Gutachten S21

Es gibt mal wieder ein Gutachten zu Stuttgart 21. Sogar die BILD-Zeitung, die in Deutschland ja angeblich die rechtskonservativste und Murdoch-ähnlichste Zeitung sein soll, druckt das Ergebnis der Studie unkommentiert ab. Mir ist dieser unkritische deutsche Umgang mit Gutachten ein Rätsel. Wenn linke Gruppierungen in Deutschland ein Gutachten veröffentlichen, liegt ihnen die Presse zu Füßen. Vereine wie die Grünen und Greenpeace genießen in den deutschen Medien und bei der deutschen Justiz absolute Narrenfreiheit. Wenn Greenpeace auf ein AKW steigt, kommt es als Aufmacher in allen Nachrichten. Das wäre bei uns in Amerika nicht einmal eine Randnotiz wert. Diese Radikalen landen höchstens im Gefängnis oder müssen hohe Strafen bezahlen.


Jede Studie der Grünen belegt zufälligerweise genau das, was die Grünen schon immer gewusst haben. Was für eine wissenschaftliche Leistung. Nie ist mal eine Studie dabei, die zu einem anderen Ergebnis kommt. Die Grünen haben mittlerweile eine Trefferquote von 100% seit ihrer Gründung. Nicht einmal die Pharmaindustrie ist so dreist. Das ist schon famos. Werden die Grünen demnächst die Lottozahlen vorhersagen?

Jeder, der sich ein bisschen mit Studiendesign auskennt, weiß, dass diese Trefferquote niemals der Fall sein kann. Das Studiendesign ist offensichtlich miserabel. Es könnten auch einige Studien einfach im Orkus verschwinden. Die Studien der Grünen werden ja nirgends registriert. Die Grünen haben auch weit mehr Studien in Auftrag gegeben als bisher veröffentlicht sind. Ich bin gespannt, ob die alle noch auftauchen.

Wahrscheinlich werden die genehmen Studien noch kurz vor der Wahl von den Medien verbreitet. Das war noch lustig, als die Grünen nicht an der Regierung waren. Da mussten sie wenigstens die Studien selbst bezahlen. Heute bezahlt den Spaß der deutsche Steuerzahler. Die Kosten belaufen sich mittlerweile allein in Baden-Württemberg auf mehrere hunderttausend Euro. Das sind alles Studien aus dem grünen Verkehrsministerium, nichts da Regierungsgutachten, die SPD trägt das niemals aktiv mit.

Die meisten Studien muss man wohl unter dem Stichwort Gefälligkeitsgutachten verbuchen. Da verdient sich ein ganzer Rattenschwanz im grünen Versorgerkreis eine goldene Nase. Das ist eine regelrechte Industrie geworden.

Es soll in der deutschen Ökoszene Juristen geben, die sich ihren Lebensunterhalt damit verdienen, dass sie von Bundesland zu Bundesland ziehen und dort die Länder mit widersinnigen Klagen überziehen. Diese Masche kenne ich aus Amerika. Es spielt dabei gar keine Rolle, ob sie die Klage verlieren oder nicht. In aller Regel verlieren sie, aber verbündete Politiker bestimmen dann einfach der Steuerzahler habe trotzdem die Anwalts- und Gerichtskosten zu übernehmen – anteilig oder komplett.

Nächste Woche kommt ein Gutachten der Grünen heraus, das belegen soll, dass der Deckel für S21 schon erreicht sei und man deshalb eigentlich gar nicht bauen dürfe. Kostensprengung und so. Dass man den deutschen Wähler so billig beinflussen kann, ist schon lustig. Die Studie ist auch gleichzeitig eine Hintertür. Wenn die Abstimmung doch nicht so läuft wie gewünscht, dann ist das ein Ausweg um S21 trotzdem zu sprengen.

So agiert die Partei, die nicht einmal in der Lage war die Kosten für ihre Volksabstimmung richtig abzuschätzen. Anfangs ging man von einem einstelligen Millionenbetrag aus, mittlerweile ist man zweistellig. Aber ein Bahnhof, der seit 20 Jahren geplant wird, soll so viel Kosten wie am Anfang. Wenn nicht, sagt man ihn für 350 Millionen Euro ab, ohne dass auch nur ein Stein umgedreht wird. Und das ist noch die absolute Mindestsumme, die selbst die grünen Rechenmeister in ihrer „Studie“ nicht wegrechnen konnten. Deutschland ist total verrückt. Ich empfehle noch mehr Geld an Griechenland zu überweisen, dümmer verschwenden die euer Geld auch nicht.

