Der Spiegel ist links unten angekommen

Aron Sperber hat schon schön bemerkt wie der Spiegel immer wieder linksextremen Terrorismus verharmlost. Aber der Spiegel wäre nicht der Spiegel, wenn er nicht immer noch einen oben drauf setzen würde.

In diesem Artikel lässt er die Forenteilnehmer der berüchtigten Seite Indymedia zu Wort kommen. Das bemerkenswerte ist nicht nur das, sondern vor allem auch wie der Spiegel das macht.

Er bringt nur Stimmen, die sich angeblich gegen den Terroranschlag aussprechen. Kein kritisches Wort vom Spiegel über die Seite Indymedia. Dabei gäbe es da vieles zu erzählen.


Man muss das auch einmal vergleichen mit der Berichterstattung des Spiegel über die Seite Politically Incorret. Dort werden nur Kommentare zitiert, die PI in ein schlechtes Licht rücken sollen.

Nach den Terroranschlägen von Oslo war dem Spiegel und den anderen deutschen Medien nichts wichtiger als eine absurde Verbindung zu PI herzustellen. Eine Verbindung, die es gar nie gab. PI hat sich trotzdem von Breivik distanziert und durchaus kritisch selbst reflektiert, ob man nicht doch Fehler gemacht hat. Das wurde in Deutschland bestenfalls als Schuldeingeständnis interpretiert.

Jetzt erscheint das Bekennerschreiben einer linksextremen Terrororganisation auf einer linksextremen Seite und der Spiegel verliert nicht einmal ein kritisches Wort darüber oder hakt einmal nach woher es wohl kommen mag, dass das Bekennerschreiben gerade auf Indymedia als erstes veröffentlicht wird.

Eine Seite, die sich im Gegensatz zu PI offensichtlich nicht von Gewalt distanziert, die sich nicht zur deutschen Verfassung bekennt und die aus gutem Grund vom deutschen Inlandsgeheimdienst beobachtet wird.

Bei PI filtert man scheinbar hunderte Kommentare durch, um die „schlimmsten“ zu finden, bei Indymedia nimmt man die „besten“ und schreckt selbst nicht davor zurück Kommentare in ihr Gegenteil umzukehen. Aber alles der Reihe nach.

Der Spiegel fasst den allerersten Kommentar so zusammen:

Das Bekennerschreiben hätte man sich „sparen können“,
das sei „bürgerliches Rumgejammere“

In diese Richtung gehen alle Zitate des Spiegels. Viele von SpOn genannten Kommentare bestehen nur aus geschickt selektierten Schnipseln und alle vermitteln den Eindruck: Die Linksextremen machen sich über die Aktion lustig, kritisieren sie heftig oder lehnen sie gleich ganz ab.

Der erste Kommentar beginnt aber nicht mit „sparen können“ und „bürgerliches Rummgejammere“, sondern er beginnt mit: „Schöne Aktion“. Die Aktion wird von Nummer eins ausdrücklich begrüßt, die Terrorgruppe schätze die gesellschaftlichen Verhältnisse nur viel zu affirmativ, also viel zu positiv ein. Aus diesem Grund hätte man sich das Bekennerschreiben sparen können, denn die Gesellschaft ist wie immer einfach noch nicht reif für den Genius der Linken. So „argumentieren“ Terroristen gerne. Das war schon bei der RAF so. Wenn ihre Wahnwelt zusammenbricht und ihr Terrorismus nicht zur gewünschten Endlösung führt, dann sind immer die „Verhältnisse“ schuld.

Auch der zweite Kommentator stört sich nur am Bekennerschreiben. Genauergesagt am Zeitpunkt der Veröffentlichung. Der sei „komisch“, jetzt wo der Anschlag verhindert wurde. Da sei wohl „ein bisschen schief gelaufen“. Wohlgemerkt ist nicht die Idee zum Anschlag für Nummer zwei „schief gelaufen“, auch nicht die Motivation dahinter und auch nicht das Bekennerschreiben an sich, sondern schlichtweg die Veröffentlichung des Bekennerschreibens zum falschen Zeitpunkt.

Der dritte Kommentator meint: Gut so! Weiter so!

Der vierte Kommentator ist dann, der erste, der wirklich widerspricht.
Den hat sich natürlich auch der Spiegel herausgepickt.

Der fünfte Kommentator widerspricht dann schon wieder Nummer vier und meint man könne durchaus darüber streiten, ob dieser Anschlag gerechtfertigt sei oder nicht.

