Warum muss die Partnerschaft zwischen Homosexuellen Ehe heißen?

Ich habe bei der Diskussion um die “Homo-Ehe” bzw. “gay marriage” einen Punkt nicht verstanden. Verstehen kann ich, dass Homosexuelle in vielen Bereichen gleiche Rechte erhalten. Gerade im medizinischen Bereich war es nie nachvollziehbar, warum der gleichgeschlechtliche Partner weniger Rechte haben sollte, wenn der Liebste erkrankt ist. Auch “eigene” Kinder sollten adoptiert werden können.

Verstanden habe ich bisher nicht, warum gleichgeschlechtliche Partnerschaften unbedingt “Ehe” heißen müssen und warum es diskriminierend sein soll, wenn das Ganze nicht Ehe heißt, sondern anders.

Aus meiner Sicht ist es so, dass angeblich “progressive” westliche Verfassungshüter nicht ihrer Aufgabe nachkommen und die Verfassungen bewahren, sondern in die Texte einfache ihre persönliche Ideologie hineinlesen. Nehmen wir Deutschland als Beispiel. Es ist nicht anzunehmen, dass die “Väter des Grundgesetzes” in den 40er und 50er Jahren mit dem Begriff “Ehe” etwas anderes meinten als die Partnerschaft zwischen Mann und Frau. Wenn Verfassungsbegriffe keine Bedeutung mehr haben, sondern beliebig neu interpretiert werden können, stellt sich die Frage, wozu es überhaupt Verfassungen gibt und wofür diese eigentlich stehen sollen, außer für Beliebigkeit.

Weiterlesen…

Sicherheitswahn mit Schere im Kopf.

Vor einigen Tagen beklagte sich Jakob Augstein über den “Sicherheitswahn” Amerikas. Dies geschah vor dem Hintergrund der Terroranschläge auf den Boston Marathon. Augstein wollte über die Brüder Dzhokhar und Tamerlan Tsarnaev nichts schreiben, also ließ er sich über Amerikas und Obamas “Sicherheitswahn” aus. Der Punkt ist nur: Nichts an Amerikas Reaktion war wahnhaft. Die Reaktionen der Behörden waren umsichtig und besonnen. Obamas Reaktion war zurückhaltend. Er hat die Situation (dieses Mal) weder ausgenutzt noch übertrieben.

Nun steht Obama aktuell wieder im Fokus vieler Journalisten. Es geht wieder um “Sicherheitswahn”. An dieser Stelle sei Marc Pitzke genannt. Pitzke meint Amerika sei ein Überwachungsstaat.

Augstein und Pitzke sind nur Beispiele. Beispiele für hunderte, oftmals (aber nicht immer) politisch links stehende, Journalisten auf dieser Welt. Ich will an dieser Stelle an ein paar andere typischen Positionen dieser Kategorie Journalist erinnern.

Da war doch was nach Newtown.
Es ist noch gar nicht so lange her, nur ein paar Monate. Der Amoklauf in Newtown war gerade zu Ende, mit vielen Toten. Hier reagierte Obama wahnhaft. Er wollte die Situation schamlos ausnutzen und Amerika mit einer ganzen Reihe von neuen Sicherheitsgesetzen beglücken. Sicherheitsgesetze, die es in sich hatten. Das ging bis zum Verbot ganzer Waffengattungen. Man muss sich das einmal vorstellen. Ein Einzelner beging eine Tat mit einer bestimmten Art von Waffe und als Vorsichtsmaßnahme sollten alle Amerikanern in Zukunft bestimmte Waffen nicht mehr erwerben dürfen. Eine extremere Form der Kollektivstrafe kann man sich kaum vorstellen.

Weiterlesen…

Theodizee im Tornado.

