Buch Wie man mit Angst Politik macht. Eine Anleitung. Schritt für Schritt.

Michael Sommer
in seinem Kommentar Wir haben die Gier legalisiert – 2012

Mahmoud Ahmadineschad
als Rede zum Al-Kuds-Tag – 2007
in einer Übersetzung von Katajun Amirpur für die SZ – 2008

Georg Schramm
als Dankesrede zum Prix Pantheon – 2010
auf der Demonstration Banken in die Schranken in Frankfurt – 2011
bei seiner Kandidatur zum Bundespräsidenten auf Wunsch von Piraten und Linkspartei

Katrin Göring-Eckardt
in einem Kommentar über Osama bin Laden
in einem Kommentar für eine Kultur des Weniger
bei ihrer Kandidatur zur Bundespräsidentin auf Vorschlag von Frau Merkel und den Grünen

Osama bin Laden
nach den Anschlägen von 9-11
in einem Kommentar über Katrin Göring-Eckardt

Claudia Roth
beim Besuch in Iran – 2010
bei der Suche nach einer Walther PPK in ihrer Handtasche

Anders Behring Breivik
in seinem Manifest
als Erklärung warum er „ganz normal“ ist,
das sei doch keine Schizophrenie, das sei Mainstream!
(drei Psychologen aus Sandvika und der Mainstream sehen das genauso)

Jesus
in seinem Gleichnis vom Nadelöhr
in seinem Gleichnis vom Weinberg
bei der Vertreibung der Geldwechsler aus dem Tempel

die Zwickauer Terrorzelle
beim Philosophieren über Mein Kampf
in Unterhaltungen mit dem deutschen Verfassungsschutz

die Revolutionären Zellen
beim aussortieren von Juden in Entebbe
beim Streiten wer als erster ein Kinofilm-Denkmal bekommt: Sie oder die RAF

Elmar Brok
beim Aufdecken einer amerikanischen Weltverschwörung

Günter Grass
beim Eintritt in die Waffen-SS
beim Vergessen seines Eintrittes in die Waffen-SS
in seiner Rede zum Aufbrechen des Systems – 2011

Sigmar Gabriel
beim Stoppen der Zocker in den Börsen und Banken,
die Europa das zweite Mal ruinieren wollen

Joseph Stiglitz
im Manifest Of the 1%, by the 1%, for the 1% für Vanity Fair – 2011

François Hollande
in seiner Rede Mein Gegner hat kein Gesicht
in seiner Rede Mein Gegner sind die Finanzmärkte

Jürgen Todenhöfer
in seiner Doktorarbeit zur deliktischen Haftung des Hehlers
beim Kirschen essen in Syrien

Felicia Langer
bei Eintritt in die Rakach
beim Versiegen der Finanzierung aus der UdSSR
beim Umzug in die BRD
als Dankesrede für das Bundesverdienstkreuz
beim Kaffee trinken mit Boris Palmer

Winfried Kretschmann
beim Bau der Reichskrafttürme
im tausendsten Interview mit der FAZ
in seiner Rede warum er ein „einprozentiger“ Katholik ist
in seiner Rede warum er gegen „nicht heimische“ Pflanzen und Tiere ist

Heiner Geißler
in seiner Rede Geld wie Dreck
in seiner Rede über Denkblockaden
in seiner Rede über Immanuel Kant
in seiner Rede über das Goldene Kalb
gleich nach der Schlichtungs-Pressekonferenz zu S21

Christian Linder
in seiner Rede Die Finanzmärkte müssen wieder dienen – 2010
beim Gespräch über seine Erfahrungen als Kiffer mit Markus Lanz – 2012

Auflösung
Wenn Sie glauben, es ist ein Text, dann lesen Sie ab Zeile 250.
Wenn Sie glauben es ist ein Video, dann sehen Sie ab Minute 2:50.

Anmerkung
Das ist keine Ausnahme. Hier ab 435 über das gute, alte Frühmittelalter.
Kommentar der Rezipienten: Ja Mann!

Außerdem im Angebot:
Verschwörungen erklären, die zu Kriegen führen? Kein Problem.
Übersetzungen weiterentwickeln? Machen wir. Siehe ab 100.

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12 Gedanken zu „Von Parasiten und Wirtstieren

  1. Ich kannte den noch nicht. Aber der hat einen an der Klatsche! Davon, dass Kreditgeber einen durchaus wichtige Aufgabe haben, zum Beispiel in der Investition bei einer Unternehmensgründung, Hausbau etc., erzählt er nichts. Von Organisationen wie „Jeder Mensch hat einen Recht auf einen Kredit“ ganz zu schweigen.

    Seinen Antisemitismus im Unterton ist beschämend („Ein dreckiges Handwerk, das ein ehrbarer Christ nicht ausüben wollte.“).