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5 Gedanken zu „Gutachten S21

  1. Look at that:

    Deutschlands Ankündigung, bis 2022 alle Kernkraftwerke abschalten zu wollen, zeigt, wie sehr das öffentliche Leben heutzutage von einer „Kultur der Angst“ dominiert wird. Eine grundlegende Risikoscheu und das Vorsorgeprinzip durchdringen alle Lebensbereiche, die Politisierung von Ängsten ist zur Normalität geworden. Auf der politischen Arena sind verschiedene Gruppierungen in einen regelrechten Wettstreit darüber eingetreten, wovor wir uns im 21. Jahrhundert am meisten zu fürchten haben.

    http://www.science-skeptical.de/blog/wettstreit-der-angst-kernenergie-versus-klimawandel/005921/

    • gar nichts bauen ist in der tat die neue marschroute der grünen regierung. anfangs habe ich das nicht geglaubt, aber es ist realität. sie bauen jetzt nur noch windräder und solaranlagen.

      das restliche geld verschwenden sie für neu geschaffene „grundlagen“-abteilungen, die „konzepte entwickeln“, anstatt dinge real zu bauen oder wenigstens zu unterhalten. kretschmann nennt das „software statt hardware“ (sic!). heiße luft und versorgungsstellen für grüne geisteswissenschaftler sind das. wenn die alle verbeamtet werden, bekommt man sie nie wieder los.

      reale infrastrukturverfahren dagegen versucht man mit allen mitteln zu canceln. das ist hochintelligent in einer weltwirtschaftskrise.
      die mitregierende spd kapiert gar nicht was gerade passiert. die opposition, die medien und der bürger erst recht nicht. es interessiert offenbar niemanden, niemand will es wirklich genau wissen.

      die spd hat die frühere regierung noch heftigst kritisiert man gebe zu wenig geld für unterhalt aus. jetzt wurde der unterhalt trotzdem noch weiter zusammengestrichen. bei momentan sprudelnden steuereinnahmen und gestiegener neuverschuldung wohlgemerkt. das muss man erst einmal hinbekommen.

      die grundlagen für den wohlstand von morgen werden jetzt gelegt und da stockt der deutsche motor momentan ganz gewaltig. sei es nun durch den merkelismus aus berlin oder die politik der „opposition“ in den ländern.

  2. Das lustige an dieser Volksabstimmung ist folgendes:

    Wenn die Landesregierung aus S21 aussteigt ist damit der Bau des Tiefbahnhofes gestorben.
    Die Bahn wird vor Gericht ziehen, um die bisher entstanden Kosten zumindest teilweise ein zu klagen.

    Wie es dann weiter geht kann keiner sagen.
    Die Renovierung des Kopfbahnhofes wäre eine mögliche Option- die aber nur den Stuttgartern dient. Als Bahn würde ich mir dieses Wunschprojekt sehr teuer bezahlen lasse…

    Ein ICE Fernbahnhof am Flughafen oder in Stuttgart Bad Cannstatt wäre aber für einen Großteil der Bewohner der Ballungsraumes wesentlich verkehrsgünstiger zu erreichen als der Stuttgarter Hauptbahnhof.
    Am Flughafen könnt man zudem die Infrastruktur des Flughafens und der Messe nutzen (Parkhäuser, Autobahnanschluß, Speditionen fürs Gepäck ) was für viele Fernreisende mit Gepäck ein echter Vorteil wäre.
    Allerdings ist auf den Fildern auch mit Protesten zu rechnen. Die Menschen dort sind immer noch angepisst wegen der neuen Messe und dem Ausbau des Flughafens „was alles nur den Stuttgartern nutzt“.

    In Bad Cannstatt – oder das Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks in der Nähe des Rosensteintunnels – ist vermutlich mit weniger Protesten zu rechnen und es müssen auch keine Bäume gefällt werden.
    Allerdings ist die Erreichbarkeit mit dem Auto nur minimal besser als beim bestehenden Hauptbahnhof.

    Bei einem Austeig aus S21 kann das auch das Ende des Kopfbahnhofs bedeuten – zugunsten eines neuen, billigeren und besser erreichbaren Bahnhofes in den Stuttgarter Randbezirken.
    Ich glaube dafür würde sich sogar eine demokratische Mehrheit – nicht in Stuttgart – sondern in ganz BaWü finden.

    • die grünen tun zwar so als wäre es eine abstimmung über s21, dabei ist es nur eine abstimmung über vertragsbruch des landes ja oder nein.

      das lustige an dieser volksabstimmung ist, dass es auf jeden fall noch sehr lustig wird, ganz egal wie die abstimmung ausgeht. ich sehe das mittlerweile sehr gelassen, lehne mich zurück und genieße die show.

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