Eine interessante Geschichte aus Oklahoma. Eine junge Frau namens Rebecca lebte im Tornado-Gebiet mit ihrem Mann und ihrem 19 Monate alten Sohn Anders. Ihr Sohn und sie selbst sind Zuhause als der Tornado die Gegend trifft, der Mann steckt auf der Autobahn fest. Rebecca kommt ursprünglich nicht aus Oklahoma, sondern aus Louisiana. Mit Tornados hat sie keine Erfahrung. Sie muss sich auf den Rat der Einheimischen verlassen. Der Rat der Einheimischen und ihres Mannes lautet wie bei jedem Tornado: “Ins Haus gehen, alles verbarrikadieren, der trifft uns sowieso nicht. Und wenn er trifft, dann bleibt das Haus stehen.” Rebecca folgt diesem Rat zunächst und verschanzt sich in ihrem Haus, verfolgt aber die Zugrichtung des Tornados auf ihrem Laptop. Als der Tornado immer näher kommt, bekommt Rebecca Panik. Sie verlässt das Haus und fährt mit ihrem Auto nach Süden. Das Haus wird total zerstört. Der Ehemann erreicht endlich das Haus und denkt seine Frau und sein Kind liegen tot unter den Trümmern. Es kommt schließlich zu einem tränenreichen Wiedersehen. Die Geschichte erzählt Rebecca dem bekannten Reporter Wolf Blitzer von CNN. Am Ende fragt Wolf Blitzer Rebecca ganz ernsthaft, ob sie Gott für ihr Entscheidung danke, das Haus zu verlassen. Eigentlich fragt Blitzer nicht wirklich, er geht im Grunde davon aus, dass Rebecca Gott dankt. Es ist mehr eine rhetorische Frage. Es ist der typische Versuch von Blitzer eine eigenverantwortliche rationale Entscheidung religiös zu verkitschen. Aber nicht mit Rebecca. Ihre Antwort hat sie berühmt gemacht:

Weiterlesen…

Türkiye Türklerindir

Die FAS besucht einen “Türkischen Kulturverein” und folgert scharf, dass enge Verbindungen zu den Grauen Wölfen bestünden. Man war hochinvestigativ tätig und fand heraus:

Auf einem Bild über der Tür heult ein Wolf vor einem violetten Himmel drei Halbmonde an. Daneben steht „Türkiye Türklerindir“, die Türkei den Türken.

Die Männer dort klären auf:

„Wie Deutschland den Deutschen“, sagt einer der Männer. „Aber hier wird das gleich wieder als rechtsextremistisch eingestuft. In der Türkei liest man das überall.“

Und die Männer haben Recht. In der Türkei liest man das wirklich überall. Und in Deutschland auch. Die FAS-Redaktion hätte auf den Ausflug nach Hamm verzichten können. Das nächste Kiosk hätte auch gereicht. Die Hürriyet wäre meine Leseempfehlung zum Thema “Türkiye Türklerindir”. Das ist nämlich das Motto dieser “liberal-konservativen” Zeitung, die eng mit dem deutschen Springerverlag zusammenarbeitet.

Weiterlesen…

Obama-Kritiker der ersten Stunde.

Die Medien sind sich einig, Barack Obama hat seinen “ersten legitimen Skandal”. Er hat Journalisten bespitzeln lassen. Diese Überwachung sei “der neueste, womöglich folgenschwerste in einer ganzen Serie von Skandalen, die Washington gerade erschüttern: Nach der Affäre um den Terroranschlag auf das US-Konsulat in Bengasi und den Strafaktionen der Steuerbehörde IRS gegen Tea-Party-Gruppen.”

Über die “illegitimen” Skandale von Benghazi und die Strafaktionen der Steuerbehörde IRS gegen Tea-Party-Gruppen haben Medien wie der Spiegel selbstverständlich ausführlich und obamakritisch berichtet. War es nicht so? Natürlich war es so.

Weiterlesen…

Die einzige Europapartei heißt AfD.

