The Third Red Scare

Das sollte jetzt keine Verteidigung von McCarthy oder gar eine Lobeshymne auf ihn werden. Es widersprach in einigen Fällen zum Beispiel dem First und Fifth Amendment, diese Leute zu verfolgen. Ich wollte nur damit ausdrücken, dass ich trotzdem keine Sympathie für die meisten McCarthy-„Opfer“ hege.

Wenn diese Leute wirklich an die Macht gekommen wären, dann hätte es nicht einen McCarthy gegeben sondern Hunderte oder gleich einen Lenin, einen Stalin, einen Guevara, einen Mao, einen Pol Pot oder einen Honecker. Das 1st Amendment wäre nicht dauerhaft eingeschränkt worden, sondern permanent. Die Verfolgung hätte nicht aus einzelnen Berufsverbote und Gefängnisstrafen bestanden, sondern aus Gleichschaltung und Gulag.

Waldbrände bekämpft man gerne mit Feuer. Und Teufel muss man nicht selten mit dem Beelzebub austreiben. Da mache ich mir keine Illusionen.

Jetzt im Rückblick sagen nicht wenige der zweite Red Scare wäre ein „Phobie“ gewesen. Das mag sein, ich glaube es allerdings immer weniger. Mit dem Rückspiegel der vergangenen Zeit in der Hand, ist leicht von einer „Phobie“ zu sprechen, aber weiß man was ohne McCarthy geworden wäre?

Woher sollten die Menschen von damals überhaupt wissen wie die Geschichte weitergeht? Der Kommunismus begann als Wahnidee eines faulen Deutschen (man könnte auch sagen: eines schizophrenen Antisemiten) und hat sich dann zur Überraschung vieler rasant ausgebreitet.

Ein deutsch-russischer, adliger Lehrersohn hat aus dem Schweizer Exil heraus das russische Zarenreich erobert. Sein Nachfolger, ein georgischer Schuhmacherjunge, unterjochte halb Europa bis zur Elbe. An der Elbe hat er nur gestoppt, weil wir auf der anderen Seite standen. Diese Wahnidee – so schien es damals – war unaufhaltsam. In Südamerika breitete sich aus wie die Pest und die Chinesen lauschten angeregt einem ärmlichen Bauernsohn, der ebenfalls diesem Wahn verfallen war. Ein paar Kilometer weiter war ein ähnlich beseelter Nordkoreaner gerade dabei den Süden zu überfallen.

Viele europäische und amerikanische Intellektuelle hatten indessen nichts Besseres zu tun als Stalin und seinen Genossen so tief in den Hintern zu kriechen wie nur irgendwie möglich. Der Sozialismus wurde als die unumgängliche zwangsläufige goldene Zukunft angepriesen, vor der es kein Entrinnen gab. So oder so.

Da soll man es nicht mit der Angst zu tun bekommen? Das ist absurd.

Was damals der „Red Scare“ war ist heute so ein bisschen die „Islamophobie“. Es ist doch alles prächtig in den kommunistischen und islamischen Staaten, warum also sollte da irgendjemand Angst haben? So reden die Salonkommunisten und Islamversteher daher, damals wie heute. Menschen, die es sich im westlichen Demokratie-Kapitalismus seit jeher bequemst eingerichtet haben.

Natürlich bekommt man es da mit der Angst zu tun und diese ganzen Appeaser, Apologeten und Beschöniger sind wie Katalysatoren für diese Ängste.

Der verständliche Antikommunismus vieler Deutscher in den 20ern zum Beispiel wurde durch Menschen wie Thälmann und die KPD so stark, dass sie letztendlich sogar Hitler als „letzte Hoffnung“ an die Macht gewählt haben. Wie wichtig dieses Motiv letztendlich für die Wahl Hitlers war, mag ich nicht beurteilen, aber es war sicherlich ein Faktor. Da waren wir mit McCarthy wahrlich noch gut bedient.

Ein Nebenaspekt:
Ich bin ein großer Bewunderer des Film Noir. Was wäre wohl aus diesem pessimistischen, dunklen, grimmig-bitterbösem, herrlich zynischen und genial in Andeutungen operierenden Genre geworden, wenn es nicht permanent gegen den damaligen Zeitgeist und den „Red Scare“ hätte ankämpfen müssen?

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4 Gedanken zu „The Third Red Scare

  1. you wanna laugh, you wanna smile:

    „Die Republikaner sehen Rick Perry in Umfragen leider relativ deutlich vorne. Mitt Romney hat etwa 18% aller Stimmen, Rick Perry hat 29%. Da muss sich noch ne Menge ändern um das zu kippen. Sarah Palin und Ron Paul haben ohnehin keine Chance. Wegen der bipolaren Natur der amerikanischen Politik ist es außerdem relativ unwahrscheinlich, dass sich viele Republikaner von ihrer Partei abwenden werden und Demokraten wählen, weil Perry ihnen zu extrem ist.

    Um Perry einzuschätzen muss man nur mal seine Aussagen über Homosexuelle lesen. Seiner Einschätzung nach ist diese Lebensweise notorisch destruktiv, fördert verbrecherisches Verhalten (Vergewaltigungen) und ist genauso wie übermäßiger Alkoholkonsum dem Individuum geschuldet, weswegen die Gesellschaft keine Normalisierung dieser abartigen Lebensweise zulassen darf. Außerdem ist er natürlich Kreationist und schert sich einen Dreck um Umweltschutz. Früher wollte er sogar mal die Einkommenssteuer abschaffen und hat die Sozialversicherung als Betrug bezeichnet.

    Es wäre sinnvoller die ersten 12 Einträge aus dem Telefonbuch in Massachussetts als Präsidenten zu nominieren, als jeden einzelnen dieser Spinner. Die Republikaner dürften die einzige tonangebende Partei in einem entwickelten Land weltweit sein, mit denen ich genau 0% Überschneidung habe. So ziemlich alles was diese Leute anfassen ist gesellschaftsschädigend und/oder menschenfeindlich.“

    Und was äußerst lustig finde, dass sich nun jede Soziologe(!) über die amerikanische Wirtschaft äußern kann und seine Desinformationen von der Propagandaschleuder Speichel bezieht, dem Stürmer für Intellektuelle.

    Ebenso toll:
    „joa dito, die republikaner sind gerade für mich als ideologischen sozialdemokraten die denkbar mieseste mischung aus den negativen aspekten von „liberalismus“ und „konservativismus“ und das auch noch auf einem niveau, welches wir in „west“-europa seit mindestens 100 jahren überwunden haben.

    bzw sie sind es erst geworden, ein reagan, ja was sag ich, selbst ein nixon oder goldwater waren weniger ideologisch verhärtet und praktisch radikal, als diese aktuelle gruppe von menschenfeinden und freiheitsablehnern. „

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