Was Fukushima, die Schweinegrippe und der Klimawandel gemeinsam haben.

Es gibt durchaus Ähnlichkeiten in der Bewertung von Ereignissen wie der Schweinegrippe, Tschernobyl, Fukushima oder dem Klimawandel:
Alle vier Ereignisse werden von diversen Interessengruppen und Apokalyptikern gnadenlos ausgeschlachtet und maßlos übertrieben.

Jeder Katastrophenforscher betont natürlich immer die Dringlichkeit und Bedeutung seiner Arbeit. Kein Klimaforscher der Welt wird sagen, sein Fach sei zwar zum Teil durchaus interessant, aber im Grunde doch ziemlich unbedeutende, extrem unsichere Kaffeesatzleserei. Die Versuchung ist groß, so zu tun, als seien Prognosen über 50 Jahre seriös und als hinge Wohl und Wehe der Menschheit vom Klimawandel ab. Wenn man dagegen einen Vulkanologen befragt, wird er natürlich die Gefährlichkeit von Vulkanen herausstreichen, während ein Seismologe einem sofort versichern wird, dass Klima und Vulkane zwar ganz nett, aber das wirklich Gefährliche doch ganz eindeutig Erdbeben seien.
Nur die apokalyptische Übertreibung bringt heutzutage Ruhm, Ehre, Aufmerksamkeit und nicht zuletzt die nötigen Gelder zur weiteren „Forschung“. So setzt man sich auch gegen die weniger skrupellose Forscherkonkurrenz im eigenen Lager durch, schafft Medienpräsenz und beherrscht die Schlagzeilen. Die Klimaforschung hat dieses Spielchen für sich entschieden und in einer bisher unbekannten Dreistigkeit in eine neue völlig Dimension katapultiert.

Vergleichbar läuft es bei Vereinen wie Greenpeace und den Grünen: Nur feste Ideologien, religiöse Dogmen und eine irrationale Emotionalisierung bringen ihnen letztendlich die Stimmen bzw. Spenden von denen sie leben.
Man produziert eine „Studie“ nach der anderen, die immer zufälligerweise genau das belegt, was man vorher schon erzählt hat. Was für eine wissenschaftliche Leistung. Nie ist mal eine Studie dabei, die auch zu einem anderen Ergebnis kommt. Jeder, der ein bisschen was von Studiendesign versteht, weiß, dass dies niemals der Fall sein kann.

Die Grünen und Greenpeace haben mittlerweile eine Übereinstimmung von Ansicht vorher und Ergebnis nachher von ca. 100% seit ihrer Gründung. Das ist schon famos. Wollen die mir nicht mal die Lottozahlen vorhersagen? Selbst die Pharmaindustrie ist nicht mehr so dreist.

In der Medizin herrschen im Gegenteil mittlerweile strenge Standards, die immer weiter verschärft werden. In dieser Hinsicht übernimmt die Medizin eine Vorreiterrolle und Ausnahmestellung ein. Studien müssen zum Beispiel immer häufiger vorher angemeldet und dann auch veröffentlicht werden – egal wie das Ergebnis aussieht.
Die Grünen und Greenpeace hingegen genießen in den meisten Medien absolute Narrenfreiheit. Praktisch jeder Studienmissbrauch dieser Fraktionen wird umgehend und unkritisch im Spiegel abgedruckt und in der Tagesschau gesendet.

Jetzt kommen wir zu den geschätzt über 20 Millionen Toten der Spanischen Grippe, die gerne von einigen Pharmavertretern, Politikern und Virologen angeführt werden, um die Bedrohlichkeit einer „Neuen Grippe“ zu verdeutlichen. Was dabei gerne unterschlagen wird: 1918 war eine ganz andere Zeit.

1. Die Ernährungssituation damals war bei weitem nicht so gut wie heute. In den westlichen Ländern herrschte zwar kein Hunger, aber die Auswahl, Menge und Qualität erreichte bei weitem nicht den hohen, heutigen Standard. Mangelerscheinungen waren nicht selten. Die Menschen wurden nicht nur nicht so alt wie heute, sie wurden auch bei weitem nicht so groß. Und natürlich auch nicht so fett.