Die Kommentare von Wolfram Weimer waren bisher in der Regel lesenswert. Bezüglich der Alternative für Deutschland greift der Journalist allerdings schwer daneben. Weimers Kommentare sind beispielhaft für so einige deutsche Konservative. Deshalb werden sie hier besprochen.

Am 19. April charakterisierte Weimer die AfD in seinem wöchentlichen Handelsblatt-Kommentar noch wohlwollend als “zutiefst bürgerliche” Protestbewegung, wie sie Deutschland schon lange nicht mehr gesehen habe. Die Partei habe “verblüffend seriöses Spitzenpersonal”. Ein Kreis von Professoren, Wirtschaftswissenschaftlern und Publizisten bilde den Kern “einer zutiefst bürgerlichen Formation”, der verhindere, dass die Partei in Extremismus abgleite. Alle Versuche, die AfD in eine rechtsextreme Ecke zu stellen, dürften daher scheitern, so Weimer.

Dieser Handelsblatt-Kommentar, der sich am Ende gegen die AfD wendet, hat offenbar der SZ so gefallen, dass Weimer gebeten wurde, diesen Kommentar in einem neuen Aufwasch in der SZ zu veröffentlichen. Weimer stimmte zu und formulierte seinen Text für die SZ um.

Von einer zutiefst bürgerlichen Formation frei von Extremismus ist nun keine Rede mehr. Kritisierte Weimer im Handelsblatt noch Versuche die AfD in eine rechtextreme Ecke zu stellen, so unternimmt er in der SZ plötzlich selbst diesen Versuch.

Weiterlesen…

Deutsche Politik ohne ökonomischen Sachverstand.

Hans-Werner Sinn hat mal wieder ein Interview gegeben. Darin vertritt Professor Sinn auf einen Streich drei Thesen, die auch auf diesem Blog immer wieder genannt wurden:

1. Ein Ausstieg Deutschlands aus dem Euro bedeutet nicht, dass die D-Mark extrem aufwertet. Es gibt mittlerweile mehrere von China und der Schweiz erprobte Maßnahmen, die den Hütern einen starken Währung nahezu jeden gewünschten Wechselkurs erlauben. Die Bundesbank selbst könnte entscheiden, ob und wenn ja wie stark die D-Mark aufwertet.

2. Deutschlands Sonderweg bezüglich des “Klimaschutzes” ist teuer, aber sinnlos. Es gibt keine Hinweise, dass andere Staaten die fossilen Lagerstätten der Erde unangetastet lassen, nur weil Deutschland sich zum Affen macht.

3. Die deutsche Politik ist wirtschaftlich unglaublich schlecht beraten.

Weiterlesen…

Klientel-Partei FDP. Deutsche Steuerlogik.

Der deutschsprachige Sender n-tv schreibt:

Manch ein Liberaler macht auch keinen Hehl daraus, dass ihm die FDP als unternehmerfreundliche Klientelpartei am liebsten ist. Ein Antrag zum Wahlprogramm lautete: Steuern auf Kaffee senken.

Ähnliche Kommentare durfte man zu Hunderten lesen, als die FDP die Mehrwertsteuer auf Hotelrechnungen von 19% auf 7% senkte. Last time I checked, war es so, dass die Mehrwert- bzw. Umsatzsteuer vom Kunden bezahlt wurde. In Deutschland glaubt man daran nicht.

Mehrwertsteuern, so die Logik der Deutschen, werden von mystischen Zusammenschlüssen namens ‘Unternehmen’ getragen, weshalb es nur klug ist, dass man diesen Bastarden namens ‘Unternehmen’ niemals die Mehrwertsteuer senkt. Und wer es trotzdem macht, ist nicht etwa kundenfreundlich, sondern ‘unternehmerfreundlich’.

So raffiniert wie der deutsche Kunde, pisst sich sonst kaum jemand in den eigenen Stiefel. Merkel rechnet die Deutschen reich und die Deutschen erhöhen sich selbst die Steuern. Das ist ganz großes Kino.