    • Ich weiß nicht, ob das noch Unterton ist. Das ist entweder bewusst oder ein gewaltiges Intelligenzproblem. Es ist auch immer wieder interessant zu sehen, wie groß die Parallelen zwischen diesen Leuten und der Kirche sind. Die Person hat im Prinzip nichts gegen die Kirche. Religion muss nur wieder „richtig“ sein und „echt“. Wie im Frühmittelalter eben. Mit Zinsverbot und allem drum und dran. Da kommt der Islam gerade recht.

    • Danke. Den Link hatte ich auch schon gesetzt. Muss den Kommentar leider zensieren. Vielleicht will ja jemand das Satire-Rätsel wirklich machen, sieht dann aber gleich ganz oben in den Kommentaren die Lösung. Das wäre schade.

  2. Vielen vielen Dank für diesen Link. Ich bin zutiefst erschüttert, vor allem wie dem applaudiert wird. Alleine die Diffamierung von Warren Buffet ist unglaublich. Ein Mann, der jetzt schon 99% seiner Vermögens testamentarisch einer wohltätigen Stiftung zugesprochen hat.

    • Alleine die Diffamierung von Warren Buffet ist unglaublich. Ein Mann, der jetzt schon 99% seiner Vermögens testamentarisch einer wohltätigen Stiftung zugesprochen hat.

      Wer diffamiert Warren Buffett? Schramm? Dann hätte er ausnahmsweise einmal nicht ganz Unrecht. Es kommt natürlich auf die Art der Kritik an, das ist klar. Sie muss schon sachlich sein. Dass immer noch Menschen auf den uralten Stiftungstrick hereinfallen fasziniert mich. Ich habe absolut nichts gegen Milliardäre. Aber sie sollten zu ihrem Vermögen stehen und nicht anfangen Gutmensch zu spielen. Buffett ist ein extremer Heuchler. Erst vor ein paar Tagen hat er wieder (!) damit angefangen, er wolle unbedingt mehr Steuern bezahlen. Diese Show veranstaltet Buffett schon seit über einem Jahrzehnt! Zu Buffett könnte ich tausend Artikel schreiben. Ein Mega-Astloch.

      • Der Mankiw Artikel ist in der Tat interessant, aber er legt es zumindest offen. Und warum er nicht mehr zahlt, wenn die anderen sich drücken können verstehe ich auch durchaus. Mit den Stiftungen ist das trotzdem nicht ganz so einfach – zumindest nach meinem Informationsstand im Moment. Ich denke, dass die Investitionen in Forschung von der Gates-Stiftung als sehr positiv zu bewerten ist. Die Krebsforschung (bspw.) ist von staatlicher Seite ja nicht stark gefördert, was ich auch insofern sehr widersprüchlich finde, dass man Atomkraftwerke schließt, was Milliarden kostet, aber keine Milliarden in derartige Forschung investiert, was zehntausenden effektiv das Leben retten kann. Insofern wird doch da eine relevante Lücke geschlossen? Was ich zweifelhaft finde ist das Verhalten der Aldibüder. Diese haben eine Familienstiftung und die Spenden belaufen sich auf nur ein paar tausend Euro, obwohl mehrere Milliarden verwaltet werde, die ja offensichtlich mehr oder weniger liquide vorliegen und nicht wie bei den Quants an ihrem UN gebunden ist, da sie keine AG sondern eine GmbH besitzen. Das ist der Skandal für mich in Deutschland. Jetzt weiß ich nicht, inwieweit sie sich steuerlich drücken können, es wird aber im dt. Stiftungsrecht alle 30Jahre ein Erbfall gesetzlich unterstellt und entsprechend mit einem hohen %-Satz besteuert. Man könnte VIELLEICHT also sagen, dass sie sich zumindest nicht von den Steuern drücken, aber das müsste ein Steuerexperte erklären. Das ist nur mein oberflächlicher Eindruck. Wenn man sich vorstellt was man alles mit dem Geld an Grundlagenforschung betreiben könnte. Man könnte auch ein extremes leistungsbezogenes Stipendiat-System entwickeln für Schule & Uni. Naja … soweit meine Gedanken.

      • Und warum er nicht mehr zahlt, wenn die anderen sich drücken können verstehe ich auch durchaus.

        Das ist kein gutes Argument. Das ist auch nicht Buffetts Argument. Er sagt ganz klar die Stiftungen seiner Tochter und seiner beiden Söhne machen einen besseren Job als die Regierung. Das ist sein Argument, warum er nicht höre Steuern bezahlt.

        Ich denke, dass die Investitionen in Forschung von der Gates-Stiftung als sehr positiv zu bewerten ist.