2. Die hygienischen Verhältnisse waren extrem schlecht.
Grundlegende Kenntnisse waren oft nicht einmal in der Wissenschaft vorhanden. Wenn sie vorhanden waren, war die Bevölkerung nicht ausreichend gebildet. Und wenn der Mann von der Straße es doch wusste, fehlte nicht selten das Geld. Man lebte extrem eng zusammen: Alle Kinder in einem Zimmer, Personal zum Teil im Stall, Arbeiter in den großen Städten in Barracken wie die Hühner auf der Stange. Trinkwasser holte sich das halbe Dorf am Brunnen. Man hatte ein Hemd und eine Hose für die Arbeitstage und einen Sonntagsanzug. Fertig.

3. Der Ausbruch war am Ende des ersten Weltkrieges. Es waren viele Soldaten betroffen. Meist schon vor dem eigentlichen Kriegseinsatz. Man ist sprichwörtlich um die halbe Welt gereist, um sich dann an zentralen Punkten zu sammeln. Quarantäne-Maßnahmen konnten nicht konsequent durchgeführt werden, da der Krieg wichtiger war.

4. Infektionskrankheiten waren damals mit Abstand die häufigste Todesursache. Wenn man die weltweiten Toten durch andere Infekte im Jahr 1918 berechnen würde, könnten die Grippetoten besser eingeordnet werden. Das Immunsystem hatte nicht nur mit der Grippe zu kämpfen, die Menschen hatten gleichzeitig zehn andere chronische Krankheiten: Parasiten, Tuberkulose usw.

5. Die historische Bewertung ist interessant. Es war zwar eine bedeutende Pandemie, aber das Bevölkerungswachstum damals hat es nicht wirklich aufgehalten. Die Menschen haben die Grippewelle schnell wieder vergessen, wenn man sie überhaupt als historisch registriert hat. Die Menschen erinnern sich durchgehend an den ersten Weltkrieg, während die Spanische Grippe über Jahrzehnte nur Experten vorbehalten war. Selbst der Untergang der Titanic scheint stärker im kollektiven Gedächtnis der Bevölkerung verhaftet zu sein.

Zusammenfassend hatten wir also meinetwegen einen „neuen Virus“, der aber vorallem auf eine schlecht gerüstete und zum Teil auch noch kriegsgeschwächte Bevölkerung traf.

Vergleiche zu heute sind nicht seriös. Es ist unwahrscheinlich, dass heute 5% der Bevölkerung der ersten Welt an einem neuen Grippevirus sterben. Ca. 50% der Ärzte, die ich kenne, haben sich damals nicht impfen lassen (einschließlich mir). Nicht weil wir lächerliche Impfgegner sind (bei Gott nicht), sondern weil die Notwendigkeit einfach nicht ersichtlich war.

In der dritten Welt gäbe es eventuell mehr Opfer, aber diese Länder sollten ihre begrenzten medizinischen Ressourcen erst Recht für ihre vielen, ganz realen Gesundheitsprobleme einsetzen – und nicht für hypothetische Katastrophen.

Neutral bis positiv formuliert kann man sagen, dass die westliche Gesellschaft nicht mehr bereit ist gewisse Lebensrisiken zu tragen und den Wohlstand besitzt, diese Risiken (dem Schein nach) auszuschalten.

Kritisch ausgedrückt, stellt sich die Frage, ob diese Risikoeinschätzung nach rationalen Gesichtspunkten abläuft oder ob sich hier nicht Pseudowissenschaften, Panikmache und eine unnötige Ressourcenverschwendung etablieren, die letztendlich zu Politikverdrossenheit und zur Destabilisierung der westlichen Gesellschaft beitragen.

Durer Revelation Four Riders

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2 Gedanken zu „Was Fukushima, die Schweinegrippe und der Klimawandel gemeinsam haben.

    • Letalität, also gut.
      Dann nehmen wir jetzt mal an wir leben im Jahr 1918 und jeder sucht sich eine von folgenden akuten Infektionskrankheiten aus, die damals nicht selten waren:

      Die Spanische Grippe, Diphterie, Pocken, Tetanus, Rabies oder die Meningokokken-Meningitis. Gerne auch ein simples Erysipel.

      Man darf natürlich nicht durch überstandene Erkrankungen, Impfungen oder Postexpositionsprophylaxen geschützt sein.
      Sonst ist es ja langweilig. Du nimmst einen der anderen Infekte, ich nehme die Spanische Grippe. 😉

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