Weiterlesen…

Aus Gründen der Waffengleichheit.

Wir scannen gerade aktuelle Nachrichtensendungen weltweit nach besonders gelungenem Orwell’schem Neusprech. Bisher gewinnt die deutschsprachige ZDF-Sendung heute journal vom 03.05.2013. Ab Minute 09:25 sagt der ZDF-Sprecher:

“Beate Zschäpe wurde ein dreiköpfiges Verteidigerteam zugestanden. Aus Gründen der Waffengleichheit. Zehn Staatsanwälte und bis zu 400 Kriminalbeamte ermittelten auf der Gegenseite, sammelten Berge von Belastungsmaterial.”

Das sagt der Sprecher ganz ohne Ironie. Drei Verteidiger hier, gegen 10 Staatsanwälte und 400 Kriminalbeamte da, ergibt Waffengleichheit. Vielleicht muss man das wörtlich verstehen: Sie haben die gleichen Waffen. Zum Beispiel einen Degen. Alle 413 Personen haben einen Degen, also die gleichen Waffen, die Lager sind ‘nur’ nicht gleich groß. Drei gegen 410. Wobei auch das nicht stimmt. Strafverteidiger und Staatsanwälte haben eben nicht die gleichen Waffen. Die Staatsmacht darf viel mehr. Es sind eher drei Degen gegen 10 Kanonen plus stehendes Heer.

Weiterlesen…

Antiliberales PI

PI schreibt: “Häufig stehen auf PI der Islam und die arabische Welt in der Kritik.
Doch von einigen Dingen kann der Westen durchaus lernen.”

Wovon soll der Westen aus der Sicht von PI lernen? Von der islamischen Abtreibungs- und Drogenpolitik zum Beispiel. Abtreibungen und Drogenkonsum gehören laut PI deutlich stärker bestraft. PI formuliert wie immer gänzlich ironiefrei. Die meinen das wirklich ernst.

Es zeigt sich zum wiederholten Male: Das fundamental christliche und das islamische Weltbild haben mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Kewil und PI sollten sich überlegen, ob sie wirklich weiter ‘Islamkritik’ betreiben wollen oder ob ein Zusammen-schluss mit Turkishpress, Way to Allah und Co nicht doch angemessener wäre.

Die nächste Mahlzeit.

Welt online schreibt:

Die Forderungen von SPD und Grünen nach Steuererhöhungen treffen auf breite Unterstützung in der Bevölkerung. 72 Prozent der Bundesbürger finden es richtig, dass die Steuern für Menschen mit einem nicht näher spezifizierten “höheren Einkommen” angehoben werden sollen. Laut dem ARD-Deutschlandtrend im Auftrag der “Tagesthemen” und der “Welt” lehnt lediglich ein Viertel (25 Prozent) der Wahlberechtigten Steuererhöhungen ab.

Die Anhängerschaften der Grünen und der Linken sprechen sich nahezu geschlossen für höhere Sätze aus, und auch die Unionsanhänger votieren mit 59 Prozent dafür.

Die größte Zustimmung gibt es mit 62 Prozent für die Einführung einer Vermögensteuer. 33 Prozent sind dagegen. Eine Anhebung der Einkommensteuer findet bei 53 Prozent der Bevölkerung positive Resonanz, bei 44 Prozent nicht. Lediglich die Erhöhung der Erbschaftsteuer lehnt eine Mehrheit (30 zu 65 Prozent) ab.

Democracy is two wolves and a lamb voting on what to have for lunch.
Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen.

Minister für Minderheiten.

Der Katholik Paul Bhatti war bis zum März Minister für religiöse Minderheiten in Pakistan.
Jetzt gab er Spiegel Online ein Interview:

SPIEGEL ONLINE: Aber Millionen von Christen stehen in der gesellschaftlichen Hierarchie nicht oben. Sie waren Sonderberater der Regierung für religiöse Minderheiten, welche Schlussfolgerungen ziehen Sie aus dieser miserablen Lage?