        Ich habe absolut nichts gegen diese Stiftungen. Das wird in meinem Artikel auch deutlich. Mein Punkt war nur, dass man nicht lügen und heucheln soll, wie Buffett das macht. Auf der einen Seite sagt er, er wolle unbedingt mehr Steuern bezahlen und dann wenn man nachbohrt, merkt man dass dies alles nur PR ist und er (vernünftigerweise) natürlich selbst die Kontrolle über sein Vermögen behalten will.

        Die Krebsforschung (bspw.) ist von staatlicher Seite ja nicht stark gefördert.

        Das stimmt nicht. Nixon hat schon in den 70s den War on Cancer ausgerufen. Auch deutsche Stellen fördern das massiv. Gates Stiftung wird aber in der Tat von Fachleuten kritisiert. Gates fokussiert sich auch nicht so stark auf Krebs, sondern auf Impfungen und Malaria. Ich persönlich finde das falsch, was soll das ganze Geld in Afrika, aber Gates darf wie gesagt mit seinem Geld machen was er will. Gates ist auch ehrlich und zieht keine dreiste Show ab wie Buffett.

        Was ich zweifelhaft finde ist das Verhalten der Aldibüder. Diese haben eine Familienstiftung und die Spenden belaufen sich auf nur ein paar tausend Euro, obwohl mehrere Milliarden verwaltet werden…

        Diese Stiftungen existieren doch nur aus rechtlichen Gründen, das habe ich doch schon erwähnt. Man umgeht dabei Erbschaftssteuern, Kapitalertragssteuern oder was auch immer. Ich habe damit absolut kein Problem. Ein anderer wichtiger Grund ist natürlich auch, dass man die Zerschlagung der Firma verhindert, wenn man mehrere Erben hat. Das ist doch alles legitim. Die Aldi-Brüder geben sich ja nicht als linke Wohltäter aus. Ich habe erst ein Problem, wenn man wie Augstein in der Öffentlichkeit auftritt und groß den linken Maxe raushängt, der das System knacken will, aber in Wirklichkeit ist das alles nur Show. Gehen sie mal auf die Seite der Augstein-Stiftung und nennen sie mir ein konkretes Projekt, das diese Leute fördern. Das ist doch alles nur Maskarade. Da werden ein paar Peanuts abgedrückt, wenn überhaupt und dafür lässt sich Augstein dann feiern. Das ist eine so dreiste Heuchelei, das kann einfach nicht angehen.

  3. Kann die Aufregung nicht verstehen , es ist doch wahr dass das heutige system ein witz ist ,die bank bekommt billig geld vom staat , der staat leiht es sich teuer aus ,zahlt brav die zinsen aber wenn die bank in schieflage gerät , durch wahnwitzige spekulationen ,springt der staat mit geliehenem geld ein um die banken zu retten .Und das die xy`s (Ackerm…) und co sich dann noch die taschen vollstopfen , ja bitte da regt ihr euch über nen kabarettisten auf der es mal auf den punkt bringt .Also ich würd den xy lieber mit gesenktem haupt durch die strassen laufen sehen .Und diese heuchelei , jeden gleich als antisemiten hinzustellen der das system in frage stellt ist ein witz . Aber bitte wenn ihr euch gern für dumm verkaufen lasst !
    Also ich find den Schramm gut !
    Mfg

    • Das System funktioniert nicht ganz so wie Sie es beschreiben. Das System funktioniert aus meiner Sicht ein bisschen anders. Warum nimmt der moderne Staat, denn immer neue Schulden auf? Wer zwingt ihn dazu? Viele Staaten hatten nach dem zweiten Weltkriege einen ausgeglichenen Haushalt oder gar Überschüsse. Es gibt Staaten auf dieser Erde, die schaffen das heute noch.

      Die Könige haben sich früher das Geld der Fugger geliehen, um Kriege zu führen. Heute leihen sich die Politiker das Geld von den Banken, um wieder gewählt zu werden. Der Politiker, der seine Bürger mit den meisten Versprechungen und Geschenken überschüttet, wird gewählt. Nun bekommt man in der Welt aber nichts geschenkt. Geld regnet nicht vom Himmel, aber so ähnlich: Es wird gedruckt. Politik und Banken sind hier eng verknüpft. Beide Institutionen können Geld aus dem Nichts erschaffen und sie machen das laufend. So weit so klar.

      Momentan überschwemmt der Italiener Draghi zum Beispiel Europas Banken mit Geld. Die Banken wollten den Staaten nämlich keine neuen Schulden gewähren. Es war schlichtweg zu riskant. Mit dem neuen billigen Geld kaufen die Banken nun aber wieder fleißig die europäischen Staatsanleihen. Das ist der Deal. Es ist richtig, dass die Banken mit diesen Staatsanleihen auf dem Papier nette Gewinne machen. Aber das ist nicht der Punkt. Ich weiß die Menschheit regt sich furchtbar über die Millionenboni der Banker auf und das meinetwegen zu Recht, aber das ist weit am Thema vorbei. Das sind alles Peanuts, so schockierend das manche auch finden mögen.