Der sechste Kommentator ist dann wieder eher gegen die Anschläge. Ihn stört, dass Autozündler „häufig keine politische Mission“ hätten und zudem Leben riskieren. Ihn stört, dass Anschläge auf Züge und Internetverbindungen „in erster Linie die eher linksgerichtete Bürgerschicht, Studierende und ArbeitnehmerInnen“ treffen. Außerdem würden sich gemäßigte Linke in ihrer Freiheit eingeschränkt „fühlen“ und die Regierung würde der Antifa Gelder streichen.

Anders ausgedrückt: Wenn man eine „politische Mission“ hat, wenn keine Leben riskiert werden, wenn keine Linksgerichteten getroffen werden, wenn sich andere Linke nicht eingeschränkt fühlen und wenn man der linken SA keine Gelder streicht, dann sind für Kommentator sechs das Anzünden von Autos und andere Terroranschläge schon in Ordnung.

Die nächsten Kommentare sehen etwas besser aus. Es kommt allerdings immer darauf an, was man sich herauspickt. Der Spiegel hat sich dazu entschlossen, nur das Beste vom Besten herauszupicken. Die gewaltbereiten Kommentare lässt er gekonnt unter den Tisch fallen. Das ist selbst für das tiefe und immer tiefer werdende Niveau des Spiegels peinlich, denn die Kommentare kann ja jeder selbst nachlesen.

Man kann sich jetzt nur noch eines fragen:
Ist der Spiegel nun schon ganz unten oder geht es immer noch tiefer?

Anmerkung:
Mir wurde gesagt PI hat sich auch schon mit diesem Spiegel-Artikel beschäftigt.
Der Artikel sei ganz ähnlich. Ok schön. Sorry for double post. Doppelt hält besser.

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4 Gedanken zu „Der Spiegel ist links unten angekommen

    • Es gibt in Deutschland ja auch diese „Statistiken“, die angeblich alle Opfer aufführen, die aufgrund von „rechtsextremen“ Taten gestorben sind. Auch Medien wie der tagesspiegel machen da mit. Es sind immer so zwischen 100 und 400 Toten. Je nachdem was man so alles als rechtsextrem wertet und was nicht. Es scheint dazu offzielle Daten zu geben. Ist ja ok. Andere Daten nimmt auch gerne mal aus linken Netzwerken. Das ist schon eher fragwürdig. Die werten natürich parteiisch.

      Der Witz ist: Wenn man mal nachhakt und fragt wieviele Tote es denn durch Linksextremisten gab, dann herrscht das Schweigen im Walde. Dazu scheint es gar keine Daten zu geben. Oder die Medien behaupten gleich ganz im Ernst es seien null.

      Null Tote durch Linksextremisten. Das ist doch was feines. Jeder Nazi, der einen Ausländer oder einen Linken totschlägt oder verletzt wird fein säuberlich registriert. Für Linksextremisten müsste diese Regelung doch sicher auch gelten. Aber es gibt offiziell null Tote. Seit 10 Jahren, seit 20 Jahren, seit 30 Jahren.

      Ich sag dir mal wie das funktioniert: Mir ist der deutsche Fall eines Rentners gut bekannt, der von einem Linksextremen aggressiv um Geld angeschnorrt wurde. Der Rentner wollte ihm aber kein Geld geben und meinte empört, er solle doch was arbeiten gehen wie jeder andere auch. Daraufhin ist der Linksextreme ausgerastet und hat den Rentner mit einem Kickbox-Tritt auf die Brust brutal niedergestreckt. Der Rentner war herzkrank und starb an den Folgen des Trittes. Jeder Nazi wäre jetzt gleich in die Statistik eingegangen, der Linksextreme aber wird nicht registriert. Es gibt einfach kein Netzwerk und kein Medium, das sich für so etwas interessiert.

      Die RAF-Opfer findet man in diesen Statistiken auch nie. Ein Trick ist, dass man immer zur Wendezeit anfängt. Dann müssten aber immer noch Herrhausen oder mindestens Rohwedder erscheinen. Sie erscheinen aber nicht. Es sind null Tote. Null Tote durch Linksextremisten in Deutschland. Wahrscheinlich in ganz Europa. War ja alles Gladio und die Strategie der Spannung.

    • Hinterlässt du immer deine Hausnummer bei dem, den du hängen willst? Wenn ich mal wieder in Zürich bin, schaue ich gerne bei dir vorbei. Mal gucken ob du das dann wiederholst. Du bekommst doch nicht mal deine Schnürsenkel zu, wie willst du dann jemanden umbringen? Never write checks your ass can’t cash.

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