Bhatti: Man muss zwei Dinge tun: Armut bekämpfen und für Bildung sorgen. Viele der Streitereien, die zu Gewalt führen, finden in ärmlichen Gegenden statt. Wirtschaftliche Entwicklung wäre ein geeignetes Mittel dagegen. Und was Bildung angeht, gibt es Verbesserungsbedarf in der gesamten Gesellschaft. Christen könnten auf diese Weise ihren Lebensstandard erhöhen. Und Muslime, insbesondere die Prediger, könnten ihre eigene Religion besser verstehen.

Weiterlesen…

Jungfrauen und Terroristen.

Bill Warner schreibt auf American Thinker:

Being a jihadi is not a personality disorder; it is not a psychosis or even a neurosis. Jihad is the supreme spiritual ecstasy of human experience. The jihadist is greeted by the angels and his wounds carry him across judgment day to the supreme heaven. The jihadist martyr is taken directly to paradise without Allah’s final judgment.

Dazu fällt mir ein alter Witz ein:
Du darfst nicht als Jungfrau sterben, im Himmel warten sonst die Terroristen auf dich.

Es war eine versuchte Körperverletzung.

Welt online hat einen Artikel über das Attentat auf die Wahlamerikanerin Monica Seles vor 20 Jahren am 30. April 1993. Monica Seles war damals gerade 19 Jahre alt und Weltranglistenerste, als ihr beim berühmten Tennisturnier am Hamburger Rothenbaum ein arbeitsloser Deutscher ein 23cm langes Ausbeinmesser in den Rücken rammte.

Wie schlimm die Verletzung rein körperlich wirklich war, weiß man bis heute nicht. Seles und ihre Eltern sprechen wenig darüber und die behandelnden Ärzte sind an die Schweigepflicht gebunden. Seles gibt an die Ärzte hätten ihr bei der Entlassung gesagt, dass sie, wenn sie sich nicht kurz vor der Attacke zum Trinken nach vorn gebeugt hätte, wahrscheinlich heute gelähmt wäre. Von außen betrachtet, wurde die Psyche von Seles am stärksten verletzt. Sie konnte den Vorfall nur schwer verarbeiten. Was auch damit zusammenhängen dürfte, wie Seles in Deutschland von der Öffentlichkeit und den Gerichten behandelt wurde.

Weiterlesen…

Die Juden und das Kapital.

Rainer “Der-Sozialismus-ist-gar-nicht-so-übel” Hank kann auch gute Artikel schreiben. Hier ein sehr guter, langer Artikel über Reichtum und Judentum:

Antikapitalismus und Antisemitismus gehen seit jeher Hand in Hand (1).

Im Judentum ist es keine Sünde, reich zu sein. Im Christentum haben es die Reichen deutlich schwerer: Denn bekanntlich geht eher ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt (2). Lieber soll er seinen Besitz verkaufen und den Armen geben, was ihm im Himmel reich vergolten wird.

Dass aber die Armen hier auf Erden schon reich werden, ist nicht vorgesehen. Im Judentum gibt es ein affirmatives Verhältnis zum Geld, welches die Vorstellung der Zedaka (Gerechtigkeit) einschließt, wonach es allen Menschen finanziell gut gehen soll. Seit der Antike schon betätigen die Juden sich als Geldwechsler; Jesus wollte sie aus dem Tempel vertreiben lassen (3).

Weiterlesen…

Kampf den Steuerparadiesen.

Der Spiegel berichtet über das “weiß-blaue Steuerparadies” Bayern: Besonders gravierend seien die Missstände im Bereich der betrieblichen Steuerprüfung. “Dort haben die Experten des Rechnungshofs eine personelle Unterbesetzung von 20 Prozent ausgemacht. Die Folge: Bei mittelgroßen Betrieben klopfen die Fahnder nur noch alle 20 Jahre an die Türen. Bei Kleinbetrieben gar nur alle 40 Jahre.”