      Der Staat kann sich immer neues Geld drucken, er sitzt also bei weitem am längeren Hebel. Das Übel geht vom Staat aus und von seiner Verquickung mit den Banken. Ein Staat wie er sein sollte, geht erstens ordentlich mit der Notenpresse um und zweitens rettet er keine Banken. Es gibt aber in Europa weit und breit keinen erfolgreichen Politiker, der einen solchen Staat will, denn ein solcher Politiker wird vom Volk nicht gewählt.

      Dass die Politiker und Kabarettisten jetzt wieder auf die Banker schimpfen, das ist ein typisches Ablenkungsmanöver wie wir es schon „erfolgreich“ in den 20er, 30er und 40er Jahren gesehen haben. Man muss kein Mitleid mit den Bankern haben, denn sie sind sehr gut bezahlte Sündenböcke, aber der Sache auf den Grund geht man mit Banken-Bashing nicht. Wer glaubt, jemand wie Schramm sei auch nur in der Nähe des Kerns, der hat es aus meiner Sicht nicht anders verdient.

      Ich will auch kein Politiker-Bashing betreiben. Politiker sind so selektiert, sie machen das, was die große Mehrheit der Bürger gerne möchte. Ich will das Thema auch nicht moralisch bewerten. Ich will nur festhalten, dass es so etwas wie free lunch nicht gibt und dass am Ende jede Gemeinschaft die Rechnung für ihre Politik bekommt. So oder so. Da kann die werte Gemeinschaft schreien und heulen und so viele Juden, Kulaken oder Reiche ausrauben wie sie will. Das wird auf Dauer alles nichts nützen.

      • Danke für diesen differenzierten Kommentar. Ich denke besonders die Diagnose woher die Überschuldung kommt, ist eine sehr überzeugende These und gut formuliert. Man muss sich bei der Geldpolitik schon permanent an den Kopf fassen. Die EZB sollte nach Bundesbankvorbild konstituiert werden, defacto gibts dort Mehrheitsentscheidungen zu Ungunsten von Deutschland, da die fiskalisch unseriöseren Länder die Oberhand besitzen. Es ist theor. verboten, dass der Staat direkten Einfluss auf die Geldschaffung hat. Das hat man als Lehre aus dem Hyperinflation gezogen, aber wird inzwischen überhaupt nicht mehr berücksichtigt. Ich glaube auch nicht das Schramm überhaupt noch klar denken kann, wenn er solch unfundierten Aussagen trifft. Er versteht weder den Zusammenhang von Kreditvergabe und Marktwirtschaft, noch was Kapitalismus bedeutet. Theor. bedeutet es eben nicht Big-Business, wie es leider in den USA sich entwickelt, sondern harte Konkurrenz untereinander. Wenn ich jetzt anfange aufzuzählen, was alles STRUKTURELL nicht richtig funktioniert im Bankenwesen, dann liest das max. 1 Person zu Ende. Aber im Groben kann man zumindest festhalten, dass für die strukturellen Rahmenbedingungen der Staat zuständig ist und er dort nur durch Unwissen und häufigen Dilettantismus brilliert. Die Bankensystem ist das meistregulierte Wirtschaftssystem/zweig weltweit. Aber einige Probleme sind hausgemacht, insbesondere durch die USA und Großbritannien.
        – die Möglichkeiten das Regulierungssystem per Schattenbankensystem zu umgehen
        – Handel abseits der regulären Börsen zieht stark an (insbesondere im Rohstoffbereich) => man hat aber keine Meldepflichten
        – Margins (man könnte das Sicherheiten grob nennen) im Rohstoffbereich sind zu niedrig
        – selbst-kannibalischer Wettbewerb im Finanzmarkt, der zu starken Zentrierung von Marktmacht geführt hat, d.h. es gibt zu wenige aber dafür zu große Banken, die zudem nicht mehr ordentlich getrennt sind in Investitions/Spekulationsbetrieb vs „Restbetrieb“
        – keine effektive Regulierung der Hebelsätze, insbesondere bei Anlagefonds
        – prozyklische Gesetzgebungen mit Gesetzen in den USA wie „market-to-market“ Anforderungen bei den Bilanzen, d.h. man muss die Vermögenswerte nach dem derzeitigen Marktwert angeben, was in Krisenzeiten zu einer Verstärkung von Abwertungen und Abwärtsspiralen führt
        – falsche monetäre Politik in der Währungsunion der EU

        etc. etc.; wenn ich mal Zeit habe nach meiner Abschlussarbeit, werde ich vlt. einmal einen Artikel darüber schreiben … angesprochen sind hierbei aber noch nicht mal die ganzen Trittbrettfahrer/moral hazard-Probleme oder die wissenschaftlichen …..

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