Um Gottes Willen, nein! Der Familienbetrieb um die Ecke wird in Bayern nur alle 40 Jahre von Fahndern von oben bis unten durchleuchtet. Ganz so als handele es sich dabei um Verbrecher, zumindest um potentielle. Man weiß es schließlich nie sicher. Der Generalverdacht ist gerechtfertigt. Je mehr Kontrollen desto besser. Am besten einmal im Jahr – zur Sicherheit.

Weiterlesen…

Wilde Stiere mit unklarem Motiv.

Hunderte Ermittler ermitteln gerade im Fall der Boston Marathon Bomber Taerlan and Dzhokhar Tsarnaev, was wohl deren Motive waren. Es ist ein großes Rätsel. Eine Reise ins Ungewisse. Diese Art von Anschlägen hat es noch nie gegeben. Das ist totales Neuland, jedenfalls wenn man unseren Medien so zuhört. Was kann nur ihre Motivation gewesen sein?

Bob Schieffer, ein bekannter Nachrichtenmoderator, fragte einige Tage nach dem Attentat den Gouverneur von Massachusetts Deval Patrick: “Haben wir irgendeine Idee davon, was die Motive dieser beiden jungen Männer waren?” Und Patrick antwortete: “Noch nicht Bob, und es ist schwer für mich und andere uns vorzustellen, was diese jungen Männer motiviert haben könnte!”

Ja, es ist verdammt schwer. Aber die Ermittler und die Journalisten geben nicht auf. Erste Motive wurden schon gefunden: Die Zustände in Russland sind schuld. Verwahrlosung. Gewalt. Unterdrückung. Überwachung durch den Staat. Eine in sich logische Erklärung. Deshalb hatten sie Recht auf Asyl. Weil die Zustände in Russland so schrecklich waren. Jedenfalls in den Monaten in den sie dort nicht Urlaub gemacht haben. Und deshalb haben die Brüder auch Amerikaner in den Tod gebombt. Als Dank für das erhaltene politische Asyl. Naja gut, vielleicht nicht die beste Erklärung.

Weiterlesen…

Neues im Fall Hoeneß.

Gestern Abend las ich mich durch SpOn, FAZ und Welt. Es gab einige Artikel zum Fall Hoeneß, aber keiner konnte wirklich überzeugen. Der Spiegel  brachte es sogar fertig, immer wieder die Rechtslage falsch darzustellen. Dann kam ich auf die SZ. Parteiisch zwar, aber eben auch mit den besten Drähten in München. Und siehe da, die SZ hatte den einzig wirklich guten Artikel zum Thema. Wenn dieser Artikel recht hat, dann lief die Sache ab, wie nachfolgend beschrieben:

Ungefähr im Jahr 2000 leihte sich Hoeneß von seinem Freund Robert Louis-Dreyfus, dem ehemaligen Adidas-Chef, 10 bis 15 Millionen Euro. Das Geld soll er an die Züricher Bank Vontobel überwiesen haben. Wozu brauchte Hoeneß das Geld? Er wollte an der Börse spekulieren. Das habe er dann bis heute gemacht und zwar erfolgreich. So erfolgreich, dass er meinte, er könne die Kapitalertragssteuer ignorieren.

Anfang dieses Jahres wurde es Herr Hoeneß dann zu heiß und er zeigte sich selbst an. Kurz danach brachte der Stern eine Story über einen Spitzenvertreter der Bundesliga, der mehrere hunderte Millionen Euro bei der Bank Vontobel angelegt haben soll. Das brachte nun die Staatsanwaltschaft München ins Schwitzen und deshalb wurde das Anwesen von Hoeneß durchsucht. Gefunden wurde nichts Neues. Die SZ rechnet mit der Einstellung des Strafverfahrens.